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Die Kardiologie

Curriculum Kardiologie

Aus der DGK-Akademie

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Zusammenfassung

Die vorliegende zweite Aktualisierung des „Curriculum Kardiologie“ erfolgte während der laufenden Vorbereitungen für eine neue (Muster‑)Weiterbildungsordnung ([M-]WBO) der Bundesärztekammer (BÄK), welche die 2018 veröffentlichte letzte Novellierung der (M-)WBO ersetzen wird. Die Kardiologie hat sich zwischenzeitlich in all ihren Bereichen erheblich weiterentwickelt, zahlreiche Zertifizierungen für Spezialisierungen werden von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) erteilt.
Ziel dieses Curriculums ist es, aus Sicht der Fachgesellschaft aufzuzeigen, welche Kompetenzen Kardiologen heute beherrschen sollten. Neben der zunehmenden Spezialisierung innerhalb der Kardiologie muss es weiterhin ein gemeinsames Fundament der Kardiologie geben, eingebettet in das Fach „Innere Medizin“. Dieses Fundament beinhaltet den Grundstock an theoretischen Kenntnissen, an praktischen Fähigkeiten (Kompetenzlevel I–III) und an beruflich-professioneller Einstellung der (angehenden) Kardiologen. Den Weiterzubildenden soll das Curriculum die Möglichkeit geben, die Weiterbildungszeit so effizient wie möglich zu strukturieren und das Erlernte anschließend im Sinne eines „Berufslebens-langen“ Qualifizierens zu bewahren und auszubauen. Die einzelnen Blöcke der Weiterbildung sind dabei
1) „Kardiologische Basisuntersuchung“;
2) „Allgemeine Kardiologie“;
3) „Kardiale Bildgebung (Echokardiographie, Magnetresonanztomographie, Computertomographie, Nuklearkardiologie)“;
4) „Rhythmologie“;
5) „Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße“ (Herzkatheterdiagnostik und -intervention);
6) „Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin“,
7) „Digitale Kardiologie“.
Das Curriculum möchte aber nicht nur die Weiterzubildenden, sondern auch die Weiterbildenden und die Ärztekammern erreichen und aufzeigen, welche Inhalte und Fertigkeiten nach Ansicht der DGK in der Weiterbildung Kardiologie vermittelt werden sollen.
In der Weiterbildung ist seit dem Update des Curriculum 2020 insbesondere ein eigenes Kapitel „Digitale Kardiologie“ hinzugekommen, welches die stürmische Entwicklung in diesen Bereichen abbildet.
Weiterhin ist die Kompetenz der Kardiologen in der kardialen Bildgebung essenziell. Nur die „multimodale“ Vernetzung der kardialen Bildgebung mit den Säulen „Echokardiographie“, „Magnetresonanztomographie“, „Computertomographie“ und „Nuklearkardiologie“ mit der klinischen Kompetenz erlaubt eine optimale Behandlung der Herzpatienten.
Prof. Dr. S. Blankenberg ist Präsident der DGK. Prof. Dr. H. Thiele ist Past-Präsident der DGK. Prof. Dr. N. Frey ist Präsident-Elect der DGK und ehemaliger Vorsitzender der DGK-Akademie. Prof. Dr. C. Tiefenbacher ist Vorsitzende der DGK-Akademie. Prof. Dr. A. Elsässer ist Vorsitzender des Ausschusses Kurse der DGK-Akademie. Dr. W.A. Fach ist Vorsitzender des Ausschusses Weiterbildung der DGK-Akademie.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
ACS
Akutes Koronarsyndrom
ÄPPKDTPP
Ätiologie, Pathophysiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnose & Differenzialdiagnose, Therapie & Differenzialtherapie, Prognose und Prävention
BÄK
Bundesärztekammer/German Medical Association
BDI
Berufsverband Deutscher Internisten
BV
Beruflich-professionelles Verhalten
CCS
Chronisches Koronarsyndrom
CT
Computertomographie
DGIM
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
DGK
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung/German Cardiac Society
ECLS
Extracorporeal life support
EMAH
Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (Zusatzweiterbildung „Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern [EMAH])
ESC
European Society of Cardiology
HRST
Herzrhythmusstörungen
KHK
Koronare Herzkrankheit
LÄK
Landesärztekammer
LV
Linker Ventrikel, linksventrikulär
MODS
Multiorgandysfunktionssyndrom
MRT
Magnetresonanztomographie
NYHA
New York Heart Association
PCI
Perkutane Koronarintervention
PF
Praktische Fähigkeiten
ROSC
Return of spontaneous circulation“
TK
Theoretische Kenntnisse
TTM
Zielgerichtetes Temperatur-Management („targeted temperature management“)
UEMS
Europäische Vereinigung der Fachärzte (Union Européenne des Médicine Spécialistes)
WBO
Weiterbildungsordnung
WFA
Weiter- und Fortbildungsakademie. Eine Institution der DGK zur Förderung der Weiter- und Fortbildung
WZ
Weiterbildungsziel
ZWB
Zusatzweiterbildung
(M-)WBO
(Muster‑)Weiterbildungsordnung
(VA-)ECMO
(Venoarterielle) Extrakorporale Membranoxygenierung
Curriculum
Curriculum Kardiologie. 2., aktualisierte Auflage. Das Curriculum wurde 2020 in der Zeitschrift Der Kardiologe [2] publiziert.

Vorwort

Die diagnostischen und therapeutischen Verfahren der Kardiologie befinden sich in einer zügigen Weiterentwicklung. Das vorliegende Update des Curriculums für die Weiterzubildenden zum/r Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie dient dazu, die aktuell relevanten kardiologischen Themen zu dokumentieren, die Lerninhalte zu deklarieren und somit einen umfassenden Überblick über das gesamte Fach und seine Schwerpunkte und Spezialisierungen zu geben. Dieses Curriculum kann zudem als Leitfaden für den Erwerb der Kenntnisse genutzt werden, als Nachschlagewerk der Aufgabenstellungen und als Themensammlung sowie -verzeichnis. Es definiert und kategorisiert die notwendigen praktischen Fähigkeiten für eine optimale Versorgung kardiovaskulär erkrankter Patienten.
Das überarbeitete Curriculum repräsentiert umfassend die Position und das Verständnis der DGK, insbesondere hinsichtlich Expertise, Kenntnissen, Fertigkeiten und auch Berufsethos künftiger Kardiologen. Die Autoren erhoffen sich zudem, dass dieses Positionspapier als Standardwerk bei berufspolitischen und standesorganisatorischen Fragestellungen sowie Diskussionen entsprechende Berücksichtigung findet.

Inhaltsverzeichnis

Adressaten des Curriculums Kardiologie
Präambel: Die „Kardiologie“ in der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sowie den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern und im „Curriculum Kardiologie“ der DGK
1. Theoretische Kenntnisse, praktische Fähigkeiten und beruflich-professionales Verhalten der Kardiologen
1.1. Qualifikation der Kardiologen
1.2. Kompetenzgraduierung
1.3. Inhalte des Curriculums Kardiologie
2. Ziele der Weiterbildung Kardiologie und danach: Das kardiologische „Handwerk“ und die allgemeine Kardiologie sind die Basis!
2.1. Kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung sowie Allgemeine Kardiologie (Tab. 1 und 2)
2.2. Bildgebende Verfahren: Echokardiographie, Magnetresonanztomographie, Computertomographie, Nuklearkardiologie (Tab. 3)
2.3. Rhythmologie (Tab. 4)
2.4. Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Herzkatheterdiagnostik und –intervention) (Tab. 5)
2.5. Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin (Tab. 6)
2.6. Digitale Kardiologie (Tab. 7)
3. Durchführung der Weiterbildung Kardiologie
3.1. Weiterbildungszeit
3.2. Aktivitätsnachweise und Einbindung der Weiter- und Fortbildungsakademie der DGK
3.3. Curriculumstruktur
3.4. Mindestmengen
4. Anforderungen an die Weiterzubildenden
5. Anforderungen an die Weiterbildungsstätte
6. Anforderungen an die Weiterbildenden
7. Dokumentation der Weiterbildung
8. Akkreditierung der Weiterbildungsstätten
9. Zertifizierung des Weiterzubildenden
10. Vorgesehene Aktualisierung des Curriculums
11. Künftige Herausforderungen
Anhang
Tabellarische Weiterbildungsinhalte
Kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung (Tab. 1)
Allgemeine Kardiologie (Inhalte in alphabetischer Reihenfolge) (Tab. 2)
Kardiale Bildgebung – Echokardiographie (3.1–3.11), Magnetresonanztomographie (3.12), Computertomographie (3.13), Nuklearkardiologie (3.14), Vergleich kardialer Bildgebungsverfahren (3.15) (Tab. 3)
Rhythmologie (Tab. 4)
Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Herzkatheterdiagnostik und -intervention) (Tab. 5)
Kardiovaskuläre Intensiv-und Notfallmedizin (Tab. 6)
Digitale Kardiologie (Tab. 7)
Korrespondenzadresse
Interessenkonflikt
Literatur

Adressaten des Curriculums Kardiologie

Ziel dieses aktualisierten Curriculums ist es, aus Sicht der Fachgesellschaft aufzuzeigen, welche Kompetenzen Kardiologen heute beherrschen sollten. Den Weiterzubildenden soll das Curriculum die Möglichkeit geben, ihre Weiterbildungszeit zum Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie effizient zu strukturieren und das Erlernte im Sinne eines „Berufslebens-langen“ Qualifizierens in Zukunft zu bewahren und auszubauen.
Das Curriculum richtet sich aber nicht nur an die Weiterzubildenden, sondern auch an die Weiterbildenden und die Ärztekammern. Es zeigt auf, welche Inhalte und Fertigkeiten nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in der Weiterbildung Kardiologie vermittelt werden sollen, um das gesamte Potenzial der Kardiologie für die Patienten bestmöglich einsetzen zu können.

Präambel: Die „Kardiologie“ in der (Muster‑)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sowie den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern und im „Curriculum Kardiologie“ der DGK

Der Begriff „Weiterbildung“ im engeren Sinne ist ein Terminus der (Muster‑)Weiterbildungsordnung (M-)WBO mit Prüfungsabschluss, für welche die Bundesärztekammer (BÄK) und die Landesärztekammern (LÄK) verantwortlich zeichnen [1]. Die Präambel der (M-)WBO führt dazu aus [1]: „Ärztliche Weiterbildung beinhaltet das Erlernen spezieller ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und nach Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Im Interesse der Patienten werden die in der Ausbildung geprägten ärztlichen Kompetenzen und Haltungen während der Weiterbildung vertieft. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist die vertiefende Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der Berufsausübung. Die Weiterbildung erfolgt in strukturierter Form, um in Gebieten die Qualifikation als Facharzt, darauf aufbauend eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder in einer Zusatz-Weiterbildung zu erhalten … Die Weiterbildung wird in angemessen vergüteter hauptberuflicher Ausübung der ärztlichen Tätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Sie erfolgt unter Anleitung befugter Ärzte in praktischer Tätigkeit und theoretischer Unterweisung sowie teilweise durch die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kursen … Die Weiterbildungsbezeichnung ist der Nachweis für erworbene Kompetenz. Sie dient der Qualitätssicherung der Patientenversorgung und der Bürgerorientierung.“
Die Fachgesellschaften haben die Möglichkeit, bei einer Aktualisierung der (M-)WBO („Novellierung“) durch die BÄK beratend Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte mitzudefinieren: In Vorbereitung einer Novellierung der (M-)WBO durch die BÄK werden die Fachgesellschaften von der BÄK aufgefordert, Vorschläge hinsichtlich der Weiterbildungsinhalte zu unterbreiten. Nach Fertigstellung der Novellierung durch die BÄK legt diese die (M-)WBO-Novellierung dem Ärztetag zur Beschlussfassung vor. Nach Zustimmung des Ärztetages leitet die BÄK die novellierte (M-)WBO als „Muster“-Vorschlag den LÄK zur Umsetzung zu, wobei diese die Möglichkeit haben, durch Modifikationen die (M-)WBO der BÄK in die definitive Weiterbildungsordnung für ihren jeweiligen Ärztekammerbereich umzugestalten. In dieser Phase besteht wiederum für Mitglieder der Fachgesellschaften, welche in Gremien der LÄK mitarbeiten, die Möglichkeit – auf der Ebene der jeweiligen LÄK – beratend Modifikationen der Weiterbildungsinhalte vorzuschlagen.
Die WBO beinhaltet neben der Gebiets‑, Facharzt- und Schwerpunktsweiterbildung auch die darauf aufbauenden Zusatzweiterbildungen, welche gebietsübergreifend erworben werden können.
Die Novellierung der (Muster‑)Weiterbildungsordnung der BÄK wurde im November 2018 zum Abschluss gebracht. In der Folge wurden die (M-)WBO in den meisten LÄK umgesetzt, wobei jedoch in einzelnen LÄK Änderungen vorgenommen wurden bzw. nicht alle Inhalte der (M-)WBO auf LÄK-Ebene eingeführt wurden; z. B. die WB für Kardio-MRT wurde in einzelnen LÄK nicht eingeführt.
Aktuell wird die nächste (M-)WBO vorbereitet, wozu erneut intensive Abstimmungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) sowie des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) mit der Bundesärztekammer und den Landesärztekammern hinsichtlich der Weiterbildungsinhalte erfolgen.
Die vorgelegte Aktualisierung des erstmals 2013 publizierten und 2020 überarbeiteten „Curriculum Kardiologie“ der DGK [2] soll den aktualisierten offiziellen Rahmen der Weiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie mit konkret formulierten Inhalten füllen. Dabei sind die Inhalte der Kardiologieweiterbildung in Einklang mit den allgemeininternistischen Weiterbildungsinhalten zu bringen, welche alle Internisten beherrschen müssen, sowie mit denen der Kardiologie benachbarten Disziplinen, wie Herzchirurgie, Kinderkardiologie und anderen internistischen Schwerpunkten. In diesem Curriculum wird der Begriff „Weiterbildung“ auf diejenigen Kenntnisse, praktische Fähigkeiten und beruflich-professionellen Verhaltensweisen angewandt, die jede/r Kardiologe/in im Rahmen ihrer/seiner Weiterbildung bis zur Qualifizierung als Kardiologe/in sich aneignen und anschließend im Sinne eines „Berufslebens-langen“ Qualifizierens bewahren sollte. Das aktuelle Curriculum soll hierzu als Grundlage dienen. Diese Überarbeitung des Curriculums zeichnet sich auch dadurch aus, dass nun auch junge Weiterzubildende im Autorenteam die Möglichkeit haben, die Ausgestaltung der Weiterbildung aktiv und praxisnah mitzugestalten.
Die Kardiologie entwickelt sich dank der enormen Fortschritte im Wissen und im Methodenspektrum permanent in all ihren Bereichen erheblich weiter. Dies führt zu einer zunehmenden Spezialisierung innerhalb der Kardiologie. Daneben muss es jedoch weiterhin ein gemeinsames Fundament der Kardiologie geben, welches einerseits den Kardiologie-Grundstock an theoretischen Kenntnissen – in der (M-)WBO „Kognitive und Methodenkompetenz/Kenntnisse“ genannt –, an praktischen Fähigkeiten – in der (M-)WBO: „Handlungskompetenz/Erfahrungen und Fertigkeiten“ genannt – sowie an beruflich professioneller Einstellung des Faches Kardiologie beinhaltet; andererseits aber auch den essenziellen Bezug zum Fachgebiet der Inneren Medizin. Demzufolge müssen zukünftige Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie auch die gemeinsamen Inhalte der Facharztweiterbildung im Gebiet Innere Medizin sowie die nichtkardiologischen Schwerpunkt-spezifischen Basisinhalte beherrschen, welche in der (M-)WBO für Innere Medizin und Kardiologie aufgeführt sind.
Das „kardiologische Fundament“ ist Gegenstand der hier vorgelegten Aktualisierung des „Curriculum Kardiologie“, das im Rahmen der Qualifikation zum „Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie“ im Schwerpunkt „Kardiologie“ beherrscht werden muss. Den Weiterzubildenden soll das Curriculum die Möglichkeit geben, die Weiterbildungszeit zu strukturieren und die „Basics“ der Kardiologie von Spezialwissen und -fähigkeiten – aufgeführt in den DGK-Zusatzqualifikationen [312] – zu unterscheiden.
Das Curriculum möchte aber in gleicher Weise die Weiterbildenden erreichen und ihnen aufzeigen, welche Inhalte und Fertigkeiten sie nach Ansicht der DGK vermitteln sollen, um die aktuellen Möglichkeiten der Kardiologie so gut als möglich abzubilden. Schließlich soll das Curriculum den für die Weiterbildung verantwortlichen Ärztekammer-Gremien das breite Spektrum der Kardiologie aufzeigen, welches nach Ansicht der DGK in die Weiterbildung „Kardiologie“ einfließen soll, um das gesamte Potenzial der Kardiologie für die Patienten bestmöglich einsetzen zu können. Demzufolge sieht die DGK dieses Curriculum auch als ein Dokument, welches der BÄK und den LÄKs als Information dienen kann, um die in der (M-)WBO aufgeführten Weiterbildungsziele mit aktuellen kardiologischen Inhalten auszufüllen und den in den Ärztekammern als Prüfer tätigen Kardiologen eine standardisierte Basis für deren Prüfungstätigkeit zur Verfügung zu stellen.
Die in diesem Curriculum der DGK aufgeführten Weiterbildungsinhalte lehnen sich auch an das „Core Curriculum for the General Cardiologist (2020)“ [13] der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Europäischen Vereinigung der Fachärzte (UEMS) an, berücksichtigen aber auch abweichende Einschätzungen der DGK, um spezifische Aspekte der Tätigkeit eines Kardiologen bzw. der Organisation der Weiterbildung in Deutschland einzubeziehen.

1 Theoretische Kenntnisse, praktische Fähigkeiten und beruflich-professionelles Verhalten der Kardiologen

1.1 Qualifikationen der Kardiologen

Theoretische Kenntnisse – praktische Fähigkeiten – professionelles Verhalten.
Die Qualifikation der Kardiologen wird durch theoretische Kenntnisse (TK), praktische Fähigkeiten (PF) und beruflich-professionelles Verhalten (BV) erworben und aufrechterhalten. Diese Klassifizierung ist international akzeptiert [13] und auch auf nationaler Ebene, z. B. in Deutschland [2], im Einsatz. Die BÄK verwendet in der (M-)WBO [1] die Begriffe „Kognitive und Methodenkompetenz“ – Kenntnisse und „Handlungskompetenz“ – Erfahrungen und Fertigkeiten –, welche unschwer mit den in diesem Curriculum verwandten Begriffen „theoretische Kenntnisse“ und „praktische Fähigkeiten“ gleichgesetzt werden können. Dagegen ist der für den Berufsalltag wichtige Weiterbildungsinhalt „beruflich-professionelles Verhalten“ in der (M-)WBO nicht explizit abgebildet. Die TK-PF-BV-Einteilung bildet die Basis der Klassifikation dieses Curriculums:
  • Die theoretischen Kenntnisse („knowledge“) definieren sich aus den stichwortartig aufgeführten Themenschwerpunkten der Kardiologie (s. Tab. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7).
  • Die praktischen Fähigkeiten („skills“) (s. Tab. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7) beschreiben die effektive Anwendung von theoretischem Wissen zur Lösung von Problemen, zu klinischen Entscheidungsfindungen und – aufbauend auf Erfahrung und Training – zur Durchführung von Prozeduren. Simulatortraining (s. dazu [4]) kann in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Ergänzung in der kompetenzorientierten Weiterbildung darstellen.
  • Das beruflich-professionelle Verhalten („attitudes and behaviours“) muss der Kardiologe lernen und beruflich „leben“, im Umgang mit Patienten und Angehörigen, Kollegen und Vertretern des Gesundheitswesens.

1.2 Kompetenzgraduierung

Kompetenzlevel I, II und III.
Das sehr aufgefächerte gesamte Methodenspektrum der Kardiologie muss zwar von allen Kardiologen „gewusst“, kann aber nicht mehr praktisch in einer Hand realisiert werden. Insofern muss hinsichtlich der „Eindringtiefe“ im Beherrschen praktischer Fähigkeiten zwangsläufig für Kardiologen im Vergleich zum kardiologischen Subspezialisten eine Abstufung vorgenommen werden. Hinsichtlich der Kompetenzgraduierung orientiert sich das vorliegende Curriculum ebenfalls an der ESC-Graduierung [13] mit den Kompetenzlevels I bis III:
Kompetenzlevel I für praktische Fähigkeiten („skills“):
  • Erfahrung bei der Auswahl der geeigneten diagnostischen oder
    therapeutischen Maßnahme und der Interpretation der erhaltenen Befunde;
  • Erfahrung bei der Suche nach einer geeigneten Behandlung, zu der der Patient überwiesen werden soll;
  • Level I erfordert zwar umfassende theoretische Kenntnisse der Methoden, jedoch keine Beherrschung der Techniken.
Kompetenzlevel II für praktische Fähigkeiten („skills“):
  • Level II geht über Level I hinaus: Zusätzlich zur Level-I-Kompetenz müssen die Weiterzubildenden sich praktische Erfahrungen aneignen und bewahren, aber nur als nicht-selbstständiger und nicht als eigenverantwortlicher Untersucher: Die Weiterzubildenden assistieren oder führen eine spezielle Technik oder Prozedur unter Anleitung durch.
Kompetenzlevel III für praktische Fähigkeiten („skills“):
  • Level III geht über Level I und Level II hinaus. Die Weiterzubildenden müssen lernen und die Kompetenz bewahren, eigenständig für ein diagnostisches oder therapeutisches Verfahren die Indikation zu erkennen, die Technik oder die Prozedur durchzuführen, die Befunde zu interpretieren und mögliche Komplikationen zu beherrschen.

