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Über dieses Buch

Dieses Buch ist eine praxisnahe Darstellung wichtiger Methoden der modernen dermatologischen Diagnostik. Es zeigt, welche technische Ausstattung in Praxis oder Klinik benötigt wird und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist. Der technische Hintergrund jeder Methode wird anschaulich erklärt. Der Praktiker bekommt Anleitungen und Tipps zur Durchführung der Methode, die sich sofort in der täglichen Arbeit umsetzen lassen. Das Buch erklärt die Indikationen, Möglichkeiten und Grenzen jeder Methode und beschreibt, wann welche Methode eingesetzt werden sollte und wann nicht. Viele Abbildungen und ein Bildatlas bei den bildgebenden Methoden mit exemplarischen Bildern von Hautveränderungen erhöhen den Nutzen für jeden Dermatologen, der die nichtinvasive Diagnostik für seine Patienten einsetzen möchte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Auflichtmikroskopie

Die Auflichtmikroskopie hat sich zu einem außerordentlich nützlichen Werkzeug im Umgang mit Hauterkrankungen aller Art entwickelt. Tumordiagnostik, Untersuchung von Haaren und Nägeln, Erkennung von Parasiten und viele weitere Anwendungen machen den Arbeitsalltag leichter und sicherer. Entgegen landläufiger Meinung liegt zahlenmäßig ihre Bedeutung nicht in der Erkennung maligner Tumoren, sondern im Ausschluss des Verdachts von Malignität. Dies erspart den Patienten viele unnötige Operationen und Narben. Sicherlich ist sie auch für die Erkennung kleiner und pigmentarmer Tumoren äußerst wertvoll, da sie den Diagnosezeitpunkt vorverlagert. Voraussetzung ist aber, dass auch klinisch eher unscheinbare Gebilde mikroskopisch untersucht werden.
Jürgen Kreusch

2. Sonographie

Die Sonographie war eine der ersten bildgebenden Methoden in der Dermatologie und umfasst die Darstellung der Haut und Subkutis sowie der hautnahen Lymphknoten. Während sich durch die Entwicklung weiterer Bildgebungsverfahren die Indikationen der Hochfrequenzsonographie (20–100 MHz) auf die präoperative Tumordickenmessung von Melanomen sowie auf Verlaufsbeurteilung und Therapiemonitoring entzündlicher Dermatosen und Narben reduziert hat, erweitert sich das Feld der mittelfrequenten Sonographie (7,5–18 MHz) stetig. Es umfasst die B-Mode-Sonographie, die farbkodierte Duplexsonographie, Ultraschallkontrastverstärkung, sonographisch gesteuerte Feinnadelaspirationszytologie und als neue diagnostische Option die Sonoelastographie. Damit sind nicht nur die peripheren Lymphknoten mit großer diagnostischer Sicherheit beurteilbar, sondern auch nodöse oder subkutan gelegene Tumoren und Pseudotumoren.
Monika Schmid-Wendtner, Torsten Hinz

3. Konfokale Laserscanmikroskopie

Mittels konfokaler Laserscanmikroskopie (KLSM) ist die In-vivo-Diagnostik neoplastischer und entzündlicher Hautveränderungen auf zellulärer Ebene möglich. In der täglichen Praxis findet die KLSM insbesondere Anwendung in der Frühdiagnostik maligner Melanome und nichtmelanozytärer Tumoren, welche durch die klinische Untersuchung und Dermatoskopie nicht immer sicher zu differenzieren sind. In diesem Zusammenhang wird durch die zusätzliche Untersuchung mit KLSM die diagnostische Spezifität erhöht und die Anzahl unnötiger Biopsien vermindert. Daneben bietet die KLSM auch vielfältige andere Anwendungsmöglichkeiten in der Diagnostik und zum therapeutischen Monitoring in der praktischen Dermatologie sowie der dermatologischen Forschung.
Martina Ulrich

4. Optische Kohärenztomographie

Die optische Kohärenztomographie (OCT) hat sich mittlerweile als nichtinvasive Diagnostikmethode in Ergänzung zur Klinik und Dermatoskopie etabliert. Besonders im dermatoonkologischen Bereich eignet sich die OCT hervorragend zur Beurteilung von nichtmelanozytärem Hautkrebs wie dem Basalzellkarzinom und aktinischen Keratosen und bietet hier eine schnelle, nichtinvasive Möglichkeit zur Verlaufs- und Erfolgskontrolle von topischen Therapien. Kürzlich konnte in verschiedenen Studien die Genauigkeit der OCT in der Erkennung von Basalzellkarzinomen demonstriert werden. Auch die Untersuchung von inflammatorischen oder parasitären Dermatosen ist mittels OCT möglich und wurde in den letzten Jahren vermehrt beschrieben. Inzwischen sind unterschiedliche OCT-Geräte kommerziell verfügbar, die verschiedene Eindringtiefen, Auflösungen und Ansichts-Modi ermöglichen.
Tanja von Braunmühl

