Eckpunktepapier 2025 zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Prähospitalphase und in der Klinik
- Open Access
- 05.09.2025
- Notfallmedizin
- Konzepte - Stellungnahmen - Perspektiven
Zusammenfassung
Einführung
Methodik
Kapitel | Inhalt | |
|---|---|---|
Kernempfehlungen (Mantelpapier) | 1 | Hilfsfrist und Prähospitalzeit |
2 | Erste Hilfe | |
3 | Leitstelle | |
4 | Versorgung der Notfallpatienten durch Notarzt- und Rettungsdienst (Boden- und Luftrettung) | |
5 | Krankenhausplanung | |
6 | Postprimäre Notfallverlegung als Teil der Notfallrettung | |
7 | Qualitätssicherung und Versorgungsforschung | |
8 | Leitlinien | |
9 | Low-code-Einsätze | |
Glossar | Definitionen | |
Empfehlungen zu den Tracerdiagnosen | 1 | Plötzlicher Kreislaufstillstand |
2 | Schlaganfall | |
3 | Schweres Schädel-Hirn-Trauma | |
4 | Schwerverletzte/Polytrauma | |
5 | Sepsis | |
6 | ST-Hebungsinfarkt (ST-ACS*) | |
7 | Besondere Aspekte der notfallmedizinischen Versorgung von kritisch kranken/verletzten Kindern | |
Art des Konsens | Zustimmung der Delegierten (in %) |
|---|---|
Starker Konsens | > 95 |
Konsens | > 75–95 |
Mehrheitliche Zustimmung | > 50–75 |
Keine mehrheitliche Zustimmung | < 50 |
Ergebnis
Abkürzung | Institution |
|---|---|
ADAC | ADAC Luftrettung gGmbH |
APS | Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. |
AR | Ausschuss Rettungswesen |
BAND | Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e. V. |
BKS | Bundesverband eigenständiger Rettungsdienste und Katastrophenschutz e. V. |
BV ÄLRD | Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland e. V. |
DGAI | Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. |
DGCH | Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e. V. |
DGIIN | Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin |
DGINA | Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin e. V. |
DGK | Deutsche Gesellschaft für Kardiologie |
DGN | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. |
DGNC | Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie |
DGOU | Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie |
DGRN | Deutsche Gesellschaft für Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin e. V. |
DGU | Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. |
DIVI | Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V. |
DKG | Deutsche Krankenhausgesellschaft |
DLRG | Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. |
DRF | DRF Stiftung Luftrettung AG |
DRK | Deutsches Rotes Kreuz |
DSG | Deutsche Sepsis-Gesellschaft e. V. |
DSG | Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e. V. |
FVLST | Fachverband Leitstellen e. V. |
GNPI | Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin |
GRC | Deutscher Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council e. V. |
JUH | Johanniter-Unfallhilfe |
MHD | Malteser Hilfsdienst gGmbH |
STMI | Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration |
ZI | Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung |
Konsensus pro Kapitel (%) | ||
|---|---|---|
Ablehnung | Zustimmung | |
Pädiatrische Aspekte bei der prähospitalen Versorgung | 18,5 | 81,5 |
Krankenhausplanung | 14,8 | 85,2 |
„Low-code“-Einsätze | 11,1 | 88,9 |
Glossar | 11,1 | 88,9 |
Leitstelle | 11,1 | 88,9 |
Qualitätssicherung und Versorgungsforschung | 11,1 | 88,9 |
Reanimation bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand | 11,1 | 88,9 |
Hilfsfrist und Prähospitalzeit | 7,4 | 92,6 |
Infoboxen | 7,4 | 92,6 |
Postprimäre Notfallverlegung | 7,4 | 92,6 |
Schlaganfall | 7,4 | 92,6 |