1.3 Inhalte des Curriculums Kardiologie

Die Inhalte der Weiterbildung sind im Folgenden stichwortartig aufgelistet. Eine ausführliche Beschreibung findet sich in den Tabellen des Anhangs.
  • Tab. 1: Kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung
  • Tab. 2: Allgemeine Kardiologie (Inhalte in alphabetischer Reihenfolge)
    • 2.1 Alterskardiologie
    • 2.2 Endokarditis, infektiöse und Device-Infektionen
    • 2.3 Erkrankungen der Aorta und aortale/kardiale Traumata
    • 2.4 Geschlechterspezifische Aspekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • 2.5 Herzfehler (angeboren) im Erwachsenenalter
    • 2.6 Herzinsuffizienz: akut – einschließlich des kardiogenen Schocks – und chronisch
    • 2.7 Herzklappenfehler, erworben
    • 2.8 Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, während und nach der Schwangerschaft
    • 2.9 Humangenetik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • 2.10 Hypertonie, arterielle
    • 2.11 Hypertonie, pulmonale
    • 2.12 Kardiologie, onkologische
    • 2.13 Kardiologischer Konsiliarius
    • 2.14 Kardiovaskuläre Prävention
    • 2.15 Kardiovaskuläre Rehabilitation
    • 2.16 Kardiologische Sportmedizin
    • 2.17 Klinische Pharmakologie kardiovaskulärer Pharmaka
    • 2.18 Koronare Herzkrankheit (akutes und chronisches Koronarsyndrom)
    • 2.19 Myokarderkrankungen (Kardiomyopathien, Myokarditis)
    • 2.20 Perikarderkrankungen
    • 2.21 Psychokardiologie
    • 2.22 Schlafmedizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • 2.23 Schmerzbehandlung und Palliativmedizin bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • 2.24 Telemonitoring bei kardialen Erkrankungen
    • 2.25 Thromboembolische Erkrankungen (Venenthrombose und Lungenembolie)
    • 2.26 Versicherungsmedizin (inklusive Gutachten) bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Tab. 3: Kardiale Bildgebung
    • 3.1–3.11 Echokardiographie
    • 3.12 Kardiale Magnetresonanztomographie (MRT)
    • 3.13 Kardiale Computertomographie (CT)
    • 3.14 Nuklearkardiologie
    • 3.15 Vergleich kardialer Bildgebungsverfahren
  • Tab. 4: Rhythmologie
  • Tab. 5: Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Herzkatheterdiagnostik und -intervention)
  • Tab. 6Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin
  • Tab. 7: Digitale Kardiologie

2 Ziele der Weiterbildung in der Kardiologie und danach: Das kardiologische „Handwerk“ und die allgemeine Kardiologie sind die Basis!

Ziel der Weiterbildung muss es sein, sowohl niedergelassene Kardiologen als auch Kardiologen im Krankenhaus in die Lage zu versetzen, kardiologische Krankheitsbilder sowie wesentliche Begleitfaktoren und Komorbiditäten zu erkennen und die betroffenen Patienten präventiv, diagnostisch und therapeutisch zu betreuen. Dies gilt sowohl für akute Notfall- und Dekompensationssituationen als auch für die chronischen Krankheitsphasen. Zudem müssen Kardiologen in der Lage sein, diejenigen Patienten zu identifizieren, welche bei entsprechender Indikation einem Kardiologen mit Zusatzqualifikation oder einem Spezialisten anderer Fachdisziplinen zugeführt werden müssen. Dies alles gelingt nur dann, wenn diese Weiterbildung die Vermittlung breiter Basiskenntnisse und -fähigkeiten (Tab. 1 und 2) mit der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten ausgewählter Aspekte der einzelnen kardiologischen Subdisziplinen verbindet (Tab. 3, 4, 5, 6 und 7) und darüber hinaus Schnittmengen schwerpunktübergreifender Kenntnisse und Fähigkeiten – z. B. angiologische Gefäßinterventionen, Hypertensiologie, Schlafmedizin u. a. – mit einbezieht.
In den Subdisziplinen – bildgebende Verfahren, Rhythmologie, interventionelle Kardiologie sowie kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin – müssen die Weiterzubildenden gestaffelt ausgewählte theoretische Kenntnisse, praktische Fähigkeiten und beruflich-professionelles Verhalten erwerben. Trotz aller technischen Innovationen darf die Weiterbildung allerdings nicht nur am Erwerb von Wissen und am Einsatz technischer Innovationen gemessen werden: Der damit verbundene substanzielle Wissenszuwachs muss reflektiert, verarbeitet und in evidenzbasierte, in kurzen Zeitabständen anzupassende Handlungsalgorithmen umgesetzt werden.

2.1 Kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung sowie allgemeine Kardiologie (Tab. 1 und 2)

Anamneseerhebung, körperliche Untersuchung und die Basisuntersuchungen wie Laboruntersuchungen, EKG, Ergometrie, Echokardiographie, Langzeit-EKG bzw. Langzeitblutdruckmessung stellen die grundlegenden Eckpfeiler der kardiologischen Diagnostik dar und müssen umfassend in der Weiterbildung vermittelt werden. Diese Basis bildet die Grundlage für ein evidenzbasiertes Management der wichtigsten kardiologischen Krankheitsbilder in Bezug auf Prävention, Diagnostik und Therapie.
Unabhängig von einer eventuellen späteren Spezialisierung müssen Kardiologen im gesamten Bereich der Kardiologie („Allgemeine Kardiologie“) ein fundiertes Wissen besitzen und ein hinreichendes Maß an praktischen Fähigkeiten beherrschen, um die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Kardiologie voll auszuschöpfen und kompetent mit spezialisierten Kollegen zusammenarbeiten zu können.
Das müssen Kardiologen wissen und können (Tab. 1 und 2).
Die Tab. 1 fasst die theoretischen Kenntnisse, die praktischen Fähigkeiten und das beruflich-professionelle Verhalten zusammen, welche für eine bestmögliche kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung des Patienten erforderlich sind. Neben Kenntnissen kardialer Erkrankungen, spezieller kardialer Symptomatik und kardiovaskulärer Risikofaktoren umfasst dies auch die systematische Integration digitaler Technologien (s. Tab. 2 2.24). Telemonitoring, mobile Gesundheitsgeräte („Wearables“) und KI-gestützte Diagnostik erweitern (Tab. 7) zunehmend die Versorgungsoptionen und verbessern die Diagnosequalität. Dazu gehören auch die korrekte Interpretation der gefundenen Untersuchungsergebnisse und die praktische Fähigkeit zur Indikationsstellung und Deutung weiterführender Untersuchungen. Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung einer einfühlsamen, empathischen Gesprächsführung im Sinne einer partizipativen Entscheidungsfindung („shared decision making“, Tab. 1 1.2 PF 1) mit verständlicher, individualisierter Erläuterung der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen durch den Arzt. Darüber hinaus ist das professionelle Eingehen auch auf emotionale und teilweise wenig rationale Momente im Rahmen des Krankheitserlebens des Patienten essenziell. Hilfreich können dabei validierte schriftliche Entscheidungshilfen sein, insbesondere vor interventionellen Maßnahmen [14] (s. z. B. die Entscheidungshilfen der Nationalen Versorgungsleitlinien „Chronische KHK“, „Chronische Herzinsuffizienz“ und „Hypertonie“). Innovative Ansätze zur Patientenedukation, z. B. der Einsatz von Comics oder anderen kreativen Medien, können die Patientenbindung und Therapietreue zusätzlich stärken und sollten als ergänzende Maßnahmen erwogen werden [15, 16].
Kardiovaskuläre Erkrankungen (u. a. kurz zurückliegender Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Schrittmacher- oder ICD-Therapie, Synkopen, Herzoperationen) können direkte Auswirkungen auf die Kraftfahreignung der Patienten haben. Es resultieren daraus zum Teil erhebliche Folgen für das private und berufliche Leben des Patienten, aber auch mögliche rechtliche Verpflichtungen für die behandelnden Ärzte mit zum Teil strafrechtlicher Relevanz. Kardiologen sollten daher die aktuellen Leitlinien zur Begutachtung der Kraftfahreignung kennen und fähig sein, etwaige Einschränkungen transparent und rechtssicher zu kommunizieren (Tab. 1 1.2 BV 5).
Nicht zuletzt hat die COVID-19-Pandemie die Bedeutung flexibler Versorgungsmodelle verdeutlicht. Hier gilt es im Falle zukünftiger Pandemien für die Kardiologen, unter Zuhilfenahme der zur Verfügung stehenden Mittel eine adäquate kardiovaskuläre Versorgung der Patienten sicherzustellen, um deletäre Auswirkungen einer Unterversorgung zu vermeiden (Tab. 1 1.2 BV 7). Telemedizinische Angebote, insbesondere Telefon- und Videosprechstunden sowie „Wearables“ zur Rhythmusanalyse oder Blutdruckmonitoring sowie die telemedizinische Funktionsanalyse aktiver kardialer Rhythmusimplantate und Telemonitoring bei Herzinsuffizienz, haben sich als effektive Instrumente erwiesen. Diese digitalen Versorgungsformen sollten weiter ausgebaut werden, um auch in Krisensituationen die kardiologische Versorgung sicherzustellen (Tab. 1 1.1 TK 5 und TK 6) [17].
Die Tab. 2 charakterisiert alle wichtigen Schwerpunkte der Allgemeinen Kardiologie, die von Kardiologen beherrscht werden sollen. Die meisten Schwerpunkte sind selbstredend, aber auf einige, scheinbar nicht im Fokus der Kardiologie befindlichen Themen weist die Curriculum-Aktualisierung in besonderem Maße hin:
  • Wesentlich ist der Erwerb umfassender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten auf dem Gebiet der Psychokardiologie (Tab. 2 2.21) [18], vorrangig im Bereich der patientenzentrierten Gesprächsführung sowie der psychosomatischen Grundversorgung. Während Kenntnisse der „Basisbehandlung psychosomatischer Krankheitsbilder“ als Handlungskompetenz für alle Schwerpunktfächer gefordert werden, besitzt der Schwerpunkt Kardiologie zusätzlich eine eigenständige Handlungskompetenz in Form der „Psychokardiologie“. Damit wird der besonderen Bedeutung der psychosozialen Faktoren bei kardiologischen Krankheitsbildern Rechnung getragen.
  • Onkologische Kardiologie [10]: Auf dem Gebiet der multimodalen Tumortherapie – konventionelle Chemotherapie, Immuncheckpointinhibition und gezielte Krebstherapie („targeted therapy“), Radiotherapie, Operation – werden derzeit jährlich bis zu 30 neue Therapien etabliert, nicht selten mit nur inkomplett charakterisierten Nebenwirkungen. Viele dieser potenziell lebensbedrohlichen Nebenwirkungen betreffen das Herz-Kreislauf-System, wie z. B. die Immuncheckpointinhibitor-induzierte Myokarditis [19]. Der Block „onkologische Kardiologie“ (Tab. 2 2.12) charakterisiert daher die für den Kardiologen relevanten diesbezüglichen Weiterbildungsinhalte, um die Behandlung des Tumorpatienten möglichst frei von kardiovaskulären Nebenwirkungen zu halten, Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und im Falle des Auftretens von Nebenwirkungen diese bestmöglich behandeln zu können.
  • Spezifische Aspekte der geschlechtersensiblen Medizin (Tab. 2 2.4) werden in der Kardiologie häufig zu wenig beachtet [20, 21]. Manche der kardiovaskulären Risikofaktoren haben bei Männern und Frauen eine quantitativ unterschiedliche Bedeutung: Z. B. führt Diabetes bei Frauen häufiger zu einer koronaren Herzkrankheit, die arterielle Hypertonie tritt früher auf und ist rascher progredient [22]. Herzinfarkte wiederum treten in höherem Lebensalter auf und werden häufiger nicht adäquat diagnostiziert.
    Außerdem können bei Frauen mit Herzinfarkt zusätzliche Ätiologien eine Rolle spielen (z. B. spontane Koronardissektionen).
    Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Geschlechtsunterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die der Kardiologe kennen und beachten muss.
  • Bedingt durch die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft gewinnen geriatrische Aspekte („Alterskardiologie“, Tab. 2 2.1) in der Kardiologie im Hinblick auf die „Syndrom-Sichtweise“ [23, 24] und die speziellen Aspekte der Medikamentenadhärenz und Polypharmazie im höheren Lebensalter zunehmend an Bedeutung [25, 26].

2.2 Bildgebende Verfahren: Echokardiographie, Magnetresonanztomographie, Computertomographie, Nuklearkardiologie (Tab. 3)

Bildgebende Verfahren stellen ein wichtiges Teilgebiet der Kardiologie dar, das sich in den letzten Jahren dramatisch entwickelt und erweitert hat. War „Bildgebung“ vor 50 Jahren praktisch noch auf das Thoraxröntgenbild (und die an wenigen Zentren durchgeführten invasiven angiographischen Verfahren) beschränkt, so haben seit den 70er-Jahren die Echokardiographie und die Nuklearkardiologie, seit den 80er-Jahren die kardiale Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) und im letzten Jahrzehnt die kardiale Computertomographie (Kardio-CT) feste, oft die Diagnostik dominierende Rollen in der kardiologischen klinischen Routine eingenommen [2830]. Die neu geschaffene Zusatzweiterbildung „Kardiale Magnetresonanztomographie“ trägt dieser zunehmenden Bedeutung beispielhaft Rechnung: Nach dem Facharzterwerb können Kardiologen sich in einem Zeitraum von 12 Monaten an einer entsprechend qualifizierten Weiterbildungsstätte unter Leitung eines Kardiologen oder Radiologen spezielle, über das Facharztniveau hinausgehende Kardio-MRT-Kenntnisse aneignen.
Die Komplexität der physikalisch-technischen Grundlagen dieser Verfahren und ihre immer noch anhaltende rasche technische Weiterentwicklung begründen einen erheblichen und zunehmenden Zeitbedarf beim Aneignen sowohl der Kenntnisse als auch der praktischen Fähigkeiten.
Den klinischen Bedürfnissen entsprechend steht bei der kardialen Bildgebung der Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten in der Echokardiographie [3133] noch mehr im Vordergrund. Ebenso sollten Kardiologen mit Ultraschalluntersuchungen der extrakraniellen und peripheren Gefäße vertraut sein (Tab. 3 3.11) wegen der häufigen Komorbidität von koronarer Herzkrankheit mit zerebrovaskulärer Insuffizienz und peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Die sonographische Darstellung der A. radialis und der A. ulnaris als heutzutage bevorzugte Zugangswege für die Herzkatheteruntersuchung ist ebenso praxisrelevant.
Die rasche Weiterentwicklung der bildgebenden Techniken hat dazu geführt, dass sich Verschiebungen und Änderungen in den diagnostischen Pfaden der aktuellen Leitlinien und dem Stellenwert einzelner Methoden ergeben werden. Dies reicht von der Rolle bildgebender Verfahren in der Prävention (z. B. CT-Kalziumscore), in der nichtinvasiven Stufendiagnostik und der Akutkardiologie (Chest-Pain-Unit) bis zur Bedeutung der Magnetresonanztomographie bei Myokarditiden und Kardiomyopathien sowie dem periinterventionellen Einsatz der transösophagealen Echokardiographie und der kardialen Bildgebung generell. Umso mehr sollte daher eine breite Weiterbildung auf diesem Gebiet erfolgen, die die rasche Einarbeitung in neue diagnostische Möglichkeiten erlaubt.
Das müssen Kardiologen wissen und können (Tab. 3).
Kardiologen sollen in der Lage sein, selbstständig und eigenverantwortlich eine eingehende echokardiographische Diagnostik aller kardiovaskulären Erkrankungen auf modernem Stand durchzuführen. Hierzu gehört auch die Durchführung von transösophagealen Untersuchungen und der Stressechokardiographie. Weiterhin sollten sie an der Durchführung und Befundung von magnetresonanztomographischen, computertomographischen und nuklearkardiologischen Untersuchungen des Herzens zumindest beteiligt gewesen sein und die Daten und Befunde kritisch werten und klinisch einordnen können einschließlich der Differenzialindikation der einzelnen Verfahren und ihrer Stärken und Schwächen. Des Weiteren soll die Multimodalität der Bildgebung genutzt werden, um klare Diagnosen und entsprechende Behandlungspfade festzulegen.

2.3 Rhythmologie (Tab. 4)

Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen (HRST) sind feste Bestandteile der täglichen Versorgung kardiologischer Patienten. Die zentrale Basis der Diagnostik stellt das Elektrokardiogramm mit seinen heutigen klinischen Anwendungsformen dar (Ruhe- und Belastungs-EKG sowie Ereignisrekorder inklusive Telemonitoring), ergänzt bei speziellen Fragestellungen durch Provokationstests und die invasive elektrophysiologische Untersuchung.
Therapeutisch haben sich in den letzten 50 Jahren große Veränderungen ergeben: Die Elektrotherapie hat als eigenständiges Therapieverfahren die medikamentöse Behandlung weitgehend verdrängt, zunächst bei den Bradykardien, seit 35 Jahren zunehmend auch in der Behandlung tachykarder HRST und der Vermeidung des plötzlichen Herztodes. Seit etwa 25 Jahren stellt die Devicetherapie mit der Resynchronisationstherapie zudem auch eine wichtige Option bei der Behandlung der schweren Herzinsuffizienz dar. Daneben steht mit der invasiven Katheterablation ein sich technisch rasch entwickelndes Verfahren zur Verfügung, das für viele tachykarde HRST heute die Therapie der ersten Wahl darstellt. Die Komplexität und die anhaltend raschen technischen Innovationen in diesem Bereich sind beim Erwerb der Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten zu berücksichtigen.
Das müssen Kardiologen wissen und können (Tab. 4).
Die sichere elektrokardiographische Interpretation bradykarder und tachykarder HRST, ihre Zuordnung zu Symptomen und kausal zu spezifischen kardialen Krankheitsbildern sowie das Erkennen ihrer prognostischen Bedeutung gehören heute zum Basiswissen aller Kardiologen, ebenso wie die Fähigkeit zur gezielten Planung und Umsetzung der weiteren differenzialdiagnostischen und therapeutischen Schritte. Dies setzt eingehende Kenntnisse elektrophysiologischer Grundlagen und medikamentöser Therapiemöglichkeiten sowie die Fähigkeit zur Einordnung rhythmologischer Befunde im Kontext der kardialen Grunderkrankung voraus, erfordert aber ebenso auch grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen in den speziellen Therapieverfahren der Elektrotherapie und der Katheterablation.
Demzufolge müssen Kardiologen die nichtinvasive Diagnostik und Therapie aller HRSTs sowie die elektrische Kardioversion und passagere Schrittmacherstimulation selbstständig und eigenverantwortlich durchführen können. Hierzu gehört auch die sachkundige Nachsorge von Patienten mit aktiven Herzrhythmusimplantaten und erfolgter Katheterablation, auch über Telemonitoring.
Bei der Implantation von Ereignisrekordern, Ein‑, Zwei- und Dreikammer-Herzschrittmachern und -defibrillatoren sowie bei invasiven diagnostischen elektrophysiologischen Untersuchungen sollen Kardiologen im Rahmen der Weiterbildung mitgewirkt haben. Weiterhin sollen sie an der Implantation auch komplexer Stimulationssysteme sowie der Durchführung und Befundung von Katheterablationen beteiligt gewesen sein, einschließlich der Differenzialindikation der einzelnen Verfahren und der Wertung ihrer Stärken, Schwächen und Risiken.

