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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Der Unfallchirurg 6/2014

Nachsorge von Patienten mit Knochensarkomen

Wann, wie und wie lange?

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Prof. Dr. H.R. Dürr, P.-U. Tunn, Y. Bakhshai

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Gesamtüberleben von Patienten mit typischen Knochensarkomen wie dem Ewing-Sarkom, Osteosarkom oder Chondrosarkom liegt im lokalisierten Erkrankungsstadium nach 5 Jahren bei > 60 %. Kommt es in der Nachsorge zu einem lokalen oder systemischen Tumorrezidiv, kann nicht nur die lokale Problematik, sondern u. U. auch die Prognose durch eine aggressive Therapie erheblich verbessert werden. Eine Tumornachsorge wird deshalb als sinnvoll erachtet.

Fragestellung

Konsequenterweise stellt sich die Frage, wie und wie lange diese durchgeführt werden sollte.

Material und Methode

Auswertung der Literatur der letzten 15 Jahre, Diskussion von Grundlagenarbeiten und multidisziplinäre Expertenempfehlungen aus relevanten multinationalen Studien.

Ergebnisse

Die Wahl eines geeigneten Nachsorgeschemas außerhalb von Studien ist letztlich abhängig vom Therapievorteil der Früherkennung eines lokalen oder systemischen Rezidivs. Die Selbsterkennungsrate von Lokalrezidiven ist im Extremitätenbereich aber relativ hoch. Die systematische Untersuchung zur Detektion von Lungenmetastasen ist umstritten, da die Heilungschance bei systemischem Progress insgesamt ungünstig ist. Ob die frühere Detektion eines Lokalrezidivs oder von Fernmetastasen durch reduzierte Untersuchungsintervalle und/oder den Einsatz einer Schichtbildgebung signifikant vorteilhafter ist, bleibt bisher unbewiesen. Die Dauer der Nachsorge insgesamt, ist noch weniger klar. Sowohl lokale als auch systemische Rezidive finden sich auch mehr als 10 Jahre nach der Primärtumorbehandlung, wenn auch selten.

Schlussfolgerung

Sinnvoll ist eine Nachsorge in jedem Fall, da das Erkennen eines Lokalrezidivs bereits mit einfachen Methoden möglich ist. Ob und inwieweit lokal technische Verfahren zum Einsatz kommen, bleibt dem Einzelfall überlassen. Unter den in Deutschland gegebenen Voraussetzungen ist eine mindestens 6-monatige lokale Bildgebung (z. B. Röntgen, Magnetresonanztomographie) in den ersten 2–3 Jahren (dann evtl. jährlich) empfehlenswert. Hinsichtlich der Entscheidung ob und wann eine Röntgenthorax-Untersuchung sinnvoll ist und ob und wann eine Computertomographie erfolgen sollte, gibt es keine evidenzbasierte Hilfe. Auffallend ist insgesamt der Mangel an prospektiven Studien zur Nachsorge für diesen sowohl patienten- wie auch ökonomisch relevanten Aspekt der Tumortherapie.

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