Schweres Schädel-Hirn-Trauma | 7,4 | 92,6 |
Schwerverletzte/Polytrauma | 7,4 | 92,6 |
Sepsis | 7,4 | 92,6 |
Erste Hilfe | 3,7 | 96,3 |
ST-Hebungs-Infarkt (STE-ACS) | 3,7 | 96,3 |
Versorgung durch Notarzt- und Rettungsdienst | 3,7 | 96,3 |
Leitlinien | 0,0 | 100,0 |
Gesamtergebnis | 8,4 | 91,6 |
Kernaussagen des Eckpunktepapiers 2025 zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung in der Prähospitalphase und in der Klinik (Mantelpapier)
Präambel
Hilfsfrist und Prähospitalzeit
Erste Hilfe
Leitstelle
Versorgung der Notfallpatienten durch Notarzt- und Rettungsdienst (Boden- und Luftrettung)
Krankenhausplanung
Postprimäre Notfallverlegung als Teil der Notfallrettung
Qualitätssicherung und Versorgungsforschung
Leitlinien
Low-code-Einsätze
Tracerdiagnosen
Tracer | Therapie/Diagnostik durch Notarzt und Rettungsdienst | Einsatztaktik und Zeitmanagement | Klinische Erstversorgung/geeignetes Krankenhaus |
|---|---|---|---|
STE-ACS | – Diagnose des ST-Hebungsinfarktes innerhalb von 10 min nach medizinischem Erstkontakt stellen – Unverzüglicher Transport unter kontinuierlichem Monitoring (EKG, Blutdruck, SpO2) | – Primäre Einweisung in PCI-Krankenhaus – Akut-PCI innerhalb von 120 min nach Erstkontakt | – Krankenhaus mit 24/7-Herzkatheterlabor für Intervention innerhalb von 20 min – Schnelllabor und Intensivstation – Infarktgefäßeröffnung innerhalb von 60 min nach Eintreffen (Door-to-device-Zeit) |
SHT | – Ersteinschätzung: Unfallmechanismus, Bewusstsein (GCS), Pupillen, Hemi‑/Paraparese – Sekundäre Hirnschäden vermeiden: Oxygenierung, RRsys > 90 mm Hg Bei vigilanzgeminderten, desorientierten, bewusstlosen Patienten bis Abschluss der radiologischen Diagnostik eine instabile Wirbelsäulenfraktur annehmen | – Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma (GCS 3–8 Punkte) in geeigneter Klinik innerhalb von 60 min nach Notrufeingang – Vermeidung postprimärer Notfall- und Sekundärverlegungen | – Zertifiziertes Traumazentrum mit neurochirurgischer Fachabteilung und jederzeit einsatzbereitem CT – Beginn der lebensrettenden Notfalloperation innerhalb von 90 min nach Notrufeingang bei Op.-Indikation |
Reanimation | – Diagnostik und Therapie beim Herz-Kreislauf-Stillstand gemäß gültigen ERC/GRC-Leitlinien | – Verkürzung des therapiefreien Intervalls durch Telefonreanimation und Ersthelfer einschließlich Smartphone-basierter Ersthelferalarmierung – Erreichen des Krankenhauses spätestens 60 min nach medizinischem Erstkontakt – Kausaltherapie spätestens 90 min nach medizinischem Erstkontakt | – Krankenhaus mit Ausstattung eines Cardiac Arrest Center (CAC): 24/7-Herzkatheterlabor mit Primär-PCI, CT, Intensivstation mit standardisierter Postreanimationsbehandlung inklusive Temperaturmanagement – Behandlung im Herzkatheterlabor innerhalb von 90 bis 120 min nach rettungsdienstlichem Erstkontakt |
Polytrauma | – Prioritätenorientiertes Erkennen von lebensbedrohlichen Verletzungen und kritischen Vitalfunktionsstörungen – Behandlung nach S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenversorgung | – Schwerverletzte/Polytrauma-Patienten spätestens 60 min nach Alarmierung in geeigneter Klinik | – Zertifiziertes Traumazentrum im TraumaNetzwerk DGU®, nach Möglichkeit primär in ein überregionales oder regionales Traumazentrum – Prioritätenorientierte Versorgung im Schockraum nach S3-Leitlinie – Beginn einer lebensrettenden Notfalloperation innerhalb von 90 min nach Notrufeingang |
