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27.09.2016 | Neuroradiologie | Leitthema | Ausgabe 10/2016

Der Radiologe 10/2016

Klinik und Diagnostik zerebraler Vaskulitiden

Zeitschrift:
Der Radiologe > Ausgabe 10/2016
Autoren:
Prof. Dr. W. Reith, C. Kraus, N. Harsch

Zusammenfassung

Klinisches/methodisches Problem

Vaskulitiden sind eine seltene Ursache für Erkrankungen des ZNS. Die Vaskulitiden lassen sich in primäre und sekundäre einteilen, von denen sich die überwiegende Mehrzahl an verschiedenen Organsystemen einschließlich dem Zentralnervensystem (ZNS) manifestieren kann. Die isolierte ZNS-Vaskulitis ist auf das ZNS beschränkt, bei ihr stehen klinisch-neurologisch wie bei den anderen Vaskulitisformen Kopfschmerzen, Enzephalopathie, fokale Defizite und epileptische Anfälle im Vordergrund. Ein Kriterium der isolierten ZNS-Vaskulitis ist der klinische und laborchemische Ausschluss anderer Vaskulitiden bzw. der Beteiligung anderer Organsysteme.

Radiologische Standardverfahren

Multiple Kalibersprünge intrakranieller Arterien in der zerebralen Angiographie und multiple, kleine, z. T. kontrastmittelaufnehmende Läsionen in der MRT des Schädels sind vaskulitistypische Befunde, die allerdings auch bei anderen Vaskulitiden zu finden sind.

Leistungsfähigkeit

Einzig beweisend ist eine Hirnhaut- und Hirnparenchymbiopsie. Besonders vor dem Hintergrund der therapeutischen Option, Immunsuppression mit Kortison und Cyclophosphamid, ist eine möglichst genaue Diagnose erforderlich.

Bewertung

Zerebrale Vaskulitiden sind selten; wichtig ist, bei entsprechenden Symptomen daran zu denken und eine sorgfältige Labordiagnostik und anschließende Hirnbiopsie durchzuführen, um dann eine spezifische Therapie einleiten zu können.

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