Immunologische Grundlagen neurologischer Erkrankungen
- 02.07.2024
- Multiple Sklerose
- Leitthema
- Verfasst von
- Hansjörg Schild
- Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Tobias Bopp
- Erschienen in
- Der Nervenarzt | Ausgabe 10/2024
Zusammenfassung
Hintergrund
Neurodegenerative Erkrankungen stellen in einer alternden Gesellschaft eine zunehmende Herausforderung dar, da bisher nur begrenzte therapeutische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Fragestellung
Durch neue Forschungsmethoden und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen hat sich die Sichtweise auf neurologische Störungen verändert und Anfang der 1980er-Jahre wurde der vergleichsweise neue Forschungszweig der Neuroimmunologie aufgebaut. Ausgehend von neurologischen Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multiple Sklerose, wurde das Wissen über die Beteiligung immunologischer Prozesse auch in anderen Zusammenhängen, wie Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, in den vergangenen Jahren deutlich erweitert.
Material und Methode
In diesem Übersichtsartikel wollen wir die Rolle des Immunsystems und die daraus resultierenden potenziellen Therapieansätze darstellen.
Ergebnisse
Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen, ist aber auch in der Lage, auf körpereigene Signale unter sterilen Bedingungen zu reagieren und durch die Ausschüttung von Botenstoffen und Rekrutierung sowie Differenzierung bestimmter Immunzellen eine Entzündung und nachfolgende adaptive Immunantworten hervorzurufen. Dies kann vorteilhaft bei der Initiierung von Heilungsprozessen sein; allerdings hat eine chronische Entzündung in der Regel destruktive Konsequenzen für das Gewebe und den Organismus und muss unterbrochen werden.
Schlussfolgerung
Heute wissen wir, dass unterschiedliche Zellen des Immunsystems eine wichtige Rolle bei neurologischen Erkrankungen spielen. Regulatorische Mechanismen, die von regulatorischen T‑Zellen oder Th2-Zellen ausgehen, sind meist mit einer guten Prognose assoziiert, wobei entzündliche Prozesse und die Polarisierung Richtung Th1 oder Th17 einen destruktiven Charakter zeigen. Neuartige Immunmodulatoren, wie sie auch in der Krebstherapie zunehmend eingesetzt werden, können inzwischen gewebespezifisch eingesetzt werden und bieten daher ein großes Potenzial für den Einsatz bei neurologischen Erkrankungen.
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- Titel
- Immunologische Grundlagen neurologischer Erkrankungen
- Verfasst von
-
Hansjörg Schild
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Tobias Bopp
- Publikationsdatum
- 02.07.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Multiple Sklerose
Zytokine
Neurologie
Psychiatrie und Psychosomatik - Erschienen in
-
Der Nervenarzt / Ausgabe 10/2024
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00115-024-01696-4
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