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08.04.2019 | Leitthema

Moderne Strahlentherapie des Vulvakarzinoms

Zeitschrift:
Der Onkologe
Autor:
Prof. Dr. S. Marnitz

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten 20 Jahren haben sich die onkologischen Ergebnisse in der Behandlung des Vulvakarzioms nicht verbessern lassen. Aufgrund fehlender Evidenzen aus randomisierten Studien sind zahlreiche Aspekte der Behandlung unklar und kontrovers. Therapieziele aus radioonkologischer Sicht sind die Vermeidung lokaler und lokoregionärer Rezidive, die Verbesserung von Organ- und Funktionserhalt im Rahmen des interdisziplinären Therapiekonzepts und die Verhinderung unnötiger Toxizitäten.

Methode

Es erfolgte eine Literaturrecherche und eine systematische Darstellung der aktuellen Therapiestandards der radioonkologischen Behandlung von Vulvakarzinomen.

Ergebnisse

Tumorbefallene Resektionsränder erfordern eine lokale Nachresektion oder, falls nicht möglich oder funktionell ungünstig, eine postoperative Radio(chemo)therapie. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt derzeit eine Resektion von mindestens 3 mm im Gesunden.
Die Vermeidung der inguinalen Rezidive verbessert das krankheitsfreie Überleben. Die häufig geübte Praxis der pelvinen Bestrahlung ist selbst für Patientinnen mit positiven inguinalen Lymphknoten in ca. 70 % eine Übertherapie. Hier hat sich zur Vermeidung unnötiger Toxizitäten eine Neubewertung durchsetzen können. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt ein operatives Staging des Beckens und eine pelvine Bestrahlung nur im Falle positiver Lymphknoten.

Schlussfolgerung

Themen der Diskussion und zukünftiger Neubewertung sind der Stellenwert der simultanen Chemotherapie, der neoadjuvanten vs. primären Radiochemotherapie, der optimalen radiosensibilisierenden Substanz und der optimalen Bestrahlungsdosis in der primären Therapie. Die Interdisziplinarität stellt eine unabdingbar Voraussetzung für eine optimale Therapie dar.

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Literatur
Über diesen Artikel


 

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