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04.01.2021 | Multiple Sklerose | Originalien | Ausgabe 4/2021 Open Access

Der Nervenarzt 4/2021

Aktuelles zu neurogenen Dysfunktionen des unteren Harntraktes bei Multipler Sklerose

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 4/2021
Autoren:
Dr. Burkhard Domurath, Peter Flachenecker, Thomas Henze, Wolfgang Feneberg, Anna Brandt, Ines Kurze, Ruth Kirschner-Hermanns, Albert Kaufmann, Jörn Bremer, Manuela Vonthien, Kerstin Ratering, Christoph Schäfer, Will Nelson Vance, Paul Schmidt

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Routine steht man vor der Aufgabe, neurogene Störungen des unteren Harntraktes (NLUTD) bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) frühzeitig zu erkennen und adäquat zu therapieren. Verschiedene nationale Leitlinien geben dazu sehr unterschiedliche praktische Empfehlungen.

Ziel der Arbeit

Erarbeitung eines einfachen, studienbasierten Algorithmus zum Nachweis von NLUTD bei Patienten mit MS, aus dem sich therapeutische Konsequenzen ableiten lassen.

Material und Methode

Als direktes Ergebnis zweier multidisziplinärer Konferenzen wurde eine prospektive, multizentrische Studie initiiert. Deren Ziel war es, statistisch relevante Parameter für die Routinediagnostik von NLUTDs zu identifizieren. Als Goldstandard dienten Auffälligkeiten in der Urodynamik. In drei weiteren Konsensuskonferenzen wurden die Ergebnisse der Studie diskutiert, ein diagnostischer Algorithmus entwickelt und eine Erstlinientherapie konsentiert.

Ergebnisse und Diskussion

Der vorgeschlagene Algorithmus ermöglichte das Erkennen einer NLUTD bei Patienten mit MS mithilfe von 4 statistisch signifikanten Prädiktoren: (1) dem Restharnvolumen, (2) der Anzahl der Harnwegsinfektionen (HWI) innerhalb der letzten 6 Monate, (3) der standardisierten Miktionsfrequenz und (4) dem Vorhandensein/Fehlen einer Harninkontinenz. Gestützt auf den Algorithmus benötigen ca. 75 % der Patienten keine urodynamische Untersuchung zur First-line-Therapieentscheidung. In 25 % der Fälle sind urodynamische Untersuchungen unerlässlich. Für die Routine notwendigen Assessments sind: die Anamneseerhebung, eine Restharnbestimmung, ein Miktionstagebuch und eine Uroflowmetrie (optional).

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