2.4 Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Herzkatheterdiagnostik und -intervention) (Tab. 5)

Die invasive Herzkatheterbildgebung von Herz, Koronararterien und herznahen Gefäßen ist eine der wichtigsten technischen Untersuchungen in der Kardiologie, welche ganz wesentlich an der Entwicklung dieses Schwerpunktes der Inneren Medizin beteiligt gewesen ist. Sie ist Voraussetzung und Grundlage der interventionellen Kardiologie als mittlerweile unverzichtbare Teildisziplin der Kardiologie.
Seit der Einführung der perkutanen Koronarintervention (PCI) vor ca. 50 Jahren erlebte diese invasive Technik eine kontinuierliche Weiterentwicklung, auch im Hinblick auf die Funktionstestung.
Perkutane Interventionen an Herzklappen und anderen strukturellen Herz- und Kreislaufpathologien gewinnen an Bedeutung. Die rasch voranschreitenden Verbesserungen der zugrunde liegenden Techniken gehen einher mit zunehmend komplexeren technischen Grundlagen, deren Erlernen einerseits essenziell für das Verständnis der Methoden und Möglichkeiten dieser Verfahren ist, andererseits aber einen erheblich höheren Zeitbedarf und den Erwerb praktischer Fähigkeiten erfordert. Die unverändert rasche Entwicklung der invasiven Techniken in der Kardiologie lässt erwarten, dass eine zunehmende Differenzierung und Spezialisierung gerade in den therapeutischen Anwendungen dieser Methoden entstehen wird. Dies macht es erforderlich, dass jeder Kardiologe fundierte Kenntnisse auf diesem Gebiet hat, um Patienten auch in Zukunft korrekt, umfassend und verantwortungsbewusst betreuen zu können.
Das müssen Kardiologen wissen und können (Tab. 5).
Kardiologen müssen eingehende Kenntnisse und Fertigkeiten (Kompetenzlevel III) in der Herzkatheterdiagnostik besitzen. Sie müssen die diagnostischen Verfahren derart beherrschen, dass sie die damit erhaltenen Erkenntnisse selbstständig und eigenverantwortlich detailliert erheben und interpretieren können unter Berücksichtigung der methodischen Schwächen und Fehlermöglichkeiten. Sie verfügen über die geforderte Fachkunde im gesetzlich geregelten Strahlenschutz und berücksichtigen Strahlen- sowie Kontrastmittelrisiken im klinischen Alltag. Diese fundierten Kenntnisse sollen sie in die Lage versetzen, die abzuleitenden Therapiemöglichkeiten und Erfordernisse sowohl in der elektiven Intervention als auch in der Akutsituation sicher einzuschätzen.
Durch Mitwirkung (Kompetenzlevel II) bei Koronarinterventionen – auch im Rahmen von Notfällen bzw. der Therapie eines akuten Koronarsyndroms (ACS) – sollen die Kardiologen in die Lage versetzt werden, das bestmögliche Management der kardiologischen Elektiv- und Notfallpatienten in ihrem Umfeld sicherzustellen.
Der Kompetenzlevel I bei kardialen und Gefäß-Interventionen soll den Kardiologen helfen, den Kenntnisstand in diesen sich rasch weiterentwickelnden Spezialbereichen der Kardiologie und kardiovaskulären Medizin zu halten, um für ihre Patienten die geeignete Behandlung in Abwägung von Nutzen und Risiken auswählen zu können [3437].

2.5 Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin (Tab. 6)

Die Notfall- und Intensivmedizin nimmt in der Patientenversorgung eine immer breitere Bedeutung ein. Dies bringt die (M-)WBO nicht nur mit den notfallmedizinischen Weiterbildungsinhalten bei den Facharztweiterbildungen zum Ausdruck, sondern auch mit den 3 Zusatzweiterbildungen „Notfallmedizin“, „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ und „Intensivmedizin“. Ein Großteil der Notfall- und Intensivpatienten kommt mit kardiovaskulären Akuterkrankungen zur Aufnahme. Dieser Tatsache trägt die Facharztweiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie durch einen eigenen Kompetenzblock „Kardiovaskuläre Notfall- und Intensivmedizin“ Rechnung [1].
Morbidität und Letalität von Patienten mit akuten kardiovaskulären Erkrankungen, wie z. B. akuter Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Lungenembolie oder Aortendissektion, werden entscheidend von der Qualität der raschen und in hohem Maße standardisierten Erstversorgung beeinflusst. Zur Optimierung der Erstversorgung von Patienten mit akuten kardialen Erkrankungen wurden deshalb in verschiedenen medizinischen Einrichtungen Chest-Pain-Units [3840] als kardiologisch geführte Bereiche innerhalb einer zentralen Notaufnahme aufgebaut. Dieses Vorgehen hat dazu beigetragen die hohe Sterblichkeit der Patienten mit ACS zu senken [3840].
Auf der Intensivstation stehen heutzutage für die Betreuung schwerstkranker Herzpatienten – z. B. mit kardiogenem Schock – interventionelle Verfahren in Form von perkutanen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen zur Verfügung, um den Patienten über die kritische Phase bis zur Erholung oder zur definitiven Versorgung, z. B mit einem linksventrikulären Unterstützungssystem oder einer Herztransplantation zu stabilisieren. Es ist mittlerweile überzeugend belegt, dass für das Versterben eines kritisch herzkranken Patienten auf der Intensivstation die Entwicklung eines Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) Prognose-mitbestimmend ist. Demzufolge muss der Kardiologe auch mit invasiver und nichtinvasiver Beatmung und weiteren organunterstützenden Verfahren vertraut sein und ebenso mit allgemeinen intensivmedizinischen Maßnahmen, insbesondere zur Vermeidung und zum Management des Versagens der verschiedenen Organsysteme [1, 4143].
Die notfall- und intensivmedizinisch interessierten Kardiologen können – aufbauend auf den Facharztweiterbildungsinhalten zur kardiovaskulären Notfall- und Intensivmedizin [1] – ihre Qualifikation durch den Erwerb der oben genannten Zusatzweiterbildungen weiter verbessern und darauf aufbauend noch weiterführende Kompetenz speziell im kardiovaskulären Intensiv- und Notfallmedizinbereich mit dem DGK-Curriculum „Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin“ [12] erwerben.
Das müssen Kardiologen wissen und können (Tab. 6).
Kardiovaskuläre Notfallmedizin: Kardiologen sollen sich – neben den internistisch-notfallmedizinischen Weiterbildungsinhalten – zusätzlich fundierte Erfahrungen und ausgewiesene Kenntnisse über die akuten Krankheitsbilder des Schwerpunkts aneignen und Verfahren der notfallmäßigen Versorgung beherrschen inklusive der kardiopulmonalen Reanimation, Intubation, maschinellen Beatmung und mechanischen Kreislaufunterstützung. Diese Erfahrungen, Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten sind deshalb wichtige Bestandteile der notfallmedizinischen Weiterbildung im Schwerpunkt Kardiologie und haben große Schnittmengen zu den Zusatzweiterbildungen „Notfallmedizin“ sowie „Klinische Akut- und Notfallmedizin“.
Kardiovaskuläre Intensivmedizin: Zusätzlich zu den internistisch-intensivmedizinischen Weiterbildungsinhalten sollen Kardiologen das invasive hämodynamische Monitoring, die Diagnostik und Therapie des Herz-Kreislauf-Versagens und des MODS sowie der Sepsis und des septischen Schocks sowie die klinischen Herausforderungen der Hämostaseologie beherrschen und mit organunterstützenden Techniken (differenzierte Beatmungsformen, Nierenersatzverfahren, perkutane Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme und extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO; VA-ECMO: auch ECLS genannt)) umgehen können. Viele dieser Aspekte sind auch relevant für die Zusatzweiterbildung „Intensivmedizin“.

2.6 Digitale Kardiologie (Tab. 7)

Die Kardiologie zeichnet sich in den letzten Jahren durch einen kontinuierlichen Wissens- und Technologiefortschritt und eine Vielzahl praktischer und Algorithmen-basierter Leitlinien aus [44]. Die Fülle dieser wissenschaftlichen Informationen sowie die Geschwindigkeit der Umsetzung leitlinienrelevanter Studien erfordern ein hohes Maß an Kompetenz im Umgang mit traditionellen und modernen Medien, von klassischen Publikationen über Open-access-Artikel bis zu Online-Datenbanken und den sog. „social media“. Hier müssen sich Kardiologen eine digitale Recherchekompetenz aneignen, die es ihnen sowohl ermöglicht, praxisrelevante Inhalte und Neuerungen rasch zu identifizieren und gleichzeitig eine kritische Selektion der Inhalte vorzunehmen und hierbei auch etwaige falsche oder fragwürdige Darstellungen abzulehnen [45]. Die Vorteile der digitalen Medizin liegen in der Schnelligkeit, der breiten Verfügbarkeit und der Möglichkeit einer innovativen didaktischen Aufbereitung der Inhalte. Es gibt zunehmend häufiger digitale Fortbildungsangebote in Form von interaktiven Online-Fortbildungen oder sog. Webinars, welche eine zeitliche und örtliche Unabhängigkeit der Fortbildung ermöglichen.
Durch die massive Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin und die zunehmende klinische Relevanz werden hier Kompetenzen in diesem Bereich erforderlich. Die kritische Interpretation von KI-Forschung, sorgfältige Beobachtung und Umgang mit den weiteren Entwicklungen mit KI in der Kardiologie werden eine wichtige Herausforderung der Weiterbildung in der Kardiologie darstellen [46].
Abgesehen vom Bedarf der Kardiologen an neuer Medienkompetenz bietet die Digitalisierung in der Medizin auch neue Chancen der Optimierung diagnostischer und therapeutischer Strategien. Digitale Entscheidungshilfen (sog. „clinical decision support tools“) können während und nach der Weiterbildung zum Kardiologen eine strukturierte, zeitoptimierte und leitliniengerechte Diagnostik und Therapie spezifischer Krankheitsbilder erleichtern. Neue tragbare diagnostische Tools (sog. „wearables“) können bekannte physiologische Daten leichter und breiter messbar machen oder neue Parameter liefern und damit den Weg zu einer stärker personalisierten Medizin ebnen [47]. Kenntnisse in der digitalen Medizin sind somit in vielen Bereichen von Bedeutung [27]:
  • Digitalisierung des Gesundheitssystems (elektronische Dokumentation mit elektronischer Patientenakte (ePA);
  • Möglichkeit der Verschreibung von „Apps“ zur Diagnostik und Therapiesteuerung;
  • Paradigmenwechsel von Arzt-zentrierter hin zu Patienten-zentrierter Medizin (digitale Recherche durch Patienten selbst, personalisierte Medizin);
  • künstliche Intelligenz und neue Möglichkeiten der Verarbeitung großer Datenmengen („big data“).

3 Durchführung der Weiterbildung Kardiologie

3.1 Weiterbildungszeit

Die Weiterbildungszeit zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie laut (M-)WBO 2018 der Bundesärztekammer [1] beträgt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gem. § 5 der (M-)WBO.
Davon
  • müssen 36 Monate in Innere Medizin und Kardiologie abgeleistet werden, davon müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden,
  • müssen 24 Monate in mindestens 2 anderen Facharztkompetenzen des Gebiets abgeleistet werden,
  • müssen 6 Monate in der Notfallaufnahme abgeleistet werden,
  • müssen 6 Monate in der Intensivmedizin abgeleistet werden.

3.2 Aktivitätsnachweise und Einbindung der Weiter- und Fortbildungsakademie der DGK

Obligat ist die Dokumentation der erworbenen Weiterbildungsinhalte entsprechend der Weiterbildungsordnung der zuständigen Ärztekammer zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.
Der Besuch zertifizierter nationaler und internationaler Fachtagungen mit kardiologischen und internistischen Programmteilen ist empfehlenswert. Auf nationaler Ebene bieten sich dabei die Kongresse der DGK an.
Die Weiter- und Fortbildungs-Akademie Kardiologie (WFA) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) geht in ihren Kursen und Kongressfortbildungen gezielt auf die in den Tab. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7 aufgeführten Weiterbildungsinhalte ein.

3.3 Curriculumstruktur

Als Empfehlung für den 36-monatigen Block „Kardiologie“ (s.Abschn. 3.1.) kann – unter Wahrung der 24-monatigen stationären Patientenversorgung mit Simultanweiterbildungen für einzelne Teilbereiche – eine 6‑monatige Weiterbildung in Echokardiographie und eine 6‑monatige Weiterbildung in der invasiven Kardiologie inklusive Rhythmologie gelten. Zu berücksichtigen sind weiterhin in diesem Kardiologieblock die Tätigkeit in einer kardiologischen Ambulanz, im kardiologischen Funktionslabor sowie in der Kardio-MRT-/Kardio-CT-Weiterbildung. Diese Tätigkeiten können in die Kerntätigkeiten der Stations- und Ambulanztätigkeit eingebettet oder im Echokardiographielabor bzw. in der Herzkatheterabteilung absolviert werden. In den verbleibenden 36 Monaten außerhalb der kardiologischen Tätigkeit sind dann neben der 24-monatigen Weiterbildung in mindestens 2 anderen Facharztkompetenzen des Gebietes (z. B. Angiologie) auch die 6 Monate in der Notfallaufnahme und die 6 Monate in der Intensivmedizin abzuleisten.

3.4 Mindestmengen

Beim Erlernen von Techniken spielen die Erfahrung in der jeweiligen Technologie [48, 49] sowie das persönliche Handanlegen und die praktische Erfahrung des Weiterzubildenden [50] eine große Rolle. Zwar ist die Zahl der durchgeführten Untersuchungen keine Garantie dafür, dass die Prozedur vom jeweiligen Weiterzubildenden kompetent beherrscht wird; dennoch vermittelt die Durchführung einer bestimmten Anzahl bei ausgewählten Prozeduren eine gewisse Sicherheit, die im Hinblick auf das Wohl des Patienten gefordert werden kann.
Bei denjenigen Weiterbildungsinhalten, bei denen Mindestzahlen von der DGK für erforderlich angesehen werden, sind diese im Tabellenwerk angegeben.
Die Angaben von Mindestzahlen in diesem Curriculum erfolgen in dem Wissen, dass die Evidenzlage für eine prognostische Relevanz von Mindestzahlen bei kardiologischen Maßnahmen und Techniken äußerst spärlich ist. Der Gemeinsame Bundesausschuss arbeitet an der Ausweitung der Mindestmengenregelung für planbare stationäre Eingriffe [51].

4 Anforderungen an die Weiterzubildenden

Alle Ärzte, die den Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie anstreben und anschließend als Kardiologen arbeiten möchte, müssen sich im Rahmen ihrer Weiterbildungszeit die von den Ärztekammern in der (M-)WBO geforderte kognitive und Methodenkompetenz („Kenntnisse“) und Handlungskompetenz („Erfahrungen und Fertigkeiten“) aneignen. Das vorliegende Curriculum Kardiologie der DGK bestimmt die von den Ärztekammern vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und „füllt sie mit Leben“ anhand der geforderten theoretischen Kenntnisse, der praktischen Fähigkeiten und des beruflich professionellen Verhaltens.
Die zugehörige Qualifikation ist die Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie durch die zuständige Ärztekammer. Im Anschluss daran, können die Kardiologen BÄK-Zusatzweiterbildungen (z. B. ZWB Kardiale Magnetresonanztomographie, ZWB Intensivmedizin, ZWB Spezielle Kardiologe für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) sowie DGK-Zusatzqualifikationen [312] erwerben.

5 Anforderungen an die Weiterbildungsstätte

Der entsprechende Vorschlag der Fachgesellschaft (DGK) findet sich in dem Positionspapier „Kriterien für die Akkreditierung von Weiterbildungsstätten und Erteilung der Weiterbildungsbefugnis“ der DGK [52].
Die Weiterbildungsstätte für die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sollte mit einer adäquaten Prozess- und Strukturqualität ausgestattet sein, um den Weiterzubildenden die in den Tab. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7 aufgeführten Weiterbildungsinhalte zu ermöglichen.
Anzustreben ist hinsichtlich der Anforderungen an Weiterbildungsstätten für die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie eine Kooperation der DGK mit den Ärztekammern, wie dies in zahlreichen Ärztekammern bereits realisiert ist.

6 Anforderungen an die Weiterbildenden

Ein entsprechender Vorschlag findet sich in dem Positionspapier „Kriterien für die Akkreditierung von Weiterbildungsstätten und Erteilung der Weiterbildungsbefugnis“ der DGK [52].
Anzustreben ist hinsichtlich der Anforderungen an Weiterbildende für die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie eine Kooperation der DGK mit den Ärztekammern, wie dies in zahlreichen Ärztekammern bereits realisiert ist.
Aus Sicht der Fachgesellschaft sollte der Anspruch an die Weiterbildenden nicht nur die Gewährleistung der Weitergabe der in diesem Curriculum festgehaltenen Kenntnisse und Fähigkeiten sein, sondern vielmehr eine aufmerksame Förderung des kardiologischen Nachwuchses unter Berücksichtigung der individuellen Interessen, Fähigkeiten und Ziele der Weiterzubildenden.
Dieses Ziel wird unterstützt durch ein Train-the-Trainer-Konzept, das ein strukturiertes Kennenlernen der für die Befugnis erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen beinhaltet. Die Weiterbildenden werden in einem Ein-Tages-Kurs auf ihre Funktion als Weiterbildende vorbereitet.

7 Dokumentation der Weiterbildung

Der Nachweis der Umsetzung der Weiterbildungsinhalte entsprechend der Weiterbildungsordnung der zuständigen Ärztekammer ist von den Weiterzubildenden bei der Anmeldung zur Prüfung bei der zuständigen Ärztekammer anhand des Logbuchs und der Zeugnisse der Weiterbildenden zu erbringen.
Eine zusätzliche Zertifizierung der in diesem Curriculum vorgeschlagenen Weiterbildungsinhalte durch die Fachgesellschaft (DGK) ist nicht vorgesehen.
Die Weiterbildenden werden gebeten, im Weiterbildungszeugnis die Qualität und Adhärenz der Weiterbildung nicht nur entsprechend der (M-)WBO zu dokumentieren, sondern auch anhand der in diesem Curriculum vorgelegten Weiterbildungsinhalte.

8 Akkreditierung der Weiterbildungsstätten

Hinsichtlich der Akkreditierung der Weiterbildungsstätte gilt das unter Abschnitt 5 Gesagte.
Eine darüber hinausgehende Akkreditierung durch die DGK als Fachgesellschaft ist nicht vorgesehen.

9 Zertifizierung der Weiterzubildenden

Als Zertifizierung gilt die bestandene Prüfung zum Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie durch die zuständige Ärztekammer.
Daneben obliegt die Verantwortung für das „Berufs-lebenslange“ Aufrechterhalten der Kardiologenqualifikation den Kardiologen selbst.
Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie können nach Erwerb ihrer Facharztqualifikation bei den zuständigen Ärztekammern Zusatzweiterbildungen (z. B. kardiale Magnetresonanztomographie, Intensivmedizin, spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern, Schlafmedizin u. a.) beginnen und diese mit einer Prüfung zertifizieren lassen [1]. Weiterhin können Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie bei der DGK Zusatzqualifikationen im Sinne weiterführender Spezialisierungen (spezielle Rhythmologie [3], interventionelle Kardiologie [4], interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen [5], kardiale Magnetresonanztomographie [6], kardiale Computertomographie [9], Herzinsuffizienz [7], Sportkardiologie [8], onkologische Kardiologie [10], kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin [12] sowie kardiovaskuläre Schlafmedizin [11]) durchlaufen und von der DGK zertifizieren lassen.

10 Vorgesehene Aktualisierung des Curriculums

Eine Aktualisierung des Curriculums ist in 5 Jahren vorgesehen.

