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24.08.2021 | Neurologische Diagnostik | Leitthema | Ausgabe 10/2021

Der Nervenarzt 10/2021

Immuntherapie und personalisierte Behandlung bei Multipler Sklerose

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 10/2021
Autoren:
Prof. Dr. Ralf A. Linker, Prof. Dr. Ralf Gold
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Zusammenfassung

Eine personalisierte Medizin erfordert einen patientenorientierten Ansatz, wobei die exakte Einordnung der Erkrankung durch die zugrunde liegenden pathophysiologischen Prozesse bestimmt wird. Insbesondere für die optimale Therapie der Multiplen Sklerose (MS) wäre eine personalisierte Behandlung, die über das reine Konzept einer Präzisionsmedizin hinausgeht, sinnvoll. Dieses Vorgehen ist aber derzeit aufgrund des Mangels an robusten Biomarkern jenseits der kraniellen Magnetresonanztomographie und eines detaillierten Verständnisses einiger Aspekte der MS-Pathogenese noch nicht komplett umsetzbar. Wichtige Fragen zu einer besseren therapeutischen Einordnung der MS sind: (1) Wann beginnt die MS? (2) Umfasst das Spektrum der MS tatsächlich mehrere Krankheiten? (3) Wann beginnt die progrediente Phase der Erkrankung? (4) In welchen Erkrankungsphasen gibt es ein Behandlungsfenster für die Immuntherapie? Neuere Erkenntnisse deuten auf ein Erkrankungsspektrum und eine therapeutische Verzögerung von oft mehreren Jahren hin, von denen der optimale Behandlungseffekt einer verlaufsmodifizierenden Therapie abhängt. Für eine personalisierte Behandlung der MS ist es wichtig, das exakte Krankheitsstadium der Patienten zu bestimmen und rechtzeitig therapeutisch auf das Entstehen bzw. die Zunahme fokaler Entzündungsaktivität zu reagieren.

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