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Präventive Neurologie – nie zu früh und nie zu spät

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Auszug

Die präventive Medizin, also die Vermeidung von Erkrankungen und deren Folgen, ist einer der wichtigsten Grundsteine unserer modernen Medizin. Dabei ist die Historie der präventiven Maßnahmen Jahrhunderte bis Jahrtausende alt. Bereits Hippokrates erkannte, dass das Prinzip, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und möglichst zu verhindern, immer einer späten Diagnose vorzuziehen ist und beschrieb Zusammenhänge von Erkrankungen mit Umwelteinflüssen und persönlichem Lebensstil [1, 2]. Als einer der wichtigsten Meilensteine der präventiven Medizin konnte durch die Entwicklung von Vakzinen, v. a. vorangetrieben durch Pasteur und Koch, seit dem 19. Jahrhundert die Vermeidung schwerwiegender, potenziell tödlicher infektiöser Erkrankungen erreicht werden. Mitbedingt durch diese Erfolge in der Infektionsmedizin fand jedoch im letzten Jahrhundert eine wichtige epidemiologische Transition von übertragbaren zu nicht übertragbaren, chronischen Erkrankungen statt, zusätzlich verstärkt durch den demografischen Wandel, aber auch durch den steigenden Wohlstand der Bevölkerung. Gleichzeitig wäre auch ein Großteil dieser Erkrankungen, wie beispielsweise kardiovaskuläre, metabolische und Krebserkrankungen, durch Adressierung von persönlichen Risikofaktoren vermeidbar [3]. Mit diesem wechselnden Fokus in der Medizin haben sich auch die Definition und die Anwendungsmöglichkeiten von Prävention über die Jahre gewandelt. Mittlerweile wissen wir, dass spezifische Maßnahmen der Prävention in jedem Alter und in jeder Phase von Gesundheit und Krankheit anwendbar sind. Prävention – sowohl übertragbarer als auch nicht übertragbarer Erkrankungen – beginnt beim Schutz des noch ungeborenen Lebens durch Vermeidung von Erkrankungen der Mutter, ist ein entscheidendes Element in der Pädiatrie, um die gesunde Entwicklung eines Menschen zu ermöglichen, und zieht sich schließlich über das gesamte Erwachsenenleben hinweg bis in die (Neuro‑)Geriatrie, wo gerade der demografische Wandel die dringende Notwendigkeit mit sich bringt, Morbidität zu reduzieren. …
Titel
Präventive Neurologie – nie zu früh und nie zu spät
Verfasst von
PD Dr. E. Schäffer
U. Schara-Schmidt
M. Schnieder
Publikationsdatum
25.02.2025
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Neurologie
Erschienen in
DGNeurologie / Ausgabe 2/2025
Print ISSN: 2524-3446
Elektronische ISSN: 2524-3454
DOI
https://doi.org/10.1007/s42451-025-00728-w
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