11 Künftige Herausforderungen

Gleichbleibende Weiterbildungszeit trotz medizinischen Fortschritts.
Wie andere Bereiche der Medizin zeigt auch die Kardiologie einen exponentiellen Zuwachs an neuen Erkenntnissen und an methodischem Fortschritt, die zur Verfügung stehende Weiterbildungszeit nimmt jedoch nicht entsprechend zu, sondern aufgrund von restriktiveren Arbeitszeitregelungen, Elternzeit, zunehmender Nicht-Vollzeit-Beschäftigungen eher ab. Die Qualität der Weiterbildung unter diesen Bedingungen ohne Verlängerung der Weiterbildungszeit zu garantieren wird immer schwieriger. Das Konzept der BÄK, die Weiterbildungsinhalte weniger nach Weiterbildungszeiten und Prozedurzahlen, sondern mehr nach Kompetenz auszurichten, ist daher sicher hilfreich. Dies bedeutet allerdings mehr Verbundweiterbildung und die breitere Nutzung der Möglichkeiten der ambulanten Medizin für die Weiterbildung [53].
Zunehmende Ambulantisierung der Kardiologie.
Die meisten Schwerpunkte der Inneren Medizin erfahren einen zunehmenden Trend von der stationären in die ambulante Patientenbetreuung. Das Fehlen von Ambulanzen in vielen Krankenhäusern erschwert es den kardiologischen Weiterbildenden, das gesamte Spektrum des Faches den Weiterzubildenden nahezubringen. Hier würden die bereits genannte Verbundweiterbildung und die Nutzung der zahlreichen Möglichkeiten der ambulanten Medizin Abhilfe schaffen.
Frühzeitige Orientierung der beruflichen Tätigkeit.
Viele Weiterzubildende werden im Rahmen ihrer Weiterbildungszeit die Entscheidung über ihre zukünftige berufliche Tätigkeit als niedergelassene oder Krankenhaus-Kardiologen mit entsprechender Spezialisierung treffen wollen, ohne bereits fundierte Kenntnisse über ihr zukünftiges Tätigkeitsgebiet zu haben. Verständlich ist der Wunsch der Weiterzubildenden, sich schon während ihrer Weiterbildungszeit entsprechend zu informieren [54] und die Weiterbildungszeit am Berufswunsch auszurichten, ohne allerdings die Qualität der allgemeinen Kardiologenausbildung einschränken zu müssen. Denkbar sind – vergleichbar anderen Ländern – „Hybrid“-Modelle mit teilweiser Tätigkeit im Krankenhaus bzw. in ambulanten Strukturen.
Kardiologische Forschung während der Weiterbildungszeit in der Kardiologie.
Die (M-)WBO für Innere Medizin und Kardiologie ist verständlicherweise auf die Qualifizierung als ärztlich tätige Kardiologen ausgerichtet, das Berufsziel der meisten Weiterzubildenden. Die translationale kardiologische Forschung benötigt aber auch Kardiologen, die sowohl in der klinischen Kardiologie als auch in der kardiovaskulären Forschung ausgebildet sind [55]. Für diese „Clinician Scientist in Cardiology“-Weiterbildung ist neben der durch die (M-)WBO abgedeckten klinischen Weiterbildung eine zusätzliche wissenschaftliche Ausbildung erforderlich, welche in vielen Landesärztekammern auch partiell Berücksichtigung findet. Aber auch im Weiteren nicht wissenschaftlich tätige Kardiologen sollten im Rahmen der Weiterbildung soweit wissenschaftlich geschult werden, dass sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit den wissenschaftlichen Gehalt von Fachliteratur eigenständig adäquat interpretieren können (s. Tab. 1 1.3 BV 8).
Europäisches Curriculum und Europäisches Examen.
In Europa ist es sinnvoll und wünschenswert, dass berufliche Qualifikationen über Ländergrenzen hinaus vergleichbar sind. Um diesem Ziel näher zu kommen und die Mobilität von Kardiologen in Europa zu erleichtern, wurde das zentrale Europäische Kardiologen-Examen („EEGC“) eingeführt. Diese an einem Tag zentral gesteuerte schriftliche Prüfung hat einen anspruchsvollen Charakter und ist gedacht für junge Kardiologen kurz vor ihrer nationalen Facharztprüfung. Während dieses Examen in Großbritannien bereits verpflichtend abgelegt werden muss, kann es in Deutschland – über die DGK organisiert – freiwillig absolviert werden. Die Fragen orientieren sich strikt an den (ESC-)Leitlinien und einer evidenzbasierten Medizin und können so die mündliche deutsche Facharztprüfung („Kollegiales Gespräch“) sinnvoll ergänzen.
Das ESC Core Curriculum von 2020 [13] beinhaltet eine Abkehr von der rein zahlenbasierten Abarbeitung von Katalogen zugunsten von tatsächlichen „skills“, die direkt im klinischen Kontext nachgewiesen werden. Die entscheidende Rolle spielen dabei „EPAs“ („entrustable professional activities“), d. h. Tätigkeiten, die der Auszubildende in zunehmender Unabhängigkeit in einem iterativen und jeweils zu dokumentierenden Verfahren nachweist (Beispiel Herzkatheteruntersuchung: (1) Assistenz, (2) erste eigene Tätigkeit mit dem Ausbilder am Tisch, (3) Untersuchung mit dem Ausbilder im Nebenraum, (4) Ausbilder in Rufbereitschaft usw., bis man selbst ausbilden kann/darf). Neu ist hierbei aber auch der „holistische“ Ansatz, was bedeutet, dass nicht nur eine Technik erlernt und beurteilt wird, sondern gleichzeitig auch das theoretische Wissen über das jeweilige Krankheitsbild bis hin zur professionellen Kommunikation mit Patienten und Mitarbeitern geprüft wird. So sehr eine solche Entwicklung der Ausbildung zum Kardiologen zu begrüßen ist (da sie vermutlich die Qualität steigern wird), so sehr ist andererseits aus deutscher Sicht anzumerken, dass auf diese aufwendige Weise mit den derzeitigen Ressourcen nur ein Bruchteil der derzeit in Weiterbildung befindlichen Kollegen ausgebildet werden könnte.

Interessenkonflikt

Den Interessenkonflikt der Autoren finden Sie online auf der DGK-Homepage unter https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/leitlinien.html bei der entsprechenden Publikation.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Curriculum Kardiologie
Aus der DGK-Akademie
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Prof. Dr. J. Bauersachs
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R. Schnabel
N. Smetak
H. Thiele
C. Tiefenbacher
C. Waller
S. Blankenberg
N. Frey
Vorstand der DGK
DGK-Akademie
Vorstand der DGK und DGK-Akademie
Publikationsdatum
01.04.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Kardiologie
Print ISSN: 2731-7129
Elektronische ISSN: 2731-7137
DOI
https://doi.org/10.1007/s12181-026-00806-7

Anhang

Tabellarische Weiterbildungsinhalte (kardiologischer Teil)

