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20.05.2016 | Leitthema | Ausgabe 6/2016

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 6/2016

Nahrungsmittelallergien im Kindesalter

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 6/2016
Autoren:
Prof. Dr. med. Kirsten Beyer, Bodo Niggemann

Zusammenfassung

Die IgE-vermittelte Soforttypreaktion ist die häufigste Form der Nahrungsmittelallergie im Kindesalter. Es werden hierbei primäre (vorwiegend frühkindliche) und sekundäre (vorwiegend pollenassoziierte) Allergien, die in ihrer Schwere unterschiedlich verlaufen, unterschieden. Hühnerei, Kuhmilch und Erdnuss sind hierbei häufige Auslöser der primären Nahrungsmittelallergie. Während die Hühnerei- und Kuhmilchallergie eine gute Prognose haben, bleibt die Erdnussallergie häufig lebenslang bestehen. Für die Diagnostik sind die Anamnese, der Nachweis einer Sensibilisierung und ggf. eine orale Nahrungsmittelprovokation notwendig. Insbesondere bei der Erdnuss- und Haselnussallergie hat sich die komponentenbasierte Diagnostik, bei der spezifisches IgE gegen einzelne Allergene (z. B. Ara h 2) gemessen wird, als hilfreich erwiesen. In Bezug auf die Therapie ist die Eliminationsdiät nach wie vor das einzige anerkannte Verfahren. Die Beratung durch eine Ernährungsfachkraft ist hierbei hilfreich. Patienten mit erhöhtem Anaphylaxierisiko benötigen ein entsprechendes Notfallset, inklusive eines Adrenalinautoinjektors. Eine Instruktion im Umgang mit dem Autoinjektor sollte bei Verordnung erfolgen und ein Anaphylaxie-Pass ausgestellt werden. Des Weiteren ist die Teilnahme der Patienten bzw. ihrer Betreuer an einem Anaphylaxie-Schulungskurs zu empfehlen. Kausale Therapien wie die orale, sublinguale oder epikutane Immuntherapie sind zurzeit in der Entwicklung. In Bezug auf die Prävention der Nahrungsmittelallergie konnte gezeigt werden, dass es für einen präventiven Effekt einer diätetischen Restriktion durch Meidung potenter Nahrungsmittelallergene im ersten Lebensjahr keine Belege gibt. Inwieweit jedoch die frühzeitige Gabe präventiv und sicher ist, wird gerade in großen kontrollierten Interventionsstudien untersucht. Es konnte kürzlich gezeigt werden, dass die Entwicklung einer Erdnussallergie in Säuglingen mit schwerer atopischer Dermatitis und/oder Hühnereiallergie in einem Land mit hoher Prävalenz durch die frühzeitige Gabe im 4.–11. Lebensmonat verringert werden konnte, wenn die Kinder nicht bereits allergisch waren.

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