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09.02.2017 | Notfallmedikamente | Originalien | Ausgabe 4/2017

Der Anaesthesist 4/2017

Vorhaltung von Tranexamsäure im deutschen Rettungsdienst

Eine nationale Umfrage

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Dr. V. Zickenrott, I. Greb, A. Henkelmann, F. Balzer, S. Casu, L. Kaufner, C. von Heymann, K. Zacharowski, C. F. Weber
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag beinhaltet Daten und Material der Dissertation von V. Zickenrott.
V. Zickenrott und I. Greb teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die europäischen Leitlinien zum Management der schweren Blutung und Koagulopathie nach Trauma empfehlen seit dem Jahr 2013 die frühestmögliche Gabe von Tranexamsäure (TXA) zur Inhibierung der Hyperfibrinolyse, die im Zuge der traumaassoziierten Koagulopathie (TIK) bereits bei Klinikaufnahme bestehen kann. Weiter empfehlen die Leitlinienautoren, dass Behandlungsalgorithmen zum Management der schweren Blutung nach Trauma die präklinische Applikation von TXA beinhalten sollten. Daten zur präklinischen Vorhaltung von TXA in Deutschland existieren bislang nicht.

Fragestellung

Ziel der Arbeit war es, aussagekräftige Daten über die Vorhaltung von TXA im deutschen Rettungsdienst und zur Behandlung der TIK zu generieren.

Material und Methoden

Es wurde ein dreiteiliger Fragebogen entwickelt. Im Zeitraum vom 01.07.2015 bis 31.08.2015 wurden insgesamt 326 Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) in Deutschland per E‑Mail zu einer anonymisierten Onlineumfrage eingeladen.

Ergebnisse

Der Onlinefragebogen wurde von 163 ÄLRD beantwortet. Hieraus ergab sich eine Rücklaufquote von 50 %. TXA wurde zum Erhebungszeitpunkt in 52,8 % der Rettungsdienstbereiche vorgehalten. In 26 % der Bereiche, die keine TXA vorhielten, ist dies für die Zukunft geplant. Die Vorhaltungsquote stieg seit 2010 deutlich an. Maßgeblich hierfür wurden Leitlinienempfehlungen genannt. SOPs (Standard Operating Procedures) zur präklinischen Anwendung von TXA existierten in 17,4 %. Eine Dosisempfehlung wurde von 76,7 % (n = 66) der ÄLRD gegeben. Über 80 % der Dosierungsempfehlungen orientierten sich an den internationalen Empfehlungen.

Schlussfolgerung

TXA wurde zum Erhebungszeitpunkt mit steigender Tendenz in über der Hälfte der Rettungsdienstbereiche vorgehalten. Eine flächendeckende Vorhaltung ergibt sich hieraus jedoch noch nicht.

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