Sepsis | – Frühes Erkennen von Red Flags „Hinweis auf Infektion“ – NEWS-2-Score ≥ 5: Prioritäre Sichtung in Krankenhaus; NEWS-2-Score ≥ 7: Aufnahme über Non-trauma-Schockraum – Behandlung nach SSC Leitlinie | – Aufnahme von Patienten mit V. a. Sepsis in geeigneter Klinik innerhalb von 60 min nach Notrufeingang | – Krankenhaus mit 24/7-Verfügbarkeit von: Notaufnahme, Intensivstation, CT, Labor und Möglichkeiten zur Sanierung des Infektfokus mit entsprechender fachspezifischer Qualifikation – Sanierung des Infektfokus binnen 6 h |
Schlaganfall | – Erkennen der „akuten zerebralen Ischämie“ mit „Balance-Eye-Face-Arm-Speech-Test“ (BEFAST) – Alarmierung des Notarztes nur bei Manifestationen mit Störung der Vitalfunktionen – Kontrollierte Blutdrucksenkung bei RRsys > 220 oder RRdia > 120 mm Hg, unter Vermeidung einer arteriellen Hypotonie (RRsys < 110 mm Hg) | – Prähospitalzeit bis max. 60 min bei 95 % Zielerreichung – Voranmeldung in der Klinik bei akutem Schlaganfall innerhalb von 12 h | – Krankenhaus mit zertifizierter Stroke Unit mit 24/7 multimodaler CT-Bereitschaft (Nativ-CT, CT-Angiographie und CT-Perfusion) – „Door-to-needle time“ < 30 min, entsprechend einer Zeit < 90 min ab Notrufeingang – Bei schweren Schlaganfällen: Zielklinik mit Möglichkeit einer sofortigen Thrombektomie erwägen |
Pädiatrische Aspekte | – Besondere Anforderungen an die behandelnden Teams bezüglich Handlungskompetenz und technischer Fertigkeiten – Entsprechende Schulungsmaßnahmen notwendig – Hilfestellungen, wie Merkhilfen und telemedizinische Konsile | – Wie bei Erwachsenen – Möglicher Konflikt zwischen schneller Versorgung in nächster pädiatrischer Einrichtung und langen Transportwegen zum Erreichen spezialisierter Einrichtungen – Cave: postprimäre Notfallverlegungen schwieriger realisierbar als bei Erwachsenen | – Heterogene Krankenhauslandschaft (viele Kliniken, aber wenige Spezialkliniken) erfordert abgestuftes System – Kinder < 14 Jahren: Zuweisung in Klinik mit pädiatrischer und/oder kinderchirurgischer Expertise – Kinder > 14 Jahren: notfalls Versorgung in nichtpädiatrischen Kliniken mit telemedizinischer Anbindung |
Fazit für die Praxis
Glossar
Einsatzstelle
Ersthelfer
HvO („Helfer vor Ort“)/First Responder
Smartphone-basierte Ersthelfer (SbE)
Funkmeldesystem (FMS)
Status | Bedeutung |
|---|---|
1 | Einsatzbereit über Funk |
3 | Einsatzauftrag übernommen/Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle |
4 | Ankunft Einsatzstelle |
7 | Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort |
8 | Einsatzmittel am Zielort angekommen |
Geeignetes Krankenhaus
Interhospitaltransfer
Postprimäre Notfallverlegung
Sekundäreinsatz
Leitstelle
Rettungsleitstelle
Integrierte Leitstelle
Gesundheitsleitstelle
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Notfallrettung:
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Notarzt per Luftrettung
-
Notarzt per Bodenrettung
-
Telenotarzt
-
Notfallsanitäter
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Nicht zeitkritische Notfälle, ohne Sondersignal:
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)
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Niedergelassener Arzt zur Praxisöffnungszeit
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Telemedizinische Konsultation durch KV-Arzt
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Telefonische Gesundheitsberatung
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Terminservicestellen
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Kliniknotaufnahme als Selbstvorsteller
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Krankentransport
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