Curriculum „Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin“
- 16.12.2025
- Notfallmedizin
- Aus der DGIIN
Zusammenfassung
Vorwort
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Prof. Dr. Matthias KochanekPräsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e. V. (DGIIN)
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Prof. Dr. Jan GallePast-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
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Prof. Dr. Erwin BlessingPräsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. (DGA)
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Prof. Dr. Jan P. TuckermannPräsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE)
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Prof. Dr. Heiner WedemeyerPräsident der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V. (DGVS)
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Prof. Dr. med. univ. Markus GoschPast-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e. V. (DGG)
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Prof. Dr. Andreas HochhausGeschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO)
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Prof. Dr. Maria VehreschildPräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e. V. (DGI)
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Prof. Dr. Holger ThielePast-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK)
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Prof. Dr. Martin K. KuhlmannPräsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN)
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Prof. Dr. Claudia BauseweinPräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP)
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Prof. Dr. Wolfram WindischPast-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)
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Prof. Dr. Ulf WagnerPräsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh)
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Christine Neumann-GrutzeckPräsidentin des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten e. V. (BDI)
Inhaltsverzeichnis
1. Warum ein Curriculum „Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin“?
2. Weiterbildung im Gebiet „Innere Medizin“
2.1. Die (Muster‑)Weiterbildungsordnung (M-)WBO der Bundesärztekammer
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Der Begriff „Weiterbildung“ im engeren Sinne ist ein Terminus der (Muster‑)Weiterbildungsordnung ([M-]WBO) mit Prüfungsabschluss, für den die Bundesärztekammer verantwortlich zeichnet. Die Präambel der (M-)WBO führt dazu Folgendes an [3]: „Ärztliche Weiterbildung beinhaltet das Erlernen spezieller ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und nach Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit. Im Interesse der Patienten werden die in der Ausbildung geprägten ärztlichen Kompetenzen und Haltungen während der Weiterbildung vertieft. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist die vertiefende Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der Berufsausübung. Die Weiterbildung erfolgt in strukturierter Form, um in Gebieten die Qualifikation als Facharzt, darauf aufbauend eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder in einer Zusatz-Weiterbildung zu erhalten … Die Weiterbildung wird in angemessen vergüteter hauptberuflicher Ausübung der ärztlichen Tätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Sie erfolgt unter Anleitung befugter Ärzte in praktischer Tätigkeit und theoretischer Unterweisung sowie teilweise durch die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kursen … Die Weiterbildungsbezeichnung ist der Nachweis für erworbene Kompetenz. Sie dient der Qualitätssicherung der Patientenversorgung und der Bürgerorientierung.“
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Die Novellierung der (Muster‑)Weiterbildungsordnung ([M-]WBO) der Bundesärztekammer ist im November 2018 mit der Publikation [3] zum Abschluss gebracht worden. Die (M-)WBO beinhaltet neben der Gebiets‑, Facharzt- und Schwerpunkt-Weiterbildung auch die darauf aufbauenden Zusatz-Weiterbildungen (Z-WB), die gebietsübergreifend erworben werden können. In dem „Fachlich empfohlenen Weiterbildungsplan“ (FEWP) werden die in der Weiterbildungsordnung umschriebenen Kompetenzen näher erläutert. Bei den FEWP handelt es sich um unverbindliche Muster, die von einer federführenden Ärztekammer unter Hinzuziehung von Fachvertretern sukzessive erarbeitet und nach Abstimmung in der Ständigen Konferenz „Ärztliche Weiterbildung“ vom Vorstand der Bundesärztekammer befürwortet wurden. Es obliegt der jeweiligen Ärztekammer zu entscheiden, ob und ggf. in welcher Form diese Muster in ihrem Kammerbereich übernommen werden.
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Die Fachgesellschaften haben die Möglichkeit, bei einer Aktualisierung der (M-)WBO („Novellierung“) durch die BÄK beratend die Weiterbildungsinhalte mitzudefinieren: In Vorbereitung einer Novellierung der (M-)WBO durch die BÄK werden die Fachgesellschaften von der BÄK aufgefordert, Vorschläge hinsichtlich der Weiterbildungsinhalte zu unterbreiten. Nach Fertigstellung der Novellierung durch die BÄK legt diese die (M-)WBO-Novellierung dem Ärztetag zur Beschlussfassung vor. Nach Zustimmung des Ärztetags leitet die BÄK die novellierte (M-)WBO als „Muster“-Vorschlag den Landesärztekammern zur Umsetzung zu, wobei diese die Möglichkeit haben, durch Modifikationen die (M-)WBO der BÄK in die definitive Weiterbildungsordnung für ihren jeweiligen Ärztekammerbereich (WBO) umzugestalten. In dieser Phase besteht wiederum für Mitglieder der Fachgesellschaften, die in Gremien der Landesärztekammer mitarbeiten, die Möglichkeit – dieses Mal auf der Ebene der jeweiligen Landesärztekammer –, beratend Modifikationen der Weiterbildungsinhalte vorzuschlagen.
2.2. Wege zur Weiterbildung in „Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin“
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In der (M-)WBO zum Facharzt für Innere Medizin bzw. zum Facharzt für Innere Medizin und Schwerpunkt [3] ist festgelegt, dass jeder zukünftige Facharzt im Rahmen seiner 60- bzw. 72-monatigen Weiterbildungszeit unter Befugnis im Gebiet Innere Medizin 6 Monate in der Notaufnahme und 6 Monate in der Intensivmedizin abzuleisten hat.
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Notfall- und intensivmedizinische Maßnahmen im Gebiet Innere Medizin:Die gemeinsamen Inhalte der Facharztweiterbildungen im Gebiet Innere Medizin sind für die Notfall- und Intensivmedizin im Folgenden zusammengefasst.
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Kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse):
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differenzierte Beatmungstechniken.
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Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten):
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Stufendiagnostik und Therapie bei akut einsetzenden Leitsymptomen, z. B. Dyspnoe, Thoraxschmerz, Bauchschmerz, passagere und persistierende Bewusstseinsstörungen, Fieber, Erbrechen, Durchfall;
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Diagnostik und Therapie akuter und vital bedrohlicher Erkrankungen und Zustände insbesondere respiratorische Insuffizienz, Schock, kardiale Insuffizienz, akutes Nierenversagen, sonstige Ein- und Mehrorganversagen, Koma und Delir, akute Enzephalopathie, Sepsis und Intoxikationen;
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kardiopulmonale Reanimation;
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intensivmedizinische Behandlung von Patienten mit Funktionsstörungen von mindestens 2 vitalen Organsystemen;
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Analgosedierung von intensivmedizinischen Patienten;
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atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nichtintubierten Patienten einschließlich Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten;
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Therapie von Stoffwechselentgleisungen;
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Notfallsonographie;
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Notfallbronchoskopie;
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passagere Schrittmacheranlage;
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Punktions- und Katheterisierungstechniken (insbesondere zentralvenöse Zugänge und arterielle Gefäßzugänge).
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Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie: Neben den gemeinsamen Inhalten zur Notfall- und Intensivmedizin für alle internistischen (M-)WBO (siehe oben) enthält die (M-)WBO für den Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie noch zusätzlich einen Weiterbildungsblock für die kardiovaskuläre Notfall- und Intensivmedizin:
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kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse):
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herzunterstützende Verfahren.
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Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten):
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Behandlung des Herz-Kreislauf-Versagens in der Akutphase;
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Management der Postreanimationsphase;
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Akutbehandlung von Patienten mit akuten und bedrohlichen Herz- Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere akutes Thoraxschmerzsyndrom, auch in Notaufnahme und Chest Pain Unit, Intermediate Care und Internistischer Intensivmedizin;
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invasives hämodynamisches Monitoring;
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organunterstützende Verfahren, z. B. nichtinvasive und invasive Beatmung, intraaortale Ballongegenpulsation, perkutane Herz-Lungen-Maschine, extrakorporale Membranoxygenierung, perkutane Herzunterstützungssysteme;
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Akutbehandlung des Herz-Kreislauf-Schocks, insbesondere des kardiogenen Schocks;
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Mitbehandlung des Multiorgandysfunktionssyndroms.
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Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie: Neben den gemeinsamen Inhalten zur Notfall- und Intensivmedizin für alle internistischen (M-)WBO (siehe oben) enthält die (M-)WBO für den Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie noch zusätzlich einen Weiterbildungsblock für infektiologische Notfälle:
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kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse):
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akute lebensbedrohliche Infektionen und infektiologische Notfälle.
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Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten):
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Beurteilung des Schweregrads von Infektionen;
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Erkennung und Behandlung einschließlich Erstversorgung von Infektionen mit hoher Kontagiosität;
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interdisziplinäre Beratung und Akutbehandlung bei lebensbedrohlichen Infektionen;
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Erkennung und Therapie der Sepsis und des septischen Schocks, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit.
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3. Zusatz-Weiterbildungen (Z-WB) der Bundesärztekammer (BÄK) im Bereich der Intensivmedizin und Notfallmedizin
3.1. Zusatz-Weiterbildung (Z-WB) Intensivmedizin [3]
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Definition: „Die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Intensivüberwachung und Intensivbehandlung von Patienten, deren Vitalfunktion oder Organfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind und durch intensive therapeutische Verfahren unterstützt oder aufrechterhalten werden müssen.“ Diese Z‑WB kann entweder als Z‑WB Intensivmedizin oder als Z‑WB Intensivmedizin mit der jeweiligen Gebietsbezeichnung geführt werden, im Fall des Internisten als Z‑WB „Intensivmedizin“ oder als Z‑WB „Internistische Intensivmedizin“.
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Die Mindestanforderungen gemäß § 11 MWBO für diese Z‑WB sind die Facharztanerkennung in den Gebieten Anästhesiologie, Chirurgie, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie oder Neurologie und zusätzlich 18 Monate Intensivmedizin unter Befugnis an Weiterbildungsstätten; davon können 6 Monate aus der Weiterbildung im Gebiet angerechnet werden, wenn bereits 12 Monate Intensivmedizin in der Weiterbildung bei einem Befugten abgeleistet wurden.
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Die Weiterbildungsinhalte der Z‑WB (Kognitive und Methodenkompetenz [Kenntnisse] und Handlungskompetenz [Erfahrungen und Fertigkeiten])gliedern sich in:
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Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin:
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Diagnostik und Überwachung;
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invasive Maßnahmen;
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Notfälle;
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Homöostase;
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Nervensystem;
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respiratorisches System;
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kardiovaskuläres System;
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Niere und Urogenitaltrakt;
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Infektiologie und Hygiene;
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Organspende/Transplantation;
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Schwangerschaft;
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Behandlung spezieller Krankheitsbilder.
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Spezifische Inhalte für die Facharzt-Weiterbildung:
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Anästhesiologie;
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im Gebiet Chirurgie;
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im Gebiet Innere Medizin;
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Neurochirurgie;
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Neurologie;
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Kinder- und Jugendmedizin.
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Die spezifischen Inhalte für die Facharzt-Weiterbildungen im Gebiet Innere Medizin gliedern sich folgendermaßen:
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kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse):
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Besonderheiten der intensivmedizinischen Behandlung von Patienten nach Transplantation solider Organe.
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Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten):
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Intensivmedizinische Behandlung bei vital bedrohlichen internistischen Erkrankungen;
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intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder;
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perkutane Tracheotomie (Richtzahl 10);
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transvenöse Schrittmachertherapie (Richtzahl 3);
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intensivmedizinische Behandlung von Patienten mit schweren Nierenerkrankungen und (drohendem) Nierenversagen, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit.
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3.2. Zusatz-Weiterbildung (Z-WB) „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ [3, 4]
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Definition: „Die Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erstdiagnostik und Initialtherapie von Notfall- und Akutpatienten im Krankenhaus sowie die Indikationsstellung und Koordination der weiterführenden fachspezifischen Behandlung in interdisziplinärer Zusammenarbeit.“ [3]
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Die Mindestanforderungen gemäß § 11 MWBO für diese Z‑WB sind die Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung plus 6 Monate Intensivmedizin, die auch während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden können plus 80 h-Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung plus 24 Monate Klinische Akut- und Notfallmedizin in einer interdisziplinären Notfallaufnahme unter Befugnis an Weiterbildungsstätten [3].
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Die Weiterbildungsinhalte der Z‑WB gliedern sich in
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übergreifende Inhalte;
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symptomorientierte Erstdiagnostik und Initialtherapie;
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alters- und geschlechtsspezifische Notfälle [20] (Kindes- und Jugendalter, Schwangerschaft, geriatrische Patienten);
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notfallmedizinische Kernverfahren;
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organbezogene und spezifische Notfallsituationen.
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3.3 Zusatz-Weiterbildung (Z-WB) „Notfallmedizin“ [3]
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Definition: „Die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin umfasst die Erkennung drohender oder eingetretener Notfallsituationen und die Behandlung von Notfällen sowie die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung akut bedrohter Vitalfunktionen.“
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Die Mindestanforderungen gemäß § 11 MWBO für diese Z‑WB sind 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung im stationären Bereich unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon 6 Monate in der Intensivmedizin oder Anästhesiologie plus 80 h-Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung plus anschließend 50 Notarzteinsätze im öffentlichen Rettungsdienst (Notarzteinsatzfahrzeug oder Rettungshubschrauber) unter Anleitung eines verantwortlichen Notarztes, davon können bis zu 25 Einsätze im Rahmen eines standardisierten Simulationskurses erfolgen. Im Gegensatz zur Z‑WB „Intensivmedizin“ und „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ wird im Rahmen der Z‑WB „Notfallmedizin“ keine Facharztkompetenz vorausgesetzt.
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Die Weiterbildungsinhalte der Z‑WB gliedern sich in
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organisatorische, einsatztaktische Grundlagen;
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die Untersuchung des Notfallpatienten;
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Leitsymptome: Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten) in der Einleitung einer symptomorientierten Erstbehandlung bei → Bewusstseinsstörungen/neurologischen Defiziten, → akuter Atemnot, → Brustschmerz, → Blutungen, → Schock, → Herzrhythmusstörungen, → akutem Abdomen/Bauchschmerzen, → psychischen Störungen, → Fieber;
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diagnostische Maßnahmen: Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten) → Durchführung und Befunderstellung des Elektrokardiogramms im Notfall; → Applikation und Bewertung des Basismonitorings einschließlich Besonderheiten des kindgerechten Monitorings beim Transport, Messung und Bewertung der Kapnometrie und Kapnographie;
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therapeutische Maßnahmen: kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse) u. a. in Grundlagen der transkutanen Schrittmachertherapie; Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten) u. a. bei der Durchführung von Defibrillationen oder Kardioversion, auch als Simulation.
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4. Klassifizierung und Graduierung von Weiterbildungsinhalten
4.1. Theoretische Kenntnisse – praktische Fähigkeiten – beruflich-professionelles Verhalten
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Die „theoretischen Kenntnisse“ (TK, „knowledge“) definieren sich aus den stichwortartig aufgeführten Themenschwerpunkten bzw. den kognitiven und Methodenkompetenzen der (M-)WBO der BÄK. Die theoretischen Wissensanteile sind das essenzielle Fundament der Kompetenzentwicklung.