5. Multiphotonentomographie

Die Multiphotonentomographie (MPT) hat in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung als nichtinvasive Untersuchungsmethode in der Dermatologie erfahren. Durch die MPT wird eine „optische Biopsie“ bis zu einer Tiefe von 200 μm ermöglicht, die zelluläre und extrazelluläre Strukturen mit subzellulärer Auflösung darstellt. Mit der MPT ist eine Charakterisierung der Zellmorphologie und des dermalen Fasernetzwerkes ohne zusätzliche Fluoreszenzmarkierung der Gewebe in vivo möglich. Das Verfahren wird gegenwärtig noch vor allem in der biomedizinischen Forschung, zunehmend aber auch in der klinischen Diagnostik eingesetzt. Dabei ist die morphologische Beurteilung von Tumoren der Haut (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, malignes Melanom), bei entzündlichen und allergischen Dermatosen sowie beim Nachweis transkutaner Transportprozesse möglich. Darüber hinaus können funktionelle und metabolische Prozesse von Zellen, Zellverbänden und Geweben untersucht werden.
Michael Zieger, Steffen Springer, Martin Johannes Koehler, Martin Kaatz

6. Multispektralanalyse

Die Inzidenz kutaner maligner Melanome steigt weltweit. Eine möglichst frühe, objektive Diagnose des malignen Melanoms zu ermöglichen und somit die Mortalitätsrate zu senken, wäre erstrebenswert. Die begrenzte Sensitivität und Spezifität der ärztlichen Untersuchung, auch unter Zuhilfenahme der Dermatoskopie, ist bekannt und wurde auch in einer Subgruppe von Auflichtexperten noch einmal bestätigt. Eine der automatisierten Testmethoden zur Diagnostik des malignen Melanoms ist die Multispektralanalyse. Hierfür werden Oberflächen- und Gewebereflexionsparameter verschiedener Wellenlängen des sichtbaren und infraroten Lichtes untersucht. MelaFind® ist der Handelsname eines hierfür entwickelten Computersystems des Herstellers MELA Sciences. MelaFind® ist zum Einsatz in der dermatologischen Praxis gedacht, wohingegen die auf die spektrophotometrische intrakutane Analyse aufbauenden Systeme SIAsCOPY® und MoleMate® primär für den Einsatz in allgemeinmedizinischen Praxen konzipiert wurden.
Rolf Ostendorf

7. Elektrische Impedanzspektroskopie (EIS)

Mit der elektrischen Impedanzspektroskopie steht ein einfach in die Praxis zu integrierendes und wissenschaftlich abgesichertes, automatisiertes und delegierbares Verfahren zur Früherkennung von Melanomen zur Verfügung, welches innerhalb weniger Minuten die zusätzliche Information über den Grad der Atypie einer melanozytären Läsion bereitstellt. Es weist mit einer Sensitivität von 97 % eine sehr hohe Erkennungsrate auf und hilft bei einer Spezifität von 34 % gleichzeitig, die Anzahl unnötiger Exzisionen zu reduzieren. Zudem legen die Ergebnisse der 2014 veröffentlichten Prospektivstudie nahe, dass diese Technik auch zur Beurteilung der ebenfalls von steigender Inzidenz betroffenen nichtmelanozytären Hautkrebstypen („heller Hautkrebs“) gute Ergebnisse erwarten lässt.
Emanuel von Kienlin, Peter Mohr

8. Raman-Spektroskopie in der Dermatologie

Die Dermatologie ist ein geeignetes Fachgebiet, um optische und spektroskopische Untersuchungen zur Analyse der Haut, aber auch zur Penetration topisch applizierter Substanzen durchzuführen. Der Penetration topisch applizierter Substanzen in Form von Arzneimitteln und Pflegeprodukten kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Während laserscanmikroskopische Untersuchungen hauptsächlich dazu dienen, die zelluläre Struktur abzubilden, wird mit Hilfe der Raman-Spektroskopie die inelastische Streuung von Licht an Molekülen oder Festkörpern erfasst. Damit ermöglicht die Raman-Spektroskopie den Nachweis von Stoffen in und auf der Haut. Hierbei wird Laserlicht in die Haut eingestrahlt. Neben der eingestrahlten Frequenz werden noch weitere Frequenzen beobachtet, deren Unterschiede zur Frequenz des eingestrahlten Lichts Informationen über die Rotationsschwingungs- und Photonen- oder Spin-Flip-Prozesse liefern. Mit den erhaltenen Spektren können Substanzen selektiv nachgewiesen werden.
Jürgen Lademann, Martina C. Meinke, Alexa Patzelt, Maxim E. Darvin

9. Neue Methoden

Zusätzlich zu Weiterentwicklungen und Neuerungen bei den bereits in den vorherigen Kapiteln besprochenen diagnostischen Verfahren werden im neunten Kapitel neue Methoden vorgestellt, die in ihrer technischen Entwicklung weit fortgeschritten sind und deren Anwendung am Menschen aktuell in Studien weiter evaluiert wird: die optoakustische Bildgebung und die Zweiphotonen-angeregte selektive Melaninfluoreszenz. Es wird detailliert auf die verschiedenen Wirkprinzipien sowie bisher bekannte und mögliche Indikationen und Anwendungsbereiche eingegangen und weiterführende Literatur genannt. Eine Zusammenfassung zu den Vorteilen der nichtinvasiven Diagnostik und ein kurzer Ausblick runden das Kapitel ab.
Elke C. Sattler

Backmatter

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Autoren:
Prof. Dr. med. habil. Sabine G. Plötz, Prof. Dr. med. Rüdiger Hein, Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring

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