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Immuntherapie bei neuroendokrinen Neoplasien des Gastrointestinaltrakts

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Zusammenfassung

Die Inzidenz von neuroendokrinen Neoplasien (NEN) steigt in ihrer Gesamtheit. Eine Homogenisierung in der pathologischen Charakterisierung sowie eine verbesserte Diagnostik für die lokale und entfernte Ausbreitung haben dazu beigetragen. Während wir für neuroendokrine Tumoren (NET; G1 bis G3) einige etablierte Therapieansätze haben und sich in Zukunft das Spektrum erweitern wird, fehlen für neuroendokrine Karzinome (NEC) G3 neben der klassischen Chemotherapie erfolgversprechende Optionen. Die Identifizierung neuer Therapiestrategien, wie z. B. die Evaluation der Immuntherapie in verschiedenen Ansätzen, könnte von entscheidender Bedeutung sein. Die bisherige Datenlage zur Immuncheckpointinhibition (ICI) als Monotherapie ist enttäuschend. Bei nichtselektierten Patienten zeigt sich nur eine geringe Effektivität. Obwohl Kombinationstherapien aus ICI mit einem Inhibitor des mit zytotoxischen T‑Lymphozyten assoziierten Antigens 4 (CTLA-4) oder Chemotherapie potenziell wirksamer sind als Einzelwirkstoffe, hat sich bislang kein Therapieansatz der Standardchemotherapie als wirksamer erwiesen. Weitere neue Behandlungsstrategien inkludieren bispezifische Antikörper sowie die Zelltherapie. Für alle immunologisch getriggerten Therapieansätze fehlen allerdings spezifische Biomarker. Nur für die selten detektierte Mikrosatelliteninstabilität (MSI „high“) ist die Immuntherapie eine unumgängliche frühzeitig einzusetzende Behandlung. Weitere Studien mit breiter molekularen Profilierung werden benötigt, um prädiktive Signaturen für Immuntherapien zu etablieren. Zudem erscheint die Evaluation neuer ICI-Kombinationen mit zielgerichteten Therapien erforderlich zu sein.
Titel
Immuntherapie bei neuroendokrinen Neoplasien des Gastrointestinaltrakts
Verfasst von
Prof. Dr. Sebastian Krug
PD Dr. Leonidas Apostolidis
Publikationsdatum
22.05.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
best practice onkologie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0946-4565
Elektronische ISSN: 1862-8559
DOI
https://doi.org/10.1007/s11654-025-00664-x
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