Der Tabellen-Anhang beschreibt die kardiologischen Weiterbildungsinhalte, die sich zukünftige Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie während ihrer Weiterbildungszeit aneignen sollen.
Die internistischen Weiterbildungsinhalte für Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie finden sich in der (Muster‑)Weiterbildungsordnung [1].
Die Auflistung der Weiterbildungsinhalte ist jeweils gegliedert in
  • Weiterbildungsziel (WZ),
  • theoretische Kenntnisse (TK),
  • praktische Fähigkeiten mit Graduierung in Level III, II, I (PF; alle Level-Angaben sind mit * versehen),
  • beruflich-professionelles Verhalten (BV).
Tab. 1
Kardiologische Anamneseerhebung und Basisuntersuchung
WZ 1
Etablierung einer kardiologischen Basisuntersuchung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, basierend auf grundlegenden theoretischen Kenntnissen, praktischen Fähigkeiten und beruflich-professionellem Verhalten
1.1 Kenntnisse kardialer Erkrankungen auch in Bezug auf Vorerkrankungen und Kenntnisse spezieller kardialer Symptomatik und kardialer Risikofaktoren sowie Einbeziehung der digitalen Kardiologie in die Weiterbildung
TK 1
Allgemeine Anamnese unter besonderer Berücksichtigung der das Herz involvierenden Erkrankungen inklusive
– Systemerkrankungen
– Kardiotrope Virusinfekte (einschließlich Long-COVID-assoziierter kardialer Symptome und anderer postviraler Symptome) und bakterielle Infekte (z. B. akutes rheumatisches Fieber, Tonsillitis, Otitis, Sinusitis, Gingivitis)
– sowie der häufig mit Herzkrankheiten vergesellschafteten Erkrankungen wie periphere arterielle Verschlusskrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Tumor‑/Antikörpertherapien mit potenziellen kardiovaskulären Komplikationen, nephrologische Erkrankungen, angeborene Stoffwechselstörungen, soziale Determinanten (z. B. Stress, soziale Isolation, psychische Belastungen)
TK 2
Spezielle Anamnese unter besonderer Berücksichtigung möglicher primär-kardialer Symptomatik:
– Empfindung von Rhythmusstörungen inklusive möglicher stummer Rhythmusstörungen im Vergleich zum objektiven nachfolgenden Befund
– Bewusstseinsstörungen bzw. (Prä‑)Synkopen
– Empfindung von thorakalem Schmerz, bei Einstufung als typische Angina pectoris mit Klassifizierung nach CCS
– Empfindung von Leistungsminderung, Dyspnoe, Müdigkeit und Wassereinlagerung, bei Einschätzung als typische Zeichen der Herzinsuffizienz mit Einstufung nach NYHA
Algorithmische Entscheidungswege für ACS, akute Dyspnoe, Synkopen
TK 3
Risikofaktoren und Lebensstil:
– Bluthochdruck
– vorbekannte Blutfettwerte, insbesondere LDL-Cholesterin Lipoprotein(a)
Diabetes mellitus
– genetisch-familiäre Prädisposition (KHK, plötzlicher Herztod, Kardiomyopathien, genetische Syndrome)
– Tabakkonsum: Raucherentwöhnung
– Cannabis, Drogen
– Bewegungsmangel
– Adipositas
– Alkoholkonsum
– Schlafapnoe
– Depression
– Chronische Niereninsuffizienz
– Psychosoziale Risikofaktoren
TK 4
Pharmakologisches und Leitlinienwissen über die vom Patienten eingenommenen Medikamente
TK 5
Telemonitoring: s. Tab. 2 2.24
TK 6
Digitale Kardiologie:
Ärztinnen und Ärzte in der Kardiologie benötigen ein integratives Verständnis digitaler Technologien und sollen verstehen, wie digitale Tools (z. B. Wearables, Telemonitoring, KI-Anwendungen) die kardiologische Versorgung unterstützen und verbessern können. Details hierzu s. Tab. 7
1.2 Praktische Fähigkeit zur selbstständigen Durchführung und Interpretation der Basisuntersuchung sowie praktische Fähigkeit zur Indikationsstellung und Deutung weiterführender Untersuchungen
PF 1
*Level III: Partizipative Entscheidungsfindung („shared decision making“) von Arzt und Patient mit verständlicher, individualisierter Erläuterung der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen durch den Arzt und Eingehen auch auf emotionale Momente im Rahmen des Krankheitserlebens des Patienten. Einbeziehung validierter schriftlicher Entscheidungshilfen, insbesondere bei interventionellen Maßnahmen (s. z. B. Entscheidungshilfen der Nationalen Versorgungsleitlinien „Koronare Herzkrankheit“ und „Herzinsuffizienz“). Entscheidungshilfen: NVL Hypertonie
PF 2
*Level III: Anamneseerhebung gemäß TK 1–4, 6
PF 3
*Level III: Internistisch-kardiologische Untersuchung mit Blutdruckmessung an beiden Armen und mit spezieller Berücksichtigung der kardiologischen Fragestellungen:
– Hinweise für chronisches Koronarsyndrom/akutes Koronarsyndrom?
– Hinweise für Herzinsuffizienz mit dann notwendiger Einstufung nach NYHA?
– Hinweise für Kardiomyopathien?
– Hinweise für erworbene/angeborene Herzfehler?
– Hinweise für periphere arterielle Verschlusskrankheit auch anhand des Knöchel-Arm-Index?
– Hinweise auf zerebrovaskuläre Erkrankungen?
– BMI
PF 4
*Level III: Nutzung von Scores und/oder KI-Angeboten
– Nutzung digitaler Tools zur Berechnung des kardiovaskulären Risikos (z. B. SCORE2-Algorithmus)
– Bewertung von Interaktionen und Nebenwirkungen mit KI-gestützten Tools
PF 5
*Level III: EKG:
– Als 12-Kanal-Ableitung mit ggf. zusätzlichen rechtspräkordialen (V3R, V4R, V5R, V6R) oder posterioren (V7, V8, V9) Ableitungen und/oder Vektorkardiographie (n=500)
– Langzeit-EKG in standardisierter Form über 24 oder ggf. >24 h (n=100); Indikationsstellung von Wearables, Event-Rekorder
PF 6
*Level III: Langzeitblutdruckmessung
PF 7
*Level III: Indikationsstellung und Interpretation von Laboruntersuchungen unter Berücksichtigung spezifischer kardiologischer Fragestellungen zu Diagnostik und Therapie:
– Basislaborwerte (Blutbild, Elektrolyte, Gerinnung) einschließlich Lipidwerten und HbA1c
– Leber- und Nierenwerte zur Frage der Metabolisierungsrate eingesetzter Herzmedikamente
– kardiospezifisches Labor: CK, CK-MB, Troponin; D‑Dimere, BNP/NT-proBNP
– Abklärung von Gerinnungsstörungen
– Abklärung von sekundären Hypertonieformen
– Schilddrüsenwerte und ggf. Funktionsprüfung der Schilddrüse zur Frage der Beeinflussung kardialer Funktionswerte bzw. kardialer Medikation
PF 8
*Level III: Bildgebende Untersuchungen, insbesondere Echokardiographie:
– Größe und Funktion einschließlich quantitativer Parameter der Herzkammern und Vorhöfe, Bewertung der systolischen und diastolischen Funktion des Herzens, der Herzklappen und eventueller Implantate, z. B. Klappenprothesen, pulmonale Druckwerte, herznahe große Gefäße, insbesondere thorakale Aorta, Beurteilung kardiomyopathischer Veränderungen, Beurteilung des Perikards einschließlich Perikarderguss sowie Beurteilung weiterer eventueller Pathologien
– Indikationsstellung für weitergehende kardiale Bildgebung gemäß Tab. 3
PF 9
*Level III: Belastungsguntersuchungen (n=200):
– Standardisiertes Belastungs-EKG zu Fragen körperlicher Belastbarkeit, belastungsabhängiger Rhythmusstörungen, Blutdruckregulation, Ischämiezeichen
– Spiroergometrie zur Erfassung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit und damit zur möglichen Optimierung von Trainingsempfehlungen für Prävention und Rehabilitation, zur Objektivierung des Schweregrades einer Herzinsuffizienz mit Optimierung von Überwachung und Empfehlung der Therapie bis hin zum zusätzlichen Selektionskriterium für eine Herztransplantation
– Indikationsstellung zu bildgebenden Belastungsuntersuchungen
PF 10
*Level III: Bewertung kardiovaskulärer Krankheitsbefunde in Röntgenbildern bzw. Indikationsstellung und Befundinterpretation von Röntgen-Thorax-Untersuchungen
PF 11
*Level II: Telemonitoring (s. Tab. 2 2.24)
1.3 Beruflich-professionelles Verhalten
BV 1
Aufarbeitung der TK und PF zur ganzheitlichen Würdigung körperlicher und psychosozialer Befunde inklusive Differenzierung der Symptomatik von somatischen Herzproblemen in Abgrenzung und Differenzierung von funktionellen/somatoformen Herzbeschwerden
BV 2
Aufarbeitung der TK und PF für Therapieentscheidungen
BV 3
Aufarbeitung der TK und PF zur Veranlassung weiterer Diagnostik
BV 4
Erörterung der Untersuchungsbefunde mit Patienten und Kollegen
BV 5
Verbindliche Information des Patienten über mögliche Einschränkungen der Fahrtauglichkeit aufgrund der bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung
BV 6
Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich des Qualitätsmanagements
BV 7
Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung kardiovaskulärer Patienten im Rahmen einer Pandemie oder einer länger dauernden Krisensituation mit erheblicher Beeinträchtigung der standardmäßigen Patientenbetreuung. Diese Maßnahmen sollten telemedizinische Angebote einschließen wie Telefon- und Videosprechstunden unter Nutzung mobiler Technologie (z. B. „Wearables“)
BV 8
Adäquate Interpretation des wissenschaftlichen Gehaltes von Fachliteratur im Rahmen der beruflichen Tätigkeit
Tab. 2
Allgemeine Kardiologie (Inhalte in alphabetischer Reihenfolge)
2.1 Alterskardiologie
WZ 1
Vermittlung der alters- und geriatriespezifischen Aspekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
TK 1
Grundbegriffe der Geriatrie und Gerontologie
TK 2
Kenntnis der altersspezifischen Aspekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
TK 3
Kenntnis der geriatrischen Syndrome
TK 4
Kenntnis der altersspezifischen Aspekte der Arzneimitteltherapie, insbesondere Polypragmasie und Arzneimittelinteraktionen
PF 1
*Level II: Praktische Umsetzung der Erkenntnisse und Leitlinienempfehlungen zu altersspezifischen Aspekten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Bezug auf Diagnostik und Therapiemaßnahmen
PF 2
*Level II: Berücksichtigung altersspezifischer Begleiterkrankungen wie Multimorbidität und Altersauswirkungen wie Sarkopenie und Gebrechlichkeit („Frailty“) bei der Behandlung des alten Herz-Kreislauf-Patienten
PF 3
*Level II: Einbettung kardiovaskulärer Therapieoptionen in die prioritären Therapieerwartungen (Schmerzlinderung, geringer Aktivitätsradius ausreichend) und -wünsche (Autonomie!, Beschwerdefreiheit mehr als Prognoseverbesserung) des alten multimorbiden, gebrechlichen Herz-Kreislauf-Patienten
BV 1
Berücksichtigung der ggf. vorhandenen kognitiven Dysfunktion bei alten Patienten
BV 2
Berücksichtigung des sozialen Umfeldes und Kommunikation mit Angehörigen, betreuenden Ärzten und Pflegeeinrichtungen hinsichtlich der vorgeschlagenen Herz-Kreislauf-Behandlung
BV 3
Kooperationsbereitschaft mit Geriatern
BV 4
Kooperationsbereitschaft mit Geriatern und Palliativmedizinern hinsichtlich der symptomatischen Betreuung von Herz-Kreislauf-Patienten nach Aufgabe prognostischer Therapieziele
2.2 Endokarditis, infektiöse und Device-Infektionen
WZ 1
Umsetzung wirksamer Endokarditis-Prophylaxe-Maßnahmen und rasches Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln der Patienten mit infektiöser Endokarditis von Nativklappen, prothetischen Klappen inklusive interventionell implantierter Klappen und herz- und gefäßbezogenen prothetischen Materials sowie der Patienten mit Infektionen implantierter Schrittmacher, Defibrillatoren, herznaher Katheter und Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen („Devices“)
TK 1
ÄPPKDTPP der Infektion nativer Herzklappen, von Klappenprothesen sowie Sonden und Devices
PF 1
*Level III: Probengewinnung zur interdisziplinären mikrobiologischen Diagnostik
PF 2
*Level III: Durchführung der bildgebenden Diagnostik mittels transthorakaler und transösophagealer Echokardiographie
PF 3
*Level III: Durchführung der antiinfektiösen Therapie nach Diagnosestellung
PF 4
*Level III: Umsetzung einer leitliniengemäßen Endokarditisprophylaxe bei den in der Endokarditis-Leitlinie definierten Risikogruppen
BV 1
Kooperation bei der antimikrobiellen Diagnose und Therapie mit Mikrobiologen/Infektiologen
BV 2
Indikationsstellung zur operativen Behandlung gemeinsam mit Herzchirurgen
BV 3
Zusammenarbeit mit weiterbetreuenden Allgemeinmedizinern und Internisten in Bezug auf eine adäquate Endokarditisprophylaxe
2.3 Erkrankungen der Aorta und aortale/kardiale Traumata
WZ 1
Rasches Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln (medikamentös, interventionell, chirurgisch) der Patienten mit Aortenerkrankungen und aortalen sowie kardialen Traumata
TK 1
ÄPPKDTPP der akuten und chronischen Aortenerkrankungen sowie aortaler und kardialer Traumata (Kontusion, Perforation)
PF 1
*Level III: Interdisziplinäre Fähigkeit zur Selektion der geeigneten bildgebenden diagnostischen Verfahren
PF 2
*Level III: Echokardiographische/sonographische Darstellung der Aorta (s. Tab. 3 3.6) und Erkennung der pathologischen Befunde
PF 3
*Level III: Interdisziplinäre Fähigkeit zur Indikationsstellung zur konservativen, interventionellen oder operativen Therapie
PF 4
*Level III: Akut- und Langzeitbetreuung der konservativ, interventionell oder chirurgisch therapierten Patienten
BV 1
Enge Kooperation mit interventionellem Kardiologen, Radiologen und Chirurgen bei Diagnostik und Therapie
BV 2
Erkennen der Dringlichkeit spezifischer Behandlungsmaßnahmen
2.4 Aspekte der geschlechtersensiblen Medizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 1
Vermittlung der geschlechterspezifischen Aspekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
TK 1
Kenntnisse der geschlechterspezifischen Aspekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
PF 1
*Level III: Praktische Umsetzung der Erkenntnisse zu geschlechterspezifischen Aspekten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
BV 1
Kooperationsbereitschaft mit Kollegen, welche auf dem Gebiet der geschlechterspezifischen Kardiologie erfahren sind
2.5 Herzfehler (angeboren) im Erwachsenenalter
WZ 1
Abgestufte Betreuung des Patienten mit einem angeborenen Herzfehler in Kooperation mit Kinderkardiologen, zusatzweitergebildeten EMAH-Kollegen (BÄK)/spezialisierten EMAH-Kollegen (DGK) bzw. EMAH-Zentrum (DGK) und Herzchirurgen bei komplexen angeborenen Vitien
TK 1
ÄPPKDTPP der angeborenen Malformationen des Herzens und der herznahen Gefäße sowie Durchführung der Langzeittherapie einschließlich der Kenntnis darüber, welche der Patienten mit diesen angeborenen Herzfehlern mit oder ohne Korrektureingriff das Erwachsenenalter erreichen können
PF 1
*Level II: Diagnostik (s. auch Tab. 3 3.9) und Indikationsstellung zur konservativen, interventionellen oder operativen Therapie sowie Durchführung der Langzeittherapie einschließlich der Nachbetreuung von interventionell oder operativ behandelten Patienten
BV 1
Selbstständige Indikationsstellung zur Überweisung dieser Patienten an spezialisierte Fachärzte oder Zentren (s. WZ)
BV 2
Angemessene Einbeziehung der Angehörigen in die Beratung
2.6 Herzinsuffizienz: akut – einschließlich des kardiogenen Schocks – und chronisch
WZ 1
Bedeutung der Herzinsuffizienz für Morbidität und Letalität in einer älter werdenden Bevölkerung
WZ 2
Erkennen der unterschiedlichen Herzinsuffizienzformen – v. a. systolisch und diastolisch, chronisch und akut einschließlich des kardiogenen Schocks (s. auch Tab. 5), der diagnostischen Algorithmen und der stadiengerechten therapeutischen Konsequenzen
WZ 3
Effizientes Zusammenspiel der Versorgungsebenen bei der Patientenbetreuung in Bezug auf Lebensstiländerungen, medikamentöse Behandlung, Device-Therapie und des Einsatzes telemedizinischer Methoden
TK 1
ÄPPKDTPP der Herzinsuffizienz und des kardiogenen Schocks (s. auch Tab. 5):
– internationale Klassifizierung
– diagnostische Maßnahmen unter Einbeziehung des EKGs, der Echokardiographie, der erweiterten Bildgebung z. B, mittels MRT, der invasiven Diagnostik (Hämodynamik), ggf. Myokardbiopsie sowie von Biomarkern (z. B. natriuretische Peptide)
– Therapie der akuten Herzinsuffizienz und des kardiogenen Schocks (s. auch Tab. 5)
– Betreuung und Therapie des Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (Lebensstiländerung, medikamentös, interventionell, rhythmologisch, Anwendung von Devices, Telemonitoring und ambulante Pflegebetreuung) und der terminalen Herzinsuffizienz inklusive Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme/Herztransplantation und palliativmedizinischer Maßnahmen
PF 1
*Level III: Auswahl, Einsatz, Interpretation und Komplikationsbeherrschung nichtinvasiver und invasiver diagnostischer Maßnahmen zur Erkennung der Herzinsuffizienzursache (s. auch Tab. 3 3.3 und 3.4)
PF 2
*Level III: adäquate Risikostratifizierung des herzinsuffizienten Patienten zur optimalen Therapieplanung (Lebensstiländerung, Medikamente, Devices wie Defibrillator und kardiale Resynchronisationstherapie sowie weitere Devices zur elektrischen Herzinsuffizienztherapie wie Baroreflexaktivierung und kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM), elektrophysiologische Therapie von Rhythmusstörungen, herzchirurgische Therapieoptionen (z. B. LVAD)
PF 3
*Level III: Auswahl, Einsatz, Interpretation und Komplikationsbeherrschung nichtinvasiver und invasiver Maßnahmen zur Behandlung der akuten sowie der chronisch stabilen und chronisch dekompensierten Herzinsuffizienz und des kardiogenen Schocks (s. auch Tab. 5)
PF 4
*Level III: engmaschiges Follow-up und rasches Erkennen einer kardialen Dekompensation zur effektiven Umsetzung stadiengerechter Therapiemaßnahmen inklusive Bewertung von Telemonitoringverlaufsbefunden aus implantierten Devices und nichtinvasiven Systemen
BV 1
Akzeptanz und konsequente Umsetzung der Präventionskardiologie
BV 2
Effiziente interdisziplinäre und transsektorale Zusammenarbeit mit Allgemeinmedizinern, Internisten, Nephrologen, Herzchirurgen, Rehabilitationsmedizinern, Pflegekräften und weiteren Berufsgruppen
BV 3
Intensive Langzeitbetreuung des Herzinsuffizienzpatienten im Team zur Verbesserung der Lebensqualität und Therapieadhärenz
BV 4
Abwägen bei terminaler Herzinsuffizienz von prognoserelevanten, symptomatischen und palliativen Therapiemaßnahmen im Behandlungsteam
2.7 Herzklappenfehler, erworben
WZ 1
Kompetenzerwerb für eine abgestufte Betreuung des Patienten mit einem erworbenen Herzklappenfehler in Kooperation mit Allgemeinmedizinern, Internisten, interventionell erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen sowie Rehabilitationsmedizinern
TK 1
ÄPPKDTPP der erworbenen Herzklappenfehler mit einer Stenose oder Insuffizienz (bzw. einer Kombination beider) der Aorten‑, Mitral‑, Trikuspidal- und Pulmonalklappe. Kenntnisse zu multivalvulären Vitien
PF 1
*Level III: Echokardiographische Diagnostik und Schweregradbestimmung der Vitien, Funktionsbeurteilung von Klappenprothesen sowie chirurgisch und interventionell rekonstruierten Klappen (s. Tab. 3 3.2) und – *Level II – Stressechokardiographie, kardiale CT und MRT (s. Tab. 3 3.12, 3.13, 3.15)
PF 2
*Level III: Langzeitbetreuung des Klappenpatienten während der konservativen Phase und nach interventionellem (TAVI, Mitral- und Trikuspidalintervention) bzw. operativem Vorgehen
BV 1
Indikationsstellung im Heart Team (mindestens bestehend aus interventionellem Kardiologen und Herzchirurgen, ggf. erweitert durch weitere Spezialisten) zur interventionellen, operativen oder konservativen Vorgehensweise unter Berücksichtigung des patientenzentrierten „shared decision making“
2.8 Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, während und nach der Schwangerschaft
WZ 1
Kenntnisse in der Beratung der Schwangeren mit bekannter kardiovaskulärer Erkrankung bzw. erhöhtem Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung bei Kinderwunsch hinsichtlich Vorsichtsmaßnahmen und spezifischer Risiken
WZ 2
Mitbetreuung der schwangeren Patientin hinsichtlich aller erforderlichen Maßnahmen im Rahmen ihrer kardiovaskulären Erkrankung. Beratung der Patientin bezüglich des langfristigen kardiovaskulären Risikos und Überwachung
TK 1
Kenntnis der physiologischen sowie potenziell pathophysiologischen Veränderungen im kardiovaskulären System im Verlauf einer Schwangerschaft und Entbindung
TK 2
Kenntnis der Kontraindikationen für eine Schwangerschaft (bzw. Indikation zum Schwangerschaftsabbruch) bei kardiovaskulären Erkrankungen
TK 3
Kenntnis der medikamentösen und interventionellen Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen in der Schwangerschaft
PF 1
*Level II: Erfahrungen in der Diagnostik und interdisziplinären Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen in der Schwangerschaft einschließlich der Gestosen sowie post partum
BV 1
Wichtigkeit der Aufklärung von Patientinnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im gebärfähigen Alter hinsichtlich der Schwangerschaftsrisiken
BV 2
Beratung bei Kinderwunsch von Patientinnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im gebärfähigen Alter
BV 3
Kooperation mit Geburtshelfern und Hebammen bei der Erkennung bisher nicht bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei der Schwangeren
BV 4
Kooperation mit Geburtshelfern und Hebammen zur frühen Erkennung kardiovaskulärer Dekompensationen und zur zeitnahen Behandlung derselben
BV 5
Kooperation mit Geburtshelfern, Neonatologen, Anästhesisten und ggf. Herzchirurgen bei der Planung des Entbindungsmodus und der präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von Komplikationen
2.9 Humangenetik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 1
Kompetenzerwerb für die Erstellung der (Verdachts‑)Diagnose einer vererbbaren bzw. familiär gehäuft auftretenden kardialen oder kardiovaskulären Erkrankung und für die Betreuung von Patienten mit diesen Erkrankungen sowie der Betreuung von deren Verwandten ersten Grades (einschließlich Erstellung eines strukturierten 3‑Generationen-Stammbaums und Bedeutung eines Familienscreenings nach Identifikation eines Indexpatienten/einer Indexpatientin)
TK 1
Genetische Grundkenntnisse über angeborene Erkrankungen, sporadische Mutationen, monogene, polygene und multifaktorielle Erkrankungen des Herzens und der Gefäße sowie von Stoffwechselerkrankungen mit kardiovaskulärer Bedeutung (z. B. familiäre Hypercholesterinämie)
TK 2
Kenntnisse der Indikationsstellung zur Gendiagnostik (unter Beachtung des Gendiagnostikgesetzes) sowie Grundkenntnisse molekularer Methodik („Next Generation Sequencing“ [NGS], Panel-Diagnostik)
TK 3
Kenntnisse der vererbbaren bzw. familiär gehäuft auftretenden kardiovaskulären Erkrankungen und deren Erbgänge
TK 4
