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Medikamentöse Systemtherapien bei neuroendokrinen Tumoren

Zusammenfassung

Die individualisierte Systemtherapie bei neuroendokrinen Tumoren (NET) des gastroenteropankreatischen (GEP) Systems sollte differenziert nach Primariuslokalisation, Grading, Tumorlast und klinischem Remissionsdruck, Tumordynamik, Funktionalität und Somatostatinrezeptorexpressionsstatus (Theranostik) erfolgen und dabei auch die Lebensqualität berücksichtigen. Etablierte Systemtherapieoptionen umfassen die Somatostatinanaloga Octreotid oder Lanreotid, die Peptidrezeptorradionuklidtherapie (PRRT) mit 177Lu-DOTA-TATE, die Chemotherapie mit Capecitabin/Temozolomid oder Streptozotocin/5-Fluorouracil sowie zielgerichtete Therapie mit Everolimus, Sunitinib oder Cabozantinib. Zur Symptomkontrolle der Diarrhöen beim Karzinoidsyndrom kann außerdem der orale Serotoninsynthesehemmer Telotristat-Ethyl eingesetzt werden. Aktuelle Leitlinienempfehlungen verschiedener Fachgesellschaften wie European Neuroendocrine Tumor Society (ENETS) oder American Society of Clinical Oncology (ASCO) geben spezifische Handlungsempfehlungen zur differenzierten Systemtherapie von NET des Jejunums/Ileums, NET des Pankreas und der relativ seltenen Subgruppe der höher proliferativen NET G3 (in Abgrenzung vom neuroendokrinen Karzinom [NEC]). Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren hat bisher keinen etablierten Stellenwert bei unselektionierten NET G1/G2. Neue Therapieentwicklungen wie der orale nichtpeptiderge Somatostatinrezeptoragonist Paltusotine oder die Molekularpathologie/personalisierte Therapie bei NET müssen weiter evaluiert werden.
Titel
Medikamentöse Systemtherapien bei neuroendokrinen Tumoren
Verfasst von
Prof. Dr. med. Christoph Josef Auernhammer
Julian Walter Holch
Bernhard Ismann
Kathrin Heinrich
Rudolf Alexander Werner
Christine Spitzweg
Publikationsdatum
11.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Gastroenterologie
Print ISSN: 2731-7420
Elektronische ISSN: 2731-7439
DOI
https://doi.org/10.1007/s11377-025-00944-6
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Bildnachweise
Teaserbild OA Cushing-Syndrom/© Recordati Rare Diseases Germany GmbH, Teaserbild G-CSF mit neuer Struktur/© Apogepha, Glass vial, pipette and woman scientist in laboratory for medical study, research or experiment. /© HockleyMedia24/peopleimages.com / Adobe Stock (Symbolbild mit Fotomodellen), Erythrozyten und Leukozyten/© Apogepha