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29.08.2019 | Myelodisplastische Syndrome | Topic | Ausgabe 9/2019

best practice onkologie 9/2019

Klonale Hämatopoese – Teil 2

Pathogenese und klinische Konsequenzen

Zeitschrift:
best practice onkologie > Ausgabe 9/2019
Autor:
Prof. Dr. D. Haase
Wichtige Hinweise
Ein Abkürzungsverzeichnis finden Sie am Ende des Beitrages.

Zusammenfassung

Klonale Hämatopoese ist definiert als das Auftreten von Mutationen in Leukozyten des peripheren Blutes bei nicht hämatologisch Erkrankten. Häufig sind von diesen Sequenzveränderungen wichtige Treibergene für hämatologische Neoplasien betroffen. In diesem Zusammenhang wurden die Begriffe CHIP (klonale Hämatopoese unbestimmten Potenzials) und, aufgrund der dann nachgewiesen Altersabhängigkeit, ARCH (altersassoziierte klonale Hämatopoese) geprägt. Laut jüngeren Studiendaten entsteht CHIP jedoch bereits in der ersten Lebensjahrzehnten, und die entsprechenden Klone bleiben über Jahrzehnte stabil oder expandieren langsam, sodass nahezu jedes Individuum betroffen sein könnte. Der Nachweis von CHIP-Mutationen ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und hämatologische Neoplasien assoziiert. Der Begriff CCUS (klonale Zytopenie unklarer Signifikanz), einer Vorstufe von MDS (myelodysplastisches Syndrom), bezeichnet Situationen, in denen bei unklarer Zytopenie ohne signifikante Dysplasien klonale Mutationen nachweisbar sind. Die Evolution von CHIP bis zum MDS oder der sekundären AML (akute myeloische Leukämie) ist von einer Klongrößenzunahme, der Akquisition weiterer Mutationen und dem Einfluss wichtiger Kofaktoren geprägt. Das Risiko des Übergangs einer Zytopenie in eine hämatologische Systemerkrankung hängt von der Art und Anzahl der Mutationen ab. Der Nachweis von CHIP ist prädiktiv für das Entstehen eines MDS und einer AML und mit dem Risiko für und der Prognose von therapieassoziierten myeloischen Neoplasien assoziiert. Auch für aplastische Anämien, CLL (chronische lymphatische Leukämie), maligne Lymphome und solide Tumoren ist CHIP relevant. Beim Nachweis von CHIP gibt es, abhängig von Begleitbefunden, differenzierte Vorschläge zum klinischen Management der Betroffenen.

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