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18.12.2017 | Neuroradiologie | Leitthema | Ausgabe 2/2018

Der Radiologe 2/2018

Relevanz und Therapie intrakranieller Arachnoidalzysten

Zeitschrift:
Der Radiologe > Ausgabe 2/2018
Autoren:
PD Dr. R. Eymann, Prof. Dr. M. Kiefer

Zusammenfassung

Die Relevanz intrakranieller Arachnoidalzysten (AC) ergibt sich aus ihrem raumfordernden Charakter. Die pathopysiologischen Folgen ergeben sich aus der Größe und Lage der Zyste sowie dem Alter des Patienten. Durch den direkten Druck auf das Umgebungsgewebe kommt es zu Kopfschmerzen (Meningen) oder seltener Krampfanfällen (Hirngewebe). Durch Okklusion, z. B. des Foramen Monroi oder des Aquädukts, entsteht durch Verlagerung des Hirngewebes ein Okklusivhydrozephalus aufgrund von Liquorzirkulationsstörungen, was zu einer Steigerung des intrakraniellen Drucks führen kann. Bei Erwachsenen und älteren Kindern sind Kopfschmerzen meist das erste klinische Symptom. Bei Säuglingen und Kleinkindern fällt dagegen ein abnorm vergrößerter Kopfumfang über der 97. Perzentile auf. Auffällig kann auch eine unilaterale Kalottendeformation über der Arachnoidalzyste sein. Das diagnostische Instrument der Wahl ist die kranielle Magnetresonanztomographie (MRT). Damit können die Zysten in 3 Ebenen sowie für die Therapieplanung wichtige benachbarte Strukturen dargestellt werden. Darüber hinaus werden eventuelle weitere Fehlbildungen detektiert. Die Darstellung der Optikusscheiden erlaubt eine Beurteilung bezüglich eines erhöhten intrakraniellen Drucks. Bei den meisten symptomatischen Arachnoidalzysten ist eine operative Behandlung unerlässlich. Primäres Ziel ist es, eine Kommunikation zwischen Zysteninhalt und Liquorraum herzustellen, um einen Druckausgleich zu erwirken. Lediglich bei ungenügender Reabsorptionskapazität des Liquors kann es erforderlich sein, zusätzlich einen Liquorshunt zu implantieren. Symptomfreie Arachnoidalzysten müssen klinisch und bildgebend weiter in der Längsbeobachtung verfolgt werden. Größe und Lokalisation der Zyste bestimmen, welche Zeitabstände hier sinnvoll sind.

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