Kenntnisse diagnostischer Abläufe zur Risikostratifizierung von genetisch bedingten Kardiomyopathien oder Arrhythmiesyndromen, diagnostischer und prädiktiver genetischer Untersuchungen sowie zur Langzeitbetreuung betroffener Patienten und Familien
PF 1
*Level IErfahrungserwerb, wann bei einem Patienten mit Verdacht auf bzw. gesicherter erblicher bzw. familiär gehäuft auftretender kardiovaskulärer Erkrankung oder dessen Verwandten ersten Grades eine humangenetische Beratung empfohlen werden sollte
BV 1
Enge Kooperation mit dem Humangenetiker und/oder Internisten/Kardiologen mit der Zusatzbezeichnung „Genetische Beratung – fachgebunden im Gebiet Innere Medizin“
2.10 Hypertonie, arterielle
WZ 1
Erkennung und Wertung der arteriellen Hypertonie als kardiovaskulärer Risikofaktor und Beherrschung des leitliniengerechten Managements
TK 1
ÄPPKDTPP der primären Hypertonie und der sekundären Hypertonieformen sowie der Hypertonie-bedingten Endorganschäden und deren Therapie (Lebensstiländerung, Medikamente, interventionelle Verfahren)
PF 1
*Level III: Leitliniengerechte medikamentöse Kombinationsbehandlung in Relation zu Begleit- und Folgeerkrankungen
PF 2
*Level III: Diagnose, Monitoring und Therapie der hypertoniebedingten Endorganschäden, insbesondere von Herz, Gefäßen und Nieren
PF 3
*Level II: Betreuung des Patienten mit resistenter Hypertonie in Kooperation mit Fachkollegen
PF 4
*Level II: Spezielle Therapieverfahren:
– Renale Denervierung
– Indikation für Reserveantihypertensiva
BV 1
Zusammenarbeit mit Allgemeinmedizinern, Internisten und Nephrologen in der Langzeitbetreuung
BV 2
Aufklärung und Motivierung des Patienten zur Eigenverantwortlichkeit und Therapieadhärenz bei einer ggf. jahrzehntelang asymptomatischen Erkrankung
2.11 Hypertonie, pulmonale
WZ 1
Diagnose und Klassifikation einer pulmonalen Hypertonie
WZ 2
Diagnose, Differenzialdiagnose und Therapie der akuten und chronischen Rechtsherzinsuffizienz
WZ 3
Betreuung von Patienten mit pulmonaler Hypertonie
TK 1
ÄPPKDTPP der pulmonalen Hypertonie inklusive der Risikofaktoren, diagnostischen Kriterien, Klassifikation und prognostischen Marker, des therapeutischen Vorgehens mit medikamentösen, interventionellen, chirurgischen und rehabilitativen Maßnahmen einschließlich der Ballonatrioseptostomie/InterAtrial Shunt Device mit deren Indikationen, Kontraindikationen und deren möglichen Komplikationen
PF 1
*Level III: Diagnostik von Rechtsherzbelastung/-insuffizienz und pulmonaler Hypertonie mittels Echokardiographie (Tab. 3 3.4 TK 14) und Rechtsherzkatheterisierung (Tab. 5 5.2 PF 5) sowie Beurteilung des Therapieerfolges
PF 2
*Level II: Initialtherapie von pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzinsuffizienz, kurzfristige Verlaufskontrolle und Erkennen einer progredienten Rechtsherzinsuffizienz (ggf. Weiterleitung an ein spezialisiertes Zentrum)
PF 3
*Level II: Differenzialdiagnostik der pulmonalen Hypertonie durch Kennen erforderlicher Untersuchungen und deren Interpretation (zusätzlich u. a. Lungenfunktion, Blutgasanalyse, Röntgen des Thorax, Computertomographie des Thorax [hochauflösend und mit Kontrastmittel], Ventilations‑/Perfusionsszintigraphie)
BV 1
Enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren für die pulmonale Hypertonie, insbesondere bei der Verschreibung spezifischer, zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie zugelassener Medikamente
2.12 Kardiologie, onkologische
WZ 1
Erwerb von Kenntnissen und praktischen Fähigkeiten zur Erkennung von Herztumoren und kardialer Metastasierung mit dem Ziel, diese Patienten in Zusammenarbeit mit Herzchirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten in adäquater Weise zu behandeln und – ggf. unter Einbeziehung der Angehörigen – zu betreuen
WZ 2
Erwerb von Kenntnissen, um kardiale Nebenwirkungen der medikamentösen, Strahlen- und chirurgischen Therapie nichtkardialer Tumorerkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Ärzten, welche den Tumorpatienten behandeln, zu therapieren
TK 1
ÄPPKDTPP primärer kardialer benigner und maligner Tumoren einschließlich deren systemischer und embolischer Manifestationen und der kardialen Metastasierung primär nichtkardialer Tumoren
TK 2
Kenntnisse der Nebenwirkungen der medikamentösen, Strahlen- und chirurgischen Tumortherapie an Herz und Gefäßen
PF 1
*Level III: Echokardiographische Diagnostik kardialer Tumoren und tumorbedingter Herzbefunde (siehe Tab. 3 3.7)
PF 2
*Level II: Anwendung der TK 2-Kenntnisse bei der Behandlung kardiovaskulärer Komplikationen und von Langzeitfolgen der medikamentösen, strahlentherapeutischen, medikamentösen, chirurgischen und nuklearmedizinischen Tumortherapie
BV 1
Enge Zusammenarbeit mit allen bei der Betreuung des Tumorpatienten involvierten Berufsgruppen
BV 2
Beratung des Onkologen hinsichtlich möglicher Einschränkungen der geplanten Tumorbehandlung aufgrund vorbestehender oder während der Tumortherapie auftretender Herzerkrankungen
BV 3
Unterstützung des Tumorpatienten in dessen psychosozial kritischer Krankheitsphase
2.13 Kardiologischer Konsiliarius
WZ 1
Beratung bei der Betreuung von Patienten mit primär nichtkardialer Erkrankung und assoziierter kardialer Beteiligung bzw. zusätzlicher Herz-Kreislauf-Erkrankung
WZ 2
Beratung und ggf. Mitbetreuung von Patienten mit ischämischen neurologischen Symptomen im Falle kardialer oder aortaler Emboliequellen
WZ 3
Beratung und ggf. Mitbetreuung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankung in der perioperativen Phase einer primär nichtkardialen Operation
TK 1
Assoziierte Herzbeteiligung bei Systemerkrankungen wie Kollagenosen, Sarkoidose, Morbus Fabry, Amyloidose u. a.
TK 2
Kenntnisse über Mechanismen, Häufigkeit und Therapieoptionen kardialer und aortaler Emboliequellen als Ursache einer ischämischen neurologischen Symptomatik
TK 3
Kenntnisse über die bei neurologischen Erkrankungen ischämischer Genese häufig zusätzlich vorhandenen arteriosklerotischen Erkrankungen wie „koronare Herzkrankheit/Koronarsyndrom“ oder „periphere arterielle Verschlusskrankheit“
TK 4
Kenntnis des Risikos klinisch bedeutsamer kardiovaskulärer Komplikationen in Abhängigkeit von der Art der geplanten Operation bzw. des Anästhesieverfahrens sowie möglicher postoperativer Komplikationen
PF 1
*Level III: Beherrschung der Diagnose- und Behandlungsalgorithmen für Herzbeteiligungen im Rahmen von Systemerkrankungen
PF 2
*Level III: Echokardiographischer Nachweis oder Ausschluss kardialer oder aortaler Emboliequellen (s. Tab. 3 3.8)
PF 3
*Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Auswahl der geeigneten diagnostischen Verfahren zur Beschreibung des unter TK 3 genannten Risikos
PF 4
*Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Festlegung zwingend präoperativ durchzuführender diagnostischer und/oder therapeutischer Maßnahmen unter Würdigung des sich aus der Verschiebung der geplanten Operation ergebenden Risikos für den Patienten
PF 5
*Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Festlegung der postoperativ zu empfehlenden präventiven diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bezüglich kardiovaskulärer Erkrankungen bzw. Risiken
BV 1
Koordinierte und strukturierte Zusammenarbeit mit beteiligten Kollegen anderer Fachrichtungen
2.14 Kardiovaskuläre Prävention
WZ 1
Adäquates Einschätzen des individuellen kardiovaskulären Risikos und Vermittlung nachhaltiger Prävention
TK 1
Kenntnisse zur Bestimmung des individuellen globalen kardiovaskulären Risikos und zu den Einflussmöglichkeiten
TK 2
Kenntnisse der unterschiedlichen Strategien zur Prävention bei niedrigem, mittelgradigem, hohem und sehr hohem kardiovaskulärem Risiko
TK 3
Kenntnisse der populationsbasierten Möglichkeiten der Prävention zur Reduktion der kardiovaskulären Krankheitslast
PF 1
*Level III: Bestimmung des globalen kardiovaskulären Risikos des individuellen Patienten
PF 2
*Level III: Erfahrungen in der Anwendung unterschiedlicher motivationaler Strategien und der Langzeitbegleitung in der Prävention bei niedrigem, mittelgradigem, hohem und sehr hohem kardiovaskulärem Risiko
PF 3
Perioperative Präventionsmaßnahmen: s. 2.13 PF 5
BV 1
Einbeziehung von Familienangehörigen und anderen Personen/Institutionen aus dem privaten und/oder beruflichen Umfeld zur Unterstützung präventiver Strategien
2.15 Kardiovaskuläre Rehabilitation
WZ 1
Möglichkeiten und Aufgaben der ambulanten und stationären kardiologischen Rehabilitation sowie der Tele-Rehabilitation und lebenslangen Nachsorge unter besonderer Berücksichtigung der beruflichen und sozialen Integration, Teilhabe und des Patientenempowerments
TK 1
Kenntnisse des multiprofessionellen therapeutischen Gesamtkonzeptes in der Rehabilitation von Patienten mit interventionell, operativ und konservativ behandelten kardiovaskulären Erkrankungen. Einbezogen sind Aspekte der psychosozialen, sozialmedizinischen und spezifischen beruflichen Rehabilitation sowie die Begutachtung solcher Patienten (s. auch 2.26)
PF 1
Indikationsstellung zur kardiologischen Rehabilitation
PF 2
*Level II: Betreuung einer Herzsportgruppe
BV 1
Beachtung der Rehabilitation als integrale Komponente der Patientenbetreuung für Beruf (Wiedereingliederung in das Berufsleben), individuelle Bedürfnisse (einschließlich Autofahren, Reisen, Freizeit und Sexualität) und soziale Integration
BV 2
Erkennen der Bedeutung des Zusammenspiels physischer und psychischer Aspekte bei Herzerkrankungen
BV 3
Kooperation mit allen an der Rehabilitation beteiligten ärztlichen (Rehabilitationsmediziner) und nichtärztlichen (Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen, Ernährungsberater und Pflegepersonal) Berufsgruppen
2.16 Kardiologische Sportmedizin
WZ 1
Vermittlung des gesundheitlichen Nutzens sportlicher Aktivität bei Gesunden und bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 2
Vermittlung potenzieller Risiken bei sportlicher Betätigung und der richtigen Intensität von sportlicher Aktivität bei Herzgesunden und Herzpatienten sowie Vermittlung diagnostischer Kriterien und Untersuchungsmethoden bei Leistungssportlern
TK 1
Kenntnisse über gesicherten Nutzen sportlicher Aktivität bei verschiedenen Formen der Herzerkrankungen (insbesondere koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und verschiedene Formen von kardialen Arrhythmien) sowie Kenntnisse über die gesundheitsförderliche Intensität und Umfang sportlicher Aktivität und Training
TK 2
Kenntnisse über potenzielle Risiken bei sportlicher Betätigung Herzgesunder und von Herzpatienten (Ursachen des plötzlichen Herztods während sportlicher Betätigung, Herzveränderungen bei Sportlern) sowie deren Risikominimierung
TK 3
Kenntnisse über illegale leistungssteigernde Substanzen und deren Wirksamkeit
PF 1
*Level III: Praktische Empfehlungen für Herzpatienten zur Durchführung von Sport entsprechend evidenzbasierter Leitlinienempfehlungen
PF 2
*Level II: Kenntnisse im Screening und in der Risikoabschätzung von Sportlern vor Teilnahme an einem Wettkampf bzw. (Leistungs‑)Sport
BV 1
Bei der Betreuung von Herzpatienten bei sportlicher Betätigung: ausführliche Aufklärung, Beratung und Überwachung der Patienten zur Optimierung des Therapieerfolges und zur Minimierung des Risikos
BV 2
Bei der Betreuung von Leistungssportlern ist die DGK-Zusatzqualifizierung als Kardiologe zum Sportmediziner [9] ratsam
2.17 Klinische Pharmakologie kardiovaskulärer Pharmaka
WZ 1
Theorie und Praxis beim Einsatz kardiovaskulärer Pharmaka
TK 1
Kenntnis der Pharmakokinetik, -dynamik, -genetik, evidenzbasierten Indikationen, Kontraindikationen, Interaktionen und Nebenwirkungen für die in der individuellen Therapie und Prävention bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen eingesetzten Medikamente
TK 2
Kenntnis toxischer Effekte, unerwünschter Nebenwirkungen und klinisch bedeutsamer Interaktionen kardiovaskulärer Pharmaka, insbesondere auch in der Therapie alter und geriatrischer Patienten
PF 1
*Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Durchführung der medikamentösen Akut- und Langzeittherapie, von Dosiseskalationsstrategien sowie Strategien und Verfahren zur Förderung der Adhärenz bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen
PF 2
*Level III: Erfahrungen in der Beherrschung toxischer Effekte, unerwünschter Nebenwirkungen und klinisch bedeutsamer Interaktionen der beim Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen eingesetzten Medikamente
BV 1
Kommunikation mit dem Patienten und dessen Familienangehörigen und mit seinem Hausarzt, um die Adhärenz bezüglich der empfohlenen Medikamenteneinnahme zu erhöhen und das frühe Erkennen potenzieller Nebenwirkungen sicherzustellen
BV 2
Fokussierung auf evidenzbasierte und individualisierte Pharmakotherapie und auf Leitlinienadhärenz
BV 3
Einbeziehung von Kosten-Wirksamkeits- und Praktikabilitätsüberlegungen der verordneten Medikamente
2.18 Koronare Herzkrankheit (akutes und chronisches Koronarsyndrom)
WZ 1
Einbettung der Organerkrankung „Koronare Herzkrankheit/Koronarsyndrom (CCS)“ in den Kontext der Systemerkrankung „Arteriosklerose“ mit den weiteren Manifestationen arteriosklerotische Aortenerkrankungen, periphere arterielle Verschlusskrankheit und zerebrovaskuläre Insuffizienz
WZ 2
Diagnostische und therapeutische Trennung des akut lebensbedrohlichen akuten Koronarsyndroms (ACS) mit den Manifestationen ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI), Nicht-ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTE-ACS) und instabile Angina pectoris vom elektiv therapiebaren CCS
Akutes Koronarsyndrom
TK 1
ÄPPKDTPP + Rehabilitation (s. Tab. 2 2.15, 2.16) des akuten Koronarsyndroms
TK 2
Kenntnis der Pathophysiologie und der unterschiedlichen Mechanismen (strukturell, z. B. Typ-1-Myokardinfarkt, oder funktionell, z. B. Typ-2-Myokardinfarkt) der Koronarischämie beim ACS einschließlich der akuten Plaqueruptur und der „nichtobstruktiven Koronarerkrankung“ mit der Manifestation MINOCA (Myokardinfarkt bei nichtobstruktiven Koronararterien)
PF 1
*Level III: Akutmanagement des Patienten mit ACS. Leitliniengerechte Therapie des ACS – einschließlich der Umsetzung der Maßnahmen einer Chest-Pain-Unit/Brustschmerz-Ambulanz im Verbund mit Notärzten, Intensivmedizinern und interventionell erfahrenen Kardiologen. Kenntnis der diagnostischen Dringlichkeit für ein unverzügliches 12-Kanal-EKG und eine sofortige Bestimmung des hochsensitiven kardialen Troponins (hs-cTn). Kenntnis der wichtigen Zeitfenster für eine „unverzügliche“ (bei STEMI) oder „frühzeitige“ Koronarangiographie (≤ 24 h bei NSTE-ACS mit hohem Risiko)
PF 2
*Level III: Antithrombotische Therapie beim ACS. Sofort nach interventioneller Therapie weitere Risikostratifizierung und Festlegung der Substanzen und Dauer einer dualen Anti-Plättchen-Therapie (DAPT) bzw. NOAK-Therapie in Abhängigkeit vom individuellen Ischämie- und Blutungsrisiko
PF 3
*Level III: Früherkennung, Prävention, Lebensstilempfehlungen, medikamentöse Therapie und Rehabilitation beim ACS im Verbund mit Allgemeinmedizinern, Internisten, Intensivmedizinern, interventionell erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen und Rehabilitationsmedizinern
Chronisches Koronarsyndrom
TK 3
ÄPPKDTPP + Rehabilitation (s. Tab. 2 2.15, 2.16) des chronischen Koronarsyndroms
TK 4
Kenntnis der Pathophysiologie und der unterschiedlichen Mechanismen (epikardial oder mikrovaskulär, strukturell oder funktionell) der Koronarischämie beim CCS einschließlich der „nichtobstruktiven Koronarerkrankung“ mit den Manifestationen ANOCA und INOCA (Angina pectoris bzw. Ischämie bei nichtobstruktiven Koronararterien)
PF 4
*Level III: Abschätzung der klinischen Wahrscheinlichkeit für eine obstruktive koronare Herzkrankheit beim CCS anhand von risikofaktorgewichtetem Score unter Berücksichtigung von Symptomen, kardiovaskulären Risikofaktoren, Alter und Geschlecht (0–5 % = sehr gering, 6–15 % = gering, 16–50 % = moderat, 50–85 % = hoch, > 85 % = sehr hoch)
PF 5
*Level III: Auswahl, Einsatz, Interpretation und Komplikationsbeherrschung nichtinvasiver und invasiver diagnostischer Maßnahmen im Hinblick auf die Koronarpathologie, Herzstruktur und -funktion sowie Myokardischämie und -vitalität (bei Einsatz von Kardio-CT, Stressechokardiographie, Kardio-MRT, Nuklearkardiologie: *Level II). Kenntnis der gestaffelten, speziellen Indikationen für diese entweder anatomischen (Kardio-CT bei 6–50 %) oder funktionellen (Stressechokardiographie, Kardio-MRT oder Nuklearkardiologie bei 16–85 %) diagnostischen Methoden in Abhängigkeit von der klinischen Wahrscheinlichkeit für eine obstruktive koronare Herzkrankheit (s. auch Tab. 3 und 5)
PF 6
*Level III: Klärung der Indikationen für eine evtl. alleinige medikamentöse Therapie oder eine ergänzende interventionelle oder chirurgische koronare Revaskularisation (ggf. vorherige interdisziplinäre Diskussion im Herz-Team erforderlich)
PF 7
*Level III: Früherkennung, Prävention, Lebensstilempfehlungen, medikamentöse Therapie und Rehabilitation beim CCS im Verbund mit Allgemeinmedizinern, Internisten, Intensivmedizinern, interventionell erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen und Rehabilitationsmedizinern
BV 1
Akzeptanz und konsequente Umsetzung der Früherkennungs‑, Präventions- und Rehabilitationskardiologie (s. 2.14, 2.15)
BV 2
Sektorenübergreifende (ambulant/stationär) effiziente und konstruktive Zusammenarbeit mit interventionell erfahrenen Kardiologen, Allgemeinmedizinern, Internisten, Intensivmedizinern, Notärzten, Herzchirurgen, und Rehabilitationsmedizinern
2.19 Myokarderkrankungen (Kardiomyopathien, Myokarditis)
WZ 1
Erwerb umfassenden Wissens und praktischer Fähigkeiten, um Patienten mit Kardiomyopathien und Myokarditis adäquat behandeln, beraten und betreuen zu können
TK 1
ÄPPKDTPP der dilatativen, hypertrophen, restriktiven und infiltrativen Kardiomyopathien, der obliterativen Endomyokarderkrankung sowie der akuten und chronischen Myokarditis
PF 1
*Level III bzw. *Level II je nach anzuwendender Methode (s. auch Tab. 3, 4 und 5): Erfahrungen in der nichtinvasiven und invasiven bildgebenden Diagnostik sowie einer ggf. notwendigen rhythmologischen Diagnostik
PF 2
Indikationsstellung und Durchführung konservativ-medikamentöser Therapiemaßnahmen (*Level III) sowie Indikationsstellung zur tragbaren Defibrillatorweste bzw. primär- oder sekundärprophylaktischen Implantation aktiver Herzrhythmusimplantate (*Level II), der interventionellen Therapie (einschließlich temporärer mechanischer Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme) (*Level I) oder der operativen Therapie (einschließlich der Herztransplantation) (*Level I)
PF 3
*Level II: Einbeziehung infiltrativer Kardiomyopathien (z. B. Amyloidose, Morbus Fabry) bei der Differenzialdiagnose und -therapie einer unklaren Herzhypertrophie oder Herzinsuffizienz
PF 4
*Level IIndikationsstellung zur Myokardbiopsie sowie zur genetischen Diagnostik und Beratung
BV 1
Enge Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten (Immunologie, Mikrobiologie, Humangenetik, Herzchirurgie) zur zeitnahen Diagnosestellung und Behandlung
BV 2
Patientenadaptierte Vorgehensweise der Kollegen aller beteiligten Fachgebiete bei der Information von Patienten und deren Angehörigen im Falle einer genetischen Kardiomyopathie
2.20 Perikarderkrankungen
WZ 1
Diagnostik und Therapie dieser Herzerkrankungen
TK 1
ÄPPKDTPP der akuten, chronischen und konstriktiven Perikarditis
PF 1
*Level III (n=5): Indikationsstellung und Durchführung einer Perikardpunktion bei Perikardtamponade oder zur differenzialdiagnostischen Abklärung (s. auch Tab. 3 3.5)
PF 2
*Level III: Konservative Akut- und Langzeittherapie der unterschiedlichen Perikarderkrankungen
PF 3
Erfahrungen in der nichtinvasiven bildgebenden und ggf. notwendigen invasiven Diagnostik (*Level III bzw. *Level II je nach anzuwendender Methode (s. auch Tab. 3, 4 und 5)
BV 1
Indikationsstellung gemeinsam mit den Herz‑/Thoraxchirurgen zur operativen Therapie bei Vorliegen rezidivierender Perikardergüsse bzw. einer konstriktiven Perikarditis
2.21 Psychokardiologie
WZ 1
Vermittlung psychokardiologischer Basiskompetenz
TK 2
Formen und Bedeutung psychokardiologischer Risikofaktoren sowie Bewältigungsprozesse bei der Entstehung und im Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischer Komorbidität sowie funktioneller Herzbeschwerden
PF 1
*Level III: Psychosoziale Basisdiagnostik bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischer Komorbidität und funktionellen Herzbeschwerden sowie patientenzentrierte Gesprächsführung und psychosomatische Grundversorgung mit weitergehender Differenzialindikation
BV 1
Bereitschaft zur Integration psychokardiologischer Gesichtspunkte in die Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
2.22 Schlafmedizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 1
Vermittlung der für Herz-Kreislauf-Erkrankungen relevanten Aspekte der Schlafmedizin
TK 1
ÄPPKDTPP der für Herz-Kreislauf-Erkrankungen relevanten Aspekte der Atmungs- und Schlafstörungen, v. a. der zentralen und obstruktiven Schlafapnoe, deren Diagnostik und Therapie und Identifikation von Risikopatienten (Herzinsuffizienz: 2.6; Hypertonie, arterielle: 2.10; Hypertonie, pulmonale: 2.11; kardiovaskuläre Prävention: 2.14)
PF 1
*Level II: Erfahrung in Screening- und Diagnoseverfahren (ambulante Polygraphie) zur Stellung der (Verdachts‑)Diagnose „Schlafapnoe“ und Indikationsstellung zur weiteren Differenzialdiagnostik und -therapie (inklusive Beatmungs- und Stimulationstherapien sowie deren Überprüfung)
BV 1
Bereitschaft zur Integration der für Herzpatienten symptom- und prognoserelevanten Komponenten der Schlafmedizin in das kardiologische Therapiekonzept
2.23 Schmerzbehandlung und Palliativmedizin bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 1
Vermittlung der für Herz-Kreislauf-Erkrankungen relevanten Aspekte der Behandlung nichtkardialer Schmerzsyndrome meist älterer multimorbider Herzpatienten sowie der Palliativmedizin
TK 1
ÄPPKDTPP der für multimorbide Herz-Kreislauf-Patienten relevanten Aspekte der Schmerzsyndrome – z. B. bei primär-chronischer Polyarthritis, muskuloskeletalen Erkrankungen – und deren Therapiemöglichkeiten