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Die „praktischen Fähigkeiten“ (PF, „skills“) beschreiben die effektive Anwendung von theoretischem Wissen zur Lösung von Problemen, zu klinischen Entscheidungsfindungen und – aufbauend auf Erfahrung und Training – zur Durchführung von Prozeduren. Simulationstraining im Team (siehe z. B. Kurse der DGIIN) stellt eine sinnvolle Ergänzung in der kompetenzorientierten Zusatz-Weiterbildung dar und führt zu einer vertrauensvollen interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit [28]. Die „skills“ sollten sich allerdings nicht ausschließlich auf die fachpraktischen – die „hard skills“ – beschränken, sondern persönliche, soziale und methodische Kompetenzen, „soft skills“, einschließen.
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Das „beruflich-professionelle Verhalten“ (BV, „behaviours and attitudes“) soll der Mediziner lernen und beruflich „leben“ im Umgang mit Patienten und Angehörigen, allen beteiligten Berufsgruppen – sowohl interdisziplinär als auch interprofessionell – und anderen Akteuren im Gesundheitswesen.
4.2. Kompetenzgraduierung – Level I, II und III
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Das sehr aufgefächerte gesamte Spektrum der internistischen Inhalte der Intensiv- und Notfallmedizin soll zwar von jedem Weiterzubildenden „gewusst“ werden, nicht jeder Notfall- und Intensivmediziner kann aber alle Spezialkenntnisse bzw. Techniken der integrierten internistischen Schwerpunktfächer – wie z. B. der Behandlung eines dekompensierten Vitiums oder eines adulten Still-Syndroms – selbständig durchführen. Insofern muss hinsichtlich der „Eindringtiefe“ im Beherrschen praktischer Fähigkeiten zwangsläufig eine Graduierung vorgenommen werden zwischen dem selbständigen bzw. nichtselbständigen Beherrschen der breiten Palette intensiv- und notfallmedizinischer Methoden und Techniken und dem Wissen um erweiterte Methoden und Techniken im Speziellen. Für den Erwerb weiterführender Kenntnisse dieser Art dienen z. B. Curricula der internistischen Schwerpunktfächer im Sinne einer Zusatzqualifikation – z. B. das Curriculum „Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK; [26]) – und auch fächerübergreifende Konsensuspapiere, z. B. die Empfehlungen zur extrakorporalen Reanimation (eCPR; [29)].
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Hinsichtlich der Kompetenzgraduierung orientiert sich das vorliegende Curriculum ebenfalls an der von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) beschriebenen Graduierung [23] mit den Kompetenzlevels I–III.
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Kompetenzlevel I für praktische Fähigkeiten („skills“):
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Erfahrung bei der Auswahl der geeigneten diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen und der Interpretation der erhaltenen Ergebnisse;
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Erfahrung bei der Suche nach einer geeigneten Behandlung, zu der der Patient überwiesen werden soll;
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Level I erfordert zwar umfassende theoretische Kenntnisse der Methoden, jedoch keine Beherrschung der Techniken.
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Kompetenzlevel II für praktische Fähigkeiten („skills“):
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Level II geht über Level I hinaus: Zusätzlich zur Level-I-Kompetenz muss der Weiterzubildende sich praktische Erfahrungen aneignen und bewahren, aber nur als nichtselbständiger und nicht als eigenverantwortlicher Untersucher (der Weiterzubildende assistiert oder führt eine spezielle Technik oder Prozedur unter Anleitung durch).
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Kompetenzlevel III für praktische Fähigkeiten („skills“):
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Level III geht über Level I und Level II hinaus. Der Weiterzubildende muss lernen und die Kompetenz bewahren, eigenständig für ein diagnostisches oder therapeutisches Verfahren die Indikation zu erkennen, die Technik oder die Prozedur durchzuführen, die Daten zu interpretieren und Komplikationen zu beherrschen.
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5. Ziel des Curriculums „Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin“: internistische Weiterbildungsinhalte der Intensiv- und Notfallmedizin umfassend und aktuell präsentieren!
5.1. Allgemeine Maßnahmen der Internistischen Intensivmedizin und Notfallmedizin
5.1.1. Struktur- und Prozessqualität (Tab. 1)
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Verständnis dafür, welche strukturellen Faktoren und Prozesse die Qualität der Patientenversorgung und Patientensicherheit beeinflussen und welche Ergebnisse als relevant eingestuft werden müssen. Dazu gehören auch medikolegale Aspekte, wie die Einwilligung in medizinische Eingriffe, das Betreuungsrecht und die Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen sowie die allgemeinen Rechtsgrundlagen und Haftungsfragen.
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Kenntnisse im Qualitätsmanagement, im Risikomanagement und in der Fehlerkultur auf der Intensivstation und in der Notaufnahme sowie Kenntnisse der unterschiedlichen Sektoren und Schnittstellen in der klinischen Notfallmedizin sowie Intensivmedizin [32].
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Umfassender Überblick und Kenntnis der Patientenersteinschätzung, einem der wichtigen organisatorischen Systeme vor allem in der Notaufnahme/dem Notfallzentrum.
1. | Allgemeine Maßnahmen – Struktur- und Prozessqualität |
WZ 1 | Verständnis für die diversen organisatorischen Aspekte einer Intensivstation und Notaufnahme, insbesondere hinsichtlich Patientensicherheit, Kommunikation sowie interprofessioneller und interdisziplinärer Kooperation |
1.1. | Organisation – Kenntnisse der Zusammensetzung und Aufgabenverteilung in einem multiprofessionellen Intensivstations- und Notaufnahme-Team |
TK 1 | Multiprofessionelle Personalbesetzung in den verschiedenen Schichten |
TK 2 | Aufgabenverteilung im multiprofessionellen und interdisziplinären Team der Intensivstation und Notaufnahme [33] |
BV 1 | Konstruktive und kollegiale Mitarbeit im Team der Intensivstation und Notaufnahme [33] |
1.2. | Visiten und Tagesziele |
TK 3 | Aufgaben und Inhalte einer multiprofessionellen und ggf. interdisziplinären klinischen Visite auf der Beobachtungsstation einer Notaufnahme bzw. auf der Intensivstation [34] |
TK 4 | Ablauf der multiprofessionellen und ggf. interdisziplinären Visite (Zeit, Dauer, Ort, Teilnehmer, Dokumentation) |
PF 1 | *Level III: strukturierte Patientenvorstellung bei der Visite |
PF 2 | *Level III: Erkennen von Problemen und Erarbeiten von Lösungsvorschlägen |
PF 3 | *Level III: Formulierung und Dokumentation von Schichtzielen und Tageszielen |
PF 4 | *Level III: angemessenes Verhalten am Krankenbett |
BV 2 | Offene Kommunikation bei der Visite mit Berücksichtigung begründeter individueller Ausnahmen und Modifikationen; bei Bedarf: Erklärung der Notwendigkeit von SOP |
BV 3 | Einbeziehung der an der Patientenbetreuung beteiligten Berufsgruppen in die Diskussion und Festlegung der Schichtziele und Tagesziele |
1.3. | Kommunikation, Teambesprechung, Konfliktmanagement und Krisenintervention |
TK 5 | Grundsätze einer respektvollen, am Patientenwohl orientierten Kommunikation |
TK 6 | Formen und Ablauf von Teambesprechungen |
PF 5 | *Level III: aktive Teilnahme an den etablierten Teambesprechungen |
PF 6 | *Level II: Einbeziehung externer Unterstützungsmöglichkeiten bei Konflikten und Krisen (z. B. Psychologen, Ethikkonsil, Seelsorger, Mediatoren; [35]) |
BV 4 | Konstruktives und kollegiales Verhalten im Team |
BV 5 | Konstruktiver und lösungsorientierter Umgang mit Konflikten |
1.4. | Dokumentation |
TK 7 | Kenntnis der verschiedenen Dokumentationsstandards auf Notaufnahme und Intensivstation [34] |
PF 7 | *Level III: Dokumentation einer Aufnahme |
PF 8 | *Level III: tägliche Schicht- und Verlaufsdokumentation |
PF 9 | *Level III: Dokumentation bei Verlegung und Entlassung – Arztbrief/Notaufnahmeprotokoll |
PF 10 | *Level III: Dokumentation bei Sterbefällen (inkl. Totenschein) |
PF 11 | *Level III: Dokumentation: Patientenwillen und Angehörigengespräche |
PF 12 | *Level III: Dokumentation einer Fixierungsanordnung |
BV 6 | Dokumentation aller für den Behandlungsverlauf des Patienten relevanten Daten |
1.5. | Patientenaufnahme, -verlegung und -entlassung |
TK 8 | Kriterien für die Patientenaufnahme, -verlegung und -entlassung |
PF13 | *Level III: Planung und Organisation von Aufnahme, Verlegung und Entlassung |
BV 7 | Entscheidung über die Aufnahme und Verlegung von Intensiv- und Notfallpatienten auf der Grundlage der vitalen Gefährdung, der Indikation einer stationären Behandlung und der Patientensicherheit |
1.6. | „Standard Operating Procedures“ (SOP) |
TK 9 | Kenntnis wichtiger Behandlungs- und Organisationsstandards |
TK 10 | Zugriffsmöglichkeiten auf SOP der Intensivstation und Notaufnahme |
PF 14 | *Level III: Umsetzung von SOP |
PF 15 | *Level II: Mitarbeit bei der Überarbeitung bzw. Erstellung von SOP |
BV 8 | Indikationsbezogener Einsatz von SOP mit Berücksichtigung begründeter individueller Ausnahmen und Modifikationen |
1.7. | Medikolegale und ethische Grundlagen |
WZ 2 | Kenntnis der rechtlichen und ethischen Grundlagen bei der Versorgung von Intensiv- und Notfallpatienten |
TK 11 | Allgemeine Rechtsgrundlagen und Haftungsfragen, Behandlungsauftrag |
TK 12 | Behandlungsumfang, Behandlungsverweigerung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuung |
TK 13 | Gewalt in der Notaufnahme, Deeskalationsmanagement, Einschränkung der Freiheitsrechte |
PF 16 | *Level III: Aufklärung, Einwilligung und rechtfertigender Notstand bei medizinischen Eingriffen |
PF 17 | *Level III: Einleitung einer und Umgang mit einer medizinischen Betreuung und Vorsorgevollmacht |
PF 18 | *Level III: korrekter Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen/Fixierung |
1.8. | Management: Qualitätsmanagement (QM) |
WZ 3 | |
TK 14 | Grundlagen des QM-Projektmanagements, Qualitätsziele und -indikatoren, Risikomanagement in der klinischen Intensiv- und Notfallmedizin |
TK 15 | Grundlagen des Risikomanagements |
TK 16 | Crew- bzw. Team-Ressource-Management in kritischen Situationen [32] |
PF 19 | *Level III: sicherer Umgang – nach entsprechender Einweisung – mit den auf der Intensivstation und in der Notaufnahme verwendeten Medizingeräten; *Level II: bei speziellen Devices |
PF 20 | *Level II: Planung und Umsetzung von Maßnahmen des Qualitätsmanagements |
BV 9 | Konstruktive Mitarbeit bei Projekten zur Qualitätsverbesserung |
1.9. | Management: Risikomanagement |
TK 17 | Grundzüge des „crisis resource management“ [32] |
TK 18 | Brandschutzanweisung, Verfahrensanweisungen bei Evakuierung |
PF 21 | *Level III: Teilnahme an Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen |
PF 22 | *Level II: Umgang mit einem „critical incident reporting system“ (CIRS) |
BV 10 | Konstruktiver Umgang mit Fehlern, Fehlerkultur |
BV 11 | Unaufgeregtes Handeln in Krisensituationen |
1.10. | Management: Einarbeitungskonzept |
TK 19 | Verständnis der Notwendigkeit eines Einarbeitungskonzepts |
TK 20 | Verständnis für die Arbeitsabläufe auf der Intensivstation bzw. in der Notaufnahme |
PF 23 | *Level II: Einarbeitung und Ausbildung ärztlicher Mitarbeiter |
PF 24 | *Level II: Unterstützung bei der Einarbeitung und Ausbildung von Intensiv- bzw. Notfallpflegefachpersonen |
BV 12 | Wertschätzende Weitergabe von Wissen |
1.11. | Sektorenübergreifende Zusammenarbeit |
WZ 4 | Kenntnisse der verschiedenen Sektoren und hausinternen (z. B. Radiologie, Labormedizin, Rettungsdienst) und externen (z. B. Rettungsdienst, Polizei, Gesundheitsamt, Rechtsmedizin) Schnittstellen in der Intensiv- und Klinischen Notfallmedizin |
TK 21 | Rechtsgrundlagen und Organisation von Notfallrettung/Rettungsdienst und des ambulanten Versorgungssektors |
TK 22 | Notaufnahmen/Intensivstationen/Krankenhäuser (Versorgungsstufen, strukturräumliche Verteilung und Fachabteilungen) und Sondereinrichtungen [34] |
TK 23 | Interdisziplinäre Schnittstellen und Organisationsprozesse |
BV 13 | Kommunikation mit dem Rettungsdienst, anderen Kliniken/Krankenhäusern und Niedergelassenen |
1.12. | Ersteinschätzungssysteme (Schwerpunkt Notfallmedizin) |
TK 24 | Vor- und Nachteile von mindestens 3 standardisierten Ersteinschätzungssystemen [37] |
1.13. | Ökonomie und DRG (Schwerpunkt Intensivmedizin) |
TK 25 | Finanzierung der Intensivmedizin („diagnosis related groups“ [DRG], Operationen- und Prozedurenschlüssel [OPS], intensivmedizinische Komplexbehandlung) |
PF 25 | *Level III: Dokumentation abrechnungsrelevanter Maßnahmen |
BV 14 | Wirtschaftlich verantwortliches ärztliches Handeln |
BV 15 | Vermeidung unzulässiger Anwendungen und Vermeidung medizinisch nicht indizierter Fortführung intensivmedizinischer Maßnahmen (z. B. Beatmung) aus ökonomischen Gründen |
1.14. | Informationstechnik (IT)/Digitale Medizin |
TK 26 | Grundregeln des Datenschutzes und der gesetzlichen Grundlagen zur Digitalisierung |
TK 27 | Digitale Hilfsmittel für die Intensiv- und Notfallmedizin, Einsatz von Künstlicher Intelligenz |
PF 26 | *Level III: sicherer Umgang mit den verwendeten IT-Systemen |
PF 27 | *Level III: Verwendung medizinisch hochwertiger IT-Informationsquellen |
BV 16 | Weitergabe wichtiger Neuerungen an das Team |
5.1.2. Notaufnahme – Erstdiagnostik, Initialtherapie und Indikationsstellung zur weiterführenden Behandlung (Tab. 2)
WZ 1 | Eigenständige Durchführung einer rationalen Akutdiagnostik bei verschiedenen Leitsymptomen, Einleitung einer angemessenen Akuttherapie sowie sichere Entscheidung über die Notwendigkeit einer stationären Weiterbehandlung mit der Auswahl einer geeigneten Behandlungseinheit |
TK 1 | Erstdiagnostik, Initialtherapie und Indikationsstellung zur weiterführenden Behandlung bei → Dyspnoe → Herzrasen, Palpitationen und Brustschmerzen [40]; → Kopfschmerzen → Schwindel → Störungen des Gedächtnisses, der Kognition und des Verhaltens → Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö → Schock [47] → Dysurie, Oligo‑/Anurie, Polyurie, Hämaturie → Akuten Bauch- und Leistenschmerzen [48] → Schmerzen und akuten nichttraumatischen Veränderungen der unteren und oberen Extremitäten → Ikterus [48] → Veränderungen der Körpertemperatur → Akuten Hautveränderungen [49] → Traumatologischen Patienten, bei denen internistische Ursachen oder internistische Komorbiditäten relevant sind (z. B. Sturz aufgrund einer rhythmogenen Synkope) |
PF 1 | *Level III: rationale, an Leitsymptomen ausgerichtete Akutdiagnostik und -therapie inkl. des notwendigen Monitorings |
PF 2 | *Level III: sicheres Erkennen der Notwendigkeit einer stationären Weiterbehandlung im Vergleich zur ambulanten Versorgungsmöglichkeit |
PF 3 | *Level III: sichere Auswahl einer geeigneten Versorgungseinheit für die Notfallpatienten (z. B. Beobachtungsstation, Aufnahmestation, Intensivstation, Intermediate-Care-Station, Normalstation) |
5.1.3. Schockraumversorgung in der Notaufnahme und auf der Intensivstation (Tab. 3)
WZ 1 | Eigenständige Durchführung einer indizierten Schockraumversorgung im multiprofessionellen, interdisziplinären Schockraumteam |
TK 1 | |
PF 1 | *Level III: rationale, an Leitsymptomen ausgerichtete strukturierte Notfalldiagnostik und Therapie nach dem ABCDE-Schema („airway, breathing, circulation, disability, exposure/environment“) |
PF 2 | *Level III: Stabilisierung der Vitalfunktionen |
PF 3 | *Level III: erweitertes Schockraummanagement |
5.1.4. Intensivmedizinische Syndrome (Tab. 4)
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Schock als Syndrom kann mit unterschiedlichen Ausprägungen und Ursachen verbunden sein. Die klinischen Symptome der unterschiedlichen Schockformen können sehr ähnlich sein, die Ursachen und insbesondere die Therapie sich jedoch sehr unterscheiden. Daher ist es von besonderer Bedeutung, unterschiedliche Schockformen und Ursachen sicher zu erkennen und zu unterscheiden und deren Behandlungsalgorithmen sicher zu beherrschen (siehe auch Tab. 16/Top 16.3; [47]).
