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Die Nephrologie

S3-Leitlinie Nierenersatztherapie in der Intensivmedizin

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Indikation zur Einleitung der akuten Nierenersatztherapie (NET) besteht bei therapierefraktären lebensbedrohlichen Störungen des Elektrolyt‑, Säure-Basen- und Flüssigkeitshaushalts sowie bei schwerwiegenden Symptomen des urämischen Syndroms. In den meisten anderen Fällen ist eine abwartende Strategie unter konsequenter, wenigstens täglicher Reevaluation gerechtfertigt. Wenn jedoch aufgrund der klinischen Situation und des Krankheitsverlaufs die Notwendigkeit der NET absehbar ist, sollte ohne weiteres Zuwarten die Therapie begonnen werden. Hierfür können kontinuierliche oder intermittierende Verfahren gleichermaßen eingesetzt werden. Die Antikoagulation kann systemisch (meist mit unfraktioniertem Heparin) oder als regionale Zitratantikoagulation erfolgen. Als Behandlungsdosis für die kontinuierliche NET sind Gesamtablaufraten (Dialysat plus Filtrat) von 20–25 ml/kg Körpergewicht/h empfohlen, wofür in der Regel eine höhere Verordnung erforderlich ist. Ein Auslassversuch der akuten NET ist bei Patienten mit stabiler Hämodynamik und adäquater Flüssigkeits‑, Elektrolyt- und Säure-Basen-Kontrolle gerechtfertigt, sobald wieder eine relevante Eigendiurese (> 300–600 ml/24 h) eingesetzt hat.
Titel
S3-Leitlinie Nierenersatztherapie in der Intensivmedizin
Verfasst von
Ana Harth
Carsten Willam
Prof. Dr. med. Achim Jörres
Publikationsdatum
20.10.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Nephrologie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 2731-7463
Elektronische ISSN: 2731-7471
DOI
https://doi.org/10.1007/s11560-025-00880-0
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