Neuroendokrine Karzinome des Gastrointestinaltrakts
Morphologie, Molekularpathologie, zelluläre Herkunft
- 13.11.2024
- Neuroendokrine Tumoren
- Referate: Preisträgerinnen und Preisträger – Rudolf-Virchow-Preis
- Verfasst von
- Univ.-Prof. Dr. med. Moritz Jesinghaus
- Erschienen in
- Die Pathologie | Sonderheft 1/2024
Zusammenfassung
Neuroendokrine Karzinome (NEC) sind schlecht differenzierte neuroendokrine Neoplasien, die ubiquitär in den schleimhauttragenden Organen des Gastrointestinaltrakts auftreten können. Anhand ihrer Morphologie werden diese in großzellige NEC (LCNEC) und kleinzellige NEC (SCNEC) unterteilt. Die häufigste Form der Mischdifferenzierung ist die Kombination mit einem Adenokarzinom, die als gemischtes adenoneuroendokrines Karzinom (MANEC) bezeichnet wird. NEC/MANEC zeigen eine deutlich schlechtere Prognose als die Adenokarzinome ihrer jeweiligen Primärlokalisation, was untrennbar mit der typischen Histomorphologie verknüpft ist. Adenokarzinome mit aberranter Expression neuroendokriner Marker zeigen keinen schlechteren klinischen Verlauf. Molekularpathologisch weisen NEC/MANEC ein vergleichbares Profil mit den Adenokarzinomen ihrer Ursprungslokalisation und ein von neuroendokrinen Tumoren divergierendes Molekularprofil auf. Analysen von gastralen NEC/MANEC zeigten häufige MYC-Amplifikationen, die sich auch in MYC-Signaturen in diversen Transkriptomanalysen wiederfanden.
Der zelluläre Ursprung von NEC ist noch immer Zentrum kontroverser Diskussionen. Neue Hinweise ergeben sich durch ein MYC-getriebenes, genetisch modifiziertes Mausmodell, das zur Entwicklung großer Magentumoren führte. Diese Tumoren entpuppten sich histologisch als LCNEC und wurden von neuroendokrinen und nichtneuroendokrinen Vorläuferläsionen begleitet. Dabei konnte mittels Immunfluoreszenz eine Herkunft aus residenten neuroendokrinen Zellen im Magenkorpus nachgewiesen werden, was nahelegt, dass sich zumindest ein Teil von LCNEC offenbar direkt von neuroendokrinen Zellen ableiten könnte.
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- Titel
-
Neuroendokrine Karzinome des Gastrointestinaltrakts
Morphologie, Molekularpathologie, zelluläre Herkunft - Verfasst von
-
Univ.-Prof. Dr. med. Moritz Jesinghaus
- Publikationsdatum
- 13.11.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Neuroendokrine Tumoren
Pathologie - Erschienen in
-
Die Pathologie / Ausgabe Sonderheft 1/2024
Print ISSN: 2731-7188
Elektronische ISSN: 2731-7196 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00292-024-01386-7
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