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Sepsis als Syndrom einer fehlgeleiteten Immunantwort des Organismus aufgrund einer Infektion führt meistens zu einem ausgedehnten multiplen Organdysfunktionssyndrom (MODS)/Multiorganversagen. Sepsis ist eine der häufigsten Diagnosen auf der Intensivstation und geht mit einer hohen Letalität einher. Ein septischer Schock führt unbehandelt meistens zum Tod, und selbst eine zeitgerecht eingeleitete Therapie kann den Krankheitsverlauf nicht immer positiv beeinflussen. Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner muss innerhalb kürzester Zeit eine Sepsis erkennen und die initiale Diagnostik und Therapie einleiten. Eine verzögerte Therapieeinleitung führt nachgewiesenermaßen zu einem Letalitätsanstieg.
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Für ein respiratorisches Versagen kann eine Vielzahl von Ursachen verantwortlich sein. Häufig ist es für den Intensiv- und Notfallmediziner schwer zu unterscheiden, ob das respiratorische Versagen Teil oder Auslöser der kardiopulmonal instabilen Situation ist. Ein respiratorisches Versagen ist eine potenziell lebensbedrohliche Situation. Ein sofortiges Eingreifen ist notwendig. Die Letalität eines schweren ARDS liegt bei fast 60 %. Ein Intensiv- und Notfallmediziner soll die pulmonalen von extrapulmonalen Ursachen unterscheiden und entsprechende diagnostische und therapeutische Maßnahmen einleiten können.
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Reanimation: Die Endstrecke einer kardiopulmonal instabilen Situation führt in vielen Fällen zu einer reanimationspflichtigen Situation. Die Inzidenz für außerklinische Reanimationen in Deutschland liegt bei ca. 80/100.000 Einwohner und Jahr (2023). Ein stringentes und fest vorgegebenes Vorgehen nach dem „Advanced-life-support“(ALS)-Algorithmus und der entsprechenden „Post-cardiac-arrest“-Versorgung ist überlebenswichtig. Dazu zählt nicht nur die Durchführung der Reanimation, sondern auch die Einleitung der diagnostischen Untersuchungen und entsprechender spezifischer Therapien.
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Bewusstseinsstörung/Vigilanzminderung [41, 42] als Syndrom kann verursacht werden durch unterschiedlichste auslösende Faktoren. Die differenzialdiagnostischen Möglichkeiten sind mannigfaltig und der Intensiv- und Notfallmediziner muss in kurzer Zeit entscheiden, welche diagnostischen Schritte erforderlich sind. Häufig ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Neurologen, Psychiatern oder Neurochirurgen notwendig, um eine rasche und differenzierte Therapie einleiten zu können. Oft sind bei einer Bewusstlosigkeit auch basale Reflexe nicht mehr vorhanden, sodass eine Sicherung der Atemwege erforderlich sein kann. Das Prozedere im Zusammenhang mit Atemwegssicherung/Intubation und Beatmung soll ebenfalls sicher beherrscht werden.
4. | Allgemeine Maßnahmen – Intensivmedizinische Syndrome |
WZ 1 | Vermittlung der theoretischen Kenntnisse, der praktischen Fähigkeiten und des beruflich-professionellen Verhaltens bei der Betreuung von Patienten mit intensivmedizinischen Syndromen |
4.1. | |
WZ 2 | Rasches Erkennen eines Schocks mit Einleitung einer sofortigen symptomatischen Therapie sowie weiterführender Diagnostik zur spezifischen Therapie auf der Basis der zugrunde liegenden Ätiologie und Pathophysiologie [47] |
4.2. | Sepsis/septischer Schock |
WZ 3 | Umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten einer an Leitlinien orientierten, für den individuellen Patienten optimierten Sepsisbehandlung [54] |
4.3. | Respiratorisches Versagen |
WZ 4 | Erkennung, Diagnostik, Interpretation und Therapiemanagement des respiratorischen Versagens |
4.4 | Reanimation |
WZ 5 | Theoretische Kenntnisse und praktische Durchführung der ALS-Maßnahmen und der Postreanimationsbehandlung im Rahmen der Erwachsenenreanimation [55] |
4.5. | Bewusstseinsstörung |
WZ 6 | |
4.5.a | Präsentation, Symptomatik und klinischer Befund |
TK 1 | Differenzialdiagnostisch hinweisende Präsentationen der Bewusstseinsstörungen (quantitativ, qualitativ, Zusatzsymptome) |
PF 1 | *Level III: Durchführung einer orientierenden klinischen Untersuchung neurologischer Kernfunktionen bei bewusstseinsgestörten Patienten |
PF 2 | *Level III: Kenntnisse und Anwendung von Bewusstseinsgraduierung inkl. Skalen |
4.5.b | Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese |
TK 2 | Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese der Bewusstseinsstörung |
PF 3 | *Level III: Einordnung von metabolisch-endokrin-nutritiven Ursachen, Intoxikationen und Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts als Ursache nicht primär zerebraler Bewusstseinsstörungen und ihrer zerebralen Präsentation bzw. Manifestation |
PF 4 | *Level II: Einordnung spezieller zerebraler Manifestationen systemischer Störungen (z. B. Hirnödem, Wernicke-Enzephalopathie, osmotisches Demyelinisierungssyndrom und posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom [PRES]) |
PF 5 | *Level II: spezielle Kenntnisse der primär zerebralen Ursachen von Bewusstseinsstörungen (Schlaganfallformen, ZNS-Infektionen und Autoimmunerkrankungen, Epilepsieformen) |
4.5.c. | Diagnose und Differenzialdiagnose |
TK 3 | Diagnostische Palette und Differenzialdiagnostik der Bewusstseinsstörung. |
PF 6 | *Level III: angemessene Veranlassung von Laboruntersuchungen und Interpretation von Laborergebnissen |
PF 7 | *Level III: Erkennen zeitkritischer primärer und sekundärer Hirnstörungen mit unmittelbarem therapeutischem Handlungsbedarf (z. B. metabolische Störungen, Intoxikationen, Schlaganfall, Meningitis [43], epileptischer Anfall) |
PF 8 | *Level III: Initiierung der zerebralen Bildgebung |
PF 9 | *Level II: Erkennen typischer Bildbefunde zerebraler Schädigungsmuster |
4.5.d. | Therapie |
TK 4 | Kausale und symptomatische Therapien der häufigsten Formen der Bewusstseinsstörung |
PF 10 | *Level III: Anwendung der therapeutischen Schemata zur Korrektur metabolisch-endokrin-nutritiver Ursachen bzw. Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts; Anwendung von Toxineliminationen bzw. Gabe von Antidoten bei Intoxikationen |
PF 11 | *Level II: Indikationsstellung und Durchführung symptomatischer Therapien bei zeitkritischen Konstellationen (z. B. Antibiotika und Kortikosteroide bei Meningitisverdacht [43], Antiepileptika) |
PF 12 | *Level II: Erkennung potenzieller, spezieller zeitkritischer Interventionen und Zuweisung zu deren Durchführung (z. B. Thrombolyse/Thrombektomie beim Schlaganfall, neurochirurgische Hirndruckentlastung) |
5.1.5. Diagnostik und Monitoring (Tab. 5)
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Standardrepertoire: Die Akutdiagnostik und das Monitoring gehören zum Standardrepertoire der Betreuung von Intensiv- und Notfallpatienten [38, 56, 57]. Im Rahmen der Diagnostik soll die gezielte (Fremd‑)Anamnese sowie die körperliche Untersuchung und damit der „klinische Blick“ stets die Basis bei der Aufnahme eines Notfall- und Intensivpatienten darstellen. Bei der Anamneseerhebung hat die Interaktion mit dem Rettungsdienst inkl. das Verständnis für die im Rettungsdienst eingesetzten Übergabealgorithmen eine besondere Bedeutung [58]. Ebenso wichtig für den Notfallmediziner sind das rasche Stellen einer Arbeitsdiagnose unter Berücksichtigung zeitkritischer und potenziell lebensbedrohlicher Differenzialdiagnosen, das schnelle Einleiten geeigneter Notfalltherapien sowie die Entscheidung über die Notwendigkeit einer stationären Weiterbehandlung und die Festlegung eines geeigneten Stationstyps [39].
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Diagnostik: In der Notfall- und Intensivmedizin findet die bildgebende Diagnostik überwiegend am Krankenbett statt – „bedside ultrasonography“ (fokussierte Sonographie [59, 60]), da Transporte ggf. mit einem erhöhten Patientenrisiko oder einer Zeitverzögerung verbunden sind. Alle diagnostischen Verfahren sollen stets im klinischen Kontext sowie im interdisziplinären fachärztlichen Team erfolgen. In der Regel sollen daher nichtbettseitige Verfahren (z. B. computertomographische Angiographie des Thorax bei Verdacht auf eine Lungenarterienembolie) nur dann durchgeführt werden, wenn von ihrem Einsatz ein entsprechend hoher diagnostischer Zusatzgewinn erwartet werden kann.
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Monitoring: Für das Monitoring stehen sowohl nichtinvasive als auch invasive Methoden zur Verfügung. Die Europäische Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM) empfiehlt ein klinisches sowie ein hämodynamisches Monitoring, auch zur Identifizierung der Schockursache und zur Überprüfung der therapeutischen Maßnahmen und des Ansprechens auf die Therapie [61]. Das Basismonitoring soll die klinische Untersuchung (z. B. Symptome/Zeichen von Stauung und Hypoperfusion bei akuter Herzinsuffizienz) und nichtinvasive Überwachungsverfahren (z. B. die Messung der peripheren Sauerstoffsättigung) beinhalten. Das erweiterte Monitoring reduziert sich in der Notaufnahme zumeist auf eine kontinuierliche invasive Blutdruckmessung [38]. Auf der Intensivstation wird für das erweiterte Monitoring und insbesondere zur Steuerung eines Schockgeschehens die differenzierte Überwachung der hämodynamischen Parameter – wie der Vorlast, der Inotropie und der Nachlast – empfohlen. Hierzu stehen invasive Messverfahren, wie die Möglichkeiten der Pulskonturanalyse mit transpulmonaler Thermodilutionsmessung und in speziellen Situationen (z. B. Rechtsherzversagen mit pulmonaler Hypertonie) der Pulmonalarterienkatheter (PAK) zur Verfügung [56, 57, 61, 62]. Insbesondere bei Patienten mit persistierendem infarktbedingtem kardiogenem Schock soll baldmöglichst das Herzzeitvolumen zur Therapiesteuerung im weiteren Verlauf gemessen werden [63].
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Das Basismonitoring soll immer 2 unabhängig voneinander agierende Vitalparameter des Patienten einbeziehen und beinhaltet neben der Bestimmung der Atemfrequenz, der Körpertemperatur sowie der peripheren Sauerstoffsättigung die nichtinvasive Blutdruckmessung (ggf. invasiv).
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Grundkenntnisse in der leitsymptomorientierten Notfallsonographie: Ziel der fokussierten Notfallsonographie inkl. fokussierten Echokardiographie ist das frühzeitige Erkennen bzw. der Ausschluss wichtiger zeitkritischer Diagnosen. Als Akronym eines fokussierten Algorithmus sei etwa RUSH („rapid ultrasound in patients with shock“) genannt [60]. Bei den allermeisten Leitsymptomen kann die bettseitige Notfallsonographie eine rasche Diagnose ermöglichen, z. B. des Pneumothorax bei Dyspnoe oder der Cholezystitis bei akutem Abdomen. Die strukturierte Ultraschallausbildung in der Internistischen Intensiv- und Notfallmedizin (SIN) basiert auf einem 2‑Stufen-Konzept, das von den 3 nationalen Fachgesellschaften – DGIIN, DGK und DEGUM – vertreten wird [59, 64, 65]. Das Konzept umfasst ein Basislevel (SIN-I) und ein Expertenlevel (SIN-II), die – aufeinander aufbauend mithilfe moderner Lehrmethoden – eine leitsymptomorientierte Sonographie für die Intensiv- und Notfallmedizin vermitteln. Es werden sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische Fertigkeiten gelehrt und im Rahmen einer Prüfung kontrolliert. Ziel ist es, die in nationalen und internationalen Leitlinien empfohlenen Vorgaben zum Einsatz der Sonographie in der Notfall- und Intensivmedizin in der klinischen Praxis standardisiert zu etablieren.
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Anamnese, körperliche Untersuchung und sämtliche bettseitige Untersuchungen, wie EKG, Labordiagnostik (u. a. „Point-of-care testing“[POCT]-Verfahren), fokussierte Sono‑/Echokardiographie sowie das Monitoring – einschließlich der Indikationen und Limitationen des neurophysiologischen Monitorings, bilden die Basis der Patientenbetreuung auf der Intensivstation und in der Notaufnahme. Neben diesen Inhalten sollen die Grundlagen sämtlicher radiologischer Untersuchungsverfahren (Röntgendiagnostik, Computertomographie, Magnetresonanztomographie) von der Überprüfung der Indikation bis hin zur Planung bzw. Durchführung eines Patiententransports (Intra- und Interhospitaltransport) nach den Regeln eines Intensivtransportes (inklusive Komplikationsmanagement) gewusst und gekonnt werden.