TK 2
Kenntnisse in der allgemeinen Palliativmedizin mit Anwendung der Palliativmedizin bei terminaler Herzinsuffizienz und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ohne weitere spezifische Therapieoptionen
PF 1
*Level III: Leitliniengerechte Anwendung palliativmedizinischer Maßnahmen bei terminaler Herzinsuffizienz und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ohne weitere spezifische Therapieoptionen
PF 2
*Level II: Adäquate Schmerzbehandlung bei nichtkardialen Schmerzsyndromen des Herz-Kreislauf-Patienten, ggf. mit Unterstützung eines Schmerztherapeuten
BV 1
Bereitschaft, die Schmerz- und Palliativmedizin als integrale Therapiekonzepte der Kardiologie zu akzeptieren und sie auch anzuwenden
2.24 Telemonitoring bei kardialen Erkrankungen
WZ 1
Kenntnis und Einsatz der Möglichkeiten des telemedizinischen Monitorings bei implantierten Systemen und mittels nichtinvasiver Methoden
TK 1
Kenntnisse der Übertragungsmöglichkeiten pathophysiologischer Vitaldaten und Gerätedaten (sog. „Telemonitoring“) sowie deren Auswahl und Interpretation hinsichtlich der Bedeutung für den Verlauf bestimmter Erkrankungen und für Gerätefunktionen
TK 2
Indikation und Kenntnisse der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz und/oder Vorhofflimmern in einem Telemedizinzentrum (TMZ)
PF 1
*Level III: Einsatz, Nachsorge, Befunderhebung und -interpretation kardiologischer Telemedizindaten (insbesondere aktive Herzrhythmusimplantate, bei Patienten mit Herzinsuffizienz, Smartphone-basierte EKG-Technologien)
PF 2
*Level III: Differenzierter Einsatz neuer eHealth-Technologien in der Kardiologie, z. B. in der (Differenzial‑)Diagnostik, Patientenschulung, Risikostratifizierung, Therapiesteuerung, Prävention, Nachsorge, Langzeittherapie und Betreuung in einem Telemedizinzentrum (TMZ)
BV 1
Interdisziplinäre und sektorenübergreifende Vermittlung therapeutischer Konsequenzen aus den Telemonitoringdaten
2.25 Thromboembolische Erkrankungen (Venenthrombose und Lungenembolie)
WZ 1
Fähigkeit zur raschen Diagnose, Behandlung und Prävention der tiefen Venenthrombose und der Lungenembolie
TK 1
ÄPPKDTPP venöser Thrombosen und deren Folgeerkrankungen, insbesondere der Lungenembolie und paradoxer Embolien sowie der pulmonalarteriellen Hypertonie
PF 1
*Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik sowie der Durchführung der medikamentösen Akut- und Langzeittherapie bei und nach venöser Thromboembolie (einschließlich der Durchführung primär- und sekundär-präventiver Maßnahmen)
PF 2
*Level II: Indikationsstellung zum Einsatz interventioneller bzw. operativer Therapieverfahren und praktische Erfahrungen im Einsatz interventioneller Verfahren und der Nachbeobachtung der so behandelten Patienten
BV 1
Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Notfallmedizinern, Angiologen und Radiologen zur Früherkennung von Venenthrombose und Lungenembolie
BV 2
Förderung der Adhärenz während der Langzeitbehandlung mit Antikoagulanzien
2.26 Versicherungsmedizin (inklusive Gutachten) bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
WZ 1
Vermittlung der für Versicherungsfragen zu Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforderlichen Kenntnisse
TK 1
Aufgaben und Pflichten des Gutachters, Rechtsgrundlagen, sozial-versicherungsspezifische Grundbegriffe, Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit und der Schwerbehinderung, Kausalitätsbegriffe in der Unfallversicherung, soziales Entschädigungsrecht, Form, Inhalt und Stellenwert des kardiologischen Gutachtens
PF 1
*Level III: selbstständige Abfassung von 5 wissenschaftlich begründeten kardiologischen Gutachten
BV 1
Fähigkeit, spezielle kardiale Sachverhalte für den medizinischen Laien verständlich und wissenschaftlich nachvollziehbar darzustellen
ÄPPKDTPP Ätiologie, Pathophysiologie, Pathogenese, Klinik Diagnose & Differenzialdiagnose, Therapie & Differenzialtherapie, Prognose und Prävention
Akutes Koronarsyndrom: s. unter 2.18 („Koronare Herzkrankheit [akutes und chronisches Koronarsyndrom]“), Arteriosklerose: s. unter 2.18 („Koronare Herzkrankheit [akutes und chronisches Koronarsyndrom]“), Chronische Koronare Herzkrankheit/chronisches Koronarsyndrom: s. unter 2.19 („Koronare Herzkrankheit [akutes und chronisches Koronarsyndrom]“), Lungenembolie: s. unter 2.25 („Thromboembolische Erkrankungen“), Venenthrombose: s. unter 2.25 („Thromboembolische Erkrankungen“)
Tab. 3
Kardiale Bildgebung – Echokardiographie (3.1–3.11), Magnetresonanztomographie (3.12), Computertomographie (3.13), Nuklearkardiologie (3.14), Vergleich kardialer Bildgebungsverfahren (3.15)
WZ 1
Vermittlung eingehender Kenntnisse und praktischer Fähigkeiten der kardialen Bildgebung als Grundinstrumentarium der Kardiologie
3.1–3.11 Echokardiographie
WZ 2
Vermittlung eingehender Kenntnisse und praktischer Fähigkeiten der Echokardiographie als Grundinstrumentarium der Kardiologie
3.1 Echokardiographie: Technik
TK 1
Grundlagen der Echokardiographie: physikalische Eigenschaften des Ultraschalls, Interaktion mit Gewebe, grundlegender Aufbau eines Echokardiographiegerätes, Aufbau des Schallkopfs, gepulster und kontinuierlicher Betrieb, Grundlagen von M‑Mode, 2D- und 3D-Verfahren, der Dopplerverfahren einschließlich des Farbdopplers sowie des Gewebedopplers und der Verformungsbildgebung („Strain“)
TK 2
Transthorakale Standarduntersuchung
TK 3
Transösophageale Untersuchung: Kenntnis der Indikationen, Kautelen und Kontraindikationen, Komplikationen, Untersuchungstechnik und 3D-Echokardiographie
TK 4
Stressechokardiographie: Kenntnis der Stressmodalitäten (dynamisch/pharmakologisch), Wandbewegungsanalyse im 16/17-Segmentmodell, Kontraindikationen, Komplikationen, Vitien-Evaluation („low-flow low gradient AS“, dynamische Vitien), prognostische Bedeutung
TK 5
Kontrastechokardiographie (Rechts- und Linksherzkontrast): verfügbare Kontrastmittel und kontrastspezifische Einstellungen des Echogeräts; Nachweis von Rechts-Links-Shunts (v. a. bei offenem Foramen ovale/Vorhofseptumdefekt); Indikationen zur Verbesserung der Bildqualität
TK 6
Gewebedoppler, Verformungs‑/Strain-Bildgebung, Funktionsbeurteilung des linken und rechten Ventrikels, insbesondere zur Abschätzung der diastolischen Funktion bzw. des linksventrikulären Füllungsdrucks
PF 1
*Level III: Allgemeines praktisches Vorgehen: Einstellung des Echogerätes; Berechnung quantitativer Parameter einschließlich Durchmesser, Flächen, Volumina, Schlagvolumen, Klappenöffnungsfläche nach Kontinuität, Gradienten u. a. Dopplerparameter einschließlich Gewebedopplerdaten, Verformungsbildgebung und 3D-Echokardiographie
PF 2
*Level III (Einzelnachweis von 400 Untersuchungen): Praktische Durchführung der transthorakalen Standarduntersuchung
PF 3
*Level III (Einzelnachweis von 150 Untersuchungen): Praktisches Vorgehen bei der transösophagealen Untersuchung
PF 4
*Level III: Praktisches Vorgehen bei der Stressechokardiographie
PF 5
*Level III: Praktisches Vorgehen bei der Rechts- und Linksherzkontrastechokardiographie
PF 6
*Level III: Praktisches Vorgehen bei der Gewebedoppleruntersuchung und der Verformungs‑/Strain-Bildgebung einschließlich Beurteilung der diastolischen linksventrikulären Funktion
3.2 Echokardiographie: Klappenerkrankungen und Klappenprothesen
TK 7
Morphologische und Dopplercharakteristika der Herzklappen sowie von Klappenprothesen und interventionellen Implantaten im Normalzustand und bei pathologischen Veränderungen; differenzierter Einsatz von transthorakaler und transösophagealer Bildgebung
TK 8
Morphologische und funktionelle Zeichen der infektiösen Endokarditis einschließlich der Prothesen‑/Schrittmacher‑/Device-Endokarditis; differenzierter Einsatz von transthorakaler und transösophagealer Bildgebung; Beurteilung der Emboliegefahr sowie Management und Operationsindikation bei infektiöser Endokarditis
PF 7
*Level III (Einzelnachweis von 75 Untersuchungen, inkludiert in PF 2–3): praktisches Vorgehen bei Klappenerkrankungen, Klappenprothesen und interventionell behandelten Klappen (transthorakal und transösophageal)
3.3 Echokardiographie: Systolische und diastolische linksventrikuläre Funktion
TK 9
Beurteilung der globalen LV-Funktion durch Bestimmung der Ejektionsfraktion (visuell und quantitativ); Bestimmung der Ventrikeldurchmesser; Bestimmung von regionalen und globalen Strain-Parametern
TK 10
Bestimmung von Doppler- und Gewebedopplerparametern zur Beurteilung des linksventrikulären Füllungsdrucks und der diastolischen Funktion
PF 8
*Level III (Einzelnachweis von 25 Untersuchungen, inkludiert in PF 2–3): Praktische Erfahrung in der Bestimmung der Funktionsparameter, insbesondere der Ejektionsfraktion
3.4 Echokardiographie: Erkrankungen des linken und rechten Ventrikels
TK 11
Darstellung echomorphologischer und funktioneller Charakteristika der koronaren Herzkrankheit (akut und chronisch) und ihrer Komplikationen, v. a. nach Infarkt; Indikationsstellung zur Ischämiediagnostik; Technik und Interpretation der Stressechokardiographie
TK 12
Darstellung echomorphologischer und funktioneller Charakteristika verschiedener Kardiomyopathieformen (dilatativ, hypertroph, Speichererkrankungen, arrhythmogen) und der Myokarditis
TK 13
Morphologische und funktionelle Charakteristika der hypertensiven Herzkrankheit
TK 14
Morphologische und funktionelle Herzveränderungen bei Lungenembolie und pulmonaler Hypertonie
PF 9
*Level III (Einzelnachweis von 25 Untersuchungen, inkludiert in PF 2–3): praktische Erfahrung in der visuellen Beurteilung von Wandbewegungsstörungen
3.5 Echokardiographie: Perikarderkrankungen
TK 15
Abschätzung von Größe und hämodynamischer Wirksamkeit von Perikardergüssen; Echokardiographie bei Perikardpunktion
TK 16
Diagnose der Pericarditis constrictiva
3.6 Echokardiographie: Erkrankungen der thorakalen Aorta
TK 17
Erkrankungen der thorakalen Aorta: Beurteilung der echokardiographisch – einschließlich transösophageal – zugänglichen Abschnitte der thorakalen Aorta; Charakteristika von Aneurysmen, Atherosklerose, Dissektion, intramurales Hämatom
PF 10
*Level III (inkludiert in PF 2–3): praktische Erfahrungen bei der echokardiographischen Darstellung der thorakalen Aorta
3.7 Echokardiographie: Kardiale Raumforderungen
TK 18
Tumoren und andere Raumforderungen: Morphologie und Bedeutung kardialer Tumoren
PF 11
*Level III:(inkludiert in PF 2–3): praktische Erfahrung bei der echokardiographischen Darstellung von Tumoren und anderen Raumforderungen
3.8 Echokardiographie: Kardiale Emboliequellen
TK 19
Emboliequellensuche: morphologische und funktionelle Diagnostik bei Verdacht auf kardiogene Embolie; Therapieimplikationen
PF 12
*Level III (inkludiert in PF 2–3): praktische Erfahrungen bei der echokardiographischen Emboliequellensuche
3.9 Echokardiographie: Kongenitale Herzerkrankungen
TK 20
Kongenitale Herzerkrankungen: morphologische und funktionelle Beurteilung der häufigsten kongenitalen Fehlbildungen des Herzens, v. a. Vorhofseptumdefekte (Secundum‑, Primum‑, Sinus-venosus-Defekt, Lungenvenenfehlmündung) und Ventrikelseptumdefekte
PF 13
*Level III (inkludiert in PF 2–3): praktische Erfahrungen bei der echokardiographischen Darstellung der häufigsten kongenitalen Fehlbildungen des Herzens
3.10 Echokardiographie: Notfall
TK 21
Typische Notfallsituationen, in denen das Echo wegweisend sein kann (z. B. unklarer Schock, schwere Dyspnoe, Brustschmerz)
TK 22
Ablauf der Notfallechokardiographie als fokussierter Untersuchung einschließlich der Differenzialindikation zur transösophagealen Untersuchung
PF 14
*Level III (Einzelnachweise von 50 Untersuchungen, inkludiert in PF 2–3): praktisches Vorgehen in der Notfallsituation
3.11 Gefäßultraschalluntersuchungen
TK 23
Kenntnisse in der Gefäßuntersuchung (Aorta; Extremitätengefäße; abdominelle, retroperitoneale und mediastinale Gefäße; extrakranielle hirnversorgende Gefäße)
PF 15
*Level III: praktische Erfahrung in der Gefäßultraschalluntersuchung (Einzelnachweis von 300 Untersuchungen):
– Extremitätenarterien (A. subclavia, A. brachialis, A. radialis, A. ulnaris, A. femoralis) und abdominelle, retroperitoneale und mediastinale Gefäße
– Extremitätenvenen
– Extrakranielle hirnversorgende Arterien
3.12 Kardiale Magnetresonanztomographie (MRT)
WZ 3
Beteiligung an der Durchführung und Befundung von magnetresonanztomographischen Untersuchungen des Herzens, um Daten und Befunde kritisch werten und klinisch einordnen zu können, einschließlich der Differenzialindikation der einzelnen bildgebenden Verfahren und deren Stärken und Schwächen
TK 24
Technische Grundlagen der kardialen sowie der Großgefäßmagnetresonanztomographie: Prinzipien des Geräteaufbaus und der Bildgewinnung inklusive des Einsatzes spezifischer Protokolle/Sequenzen und Wichtungen; EKG und Pulstriggering sowie -gating inklusive des Timings der kardialen Bildakquisition inklusive Bewegungsartefaktunterdrückungsmethoden
TK 25
Sicherheitsaspekte bei der Anwendung von kardialer MRT, Voraussetzungen für die Untersuchung von Patienten mit Implantaten und kardialen Devices. Artefakte erkennen und kontrollieren, Kontrastmittelfachkunde (Gadolinium Chelate)
TK 26
Indikationen und Kontraindikationen der kardialen und der Großgefäß-MRT (nativ/kontrastverstärkt) sowie der kontrastmittelverstärkten MRT; Darstellung der Morphologie des linken und des rechten Ventrikels, der Vorhöfe, der Herzklappen, Gewebecharakterisierung inklusive des kardialen Mappings (T1-, T2-Mapping sowie Erfassung des Extrazellularvolumens, Erfassung der Myokarddeformierung (myokardialer Strain) und der Narbendarstellung
TK 27
Bestimmung der systolischen links- und rechtsventrikulären Ejektionsfraktion und der diastolischen Herzfunktion, der kardialen Masse, der Herzvolumina und der Blutflüsse zur Graduierung von Shunts und Regurgitationen mittels Phasenkontrasttechniken (Flussimaging)
TK 28
Indikationen und Kontraindikationen, Durchführung und Befundung von Stress-MRT-Untersuchungen zur Bestimmung der Myokardperfusion/-kontraktion unter Belastung. Kenntnisse der pharmakologischen Belastungsprotokolle und Auswahl zwischen den verschiedenen Optionen von positiv inotropen Substanzen (z. B. Dobutamin) oder Vasodilatatoren (z. B. Adenosin oder Regadenoson). Beurteilung der induzierbaren Myokardischämie sowie der Myokardvitalität
TK 29
Auswahl der optimal geeigneten Untersuchungsmodalität (anatomisch vs. funktional wie Stressechokardiographie oder Szintigraphie) für die Diagnostik und Risikostratifikation von Patienten mit koronarer Herzkrankheit anhand ihrer klinischen Vortestwahrscheinlichkeit
TK 30
Indikationen und Kontraindikationen, Durchführung und Befundung von MRT-Untersuchungen zur Diagnostik von Myokarditis und Kardiomyopathie
TK 31
Stellenwert der kardialen MRT im Vergleich zu anderen Bildgebungsmodalitäten (Nuklearkardiologie) zur Diagnostik der kardialen Amyloidose (inklusive AL und ATTR)
PF 16
*Level II (Einzelnachweis von 50 Untersuchungen): Indikationsstellung und Befundinterpretation sowie Mitwirkung bei der Untersuchung und Befunderstellung der kardialen und Großgefäß-MRT-Untersuchungen
3.13 Kardiale Computertomographie (CT)
WZ 4
Beteiligung an der Durchführung und Befundung von computertomographischen Untersuchungen des Herzens, um Daten und Befunde kritisch werten und klinisch einordnen zu können, einschließlich der Differenzialindikation der einzelnen Verfahren und ihrer Stärken und Schwächen in Hinsicht auf erwartete Bildqualität und diagnostische Genauigkeit
TK 32
Technische Grundlagen der kardialen Computertomographie des Herzens inklusive prospektiver Triggerung, retrospektiven Gatings und entsprechender Rekonstruktionen
TK 33
Indikationen und Kontraindikation der kardialen CT inklusive der nativen Akquisition für die Bestimmung des Kalzium-Scores und der kontrastverstärkten Koronarangiographie. Abschätzung evtl. Nebenwirkungen der Röntgenkontrastmittel
TK 34
Differenzialindikation im Rahmen der Diagnostik/Risikostratifizierung der koronaren Herzkrankheit, der Lungenembolie, der Aortendissektion und der Planung von koronar-, elektrophysiologischen und Herzklappeneingriffen (komplexe Koronarintervention und CTO-Planung, Planung TAVI, AV-Transkatheterklappenersatz)
TK 35
Patientenvorbereitung inklusive Herzfrequenzkontrolle und Vasodilatation unter Beachtung der entsprechenden Kontraindikationen
TK 36
Befundung der kardialen Computertomographie anhand des Verkalkungsgrades, des semiquantitativen Stenosegrades der Koronararterien und der Beschaffenheit der Gefäßwand (kalzifizierte, nicht kalzifizierte Plaques und Risikoplaquemerkmale wie das positive Remodeling, die Spotty-Kalzifikation, die hypodense Low-attenuation-Plaque und das Napkin-ring-Zeichen) und der FFR-CT
TK 37
Strahlenexposition und Maßnahmen in der Bildakquisition und Rekonstruktion zu deren Reduktion
TK 38
Stellenwert der kardialen Computertomographie im Vergleich zu anderen Bildgebungsmodalitäten (Nuklearkardiologie) in der Entzündungsdiagnostik von Implantaten (Herzklappen, Gefäßprothesen, Schrittmacher, Defibrillatoren und Herzunterstützungssysteme)
TK 39
Stellenwert der kardialen Computertomographie zur Bestimmung des Verkalkungsgrades der nativen Aortenklappe (Agatston Score) bei der Evaluation der Aortenstenose und zur Evaluation einer HALT („hypo-attenuated leaflet thickening“) RELM („reduced leaflet motion“) oder Klappenthrombose an Bioprothesen
PF 17
*Level II (Einzelnachweis von 50 Untersuchungen): Indikationsstellung, Befundinterpretation oder Mitwirkung bei der Untersuchung und Befunderstellung der kardialen und Großgefäß-CT-Untersuchungen
3.14 Nuklearkardiologie
WZ 5
Beteiligung an der Befundung von nuklearkardiologischen Untersuchungen des Herzens, um Daten und Befunde kritisch werten und klinisch einordnen zu können, einschließlich der Differenzialindikation der einzelnen Verfahren und ihrer Stärken und Schwächen
TK 40
Technische Grundlagen nuklearmedizinischer Untersuchungen, insbesondere der SPECT- und Gated-SPECT-Untersuchung sowie der Positronenemissionstomographie (PET). Vorteile moderner SPECT-Herzkameras mit Cadmium-Zink-Tellurid-Halbleiterdetektoren (deutlich kürzere Akquisitionszeiten oder alternativ deutlich geringere Strahlenexposition)
TK 41
Radionuklide und Isotope (moderne Technetium-99m-Tracer 99mTc-Sestamibi oder 99mTc-Tetrofosmin mit deutlich geringerer Strahlenexposition haben historische Thallium-201-Szintigraphie komplett abgelöst)
TK 42
Strahlenexposition typischer Untersuchungsprotokolle (2-Tages- und 1‑Tages-Protokolle)
TK 43
Belastungsprotokolle: Kenntnisse der pharmakologischen Belastung mit Adenosin oder Regadenoson
TK 44
Indikationen, Aussagefähigkeit und Limitationen nuklearmedizinischer Methoden, in der Diagnostik der Myokardperfusion und induzierbaren Myokardischämie sowie bei der Beurteilung der Myokardvitalität und der regionalen und globalen Pumpfunktion
TK 45
Hybridtechniken (PET-CT und SPECT-CT) zur Attenuationskorrektur und zur kombinierten anatomischen und funktionellen Bildgebung
TK 46
Stellenwert der 18F‑FDG-PET-CT in der Entzündungsdiagnostik von Implantaten (Herzklappen, Gefäßprothesen, Schrittmachern, Defibrillatoren und Herzunterstützungssystemen)
TK 47
Stellenwert der 18F‑FDG-PET-CT zur Diagnostik der kardialen Sarkoidose
TK 48
Stellenwert der 99mTc-Knochenszintigraphie zur Diagnostik der kardialen ATTR-Amyloidose
PF 18
*Level II: Indikationsstellung zur nuklearkardiologischen Untersuchung und adäquate klinische Einordnung der nuklearkardiologischen Befunde
3.15 Vergleich kardialer Bildgebungsverfahren
TK 49
Für 3.12–3.14: Prinzipien der ionisierenden und nicht ionisierenden Strahlung; strahlenbiologische Effekte und Reduktionsmöglichkeit der medizinisch induzierten Strahlenexposition bei Patienten und Personal; Umgang mit Besonderheiten des Schutzes vor ionisierender Strahlung im Kindes- und Jugendalter, bei Schwangeren und Risikopatienten. Siehe auch 5.1 „Strahlenphysik, Strahlenbiologie und Strahlenschutz“ in Tab. 5
BV 1
Kritische Wertung und klinische Einordnung von Indikationen und Befunden der jeweiligen Untersuchungsmethodik unter Berücksichtigung der klinischen Vortestwahrscheinlichkeit, von EKG-Veränderungen, kardialen Biomarkern (Troponin) und der Echokardiographie (wie regionale Wandbewegungsstörungen) in der Diagnostik der koronaren Herzkrankheit sowie methodenspezifischer Stärken und Schwächen sowie der relativen Wertigkeit gegenüber anderen bildgebenden diagnostischen Methoden
BV 2
Adäquate Kommunikation und Diskussion von Befunden mit anfordernden Ärzten einschließlich nichtkardiologischen Kollegen, insbesondere Herzchirurgen und zuweisenden niedergelassenen Ärzten
BV 3
Kollegiale Zusammenarbeit mit ärztlichem und nichtärztlichem Personal
BV 4
Bei bildgebenden Verfahren, die zu einer Strahlenbelastung führen: kritische Abwägung von Strahlungsrisiko und Kosten, insbesondere im Vergleich zu anderen Verfahren, wie z. B. der Echokardiographie oder der kardialen MRT und entsprechende differenzierte Beratung von Patienten
Tab. 4
Rhythmologie
WZ 1
Selbstständige und eigenverantwortliche Indikationsstellung sowie Durchführung der nichtinvasiven Diagnostik und Therapie aller Rhythmusstörungen, der elektrischen Kardioversion/Defibrillation und der passageren Schrittmacherstimulation sowie der Indikationsstellung zur Katheterablation und zum Einsatz aktiver Herzrhythmusimplantate inklusive der Nachsorge
4.1 Grundlagen
TK 1
Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie der kardialen Erregungsbildung und -leitung
4.2 Grundlegende Mechanismen von Herzrhythmusstörungen
TK 2
Grundlegende Mechanismen von Herzrhythmusstörungen, Synkope und plötzlichem Herztod
4.3 Spezielle Mechanismen von Herzrhythmusstörungen
TK 3
Häufige spezifische Herzrhythmusstörungen, arrhythmogene Erkrankungen insbesondere Ionenkanalerkrankungen (Epidemiologie, Pathophysiologie, klinisches Bild, Diagnose, Prognose, Risikostratifizierung, Therapie und Prävention) sowie seltene spezifische Arrhythmien (Diagnose, Prognose und Risikostratifizierung)
PF 1
