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26.11.2018 | Originalien | Ausgabe 2/2019

Zeitschrift für Rheumatologie 2/2019

Nichtmedikamentöse Versorgung der rheumatoiden Arthritis

Eine Analyse von Abrechnungsdaten und einer Versichertenbefragung (Projekt PROCLAIR)

Zeitschrift:
Zeitschrift für Rheumatologie > Ausgabe 2/2019
Autoren:
H. Jacobs, J. Callhoff, F. Hoffmann, A. Zink, K. Albrecht
Wichtige Hinweise

Redaktion

U. Müller-Ladner, Bad Nauheim
U. Lange, Bad Nauheim

Zusammenfassung

Hintergrund

Es existieren bislang wenig Daten zur Verordnungshäufigkeit physikalischer Therapien (PT) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA).

Ziel der Arbeit

Untersuchung der Verordnungshäufigkeit von PT nach Funktionsstatus und soziodemografischen Faktoren.

Material und Methoden

Aus Abrechnungsdaten der BARMER wurden 98.963 Erwachsene mit RA-Diagnose im Jahr 2013 identifiziert. Einer Stichprobe (n = 6193) wurde ein Fragebogen geschickt. Eingeschlossen wurden 2535 Personen, die mit der Verknüpfung der Fragebogen- und Routinedaten einverstanden waren und die RA-Diagnose bestätigten. Aus den Routinedaten wurden die Verordnung von PT und Ergotherapie sowie die Fachgruppe des verschreibenden Arztes ausgewertet. Anhand multivariabler logistischer Regression wurde ermittelt, welche Variablen (Alter, Geschlecht, M05/M06-Diagnose, Wohnregion, Einkommen, Funktionsstatus, rheumatologische Betreuung) mit einer Nutzung von PT assoziiert sind.

Ergebnisse

Im Jahr 2015 erhielten 47 % der Studienpopulation eine PT (35 % Krankengymnastik, 15 % Thermo-, 15 % manuelle Therapie, 6 % Massage, 2 % Elektrotherapie) und 3 % Ergotherapie; 37 % der PT-Rezepte wurden von Hausärzten, 27 % von Orthopäden und 18 % von Rheumatologen ausgestellt. Bei Frauen, in ostdeutschen Bundesländern und Patienten mit deutlicher Funktionseinschränkung wurde häufiger PT verordnet. Keinen Einfluss hatten Einkommen, Bildung, Seropositivität und rheumatologische Betreuung.

Diskussion

Es bestehen Defizite in der ambulanten Verordnung von PT, aber ohne Hinweis auf eine Unterversorgung von Bevölkerungsgruppen aufgrund niedrigen sozioökonomischen Status. Im Gegensatz zur „Disease-modifying antirheumatic drug“(DMARD)-Versorgung erfolgen die Verordnungen von PT überwiegend im hausärztlichen Sektor.

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