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Der Intensiv- und Notfallmediziner soll in der Lage sein, selbständig und eigenverantwortlich eine fokussierte Sonographie inkl. Echokardiographie, abhängig vom jeweiligen Ausbildungslevel (beginnend von „focused echocardiography in emergency life support“ [FEEL] bis hin zu Grundzügen der transösophagealen Echokardiographie), durchzuführen. Weiterhin soll er eine flexible Bronchoskopie im Rahmen des Atmungs- und Beatmungsmanagements durchführen können. Grundkenntnisse zu endoskopischen Verfahren in der Gastroenterologie (Indikationsstellung) einschließlich Monitoring und Analgosedierung unter Endoskopie sollen beherrscht werden. Häufige Punktionen – insbesondere Pleura- und Aszitespunktion – sowie spezielle Punktionen (z. B. Perikardpunktion) sollen selbstständig bzw. interdisziplinär durchgeführt werden.
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Die Diagnostik zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls auf der Intensivstation sollte gemeinsam mit einem Neurologen oder Neurochirurgen und die Indikationsstellung zur Initiierung einer organerhaltenden Therapie im interdisziplinären Team erfolgen.
5. | Allgemeine Maßnahmen – Diagnostik und Monitoring |
WZ 1 | Vermittlung der diagnostischen und Monitoringmöglichkeiten im intensivmedizinischen und Notaufnahmesetting, insbesondere Sonographie/Ultraschall, Radiologie und Endoskopie |
TK 1 | Nichtapparative Verfahren (Anamnese/Statuserhebung) |
TK 2 | Sonographische Verfahren |
TK 3 | Radiologische Verfahren |
TK 4 | Endoskopische Verfahren |
BV 1 | Interdisziplinäre Interpretation der bildgebenden Befunde im klinischen Kontext |
BV 2 | Vermeidung von Überdiagnostik |
5.1. | |
WZ 2 | Eigen- und Fremdanamnese inkl. der Besonderheiten der Übergabe durch den Rettungsdienst [58] |
TK 5 | Anamnesetechniken |
PF 1 | *Level III: strukturierte Anamnesedokumentation bei Aufnahme |
PF 2 | |
PF 3 | *Level III: Medikamentenanamnese (inkl. Allergien und Unverträglichkeiten) und Familienanamnese |
PF 4 | *Level II: Transfusionsanamnese (Vortransfusion, Nebenwirkungen unter Transfusion, Knochenmark‑/Stammzelltransplantation, Blutgruppenausweis) |
PF 5 | *Level II: Impfanamnese (Vorimpfungen, Nebenwirkungen unter Impfungen, Dauer der Schutzwirkung von Impfungen, Impfausweis) |
BV 3 | Kommunikationstraining |
5.2. | Körperliche Untersuchung [66] |
WZ 3 | Körperliche Untersuchung (Inspektion, Auskultation, Perkussion, Palpation) |
TK 6 | Untersuchungstechniken bei kritisch Kranken (leitsymptomorientiert) |
TK 7 | Untersuchungstechniken bei Bewusstseinsstörungen inkl. Demenz und Delir bzw. akuter Enzephalopathie bei kritisch Kranken (leitsymptomorientiert, sequenziell; [69]) |
PF 6 | *Level III: strukturierte Basisuntersuchung von Notfall- und Intensivpatienten bei Aufnahme |
PF 7 | *Level III: standardisierte Nachuntersuchung von Notfallpatienten im Rahmen der Verlaufsvisitation und von Intensivpatienten im Rahmen der täglichen Visitation unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen (z. B. Beatmungssituation, Hämodynamik, neurologischer Status, Zugangssituation, Hautzustand [Dekubitus]), ggf. Integration der bettseitigen Sonographie/Echokardiographie |
PF 8 | *Level III: Dokumentation der körperlichen Untersuchung |
5.3. | Basismonitoring |
TK 8 | |
TK 9 | Kenntnisse der messbaren Parameter im Rahmen des Basismonitorings: → Atemfrequenz → (Nicht)invasive Blutdruckmessung → Blutgasanalyse → Elektrokardiogramm → Temperaturmessung → Urinproduktion → Pulsoxymetrie → Kapnometrie/Kapnographie → Notfallechokardiographie, inklusive Sonographie der V. cava inferior |
PF 9 | *Level III: strukturierte Erfassung der Parameter des Basismonitorings bei Patientenaufnahme und in der täglichen Routine |
PF 10 | *Level III: Beurteilung der Hämodynamik im klinischen Kontext |
PF 11 | *Level III: systematische und einheitliche Dokumentation der Parameter des Basismonitorings |
BV 4 | Weitergabe der Parameter und deren Konsequenzen an das Behandlungsteam |
5.4. | Erweitertes Monitoring |
TK 10 | |
TK 11 | Nichtinvasive und invasive Techniken des erweiterten Monitorings (einschließlich Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen) |
PF 12 | *Level III: Anwendung der transpulmonalen Thermodilution und Pulskonturanalyse |
PF 13 | *Level III: Anwendung des Pulmonalarterienkatheters (PAK) in speziellen Situationen, z. B. bei unklarer therapierefraktärer Schocksituation/Rechtsherzversagen |
PF 14 | *Level III: Beurteilung der Hämodynamikparameter im klinischen Kontext |
PF 15 | *Level III: systematische und einheitliche Dokumentation der Messparameter |
BV 5 | Weitergabe der Parameter und deren Konsequenzen an das Behandlungsteam |
5.5. | Notfall- bzw. fokussierte Sonographie |
WZ 4 | Vermittlung der mittels (fokussierter) Sonographie erzielbaren diagnostischen Resultate beim Intensiv- und Notfallpatienten |
TK 12 | |
TK 13 | Anwendungsgebiete der Notfallsonographie: → Fokussierte Echokardiographie → Fokussierte Thorax- und Abdomensonographie → Bettseitige Gefäßsonographie |
PF 16 | Erlernen der Sonographiekompetenz in der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin in Anlehnung an das Positionspapier von DGIIN, DEGUM und DGK [59]: *Level III: Basislevel SIN I: → Leitsymptomorientierte Anwendung der Notfallsonographie → Standardisierte Anwendung der fokussierten Echokardiographie bei Dyspnoe und Thoraxschmerzen → Standardisierte Anwendung der fokussierten Thoraxsonographie bei Dyspnoe → Standardisierte Anwendung der fokussierten Abdomensonographie bei akutem Abdomen (siehe auch Tab. 12) *Level II: Basislevel SIN II: → Hepatische Sonographie einschließlich der Darstellung der hepatischen Gefäßstrukturen *Level II: Basislevel SIN II: → Fortgeschrittene Gefäßsonographie |
PF 17 | *Level III: Beurteilung der sonographischen Befunde im klinischen Kontext |
PF 18 | *Level III: protokollbasierte Dokumentation der erhobenen Befunde (z. B. nach dem „Abdomen-breath-cardiac“[ABC]-Schema), Befundung und Archivierung der Bilddaten [70] |
BV 6 | Weitergabe der Befunde und der daraus folgenden Entscheidungen an das Behandlungsteam |
5.6. | Elektrokardiogramm |
TK 14 | Grundlagen der EKG-Auswertung (Rhythmus, Lagetyp, De‑/Repolarisationsstörungen, PQ-/QRS-/QTc-Zeiten; [72]) |
TK 15 | EKG-Befunde: → Rhythmusstörungen (Brady‑/Tachykardien, intraventrikuläre Leitungsstörungen) → Akutes Koronarsyndrom (ACS) → (Peri‑)Myokarditis → Elektrolytstörungen → Rechtsherzbelastung → Schrittmacher‑/ICD-Patienten |
PF 19 | EKG-Interpretation bei akutem Koronarsyndrom (ACS): *Level III: charakteristische Zeichen entsprechend der aktuellen Leitliniendefinition eines ACS mit (STEMI) und ohne (NSTEMI) anhaltende ST-Strecken-Hebung *Level II: schwieriger zu interpretierende Zeichen eines ACS (z. B. modifizierte Sgarbossa-Kriterien bei Linksschenkelblock, ST-Strecken-Hebungen in den rechtspräkordialen Ableitungen [V3r, V4r] und in den Ableitungen V7–V9) |
PF 20 | EKG-Interpretation bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen: → *Level III: häufige lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (z. B. ventrikuläre Tachykardien, Kammerflimmern) → *Level II: seltenere lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (z. B. Brugada-Syndrom, Kammerarrhythmien durch übergeleitetes Vorhofflimmern/-flattern bei Präexzitationssyndrom) |
BV 7 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kardiologen |
5.7. | Labor |
TK 16 | Grundlagen der Labordiagnostik und Analysen |
TK 17 | Möglichkeiten der Labordiagnostik (Zentrallabor, Mikrobiologie, Virologie, Pathologie, Zytologie, Toxikologie, Rechtsmedizin) |
TK 18 | Phasen der Laboranalytik: → Präanalytische Phase: Indikationsstellung, Probenkennzeichnung, Technik und Reihenfolge der Probenentnahme, Probenlagerung, Transport → Analytische Phase: Zentrallabor, externes Labor, Point-of-care-testing(POCT)-Verfahren; Thrombelastographie/viskoelastische Testverfahren → Postanalytische Phase: Interpretation der Laborergebnisse im klinischen Kontext |
PF 21 | *Level III: sichere Blutprobengewinnung aus peripheren (z. B. arterielle Katheter) und zentralen Zugängen (z. B. zentrale Venenkatheter [ZVK], Schleusen) |
PF 22 | *Level III: sichere Probengewinnung aus Kathetern/Drainagen (Urin, Stuhl, Liquor, Pleura‑/Perikarderguss, Aszites etc.) |
BV 8 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit/Interpretation |
5.8. | Echokardiographie |
TK 19 | Grundlagen der Echokardiographie |
TK 20 | |
PF 23 | Transthorakale Echokardiographie (TTE): → *Level III: Sonographie des Herzens in der Perireanimationsphase [76] bzw. „focused echocardiographic evaluation in life support“ (FEEL) → *Level III: Notfallechokardiographie bzw. fokussierte Echokardiographie (Basislevel, SIN-I [59]) → *Level I: Fortgeschrittene Echokardiographie für die Untersuchung kardiologischer Notfallpatienten (Expertenlevel, SIN-II [59]) |
PF 24 | Grundsätze der transösophagealen Echokardiographie (TEE) [75] entsprechend Expertenlevel SIN-II [59]: → *Level I: Standardschnitte inklusive Evaluation von Endokarditis, Aortendissektion, kardialen Emboliequellen (linkes Vorhofohr, LAA), intrakardialen Shunts (persistierendes Foramen ovale, PFO), Vorhofseptumdefekt (ASD), Ventrikelseptumdefekt (VSD), Klappen- und Klappenprothesen-Vitia |
PF 25 | *Level III: Beurteilung der echokardiographischen Befunde im klinischen Kontext |
PF 26 | *Level III: protokollbasierte Dokumentation und Archivierung der Bilddaten |
BV 9 | Weitergabe der Befunde und deren Konsequenzen an das Behandlungsteam |
5.9. | Röntgendiagnostik [77] |
TK 21 | Röntgendiagnostik in der Intensiv- und Notfallmedizin |
TK 22 | Grundlagen der Strahlenexposition und des Strahlenschutzes |
TK 23 | Aufnahmetechniken der Liegend- und Stehendaufnahmen der Lungen, der Abdomenübersicht und der Abdomenaufnahme in Linksseitenlage |
PF 27 | *Level II: Überprüfung der rechtfertigenden Indikation einer Thorax- und Abdomenaufnahme unter Berücksichtigung des aktuellen Strahlenschutzgesetzes |
BV 10 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Indikationsstellung und Interpretation der Befunde mit Radiologen |
BV 11 | Möglichkeiten der Teleradiologie/Befundübermittlung |
BV 12 | Vermeidung von Überdiagnostik |
5.10. | Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) |
TK 24 | Physikalische Grundlagen der CT und MRT |
TK 25 | CT- und MRT-Diagnostik bei Intensiv- und Notfallpatienten |
PF 28 | *Level II: Überprüfung der rechtfertigenden Indikation einer Notfall-CT unter Berücksichtigung des aktuellen Strahlenschutzgesetzes und der Leitlinie der BÄK zur Qualitätssicherung in der Computertomographie |
PF 29 | *Level II: Überprüfung der Indikation einer Notfall-MRT zusammen mit der jeweiligen Fachabteilung (z. B. Neurologie) unter Berücksichtigung der BÄK-Richtlinie zur Qualitätssicherung bei der MRT |
PF 30 | *Level III: Planung/Vorbereitung eines Transports kritisch kranker Patienten; checklisten-/protokollbasierter Patiententransport, inklusive Komplikationsmanagement, unter Berücksichtigung der Empfehlung der DIVI zum innerklinischen und Interhospitaltransport kritisch kranker erwachsener Patienten [78] |
PF 31 | *Level III: Begleitung/Betreuung kritisch kranker Patienten im Intensivstationsteam bzw. Notfallteam, inkl. Protokollierung |
BV 13 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit/Interpretation mit der Radiologie und der jeweiligen Fachabteilung |
BV 14 | Möglichkeiten der Teleradiologie/Befundübermittlung |
BV 15 | Vermeidung von Überdiagnostik |
5.11. | Bronchoskopie |
TK 26 | Grundlagen der flexiblen Bronchoskopie |
TK 27 | Voraussetzungen, Indikationen und Kontraindikationen der flexiblen Bronchoskopie bei nichtbeatmeten Intensiv- und Notfallpatienten |
TK 28 | Voraussetzungen, Indikationen und Kontraindikationen der flexiblen Bronchoskopie bei beatmeten Intensiv- und Notfallpatienten; Auswirkungen auf Atemmechanik, Gasaustausch und Hämodynamik |
PF 32 | Bronchoskopie: → *Level III: flexible Bronchoskopie bei stabilen beatmeten Patienten → *Level II: flexible Bronchoskopie bei stabilen nichtbeatmeten Patienten (Wachbronchoskopie) und bei instabilen beatmeten Patienten |
PF 33 | *Level III: Gewinnung von Trachealsekret oder Bronchiallavage mittels endotrachealer/endobronchialer Spülung |
PF 34 | *Level III: bronchoskopische Entfernung eines Fremdkörpers |
PF 35 | Bronchoalveoläre Lavage: → *Level III: bei stabilen beatmeten Patienten → *Level II: bei stabilen nichtbeatmeten Patienten und bei instabilen Patienten |
BV 16 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Pneumologen/Radiologen/Infektiologen |
5.12. | Endoskopische Verfahren |
TK 29 | Hintergrundwissen endoskopischer Verfahren in der Gastroenterologie |
TK 30 | Indikationen der einzelnen Verfahren und deren Dringlichkeit |
PF 36 | |
PF 37 | *Level III: protokollbasierte Dokumentation von Monitoring und Analgosedierung |
BV 17 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Gastroenterologen |
5.13. | Punktionen |
TK 31 | Kenntnisse der Punktions- und Drainageverfahren |
TK 32 | Punktionsverfahren in der Intensiv- und Notfallmedizin (Pleurapunktion, Aszitespunktion, perkutane Tracheotomie, Thoraxdrainage, Perikardpunktion, Liquorpunktion, Knochenmarkbiopsie) |
PF 38 | Sichere Durchführung häufiger Punktionen: → *Level III: Pleurapunktion → *Level III: Aszitespunktion → *Level III: perkutane Tracheotomie → *Level III: Thoraxdrainage → *Level III: Perikardpunktion → *Level II: Liquorpunktion → *Level II: Knochenmarkbiopsie |
BV 18 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachdisziplinen |
5.14. | Neurologische Verfahren |
TK 33 | Neurologisch-diagnostische Verfahren in der Intensiv- und Notfallmedizin |
TK 34 | Bildgebende neurologische Verfahren (siehe Top 5.10.), kraniale CT (cCT) und kraniale MRT (cMRT) sowie Angiographie hirnversorgender und zerebraler Gefäße |
PF 39 | Strukturierte neurologische Untersuchung (akute Bewusstseinsstörung/Vigilanzminderung [41, 42], Motorik/Reflexstatus, Sensibilität/Dermatome, Hirnnervenstatus, Koordination, Meningismuszeichen): → *Level III: beim kritisch kranken Patienten → *Level I: bei neurologischen Symptomen/Syndromen |
PF 40 | *Level II: Durchführung einer bettseitigen Liquorpunktion |
PF 41 | *Level II: interdisziplinäre Indikationsstellung neurophysiologischer Diagnostik in der Intensivmedizin: Elektroenzephalographie, Messung evozierter Potenziale, Elektroneurographie, Elektromyographie, Neurosonographie |
PF 42 | *Level II: Indikationen und Kontraindikationen des Hirndruckmonitorings in der Intensivmedizin |
PF 43 | *Level II: interdisziplinäre Indikationsstellung von speziellen Messungen (zerebraler Perfusionsdruck, O2-Partialdruck im Hirngewebe, Nahinfrarotspektroskopie, zerebrale Mikrodialyse, zerebraler Blutfluss) in der Intensivmedizin |
BV 19 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Befundinterpretation mit Neurologen/Neurochirurgen/Neuroradiologen |
5.15. | Hirntoddiagnostik |
TK 35 | Medizinische und rechtliche Grundlagen der Hirntoddiagnostik |
TK 36 | Inhalte der Hirntoddiagnostikrichtlinie (insbesondere Qualifikationsanforderungen) |
PF 44 | *Level II: gemeinsam mit dem Neurologen/Neurochirurgen Überprüfung der klinischen Symptome des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und/oder Durchführung einer bestätigenden apparativen Untersuchung |
PF 45 | *Level II: protokollbasierte Dokumentation der Hirntoddiagnostik (Protokollbogen der Bundesärztekammer) |
BV 20 | Zusammenarbeit mit dem weiterbetreuenden interdisziplinären Team |
BV 21 | Gesprächsführung mit Angehörigen und Angehörigenbetreuung |
BV 22 | Behandlungsteam für das Thema „Organspende“ sensibilisieren |
BV 23 | Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) |
5.1.6. Generelle Therapieverfahren (Tab. 6)
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Die Betreuung eines Intensiv- bzw. Notfallpatienten erfordert ein breites Spektrum an allgemeinen Therapieverfahren, das üblicherweise weit über das übliche Spektrum bei der Behandlung einer speziellen internistischen Erkrankung im stabilen Zustand des Patienten hinausgeht. Die Entscheidung zur Therapie hat dabei rasch und gezielt zu erfolgen und erfordert den Erwerb spezieller manueller Fähigkeiten.
