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30.06.2017 | Neuroradiologie | Leitthema | Ausgabe 9/2017

Der Radiologe 9/2017

Tumoren der Sellaregion

Zeitschrift:
Der Radiologe > Ausgabe 9/2017
Autoren:
Dr. J. M. Lieb, F. J. Ahlhelm

Zusammenfassung

Klinisches Problem

Die Anatomie der Sellaregion ist komplex und tumoröse Gebilde der Sellaregion sind sehr variabel, da sie von den verschiedensten Geweben der Sellaregion ausgehen können, von gutartig bis lebensbedrohlich. Dennoch – bei knapp 80 % der Tumoren der Sellaregion handelt es sich um eine Läsion der 5 häufigsten, nämlich Adenom, Meningeom, Aneurysma, Astrozytom und Kraniopharyngeom.

Radiologische Standardverfahren

Neben den klinischen und laborchemischen Befunden sind die MRT- und CT-Befunde einschließlich der genauen anatomische Lage und des Ausbreitungsmusters der Läsion entscheidend für die Diagnose. Goldstandard für die bildgebende Diagnostik ist die multiplanare, dünnschichtige, kontrastverstärkte MRT mit hohem Weichteilkontrast. CT und Gefäßdarstellungen sind komplementäre Verfahren in ausgewählten Fällen und oft auch zur präoperativen Planung.

Methodische Innovation

Während die meisten Tumoren der Sellaregion mit multiplanarer kontrastverstärkter MRT gut darstellbar sind, können für sehr kleine intrahypophysäre Mikroadenome dynamische, kontrastmittelverstärkte T1w-Sequenzen notwendig sein. Häufig sind Mikroadenome nur aufgrund des differenten Perfusionsmusters vom übrigen Hypophysengewebe eindeutig abzugrenzen. Auch können weiterentwickelte diffusionsgewichtete Sequenzen für die Artdiagnose nützlich sein.

Leistungsfähigkeit/Bewertung

Tumoren der Sellaregion können bildgebend unterteilt werden in intra- und extrahypophysäre Läsionen sowie intrinsische Schädelbasistumoren. Die häufigsten Läsionen sind die Adenome, diese werden in hormonaktiv und -inaktiv als auch in Mikro- und Makroadenome unterteilt.

Schlussfolgerung

Bei klinischem oder laborchemischem Verdacht auf eine Läsion der Sellaregion sollte als primäres bildgebendes Verfahren die kontrastverstärkte, dünnschichtige MRT angestrebt werden. Der Schlüssel zur Diagnose liegt stets in der präzisen anatomischen Lokalisation der Läsion und im Ausbreitungsmuster. Die häufigste Pathologie der Sellaregion ist das Adenom, welches klein und oft hormonaktiv oder größer und oft hormoninaktiv sein kann.

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