*Level III: Sichere Interpretation von Herzrhythmusstörungen im Ruhe‑, Belastungs-, 1‑ oder Mehrkanal-EKG, Langzeit-EKG (s. auch Tab. 1)
PF 2
*Level III: Akut- und Langzeitbehandlung bradykarder und tachykarder Herzrhythmusstörungen
4.4 Diagnostische Prozeduren und Techniken
TK 4
Diagnostische Prozeduren und Techniken in der klinischen Elektrophysiologie (klinische Evaluierung, EKG, Langzeit-EKG, Monitoring, Belastungsuntersuchungen, Kipptischuntersuchung, pharmakologische Testungen, invasive elektrophysiologische Diagnostik, Ereignisrekorder, Telemonitoring)
TK 5
Einsatz, Indikationsstellung und Interpretation moderner Rhythmusdokumentationstechniken (Smartphone-basierte PPG[Photoplethysmographie]- und EKG-Technologien, eHealth-Technologien u. a.)
PF 3
Interpretation der Befunde (*Level II) und Durchführung (*Level I) elektrophysiologischer Untersuchungen und Therapieverfahren einschließlich intrakardialer Ableitungen
4.5 Antiarrhythmische Therapieverfahren
TK 6
Antiarrhythmische Therapieverfahren (Pharmakotherapie; Verfahren zur Kardioversion/Defibrillation, zur passageren und permanenten elektrischen Stimulation und Resynchronisation; invasive elektrophysiologische Therapien einschließlich Katheterablation, operative Verfahren
PF 4
*Level III (Einzelnachweis von 25 Untersuchungen): Fähigkeit zur selbstständigen Planung und Durchführung einer Kardioversion einschließlich Analgosedierung und Monitoring sowie Überprüfung möglicher Kontraindikationen und einer adäquaten Antikoagulation
PF 5
*Level III (Einzelnachweis von 25 Untersuchungen): Fähigkeit zur selbstständigen Applikation von Schrittmachersonden
PF 6
*Level II (Einzelnachweis von 50 Untersuchungen): Mitwirkungen bei der Implantation aller Herzrhythmusimplantate (insbesondere Ereignisrekorder, Ein‑, Zwei- und Dreikammerschrittmacher und -defibrillatoren sowie subkutaner und extravaskulärer Defibrillatoren)
PF 7
*Level II (Einzelnachweis von 25 Untersuchungen): Erfahrungen im Ablauf von elektrophysiologischen Untersuchungen und Mitwirkung bei elektrophysiologischen Untersuchungen einschließlich Katheterablationen
4.6 Betreuung des Rhythmuspatienten
TK 7
Indikationen, Differenzialindikationen, Kontraindikationen sowie mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen der genannten diagnostischen und therapeutischen Verfahren inklusive der Nachsorge
PF 8
*Level III: Differenzialdiagnostische Abklärung, medikamentöse Therapie und Interventionsplanung von Patienten mit Schwindel, Synkopen, Arrhythmien und überlebtem plötzlichem Herztod
PF 9
*Level III: Langzeitbetreuung und Nachsorge von Patienten mit chronischen Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern) sowie nach elektrophysiologischen Interventionen einschließlich Antikoagulationsmanagement
4.7 Umgang mit aktiven Herzrhythmusimplantaten
TK 8
Sachkundiger Umgang mit aktiven Herzrhythmusimplantaten (Ereignisrekorder, Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren und Implantate zur kardialen Resynchronisationstherapie) einschließlich der Programmiergeräte inklusive Interpretation von Telemetriedaten
PF 10
*Level III (Einzelnachweis von 100 Untersuchungen): Fähigkeit zur selbstständigen Indikationsstellung für Devices und selbstständigen Nachsorge aktiver Herzrhythmusimplantate (Ereignisrekorder, Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren und Implantate zur kardialen Resynchronisationstherapie) der relevanten Hersteller
4.8 Beruflich-professionelles Verhalten
BV 1
Gewissenhafte Information und Bewertung von Anamnese und vorliegenden Befunden bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder aktiven Herzrhythmusimplantaten
BV 2
Respektvolle Würdigung der Ängste von Patienten mit Herzrhythmusstörungen sowie implantierten aktiven Herzrhythmusimplantaten und deren Angehörigen
BV 3
Verantwortungsvolle Indikationsstellung mit Berücksichtigung und kritischer Wertung der Nutzen‑/Risiko-Relation für den individuellen Patienten (kardiale und nichtkardiale Komorbidität, Risiken pharmakologischer und interventioneller Verfahren)
BV 4
Kollegiale, respektvolle Teamdiskussion mit ärztlichen Kollegen der eigenen und anderer beteiligter Fachdisziplinen sowie Bereitschaft zur Überweisung an spezialisierte Interventionszentren
BV 5
Beachtung rechtlicher, ethischer und sozioökonomischer Aspekte in der Behandlung von Patienten sowie der Anwendung und Beschaffung von Medikamenten und Medizinprodukten
Tab. 5
Kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Herzkatheterdiagnostik und -intervention)
WZ 1
Fähigkeit, die Erkenntnisse der diagnostischen Herzkatheterverfahren selbstständig und eigenverantwortlich zu interpretieren
WZ 2
Sichere Einschätzung der Herzkatheterinterventionsmöglichkeiten: a) koronar: elektiv und akut; b) kardial: Interventionen bei Vitien und anderen strukturellen Herzerkrankungen inklusive Transkatheterklappenimplantation; c) vaskulär: Gefäßinterventionen und renale Denervierung
WZ 3
Korrekte Indikationsstellung und Durchführung bzw. Veranlassung von Herzkatheterinterventionen
5.1 Strahlenphysik, Strahlenbiologie und Strahlenschutz
TK 1
Grundlagen der Strahlenphysik und der Strahlenbiologie bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
TK 2
Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
PF 1
*Level III: Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz
5.2 Herzkatheterdiagnostik
TK 3
Physikalische Grundlagen der Röntgentechnik und der digitalen Angiographie
TK 4
Indikationen und Kontraindikationen der Herzkatheterdiagnostik
TK 5
Typen und Charakteristika der Standardkatheter; Eigenschaften und Risiken von Kontrastmitteln; prinzipielles Verständnis der invasiven Druckmessung; Methoden der Sauerstoffsättigungsbestimmung
TK 6
Kenntnis und Behandlung möglicher Komplikationen der Herzkatheteruntersuchung (Hypotonie, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, Myokardischämie, periphere und zerebrale Embolien, Gefäßverletzungen, retroperitoneale Blutungen, Perikardtamponade, Kontrastmittelreaktionen, Nierenversagen)
TK 7
Anatomische Zuordnung der Durchleuchtungsbilder (Herzkammern, Aorta und große Arterien); detaillierte Koronarmorphologie und -anomalien; Anatomie der Zugangsarterien (A. femoralis, A. radialis, A. ulnaris, A. brachialis); Zuordnung und Beurteilung von Druckkurven; Erkennen und Beurteilung von Shunts (Links-Rechts-Shunt/Rechts-Links-Shunt)
TK 8
Zugangswege und -technik für invasive Diagnostik (transfemoral, transradial/transulnar, transseptal etc.)
TK 9
Standardablauf der Koronarangiographie und Lävokardiographie
TK 10
Prinzipien und Indikation für intrakoronare Diagnosemethoden (intravaskulärer Ultraschall = IVUS, fraktionelle Flussreserve = FFR, „instantaneous wave-free ratio“ = iFR/iwFR, optische Kohärenztomographie = OCT)
TK 11
Passagere Schrittmachertherapie (s. 4.5 PF 5)
TK 12
Indikation und Technik der Perikarddrainage (s. Tab. 3 3.5)
PF 2
*Level III: Bedienung einer Herzkatheteranlage (Standardprojektionen, Rotation, Angulation, Umgang mit Zusatztools
PF 3
*Level III: Beherrschen der wichtigsten arteriellen und venösen Zugänge (A. femoralis, A. radialis, A. ulnaris, A. brachialis; V. femoralis, V. subclavia)
PF 4
*Level III: Beherrschung der Methoden zur Blutstillung nach invasiver Diagnostik
PF 5
*Level III (Einzelnachweis von 200 Untersuchungen): selbstständige Durchführung selektiver Koronarangiographien – ggf. mit Bypassdarstellungen, ggf. mit Lävo- und Dextrokardiographie, ggf. mit Aortographie, ggf. mit transseptaler Punktion/linksatrialer Vorhofsondierung – zur Darstellung der Koronarien und deren Stenosen, ggf. der Kammerfunktionen und -dysfunktionen und ggf. der Klappenfunktionen und -dysfunktionen
PF 6
*Level III (Einzelnachweis von 20 Untersuchungen): selbstständige Durchführung von Rechtsherzkatheterisierungen
PF 7
*Level III: Beurteilung und Bewertung des Koronarangiogramms, der Ventrikelfunktion und aller angiographisch dargestellten Strukturen
PF 8
*Level III: Durchführung und Bewertung der Druckmessung im linken und rechten System (Herz und herznahe Gefäße)
PF 9
*Level III: Berechnung von Herzminutenvolumen, Druckgradienten, Klappenöffnungsflächen und Regurgitationsfraktionen sowie Shunt-Volumina (Links-Rechts-Shunt/Rechts-Links-Shunt)
PF 10
*Level III: Beherrschen aller relevanten Therapiemaßnahmen bei lebensbedrohlichen kardiovaskulären Notfällen inklusive der kardiopulmonalen Reanimation (s. auch Tab. 6 6.2)
PF 11
*Level II: Indikationsstellung zu interventionellen oder operativen Maßnahmen
5.3 Koronarinterventionen (elektiv und akut)
TK 13
Pathophysiologie der ischämischen Herzerkrankung/des akuten und chronischen Koronarsyndroms
TK 14
Anatomische und pathophysiologische Zusammenhänge der regionalen Myokardischämie
TK 15
Indikationsstellung zur elektiven und akuten perkutanen Koronarintervention (PCI)
TK 16
Kenntnis der eventuell erforderlich werdenden interdisziplinären Kooperation („Herz-Team“; Herzchirurg, Anästhesist, Gefäßchirurg)
TK 17
Detailliertes Wissen über das Interventionsinstrumentarium (Führungskatheter, Führungsdrähte, Ballons, Stents) und über alternative Revaskularisationsmethoden
TK 18
Umfassende Kenntnis möglicher Komplikationen (Gefäßdissektion, Gefäßverschluss, -thrombose, Koronarperforation, akutes Pumpversagen, lebensbedrohliche Rhythmusstörungen)
TK 19
Kenntnis der Herz-Kreislauf-Unterstützungstechniken zur Behandlung der akuten Herzinsuffizienz/des kardiogenen Schocks periinterventionell (pharmakologisch, apparativ)
TK 20
Medikamentösen Begleittherapie periinterventionell, deren Kombinationsmöglichkeiten sowie Interaktionen
PF 12
*Level III: Beherrschen der pharmakologischen Begleittherapie und deren möglicher Nebenwirkungen
PF 13
*Level II: Sicherer Einsatz der Koronarinterventionsinstrumentarien unter Beachtung und Abwägung spezifischer Komplikationsrisiken
PF 14
*Level II: Sichere differenzialtherapeutische Entscheidungsfähigkeit (konservativ vs. interventionell vs. herzchirurgisch), basierend auf Evidenz und Risiko‑/Nutzenabwägung
PF 15
*Level II (Einzelnachweis von 50 Untersuchungen): Mitwirkung bei Koronarinterventionen, davon 15 im Rahmen von Notfällen bzw. der Therapie eines akuten Koronarsyndroms (ACS). Für die Einzelnachweise zählen auch die Mitwirkungen bei einer kathetergestützten Klappenintervention sowie bei einem Verschluss eines persistierenden Foramen ovale (PFO), eines Vorhofseptumdefekts (ASD) sowie eines linken Vorhofohrs (LAA)
5.4 Kardiale Interventionen
TK 21
Myokardbiopsie: Indikation, Technik, Risiken, Befundinterpretation
TK 22
Katheterinterventionelle Klappentherapie: Indikationen, Ergebnisqualitäten, Techniken, Risiken
TK 23
Katheterinterventionelle Verschluss- und Okklusionstherapie: Indikationen, Ergebnisqualitäten, Techniken, Risiken
PF 16
*Level I: Durchführung rechts- und/oder linksventrikulärer Myokardbiopsien
PF 17
*Level I: Interventionelle Klappentherapie (Aortenklappenstenose mittels TAVI, Mitral‑, Trikuspidal- und Pulmonalklappeninterventionen)
PF 18
*Level I: Interventioneller PFO(persistierendes Foramen ovale)-, ASD(Vorhofseptumdefekt)- und VSD(Ventrikelseptumdefekt)-Verschluss sowie LAA(linkes Vorhofohr)-Okkluder-Implantation
5.5 Gefäßinterventionen
TK 24
Gefäßstenting: Indikationen, Ergebnisqualitäten, Techniken, Risiken
TK 25
Renale Sympathikusdenervierung: Indikationen, Ergebnisqualitäten, Techniken, Risiken
PF 19
*Level I: Gefäßstenting (Aorta, periphere Arterien Karotisarterien, Nierenarterien)
PF 20
*Level I: Renale Sympathikusdenervierung
5.6 Beruflich-professionelles Verhalten
BV 1
Verantwortungsvolle Indikationsstellung mit Berücksichtigung und kritischer Wertung der Nutzen‑/Risiko-Relation für den individuellen Patienten (Komorbidität, Punktionsrisiko, Bestrahlung, Kontrastmittelbelastung)
BV 2
Einholung der Informationen und Bewertung von Anamnese und vorliegender nichtinvasiver Befunde
BV 3
Konzeptionelle Überlegung und Diskussion mit dem Patienten – partizipative Entscheidungsfindung („shared decision making“) – und ggf. Angehörigen über mögliche Ergebniskonsequenzen
BV 4
Respektvolle Kooperation mit ärztlichem und nichtärztlichem Personal
BV 5
Kollegiale, respektvolle Teamdiskussion mit ärztlichen Kollegen aller eventuell zu beteiligenden Disziplinen (Interventionskardiologe, Herzchirurg, Angiologe, Gefäßchirurg, Radiologe u. a.) über Therapiestrategie mit Berücksichtigung aller notwendigen Untersuchungsergebnisse
BV 6
Beachtung möglicher psychischer Anpassungs- und Belastungsstörungen nach dem Eingriff
BV 7
Zeitnahe und umfassende Information des zuweisenden Kollegen über Untersuchungsergebnis und -konsequenz
Tab. 6
Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin
WZ 1
Vermittlung der für eine bestmögliche Versorgung kardiovaskulärer Notfall- und Intensivpatienten erforderlichen theoretischen Kenntnisse, der praktischen Fähigkeiten und des beruflich-professionellen Verhaltens
6.1 Notfall- und intensivmedizinische Maßnahmen im Gebiet Innere Medizin (gemeinsame Inhalte der Facharztweiterbildung im Gebiet Innere Medizin)
Kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse):
Kenntnisse über Organfunktionen und Organversagen
Differenzierte Beatmungstechniken
Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten):
Stufendiagnostik und Therapie bei akut einsetzenden Leitsymptomen, z. B. Dyspnoe, Thoraxschmerz, Bauchschmerz, passagere und persistierende Bewusstseinsstörung, Fieber, Erbrechen, Durchfall
Diagnostik und Therapie akuter und vital bedrohlicher Erkrankungen und Zustände, insbesondere
– Respiratorische Insuffizienz
– alle Schockformen
– kardiale Insuffizienz
– akutes Nierenversagen
– sonstige Ein- und Mehrorganversagen
– Koma und Delir
– Sepsis
– Intoxikationen
Kardiopulmonale Reanimation
Intensivmedizinische Behandlung von Patienten mit Funktionsstörungen von mindesten 2 vitalen Organsystemen
Analgosedierung von intensivmedizinischen Patienten
Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht intubierten Patienten einschließlich Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
Therapie von Stoffwechselentgleisungen
Notfallsonographie und Notfallechokardiographie
Passagere Schrittmacheranlage
Punktions- und Katheterisierungstechniken, insbesondere
Zentralvenöse Zugänge
Arterielle Gefäßzugänge
Endotracheale Intubation
6.2–6.5 Über das Internistenniveau hinausgehende kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin
6.2 Versorgung im Rahmen von Reanimationen
WZ 2
Leitliniengerechtes Management des Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand einschließlich der nachfolgenden Risikostratifizierung
TK 1
ÄPPKDTPP des Herz-Kreislauf-Stillstandes, insbesondere dessen leitliniengerechte Behandlung in der Akutphase und in der anschließenden Postreanimationsphase auf der Intensivstation, inklusive der extrakorporalen Zirkulation („extracorporeal life support“ [ECLS]), des zielgerichteten Temperaturmanagements („targeted temperature management“ [TTM]) und – bei gegebener Indikation – der invasiven Koronardiagnostik und -intervention („post-resuscitation care“)
PF 1
*Level III: „Advanced cardiac life support“ (ACLS)
PF 2
*Level III: Postreanimationsbehandlung („post-resuscitation care“) des erfolgreich reanimierten Patienten („return of spontaneous circulation“ [ROSC]) mit zielgerichtetem Temperaturmanagement („targeted temperature management“ [TTM]) und – bei gegebener Indikation – mit invasiver Koronardiagnostik und -intervention (*Level II)
BV 1
Enge Kooperation mit dem Rettungsdienst und der Notaufnahme bei der Betreuung des reanimierten Patienten
6.3 Kardiovaskuläre Notfallmedizin
WZ 3
Betreuung von Patienten mit bedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Notaufnahme und in der Chest-Pain-Unit, insbesondere von Patienten mit akutem Thoraxschmerz und akuter Dyspnoe
TK 2
ÄPPKDTPP bedrohlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen (akuter Thoraxschmerz, akute Dyspnoe, akutes Koronarsyndrom, akute kardiale Dekompensation, akute Herzrhythmusstörungen, Beinvenenthrombose und Lungenembolie, Aortendissektion, hypertensives Notfallgeschehen, Synkope) und deren Akutversorgung
PF 3
*Level III: Diagnosestellung und Erstversorgung der unter TK genannten Krankheitsbilder in der Prähospitalphase, in der Notaufnahme und in der Chest-Pain-Unit, unter Einbeziehung der Labor- und Echokardiographiediagnostik (Tab. 3 3.10) und Indikationsstellung zur kardialen CT-/MRT-Bildgebung (Tab. 3 3.12, 3.13)
BV 2
Enge Zusammenarbeit bzw. Schnittstellenkommunikation mit den in der Prähospitalphase, in der Notaufnahme und in der Chest-Pain-Unit kooperierenden Disziplinen
6.4 Kardiovaskuläre Intensivmedizin
WZ 4
Optimale intensivmedizinische Betreuung des kritisch kranken Herz-Kreislauf-Patienten im interprofessionellen Team
TK 3
ÄPPKDTPP der Krankheitsbefunde des kritisch kranken, intensivpflichtigen Herz-Kreislauf-Patienten im Hinblick nicht nur auf kardiologische, sondern insbesondere auch auf intensivmedizinische Aspekte (invasives hämodynamisches Monitoring, Diagnostik und Therapie des Herz-Kreislauf-Schocks, des Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) und der Sepsis sowie organunterstützender Verfahren wie maschinelle Beatmung, Nieren- und Leberersatztherapie, mechanische Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme)
PF 4
*Level III: Medikamentöse Therapie des kardiogenen Schocks
PF 6
*Level III: Invasives hämodynamisches Monitoring; invasive und nichtinvasive Beatmung inklusive Analgosedierung und Weaning; Organersatztherapie; Behandlung der Sepsis/des septischen Schocks. Behandlung von Organversagen
PF 8
*Level III: Adjunktive Schocktherapie mit mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (s. TK 3)
BV 1
Erkenntnis, dass für das Überleben kardiovaskulärer Intensivpatienten eine bestmögliche interdisziplinäre Intensivbetreuung ebenso relevant ist wie kardiologische Maßnahmen
BV 2
Respektvoller Umgang mit Ängsten und Schamgefühlen der Patienten und mit Ängsten der Angehörigen
ÄPPKDTPP Ätiologie, Pathophysiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnose & Differentialdiagnose, Therapie & Differentialtherapie, Prognose und Prävention
Tab. 7
Digitale Kardiologie
WZ 1
Vermittlung der Möglichkeiten und Verständnis der digitalen Medizin in der Kardiologie, insbesondere Nutzung neuer diagnostischer und therapeutischer Optionen und deren Stellenwert in den aktuellen europäischen Leitlinien, z. B. „Wearables“, Telemedizin, KI-Anwendungen
TK 1
Neue Medienkompetenz: digitale Recherchekompetenz, Umgang mit digitalen Datenbanken, Datenschutz und -sicherung, Kenntnis und Nutzung digitaler Fort- und Weiterbildungsangebote, interdisziplinäre und interkollegiale digitale Vernetzung, kritische Würdigung neuer e‑Technologien, differenzierter und kritischer Umgang mit sozialen Medien
Erkennen unter der Vielzahl an „eHealth“-Angeboten von zugelassenen, medizinisch erprobten Anwendungen
TK 2
Kenntnisse aktueller eHealth-Domänen, insbesondere
– Telemedizinische Angebote einschließlich Disease-Management-Programme, Telemonitoring von Devices, Telekonsultationen
– Krankenhausinformationssysteme einschließlich elektronischer Patientenakten, „clinical decision support tools“
– Regionale und nationale digitale Netzwerke einschließlich digitaler Überweisungen und Verordnungen
– „Mobile health“ (mHealth) einschließlich „Apps“, durch mobile Technologien unterstützte medizinische Angebote zu Gesundheitsdaten, Patientenscreening in Bezug auf Volkskrankheiten (z. B. Vorhofflimmern), Monitoring von Vitaldaten zur Bereitstellung medizinischer Angebote und Patienteninformationen; digitale Gesundheitsanwendungen (sog. „DiGAs“)
– „Personalized health“ (pHealth): tragbare oder implantierbare Mikro- oder Nanotechnologie mit Sensoren oder Therapieapplikationen zur Steuerung der Diagnostik und Therapieentscheidungsprozesse (z. B. Arrhythmiedetektoren, Sturzdetektoren, Insulinpumpen, Defibrillatorwesten …)
– Soziale Medien: professioneller Umgang mit sozialen Medien unter Berücksichtigung des Nutzens und möglicher Risiken im Umgang, Kenntnisse über rechtliche Rahmenbedingungen beim Umgang mit sozialen Medien
TK 3
Künstliche Intelligenz und Big Data in der Kardiologie
– Künstliche Intelligenz: Basiswissen zu „machine learning“ (ML) und „deep learning“ (DL) inklusive typischer Einsatzgebiete in der Kardiologie zur Prädiktion, Diagnostik und Therapiesteuerung (z. B. EKG-Analyse oder Bildanalyse), Kenntnis von Stärken und Schwächen, kritischer Auseinandersetzung mit KI-basierten wissenschaftlichen Studien sowie Grundkenntnisse über den rechtlichen Rahmen
– Big Data: Untersuchung und Nutzung unterschiedlicher Datenquellen in Bezug auf epidemiologische, pathophysiologische oder korrelationsbezogene Zusammenhänge mit Integration (1) großer Datenmengen (Datenvolumen), (2) hoher Geschwindigkeiten der Datensammlung und -auswertung und (3) einer großen Datenvielfalt (Datentypen und -quellen) mit dem Ziel einer individuellen Einschätzung und Behandlung der Patienten
PF 1
*Level III: Fähigkeit zur Indikationsstellung, Beurteilung und Nachsorge Smartphone-basierter Technologien, z. B. EKG-Screening zum opportunistischen oder systematischen Vorhofflimmern-Screening, aber auch Interpretation von Wearable-EKG oder Photoplethysmographiesignalen zur Rhythmus- und Frequenzdokumentation
PF 2
*Level III: Fähigkeit zum Umgang mit digitalen Technologien (inklusive sozialer Medien) zur digitalen Fort- und Weiterbildung und Recherche
PF 3
*Level III: Fähigkeit zum gezielten Einsatz passender, auf künstlicher Intelligenz basierender, Anwendungen in der Kardiologie zur Diagnostik, Therapieplanung und Prädiktion
BV
Angemessener Umgang mit neuen eHealth-Technologien (ethische Grundsätze, klinische Standards, rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz, professioneller Umgang)
1.
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Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Älterer Mann mit Tabletten in der Hand/© vorDa / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Impfung bei einem Mann/© Geber86 / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)