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Die Therapieverfahren werden häufig schon in der Notaufnahme initiiert und auf der Intensivstation (intensiver) fortgeführt. Diese Maßnahmen sind mit dem Erwerb spezieller manueller Fähigkeiten verknüpft.
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Kathetertechnik: Erlernt und sicher beherrscht werden sollen die (sonographieunterstützte) Anlage zentralvenöser (V. jugularis, V. subclavia, V. femoralis) und arterieller (A. femoralis, A. radialis, A. brachialis) Zugänge sowie verschiedene Punktionstechniken und Drainageanlagen (Pleura, Perikard, Aszites, Liquor).
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Hämodynamische Therapie: Einer differenzierten hämodynamischen Therapie mit verschiedenen Volumenersatzstoffen und vasoaktiven Substanzen kommt bei den verschiedenen Schockformen vor allem in der Akutphase einer kritischen Erkrankung eine zentrale Rolle zu. Eine differenzierte Einschätzung und Bilanzierung des Volumenhaushalts ist im weiteren Verlauf einer kritischen Erkrankung tägliche Aufgabe und auch Herausforderung des Intensivmediziners.
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Zur hämodynamischen Therapie in der Intensivmedizin gehört eine profunde klinische Einschätzung ebenso dazu wie ein leitlinienorientiertes hämodynamisches Monitoring (Tab. 5/Top 5.3 und Top 5.4) unter Einbeziehung von Zielparametern der Organperfusion und – bei Intensivpatienten – des Herzzeitvolumens [56, 61].
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Die sonographische Point-of-care-Evaluation ist ein elementarer Bestandteil (Tab. 5/Top 5.5.).
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Eine kardiale Elektrotherapie (Defibrillation, Schrittmachertherapie, Kardioversion) soll sicher durchgeführt werden können.
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Bezüglich der venoarteriellen extrakorporalen Membranoxygenierung (va-ECMO) im Schock oder im Rahmen der Reanimation (eCPR; [80]) sind theoretische und praktische Kenntnisse notwendig. Notfall- und Intensivmediziner in Notaufnahmen und auf Intensivstationen, in denen diese mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme unter Reanimationsbedingungen oder im kardiogenen Schock eingesetzt werden, sollen sich die für die Mitbetreuung dieser Patienten erforderlichen praktischen Fähigkeiten strukturiert aneignen („extracorporeal life support“: [81]; extrakorporale Reanimation [eCPR]: [82]).
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Bezüglich des Einsatzes der venovenösen (vv-ECMO) und venoarteriellen (va-ECMO, „extracorporeal life support“, ECLS) extrakorporalen Membranoxygenierung [80] sowie der perkutan implantierbaren Herzunterstützungssysteme bei Intensivpatienten sind theoretische Kenntnisse erforderlich, nicht aber generell praktische Fähigkeiten. Auf Intensivstationen, in denen diese Lungen- und Herzunterstützungssysteme eingesetzt werden, ist eine strukturierte Aneignung der jeweiligen praktischen Fähigkeiten für die Mitbetreuung dieser Patienten erforderlich.
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Respiratorische Therapie: O2-Therapie [83] und ein modernes Atemwegsmanagement spielen häufig eine zentrale Rolle in der Akutversorgung eines Notfall- und Intensivpatienten [83], aber auch bei der Langzeitversorgung eines Intensivpatienten. Hier sollen die notfallmäßige Sicherung der Atemwege, einschließlich endotrachealer Intubation und alternativer Methoden der Atemwegssicherung, sowie der Algorithmus bei schwieriger Intubation, aber auch Koniotomie und Dilatationstracheotomie sicher beherrscht werden. Eingehende Kenntnisse sind erforderlich in der Atemphysiologie bis hin zu leitlinienorientierten und differenzierten Atmungs- und nichtinvasiven und lungenprotektiven invasiven Beatmungskonzepten inkl. (Bauch‑)Lagerungstherapie. Hiermit gehen aktuelle Analgosedierungskonzepte ebenso einher wie eingehende Kenntnisse und praktische Erfahrungen in der Prävention und Therapie eines damit oft verbundenen Delirs.
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Organersatzverfahren: Zentraler Bestandteil ist das Erkennen der Notwendigkeit des Einsatzes von Organersatzverfahren. Während es in der Klinischen Akut- und Notfallmedizin primär um die Prävention/Abmilderung des Organversagens geht, steht in der Intensivmedizin der Ersatz der Organfunktion und deren Rekompensation im Vordergrund.
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Der Arzt auf der Intensivstation soll alle Formen moderner Nierenersatzverfahren sowie Plasmapherese- und Adsorptionsverfahren kennen sowie indizieren und durchführen können (siehe auch Tab. 6/Top 6.11 und Abschn. 5.2.8. Tab. 17). Auch die Anlage verschiedener Zugänge zur Durchführung entsprechender extrakorporaler Verfahren gehört zum Tätigkeitsfeld. Eine zunehmende Verbreitung finden auch weitere Organersatzverfahren wie die extrakorporale Membranoxygenierung (venovenös oder venoarteriell; siehe oben unter „Hämodynamische Therapie“ und Tab. 6/Top 6.12), Decarboxylierungsverfahren, Leberersatzverfahren und weitere Verfahren der mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützung (Tab. 6/Top 6.13). Auch wenn diese Verfahren häufig nur an spezialisierten Zentren mit sehr enger Indikationsstellung durchgeführt werden können, sollen die Prinzipien bekannt sein und gewusst werden, wann diese Verfahren zum Einsatz kommen sollten.
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Der Arzt in der Notaufnahme soll die wichtigsten Indikationen zum Nierenersatzverfahren (z. B. lebensbedrohliche Hyperkaliämie, Intoxikation) kennen (siehe auch Tab. 6/Top 6.11 und Abschn. 5.2.8. Tab. 17). Auch die Anlage verschiedener Zugänge zur Durchführung entsprechender extrakorporaler Verfahren unter Reanimationsbedingungen oder im kardiogenen Schock gehört zum Tätigkeitsfeld.
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Infektions‑/Sepsistherapie: Sowohl in der Klinischen Notfallmedizin als auch in der Intensivmedizin kommt schweren Infektionskrankheiten bis hin zur Sepsis und zum septischen Schock eine zentrale Rolle zu (siehe auch Abschn. 5.2.6 und Tab. 15). Hier muss der internistische Intensiv- und Notfallmediziner eine entsprechend rasche Diagnostik und Therapie gemäß den „sepsis bundles“ und Sepsisleitlinien [54] initiieren und durchführen können. Um die noch immer hohe Letalität in der Sepsis zu reduzieren, kommt gerade der ersten Stunde nach Sepsisdiagnose eine große Bedeutung zu („1 h bundle“). Indikation, Auswahl und Dauer einer antiinfektiven Therapie bei primären und sekundären Infektionen sollen auch bei kalkuliertem Ansatz beherrscht werden ebenso wie Prinzipien der Hämodynamik und Herz-Kreislauf-Therapie im septischen Schock.
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Therapie mit Blutprodukten: Der Arzt in der Notaufnahme und auf der Intensivstation soll sicher Blutprodukte und Plasmaderivate einsetzen können.
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Lagerungstherapie und (Früh‑)Mobilisation (Intensivpflege): Die Novellierung der S2e-Leitlinie „Lagerungstherapie zur Prophylaxe oder Therapie von pulmonalen Funktionsstörungen“ im Jahr 2015 [84] unterstützte einen Paradigmenwechsel in der Intensivtherapie, der bis heute fortgeführt wird und als S3-Leitlinie „Lagerungstherapie und Mobilisation“ weiterentwickelt wurde [85]. Der Patient, vor allem aber der beatmete Patient, soll weggeführt werden von einer (zu) tiefen Sedierung hin zu einem wachen, kontaktierbaren Patienten, der – auch unter Beatmungstherapie und/oder anderen Organersatzverfahren – kognitiv und körperlich aktivierbar ist und aktiv am Tagesgeschehen, seiner Genesung und Rehabilitation teilnimmt [85, 86]. Die Lagerungstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Intensivtherapie, und insbesondere die Bauchlagerung. erfordert praktische Erfahrung, Routine und Training [87] unter Berücksichtigung aktueller evidenzbasierter Kriterien. Hierfür ist es notwendig, klinische und wissenschaftliche Grundlagen zu kennen und sicher anwenden zu können [88, 89]. Weitere, eher neue Themenkomplexe sind die „Frühmobilisation“ und der Verzicht auf eine „Rotationstherapie“ [90]. Allerdings sind auch Kenntnisse über ungeeignete Lagerungsformen erforderlich wie z. B. flache Rückenlage und Trendelenburg-Position, die auch bei pflegerischen Masnahmen zu vermeiden sind. Die Frühmobilisation von Intensivpatienten ist mittlerweile ein Qualitatsindikator der DIVI (Vorhandensein und Umsetzen von Klinikstandards). Ziel der Frühmobilisation ist es, die pulmonale Funktion des Patienten zu optimieren (z. B. durch eine Steigerung der Sekretdrainage), die physischen und psychischen Funktionen zu erhalten und zu verbessern und Outcomeparameter – adjuvant zu den intensivmedizinischen Standardmaßnahmen – positiv zu beeinflussen. Die richtige Umsetzung führt zu einer signifikant kürzeren Behandlungsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus. Langfristig sind eine zunehmende Unabhängigkeit und ein besseres funktionelles Outcome gegeben [91]. Alle diese Maßnahmen führen allerdings nur zum Erfolg, wenn diese nicht nur interdisziplinär, sondern auch interprofessionell betrachtet und im multiprofessionellen Team gelebt werden. Hierfür eignen sich am besten Umsetzungskonzepte, die auf stationsspezifischen Stufenschemata beruhen und sich aktiv an Netzwerken zum Thema beteiligen [92, 93]. Auf diese Weise wird auch die Kommunikation im Team mit der Physiotherapie gesichert, und es können weitere mögliche Barrieren nachhaltig abgebaut werden [94, 95].
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Prophylaxe und Prävention von Komplikationen auf der Intensivstation sind wichtige Bestandteile, um ein möglichst gutes Outcome bei schwerkranken Patienten zu erreichen. Dazu gehören die enterale und parenterale Ernährung [96] und Maßnahmen zur Prophylaxe von Sekundärkomplikationen der modernen Intensivtherapie (z. B. ventilatorassoziierte Pneumonie).
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Organspendemanagement: Ein potenzieller Organspender soll erkannt, ein irreversibler Hirnfunktionsausfall festgestellt und die Realisierung einer Organspende in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) erbracht werden können.
