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01.04.2011 | Originalien und Übersichten | Ausgabe 4/2011

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 4/2011

Nachweis von Viren im Rohwasser als Grundlage einer Risikoabschätzung

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 4/2011
Autoren:
Dr. H.-C. Selinka, K. Botzenhart, I. Feuerpfeil, W. Puchert, O. Schmoll, R. Szewzyk, H. Willmitzer

Zusammenfassung

Humanpathogene Viren können über fäkale Verunreinigungen in Oberflächengewässer gelangen. Die deutsche Trinkwasserverordnung [14] fordert, dass Krankheitserreger im Trinkwasser nicht in Konzentrationen enthalten sein dürfen, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit verursachen. Da viele Viren eine sehr niedrige Infektionsdosis haben, ist es wichtig, dass sie bei der Trinkwasseraufbereitung im ausreichenden Maße entfernt werden. Trinkwasserbedingte Virusepidemien traten in Europa in den letzten Jahrzehnten nur bei Nichteinhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Trinkwassergewinnung auf. Das angestrebte Schutzniveau für die Trinkwasserversorgung in Deutschland geht aber weit über die Verhinderung von Ausbrüchen hinaus und soll zuverlässig auch vor sporadischen Virusinfektionen schützen. Die Dokumentation dieses hohen Schutzniveaus ist allein über eine Endproduktkontrolle nicht möglich, sie erfordert vielmehr eine Prozessanalyse mit Risikoabschätzung. Um eine orientierende Risikoanalyse hinsichtlich trinkwasserbedingter Infektionen durchführen zu können, sind Kenntnisse über das Vorkommen von Viren in dem für die Gewinnung von Trinkwasser verwendeten Rohwasser und Daten zur Eliminierung von Viren bei der Wasseraufbereitung von großer Bedeutung. Im vorliegenden Beitrag werden Vorschläge zur Durchführung einer solchen Risikoabschätzung gemacht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Beurteilung der Rohwasserqualität.

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