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29.01.2018 | Industrieforum | Ausgabe 1/2018

DNP - Der Neurologe & Psychiater 1/2018

Neue Perspektiven bei MS durch neuen oralen S1P-Rezeptoragonisten

Zeitschrift:
DNP - Der Neurologe & Psychiater > Ausgabe 1/2018
Autor:
Abdol A. Ameri
_ Auch wenn sich die Möglichkeiten zur Behandlung von Patienten mit schubförmiger MS in der letzten Dekade deutlich verbessert hat, besteht auch weiterhin noch ein großer Bedarf an neuen immunmodulierenden Therapieoptionen, die eine starke Wirksamkeit auf alle Aspekte der Krankheitsaktivität mit einem günstigen Sicherheitsprofil verbinden und oral eingenommen werden können. Eine der größten Herausforderungen im Management der MS bestehe darin, das Fortschreiten des Hirnvolumenverlustes — insbesondere in der grauen Substanz — zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen, berichtete Professor Bruce Cree, University of California/San Francisco/USA. Denn dieser Volumenverlust sei korreliert mit der Behinderungsprogression bei MS.Ozanimod, ein neuer, oral applizierbarer selektiver Agonist der Sphingosin-1-Phos-phat(S1P)-Rezeptorsubtypen 1 und 5, habe das Potenzial diesen Anforderungen gerecht zu werden, so Professor Giancarlo Comi, Universität Vita-Salute San Raffaele, Mailand. S1P-Rezeptormodulatoren begrenzen die Migration von Lymphozyten, die in den Lymphknoten „festgehalten“ werden und dann für inflammatorische Prozesse nicht mehr zu Verfügung stehen. In den beiden multizentrischen, randomisierten, kontrollierten dreiarmigen Phase-III-Studien SUNBEAM und RADIANCE-Part B wurde Ozanimod (0,5 und 1 mg/Tag) mit Interferon β-1a (IFNβ) 30 μg s. c. einmal wöchentlich verglichen. Die noch unveröffentlichten Ergebnisse belegen laut Comi eine dosisabhängige und gegenüber IFNβ signifikante Überlegenheit von Ozanimod in Bezug auf die Reduktion der Schubrate (Abb. 1) sowie der Zahl der neuen/sich neu vergrößernden T2-Läsionen und der Gd-anreichernden Läsionen. Zudem reduziert der neue Immunmodulator die Rate des Hirnvolumenverlustes — sowohl insgesamt als auch in der kortikalen grauen Substanz und im Thalamus — signifikant gegenüber IFNβ. Hinsichtlich der Verminderung der Behinderungsprogression fand sich kein Unterschied zwischen den Studienarmen. Wie bereits in früheren Studien [Tran JQ et al. Clin Pharmacol Drug Dev. 2017; doi: 10.1002/cpdd.383.1; Cohen JA et al. Lancet Neurol 2016; 15: 373 – 81] wurde in den beiden Phase-III-Studien unter Ozanimod kein erhöhtes Risiko für kardiale Komplikationen, wie QT-Verlängerung, keine klinisch relevante Bradykardie und kein AV-Block zweiten oder höheren Grades, festgestellt. ...

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