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Therapie am Lebensende: Die Gesundheitssysteme in Ländern mit hohem Einkommen sind mit einer wachsenden Zahl älterer Patienten mit zunehmenden Komorbiditäten und der steigenden Nachfrage nach technologisch fortschrittlicher Versorgung konfrontiert. Die Hälfte aller Sterbefälle in Deutschland ereignet sich im Krankenhaus und nicht selten in der Notaufnahme. Die Weichen für die Aufnahme auf eine Beobachtungsstation oder eine Intensivstation werden oft in der Notaufnahme gestellt. Somit stellt sich die Frage nach einer angemessenen Inanspruchnahme einer Akuttherapie am Lebensende. Für eine qualitativ hochwertige Versorgung am Lebensende („end-of-life care“) sind Kompetenz in der Entscheidungsfindung, kommunikative Fähigkeiten sowie die Zusammenarbeit eines gut funktionierenden interdisziplinären Teams erforderlich [97]. Dabei nehmen die ärztliche Indikation und der Patientenwille eine zentrale Rolle in einem komplexen multiprofessionellen und interdisziplinären Entscheidungsprozess ein. Eine der Kernaufgaben von Ärztinnen und Ärzten auf der Intensivstation und in der Notaufnahme ist in der Beachtung und der Umsetzung ethischer Grundprinzipien zu sehen [98]. Begleitung, Unterstützung und Führung der Angehörigen schwerstkranker Patienten sind ebenfalls Kernelemente ärztlicher und pflegerischer Prozesse im medizinischen Alltag.Tab. 6Generelle Therapieverfahren6.Allgemeine Maßnahmen – generelle TherapieverfahrenWZ 1Für den Intensiv- und Notfallmediziner relevante Therapieverfahren: Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und professionellem Verhalten6.1.Venöse und arterielle ZugängeWZ 2Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zur Anlage arterieller und venöser ZugängeTK 1Grundlagen zur Vorbereitung und Durchführung eines Gefäßzugangs (Patientenlagerung, hygienische Maßnahmen, Seldinger-Technik)TK 2Indikationen verschiedener Zugangswege (PVK, ZVK, arterielle Zugangswege, spezielle Schleusen und Zugänge für Dialysezugänge sowie Zugänge für ECLS/ECMO)PF 1PF 2*Level III: sichere Durchführung spezieller intensivmedizinischer Zugänge (z. B. für Schrittmachersonden, PAK, transpulmonale Thermodilution und Pulskonturanalyse, Dialysekatheter)PF 3*Level II: Durchführung einer ECLS-/ECMO-Kanülierung (falls auf der Intensivstation oder in der Notaufnahme praktiziert; siehe Top 6.12.)6.2.VolumentherapieWZ 3Vermittlung der physiologischen und pathophysiologischen Grundlagen der Infusionstherapie und Abgrenzung der Kreislauftherapie von reiner Flüssigkeitsgabe sowie klinische Einschätzung des Volumenstatus kritisch kranker PatientenTK 3Indikationen zur InfusionstherapieTK 4Zusammensetzung der Flüssigkeitskompartimente des Körpers: Gesamtkörperwasser (intrazellulär, extrazellulär, intravasal)TK 5Unterscheidung von Volumentherapie (als Kreislauftherapie) und Flüssigkeitsgabe (als Substitution von Verlusten)TK 6Zusammensetzung der unterschiedlichen Infusionslösungen; Unterschiede von kolloidalen und kristalloiden Lösungen und deren Indikationen/KontraindikationenTK 7Indikationsstellung des Einsatzes extrakorporaler Therapieverfahren zur Steuerung des Volumenhaushalts eines PatientenPF 4*Level III: Einschätzung des Volumenstatus des Patienten inkl. der Anwendung unterschiedlicher (nicht immer aller!) Verfahren wie klinischer Status und Anamnese, Laborparameter, Ultraschallverfahren (inkl. Echokardiographie), invasive Verfahren (arterielle Blutdruckmessung, Thermodilutionsverfahren und Pulmonalarterienkatheter[PAK]-Messungen) sowie weitere Verfahren in ausgewählten Fällen [56]PF 5*Level III: Einbeziehung des Herzzeitvolumens (HZV, „cardiac output“) als wesentlicher Zielparameter der VolumentherapiePF 6*Level III: adäquate Einschätzung von Volumenmangel vs. -bedarf und VolumenreagibilitätPF 7*Level III: regelmäßige Kontrolle des VolumenstatusPF 8*Level III: Kenntnisse und Anwendung extrakorporaler Therapieverfahren zur Steuerung des Volumenhaushaltes6.3.Vasoaktive Substanzen und InotropikaTK 8Pharmakologische Eigenschaften der eingesetzten Vasopressoren, Vasodilatatoren, Inotropika und InodilatatorenTK 9Pathophysiologische Grundlagen des differenzierten Einsatzes vasoaktiver Substanzen und von Inotropika bei den verschiedenen Formen des Schocks inkl. der damit verbundenen Risiken, insbesondere bei akut oder chronisch kardial erkrankten PatientenPF 9*Level III: individualisierte Festlegung von klinischen und hämodynamischen Zielgrößen und des dafür notwendigen Monitorings für die Steuerung einer Therapie mit vasoaktiven Substanzen und Inotropika6.4.Kardiale Elektrotherapie (Defibrillation, Schrittmachertherapie, Kardioversion)WZ 4Leitlinienorientiertes Management von Patienten mit bedrohlichen Herzrhythmusstörungen einschließlich deren Risikostratifizierung mit Vermittlung und Beherrschen der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten der notfall- und intensivmedizinischen BehandlungTK 10Bradykarde und tachykarde HerzrhythmusstörungenTK 11Leitliniengerechte Indikationsstellung der kardialen ElektrotherapieTK 12Kardiale Elektrotherapie inklusive Defibrillation, Kardioversion, transthorakaler und invasiver NotfallschrittmachertherapiePF 10*Level III: sichere EKG-Interpretation bei Patienten mit lebensbedrohlichen HerzrhythmusstörungenPF 11*Level III: Durchführung einer Defibrillation/KardioversionPF 12*Level III: Durchführung einer Notfallschrittmacheranlage (invasiv oder transthorakal; Zusatz-Weiterbildung [Internistische] Intensivmedizin der BÄK: transvenöse Schrittmachertherapie: n = 3)BV 1Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kardiologen und ggf. Überweisung in ein kardiologisches Interventionszentrum6.5.SauerstofftherapieWZ 5Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten der Sauerstofftherapie bei kritisch kranken Patienten [83]TK 13Wirkungsweise von konventioneller und High-flow-SauerstofftherapieTK 14Prinzipien der konventionellen und High-flow-Sauerstofftherapie:→ Indikationen und Kontraindikationen→ Nebenwirkungen, Komplikationen und Limitationen→ Einstellung und Entwöhnung von der High-flow-SauerstofftherapiePF 13*Level III: Einleitung der High-flow-SauerstofftherapieBV 2Interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Notfallteam, Intensivpflegefachpersonen, Atmungs- und Physiotherapeuten6.6.AtemwegsmanagementWZ 6Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Beherrschung des Atmungs- und Beatmungsmanagements bei Notfall- und Intensivpatienten [102]TK 15Indikationen und Kenntnisse zur Durchführung:→ Sicherung des Atemwegs→ Präoxygenierung→ Notfall- vs. elektive Analgosedierung→ Monitoring und Erfolgskontrolle→ Atemwegsicherung→ Maskenbeatmung→ Atemwegshilfen→ Erschwerte Maskenbeatmung→ Erweiterte Atemwegshilfen→ Koniotomie→ Videolaryngoskopie→ Schwieriger Atemweg (fiberoptische Intubation)→ Nasale IntubationPF 14*Level III: suffiziente MaskenbeatmungPF 15*Level III: sichere Intubation [103]PF 16*Level III: AtemwegsicherungPF 17*Level III: Koniotomie am Phantom (Simulationstraining)PF 18*Level II: nasale IntubationPF 19*Level II: fiberoptische IntubationBV 3Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachdisziplinen6.7.BeatmungsmanagementWZ 7Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten zur differenzierten Beatmung kritisch kranker PatientenTK 16Technische Wirkungsweise von BeatmungsgerätenTK 17Prinzipien der nichtinvasiven Beatmung [104]:→ Indikationen und Kontraindikationen→ Nebenwirkungen, Komplikationen und Limitationen→ Vor- und Nachteile verschiedener Interfaces→ Beatmungseinstellungen (Flow-Kurve, Lungenmechanik)→ Entwöhnung von der nichtinvasiven Beatmung→ Indikation der Überleitung in eine ambulante HeimbeatmungTK 18Prinzipien der invasiven Beatmung [102]:→ Indikationen und Kontraindikationen→ Nebenwirkungen, Komplikationen und Limitationen→ Prinzip der lungenprotektiven invasiven Beatmung→ Prinzip des „best PEEP“→ Beatmungsstrategien mit differenziertem Einsatz unterschiedlicher Beatmungsmodi der assistierten und kontrollierten Beatmung→ Beatmungseinstellungen entsprechend der Krankheitsphase und der Art des respiratorischen Versagens (hypoxämische und ventilatorische Insuffizienz)→ Entwöhnung von der Beatmung mit differenzierten WeaningstrategienPF 20*Level III: Einleitung der nichtinvasiven Beatmung (Interface, Eingewöhnung)PF 21*Level III: invasive Beatmung:→ Einstellung und Anpassung von FiO2→ Beatmungsmodi→ Beatmungsdrücke und Beatmungsfrequenzen→ Erkennen und Anpassung von Patient-Ventilator-Dyssynchronie→ Triggereinstellungen→ Leckagemanagement→ Einschätzung „readiness-to-wean“, Weaningprotokoll, Erstellung und Anpassung, Weaningdurchführung und Spontanatemversuch→ Einschätzung der Extubationsbereitschaft, ExtubationBV 4Interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Notfallteam, dem Intensivpflegefachpersonen, Atmungs- und Physiotherapeuten6.8.Koniotomie und TracheotomieWZ 8TK 19Indikation und Kontraindikationen der KoniotomieTK 20Komplikationen der KoniotomieTK 21Grundlagen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge der KoniotomieTK 22Indikationen und Kontraindikationen der TracheotomieTK 23Komplikationen der TracheotomieTK 24Vor- und Nachteile der perkutanen und operativen TracheotomieTK 25Grundlagen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge der perkutanen Dilatationstracheotomie sowie der Dekanülierung; Vor- und Nachteile der notfallmäßigen TracheotomiePF 22*Level I: praktische Erfahrung mit der Vorbereitung und Durchführung der KoniotomiePF 23*Level III: praktische Erfahrung mit der Vorbereitung und Durchführung der perkutanen Dilatationstracheotomie (Operateur); (Zusatz-Weiterbildung [Internistische] Intensivmedizin der BÄK: perkutane Tracheotomie: n = 10)PF 24*Level III: praktische Erfahrung mit der Bronchoskopie zur perkutanen DilatationstracheotomiePF 25*Level III: praktische Erfahrung mit dem Trachealkanülenmanagement, dem Wechsel einer Trachealkanüle und der Dekanülierung6.9.AnalgosedierungWZ 9Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für die indikations- und leitlinienorientierte Analgosedierung [69]TK 26Pharmakologische Eigenschaften intensiv- und notfallmedizinisch eingesetzter Analgetika [107]TK 27Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und Nebenwirkungen intensiv- und notfallmedizinisch eingesetzter i.v.-Sedativa [107]TK 28Indikationen und Kenntnisse zur Durchführung (Techniken, Risiken):→ Notfall- vs. elektive Einleitung und Führung der Analgosedierung→ Kurzzeitige (Analgo‑)Sedierung für Prozeduren und Teilbereiche von Prozeduren/geringe EingriffePF 26*Level III: leitlinienorientierte nichtpharmakologische und pharmakologische Therapie von SchmerzenPF 27*Level III: Einsatz von Analgetika und Sedativa im Rahmen einer palliativmedizinischen BehandlungPF 28*Level III: sichere Einleitung der Analgosedierung zur Intubation sowie kurzzeitige Analgosedierung inkl. eines periprozeduralen Kreislauf- und AtemwegsmanagementsPF 29*Level III: AnalgesiemonitoringPF 30*Level III: Sedierungsmonitoring und -steuerung unter Anwendung von Agitations‑/SedierungsscoresPF 31*Level II: differenzierter Einsatz von Analgetika zur Schmerzkontrolle unter Berücksichtigung des längerfristigen Abhängigkeitspotenzials*Level II: differenzierter Einsatz von Sedativa unter Berücksichtigung der wechselseitigen Beziehung von Agitation, Schmerz und Delir entsprechend der aktuellen S3-DAS-Leitlinie [69], einschließlich der Lokal‑, Oberflächen- und Regionalanästhesie6.10.Delirprävention, -erkennung und -behandlungWZ 10Vermittlung der zur Delirprävention, -erkennung und -behandlung des internistischen Intensiv- und Notfallpatienten erforderlichen Kenntnisse und FähigkeitenTK 29Kenntnis und Unterscheidung von prädisponierenden, präzipitierenden und aufrechterhaltenden Faktoren eines Delirs in der Notaufnahme (insbesondere bei geriatrischen Patienten) und auf der IntensivstationPF 32*Level III: Delirmonitoring entsprechend der aktuellen S3-DAS-Leitlinie [69]PF 33*Level III: Anwendung allgemeiner Maßnahmen zur Prävention und Behandlung eines Delirs [108]PF 34*Level III: pharmakologische und nichtpharmakologische Behandlung eines Delirs [109]6.11.NierenersatzverfahrenWZ 11Fähigkeit zum Einsatz von Nierenersatzverfahren sowohl im Sinne der evidenzbasierten als auch der personalisierten MedizinTK 30Indikationen sowie Kontraindikationen von Nierenersatzverfahren und anderen extrakorporalen Blutreinigungsverfahren wie Plasmapherese und AdsorptionsverfahrenTK 31Charakteristika sowie Vor- und Nachteile der verschiedenen Nierenersatzverfahren i. S. einer Differenzialtherapie: intermittierende Hämodialyse (IHD), kontinuierliche venovenöse Hämofiltration (CVVHF)/Hämodialyse (CVVHD)/Hämodiafiltration (CVVHDF), prolongierte Verfahren wie „slow low-efficient hemodialysis“ (SLED), Plasmapherese und AdsorptionsverfahrenTK 32Übliche Antikoagulationsmodi extrakorporaler Verfahren (systemisch und regional) und deren Nebenwirkungen bzw. KomplikationenTK 33„Dosis“ von Nierenersatz bzw. Ultrafiltration und tägliche Festlegung der gewählten Dosis bzw. des UltrafiltrationszielesTK 34Komplikationen während der Durchführung eines Nierenersatzverfahrens (hämodynamische Probleme, Volumensteuerung, Elektrolytstörungen, Blutungen, Katheterkomplikationen, Maschinenkomplikationen) und deren TherapiePF 35*Level II: Indikationen, Kontraindikationen, Zugangswege und Techniken der Anlage von Dialysekathetern, Beherrschen von Komplikationen bei der AnlagePF 36*Level III: Einzelnachweis von mindestens 25 Anlagen von Dialysekathetern mit selbstständiger DurchführungPF 37*Level III: Indikationsstellung und Titrierung einer Nierenersatztherapie (ausgenommen Peritonealdialyse) auf der IntensivstationPF 38*Level III: Durchführung und Überwachung einer Nierenersatztherapie (ausgenommen Peritonealdialyse) auf der Intensivstation (Nierenersatztherapiedosis, Ultrafiltrationsdosis, Komplikationen, Dysäquilibriumsyndrom)BV 5Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Nephrologen bei der Indikationsstellung und Durchführung von NierenersatzverfahrenBV 6Förderung der Adhärenz einer Langzeitnachsorge durch Nephrologen nach notwendigem Nierenersatz6.12.„Extracorporeal life support“ (ECLS)/venovenöse/venoarterielle extrakorporale Membranoxygenierung (vv-ECMO, va-ECMO)WZ 12TK 35Grundlagen:→ Determinanten des Gasaustauschs und Interaktion mit der maschinellen Beatmung→ Grundlagen der ECMO-Therapie (venovenös und venoarteriell)→ Strategien des Weanings von extrakorporalen Systemen→ Information über das zu erwartende Outcome und die Risikoklassifikation beim akuten Lungen- bzw. Herzversagen (Reanimation, kardiogener Schock)→ Komplikationen extrakorporaler Systeme und deren Behandlung→ Gerinnungsdiagnostik und Antikoagulation im Rahmen der ECMO-TherapieTK 36vv-ECMO: Indikationen und Grenzen des leitlinienorientierten Einsatzes des temporären Lungenersatzes beim hypoxämischen oder primär hyperkapnischen respiratorischen VersagenTK 37BV 7Gesprächsführung/-strategien mit Angehörigen, „End-of-life“-Entscheidungen (Eruierung des potenziellen Patientenwillens, Möglichkeiten der Organspende), Arzt-Arzt-Gespräch zur Verlegung in ein überregionales ECMO-Zentrum6.13.Perkutane linksventrikuläre Unterstützungssysteme (pLVAD) und intraaortale Gegenpulsation (IABP)WZ 13TK 38Prinzip, Ausmaß der möglichen HZV-Steigerung, Anwendungsweise und Komplikationen von p(L)VAD (Mikroaxialpumpen, Tandem-Heart-Pumpensystem bzw. extrakorporale Zentrifugalpumpe) und IABPTK 39BV 8BV 9Engmaschige Betreuung des Patienten in enger Absprache mit Kardiologen und ggf. HerzchirurgenBV 10Gemeinsame Entscheidung des Intensivmediziners und Kardiologen/Herzchirurgen zur Entfernung des Systems, entweder als Weaning im positiven Fall oder bei ausbleibender Prognosebesserung oder klinischer Verschlechterung trotz des implantierten SystemsBV 11Arzt-Arzt-Gespräch bezüglich einer Verlegung des Patienten in ein Herzinsuffizienzzentrum; Eruierung des potenziellen Patientenwillens; Gesprächsführung/-strategien mit Angehörigen, „End-of-life“-Entscheidungen, Möglichkeiten der Organspende (siehe Top 6.19)6.14.Antiinfektive TherapieWZ 14TK 40Grundlagen der infektiologischen Diagnostik (Blutkultur, bronchoalveoläre Lavage [BAL] u. a.) sowie der Infektionsepidemiologie und deren BewertungTK 41Empirische und gezielte antiinfektiöse Therapie: Grundlagen der Antibiotika-, antiviralen, antimykotischen und antiparasitären TherapiePF 39*Level III: Materialgewinnung zur mikrobiologischen Diagnostik (Blutkulturabnahme, intravasale Katheter, BAL, Material aus möglicherweise infiziertem Gewebe)PF 40*Level III: Differenzierung von Infektion, Kontamination und BesiedlungPF 41Auswahl einer kalkulierten antiinfektiven Therapie in Abhängigkeit von Grunderkrankung und Risikoprofil des Patienten sowie von dem zu erwartenden Keimspektrum:→ *Level III: bei Standardsituationen→ *Level II: bei komplexen FragestellungenPF 42Antiinfektive Therapie:→ *Level III: bei identifiziertem Erreger: antiinfektive Therapie nach Erregersensitivitäts-/-resistenzspektrum und lokaler Resistenzlage→ *Level II: bei komplexen FragestellungenBV 12Interdisziplinäre Kooperation mit Hygienikern/Mikrobiologen/Infektiologen/wünschenswert: mit klinischem Pharmakologen (Antibiotic Stewardship, ABS) und ggf. mit den mitbetreuenden Fachdisziplinen beim jeweiligen PatientenBV 13Zusammenarbeit mit Hygienikern/Mikrobiologen/Infektiologen/wünschenswert: mit klinischem Pharmakologen vor Ort zur Infektionsprophylaxe6.15.Prophylaxe-MaßnahmenWZ 15Erlernen der notwendigen prophylaktischen Maßnahmen zur Vermeidung bekannter häufiger Komplikationen, inkl. Dekubitus, Immobilität und KontrakturenTK 42Allgemeine Kenntnisse zur Prophylaxe, Komplikationsvermeidung und Risikominimierung bei Intensiv- und NotfallpatientenTK 43Spezielle Kenntnisse zu vermeidbaren Komplikationen und Risiken in der Intensiv- und Notfallmedizin (z. B. Delirentwicklung bei Demenz, Alkoholmissbrauch) und deren Prophylaxe (z. B. Thromboembolieprophylaxe, Indikation zur Sturzprophylaxe)PF 43*Level III: Erkennen der patientenspezifischen Risikofaktoren und erkrankungsspezifischen KomplikationenPF 44*Level III: Erstellung eines Behandlungsplans unter Berücksichtigung der medikamentösen und nichtmedikamentösen ProphylaxemaßnahmenBV 14Reduktion des Auftretens von Komplikationen durch interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit von Notfall‑/Intensivmedizinern mit Notfall‑/Intensivmedizinfachpflegepersonen und denjenigen Mitarbeitern weiterer Berufsgruppen, die in die Betreuung des Patienten involviert sindBV 15Weiterführende Kommunikation mit denjenigen Einheiten – z. B. Mikrobiologie und Hygiene – welche in die Betreuung des jeweiligen individuellen Patienten mit involviert sind6.16.Blutprodukte und PlasmaderivateWZ 16Erlernen und praktische Umsetzung der Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen der Transfusion von Blutprodukten auf der Intensivstation und in der Notaufnahme [117]TK 44Transfusionstrigger/Indikationen zur Gabe von Blutprodukten (Erythrozyten, Thrombozyten)TK 45Nebenwirkungen und Kontraindikationen der Transfusionen von BlutproduktenTK 46Indikationen zur Gabe von Gerinnungsfaktoren und -produktenTK 47Nebenwirkungen und Kontraindikationen der Gabe von Gerinnungsfaktoren und -produktenTK 48Transfusionsgesetze und deren organisatorische Umsetzung und EinhaltungPF 45*Level III: Praktische und organisatorische Umsetzung der Transfusionsgesetze nach der Richtlinie der BÄKPF 46*Level III: Indikationsstellung und Triggergrenzen für die Transfusion von Blut- und GerinnungsproduktenPF 47*Level III: Beherrschung von Nebenwirkungen bzw. TransfusionsreaktionenPF 48*Level II: Dokumentation und Meldung unerwünschter Transfusionsreaktionen in Kooperation mit dem TransfusionsbeauftragtenBV 16Interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Blutprodukte/Blutbank6.17.ErnährungWZ 17Leitlinien-orientierte Ernährung des internistischen Intensivpatienten unter Berücksichtigung des Krankheitsschweregrades, des intensivmedizinischen Krankheitsbildes und der internistischen Grunderkrankung [96]TK 49Stoffwechsel-Physiologie und Stoffwechsel-Pathophysiologie des ITS-Patienten:→ bei Infektion, Trauma, Schock und Sepsis→ bei hormonellen Veränderungen des Intensivpatienten wie Insulinresistenz→ Ebb‑/Flow-Ernährungsphase des Intensivpatienten→ Katabolismus des ITS-Patienten mit Auswirkungen auf den Protein‑, Kohlenhydrat- und Lipid-Stoffwechsel→ anabole Phase des IntensivpatientenTK 50Möglichkeiten der Bestimmung des Ernährungszustandes und deren LimitationenTK 51Formeln zur Berechnung des Kalorienbedarfs und deren Vor- und NachteileTK 52Möglichkeiten der Messung des Ruhe-Energiebedarfs und deren LimitationenTK 53Möglichkeiten zur Bestimmung der zugeführten KalorienTK 54Möglichkeiten, Komplikationen, Indikationstellung sowie Zugangsmöglichkeiten zur enteralen Ernährung:→ nasogastrale Sonde, post-pylorische Sonde→ perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)/Jejunostomie (PEJ)→ „Jejunal Extension Tube“ der PEG (JET-PEG)TK 55Möglichkeiten, Komplikationen, Indikationsstellung sowie Durchführung der Zugangswege zur parenteralen ErnährungTK 56Ernährungsmedizinische Besonderheiten bei Patienten mit (Multi‑)Organdysfunktions-Syndrom (MODS)/-versagen, Sepsis und Schock:→ Schock; → Sepsis; → Herzversagen; → Lungenversagen/ARDS; → Leberinsuffizienz; → Niereninsuffizienz; → Pankreasinsuffizienz; → (Sub‑)Ileus; → Fisteln des GastrointestinaltraktesTK 57Notwendige Kontrollparameter, deren Kontrollfrequenz und Zielfenster und mögliche entstehende Komplikationen und daraus resultierende Behandlungsoptionen in Bezug auf:→ Glukose; → Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphat; → Triglyzeride; → Transaminasen, γ‑GT, APH, Lipase; → Cholinesterase, AlbuminTK 58Besonderheiten der Substrate bei enteraler und parenteraler Ernährung:→ Protein und Aminosäuren; → Glukose, Kohlenhydrate; → Lipide; → Ballaststoffe; → Probiotika; → Vitamine; → Salze; → SpurenelementeTK 59Vor- und Nachteile der Nutzung von Einzelkomponenten und „all-in-one“-Systemen der parenteralen ErnährungPF 49*Level III: Erkennen vorbestehender Ernährungsstörungen und deren Konsequenzen für die intensivmedizinische Betreuung und Ernährungstherapie: → Adipositas; → Unterernährung; → Protein-Mangel-Ernährung; → Anorexie; → BulimiePF 50*Level III: Erkennen derjenigen Patienten, welche durch eine inadäquate Ernährungstherapie gefährdet sein könnten, sowie Vermeidung bzw. Behandlung eines Refeeding-SyndromsPF 51*Level III: Erstellen eines Ernährungsplanes für den Intensivpatienten:→ Indikationen für die orale Zusatzernährung→ Indikationen für die enterale Ernährung→ Indikationen für die parenterale supplementierende Ernährung→ Indikationen für parenterale ErnährungPF 52*Level III: Bestimmung des Kalorienziels und des Proteinzieles in Abhängigkeit des klinischen Zustandes des Patienten, der Phase der Erkrankung und der Notwenigkeit der ZufuhrPF 53Durchführung der Zugangsmöglichkeit zur enteralen Ernährung:→ *Level III: nasogastrale Sonde→ *Level I: PEG→ *Level I: PEJ→ *Level I: JET-PEG6.18.Lagerungstherapie und (Früh‑)Mobilisation (Intensivpflege)WZ 18Abgrenzen der Lagerungstherapie von prophylaktischen Lagerungsmaßnahmen sowie der Mobilisation und MobilitätTK 60Allgemeine Kenntnisse über den Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege gemäß § 113 SGB XITK 61Spezielle Kenntnisse zur Lagerungstherapie in Abgrenzung zu prophylaktischen Maßnahmen der Pneumonie‑, Dekubitus- und Kontrakturen-ProphylaxeTK 62Lagerung von Patienten unter Berücksichtigung individueller Patienten-bezogener Aspekte in der Prävention und ProphylaxeTK 63Kenntnisse in der Bauchlagerung und deren praktischer DurchführungTK 64PF 54*Level II: Assistierte und aktivierende Lagerungstherapie mitgestalten könnenBV 17Planung, Festlegung und Umsetzung der Therapiekonzepte unter Einbeziehung von Intensivpflege, Physiotherapie und speziellen Intensivpflegefachpersonen wie Atmungstherapeuten und ggfs. „Advanced Nurse Practitioner“ (ANP auf Master Niveau)BV 18Integration von Lagerungstherapie und Physiotherapie in die individuellen Tagesziele der täglichen interprofessionellen VisitenBV 19Kennen der physiotherapeutischen Therapieansätze der passiven BewegungsübungenBV 20Kennen und Einschätzen physiotherapeutischer Diagnosekriterien wie z. B. der RumpfstabilitätBV 216.19.OrganspendeWZ 19Sicheres Erkennen eines (potentiellen) Organspenders, Feststellung eines irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Realisierung einer möglichen Organspende in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO)TK 65Diagnosekriterien des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls nach primärer oder sekundärer Hirnschädigung (siehe Tab. 5/Top 5.15.)TK 66Besonderheiten der intensivmedizinischen Behandlung bei irreversiblem Hirnfunktionsausfall inkl. Hormonersatztherapie (Cortisol, Desmopressin)TK 67Kenntnis der Kontaktstelle der DSO und der weiteren Schritte im Prozess einer Organspendeabklärung entsprechend DSO-HandlungsanleitungPF 55*Level III: Therapie des Diabetes insipidus centralis und des Hypophysen-AusfallsPF 56*Level III: Prozesskenntnis: Kontaktaufnahme mit Transplantationsbeauftragtem/DSOBV 22Integrative Zusammenarbeit mit Transplantationsbeauftragtem, DSO-Team, und Neurologen/NeurochirurgenBV 23„Awareness“ für (potientielle) Organspende
5.1.7. Ethik (Tab. 7)
7 | Allgemeine Maßnahmen – Ethik |
WZ 1 | Ärztliche Indikation und Patientenwille als Grundlagen sämtlicher Behandlungsentscheidungen nach Festlegung eines patientenzentrierten Therapieziels sowie Bedeutung der (juristischen) Stellvertreter/Angehörigen bei der Ermittlung des Patientenwillens; Steuerung der kommunikativen Abläufe innerhalb des Behandlungsteams und mit den (juristischen) Stellvertretern/Angehörigen [97, 98, 118, 119] |
7.1. | „End-of-life“-Entscheidungen |
TK 1 | Prinzipienethik (Respekt der Autonomie bzw. Selbstbestimmung des Patienten, Prinzip der Schadensvermeidung, Prinzip der Fürsorge, Prinzip der Gerechtigkeit) |
TK 2 | Ärztliche Indikationsstellung (vor dem Hintergrund von „Nutzen vs. Schaden“) |
TK 3 | Patientenwille (aufgeklärte Einwilligung/Verweigerung, Patientenverfügung, Vorsorgebevollmächtigter, Ehegattennotvertretungsrecht, Betreuer, mutmaßlicher Patientenwille, Behandlungswünsche) |
TK 4 | |
TK 5 | Einberufung und Durchführung einer Ethikfallberatung |
TK 6 | Palliativmedizinische Grundprinzipien (Abschn. 5.2.9. Tab. 18) |
TK 7 | Sterbebegleitung, Therapien am Lebensende, Sterbenlassen, Beihilfe zur Selbsttötung, Tötung auf Verlangen [122] |
PF 1 | *Level III: Fähigkeit zur praktischen Anwendung der Prinzipienethik bei kritisch kranken Patienten mit einer hohen Sterbewahrscheinlichkeit [118] |
PF 2 | *Level III: Anwendung der ärztlichen Indikationsstellung und Fähigkeit zur Begründung der Indikation vor dem Hintergrund von „Nutzen vs. Schaden“ |
PF 3 | *Level III: Fähigkeit zur Interpretation der Patientenverfügung, auch unter Berücksichtigung der Vorgaben des Betreuungsrechts (§§ 1827 ff. BGB) |
PF 4 | *Level III: Fähigkeit zur Umsetzung einer Therapiezieländerung |
PF 5 | *Level III: Beteiligung an einer Ethikfallberatung |
BV 1 | Fähigkeit zur interprofessionellen und interdisziplinären Diskussion von ärztlicher Indikation, Patientenwille und Therapieziel mit nachfolgender interprofessioneller/interdisziplinärer Entscheidungsfindung |
7.2 | Angehörigenmanagement |
TK 8 | Betreuung, Patientenverfügung, Ehegattennotvertretung [123] und Vorsorgevollmacht |
TK 9 | Bedeutung und Durchführung einer Angehörigenbesprechung |
TK10 | Implementierung einer angehörigenzentrierten Organisation der Abläufe auf einer Intensivstation (Besuchszeiten, Intensivtagebuch, Einbindung der Angehörigen [124]) |
TK11 | Akute Belastungen der Angehörigen und mögliche Langzeitfolgen (Angst, Depression, posttraumatische Belastungsstörung [125]) |
PF 6 | *Level III: strukturierte Angehörigenbesprechung |
BV 2 | Durchführung einer interdisziplinären und interprofessionellen Angehörigenbesprechung unter Einbeziehung aller an der Behandlung des Patienten beteiligten Berufsgruppen, Fachabteilungen sowie möglicherweise auch der betreuenden Hausärzte |
5.1.8. Hygienemaßnahmen (Tab. 8)
-
Der Intensiv- und Notfallmediziner soll sich nicht nur theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten – wie keimarmes oder steriles Arbeiten – aneignen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, die Aufmerksamkeit eines jeden Mitarbeiters zu schärfen und seine Patienten und deren Angehörige zu schulen.
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Das Wissen um resistente Erreger, Isolationsmaßnahmen und grundsätzliche Hygienemaßnahmen kann die Prognose der Patienten entscheidend verbessern. Dabei ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern und Krankenhaushygienikern unerlässlich (https://www.rki.de/).
8. | Allgemeine Maßnahmen - Hygienemaßnahmen |
WZ 1 | Kenntnis grundsätzlicher Hygienemaßnahmen, spezieller Infektionen, Umgang mit resistenten Erregern sowie Erkennen der Relevanz von Hygienemaßnahmen |
8.1. | Allgemeine Hygienemaßnahmen |
TK 1 | Grundsätzlich mögliche Übertragungswege von Keimen (Kontaktübertragung; Tröpfcheninfektion und Airborne-Infektionen) |
TK 2 | Nosokomiale Keime, deren Reservoirs und Pathogenitätsfaktoren sowie die damit verbundenen Übertragungswege |
TK 3 | Saisonale und ganzjährig vorkommende Viruserkrankungen (insbesondere Schweres-akutes-Atemwegssyndrom-Coronavirus 2 [„severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“, SARS-CoV-2], Influenzavirus, RSV), deren Infektiosität bzw. Kontagiosität; jeweilige Übertragungswege und Schutzmaßnahmen |
TK 4 | Typische Erreger von Infektionen in der Notaufnahme sowie auf der Intensivstation und deren Übertragungswege |
TK 5 | Grundlagen infektiologischer Diagnostik (v. a. Präanalytik, Resistenztestung, Befundinterpretation) |
TK 6 | Grundkenntnisse des Infektionsschutzgesetzes, insbesondere zum Thema Meldepflicht von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Influenza und Coronaviruskrankheit 2019 (COVID-19), bakterielle Meningitis |
TK 7 | Hausinterne Hygienestandards |
TK 8 | Hausinterne Keim- und Resistenzspektren |
PF 1 | *Level III: Händedesinfektion |
PF 2 | *Level III: steriles Einkleiden |
PF 3 | *Level III: steriles Arbeiten bei der Anlage invasiver Zugänge |
PF 4 | *Level III: Vorbereitung eines „sterilen Tischs“ bzw. Aufsicht darüber |
BV 1 | Enge Zusammenarbeit mit den Hygienefachkräften und dem Antibiotic-Stewardship(ABS)-Team |
BV 2 | Qualifizierung zur Vermittlung der Standards notwendiger hygienischer Maßnahmen an das Klinikpersonal |
BV 3 | Qualifizierung zur Vermittlung der Standards notwendiger hygienischer Maßnahmen an das Patientenumfeld |
BV 4 | Beratung durch Hygienekompetenzzentren bei speziellen/regional ungewöhnlichen Keimen |
8.2. | Prävention |
WZ 2 | Kenntnis grundsätzlicher Präventionsmaßnahmen, insbesondere Vermeidung nosokomialer Infektionen sowie Infektionsprävention |
TK 9 | Allgemeine Hygienemaßnahmen und Standardmaßnahmen zur Infektionsprävention – insbesondere Vermeidung von Wundinfektionen, Katheter- oder Deviceinfektionen |
TK 10 | Allgemeine Hygienemaßnahmen beim Umgang mit infektiösen Patienten inkl. Schutzmaßnahmen, insbesondere bei Infektionskrankheiten mit Tröpfcheninfektion (Tuberkulose, Meningokokken, Viruserkrankungen) |
TK 11 | Allgemeine Hygienemaßnahmen beim Umgang mit schwer immunsupprimierten Patienten, inklusive „Umkehrschutzmaßnahmen“ |
TK 12 | Fundierte Kenntnisse im Umgang (Schutz und Isolationsmaßnahmen) mit antibiotikaresistenten Erregern (methicillinresistenter Staphylococcus aureus [MRSA], vancomycinresistente Enterokokken [VRE], multiresistente gramnegative Bakterien [MRGN] und Clostridioides difficile) |
PF 5 | *Level III: adäquater Einsatz persönlicher Schutzausrüstung |
BV 5 | Vermögen, die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen an das Intensivstations- und Notaufnahmeumfeld weiterzugeben |
BV 6 | Sensibilisierung bezüglich des gehäuften Auftretens von Problemkeimen |
8.3. | Isolierung |
WZ 3 | Kenntnis grundsätzlicher Isolationsmaßnahmen und erregerspezifischer Indikationen bei resistenten Erregern, Virusinfektionen – insbesondere Influenza und SARS-CoV-2 –, aber auch bei hochkontagiösen Erkrankungen (z. B. Ebola) |
TK13 | Isolationsmöglichkeiten, Möglichkeiten und Beschränkungen von Kohortenisolation, Umkehrisolation, Maßnahmen räumlicher Trennung und Voraussetzungen für eine Quarantäne |
PF 6 | *Level II: sinnvolle Risiko-Nutzen-Abwägung bezüglich hygienischer Präventionsmaßnahmen und des klinisch notwendigen Monitorings |
BV 7 | Enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt |
8.4. | Desinfektion |
WZ 4 | Kenntnisse gängiger Reinigungs‑, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren (chemisch/physikalisch) |
TK 14 | Chemische Desinfektion (Wirkstoffe/Einwirkzeiten/Resistenzen) |
TK 15 | Physikalische Desinfektion (thermisch/Bestrahlung/mechanisch) |
TK 16 | Kennen des hausinternen Desinfektionsplans |
BV 8 | Kennen und Einhalten von vorgegebenen Einwirkzeiten |
8.5. | Bauliche Voraussetzungen |
WZ 5 | Kenntnisse baulicher Maßnahmen, die eine höhere Sicherheit für die Hygiene ermöglichen (z. B. Integration von Isolierräumen in Notaufnahmen) |
TK 17 | Lüftungsanlagen (Luftfilter[stufen]/Zuluft/Abluft) und Unterdruckzimmer sowie Hygiene-Pitfalls (Funktionsstörungen) |
TK 18 | Trennung aseptischer/unreiner Bereiche |
TK 19 | Nutzung von Schleusen und deren Indikationen |
5.1.9. Pharmakotherapie (Tab. 9)
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Pharmakokinetik und Pharmakodynamik: Der Intensiv- und Notfallmediziner soll bei seinen Patienten auf Besonderheiten bei der Pharmakotherapie gefasst sein und eine sichere und wirksame Arzneimittelbehandlung unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Pharmakokinetik und Pharmakodynamik durchführen können. Hierzu gehört auch das Verständnis von Verteilungsvolumina, Proteinbindung und Eliminationskinetiken sowie deren Veränderungen, besonders bei kritisch kranken Patienten. Weiterhin muss er Standarddosierungen, Applikationsformen, Nebenwirkungsprofile, Interaktionen und Toxizitäten der auf der Intensivstation und in der Notaufnahme eingesetzten Pharmaka kennen.
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Antiinfektiva: Besonders wichtig auf der Intensivstation und in der Notaufnahme sind profunde Kenntnisse der Antibiotikatherapie zur Infektionsprophylaxe sowie zur Infektions- und insbesondere Sepsistherapie. Eine empirische, oft kalkulierte Primärtherapie soll selbstständig indiziert werden können. Von großer Bedeutung ist die Pharmakokinetik spezifischer Antibiotika, konzentrations- und zeitabhängig wirksamer Antibiotika und derjenigen Antibiotika mit unterschiedlicher Gewebegängigkeit. Ebenso wichtig sind Kenntnisse zu Dosisanpassungen, Dosierungsintervallen und prolongierten Laufzeiten. Probleme der Antibiotikatherapie bei Multiresistenzen, Antibiotikaprophylaxen vor operativen Eingriffen und der Einfluss der kritischen Erkrankung auf Plasmaspiegel und Gewebegängigkeit sollen in Zusammenarbeit mit Antibiotic-Stewardship(ABS)-Programmen [116, 126, 127] adressiert werden können.
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Individualisierte Pharmakotherapie mit therapeutischem Drugmonitoring (TDM): Nierenversagen, Leberversagen oder MODS/Multiorganversagen, aber auch Adipositas, generalisierte Ödeme, Hypoproteinämie und der Einsatz von Organersatzverfahren erfordern eine individualisierte Pharmakotherapie mit speziellen Modifikationen zur Therapieanpassung. Die Verwendung eines TDM zur sicheren Therapiesteuerung kritischer Medikamente und von Antibiotika kann die Pharmakotherapie erfolgreicher und sicherer machen [128].
9. | Allgemeine Maßnahmen - Pharmakotherapie |
WZ 1 | Sichere und wirksame Arzneimittelbehandlung unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Pharmakokinetik und Pharmakodynamik bei Intensiv- und Notfallpatienten |
9.1. | Allgemeine Prinzipien der Pharmakotherapie bei Intensiv- und Notfallpatienten |
WZ 2 | Verständnis allgemeiner Pharmakodynamik und Pharmakokinetik, (Verteilungsvolumina, Proteinbindung und Ausscheidungskinetiken) und deren Veränderungen bei (kritisch) kranken Patienten |
TK 1 | Pharmakastandarddosierungen in der Intensiv- und Notfallmedizin; Ernährungssondenapplikation, periphere und zentrale Venenkatheter |
TK 2 | Nebenwirkungsprofile relevanter Pharmaka: Nieren‑, Leber‑, Neuro- und Knochenmarktoxizität |
TK 3 | Spezifische Pharmakologie von Inotropika, vasoaktiven Substanzen und Inodilatatoren |
TK 4 | Interaktionen relevanter Pharmaka, Metabolisierungsinteraktionen |
TK 5 | Spezifische Probleme der Medikamentenapplikation: chemische und physikalische Interaktionen in Sonden und Kathetern |
9.2. | |
WZ 3 | Antiinfektive Therapie zur Infektionsprophylaxe sowie zur Infektions- und Sepsistherapie auf der Intensivstation und in der Notaufnahme |
TK 6 | Kalkulierte Primärtherapie, Pharmakokinetik spezifischer Antiinfektiva (Unterschiede konzentrations- und zeitabhängiger Antibiotika, Gewebegängigkeit), bakterizide vs. bakteriostatische Antibiotika |
TK 7 | Antibiotikatherapie bei Multiresistenzen |
TK 8 | Antibiotikaprophylaxen vor operativen/interventionellen Eingriffen |
TK 9 | Einfluss der kritischen Erkrankung auf Plasmaspiegel und Gewebegängigkeit der eingesetzten Antiinfektiva; Bedeutung von Dosisanpassungen, Dosierungsintervallen, prolongierten Infusionslaufzeiten unter Berücksichtigung der ggf. gestörten Organfunktion (Niere, Leber) und ggf. Antibiotika (siehe Top 9.4.) |
TK 10 | Aktuelle Leitlinien der AWMF, internationale Leitlinien, Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der nationalen Fachgesellschaften zur antiinfektiven Therapie, insbesondere der Sepsis und des septischen Schocks, der Blutstrominfektion, der Pneumonie, der Peritonitis, der Harnwegsinfektion, der Weichteil- und Gewebsinfektion sowie der Endokarditis |
PF 1 | *Level III: Umsetzung der TK 9 und TK 10 in eine leitlinienorientierte antiinfektive Therapie des kritisch kranken Patienten |
BV1 | |
9.3. | Individualisierte Pharmakotherapie bei bestimmten Patienten mit akutem Nierenversagen (AKI), multiplem Organdysfunktionssyndrom (MODS)/Multiorganversagen und Adipositas |
WZ 4 | Therapieanpassung an spezielle pharmakokinetische und pharmakodynamische Aspekte |
TK 11 | Therapieanpassung bei AKI und eingeschränkter Nierenfunktion: Modifikation der Dosierungshöhe und der Dosierungsintervalle (Dettli-Formeln) |
TK 12 | Therapieanpassung bei Adipositas sowie bei gesteigerter renaler Clearance bei hyperdynamischen Kreislaufverhältnissen |
TK 13 | Therapieanpassung bei Leberversagen sowie bei multiplem Organdysfunktionssyndrom (MODS)/Multiorganversagen |
TK 14 | Therapieanpassung bei generalisierten Ödemen sowie bei Hypoproteinämie |
TK 15 | Therapieanpassung bei geriatrischen Patienten |
TK 16 | Therapieanpassung bei schwangeren Patientinnen |
TK 17 | Therapieanpassung bei Medikamenten- und Drogenabhängigkeit |
TK 18 | Therapieanpassung bei extrakorporalen Therapien/Organersatzverfahren |
PF 2 | *Level III: Umsetzung der in TK 11–TK 18 genannten Kenntnisse in eine individualisierte Pharmakotherapie unter Berücksichtigung der pharmakokinetischen Unterschiede bei intermittierender und kontinuierlicher Medikamentenapplikation |
9.4. | Therapeutisches Drugmonitoring (TDM) |
WZ 5 | Verwendung des TDM zur Therapiesteuerung von Antibiotika und „kritischer“ Medikamente [128] |
TK 19 | Korrekte Spiegelmessungen in Abhängigkeit von Dosierungsintervallen; pharmakokinetische Unterschiede intermittierender und kontinuierlicher Medikamentenapplikation |
TK 20 | „European-Committee-on-Antimicrobial-Susceptibility-Testing“(EUCAST)-Tabellen und resistenzangepasste Antibiotikadosierungen; Steuerung durch TDM |
PF 3 | *Level II: Umsetzung des TDM-Konzeptes bei der Therapie internistischer Intensivpatienten |
5.2. Spezielle Maßnahmen der internistischen Intensivmedizin und Notfallmedizin
5.2.1. Angiologische/gefäßmedizinische Aspekte (Tab. 10)
-
Thromboembolische Erkrankungen: tiefe Venenthrombose (TVT) und Lungenarterienembolie (LAE): Diagnostik und Therapie der TVT sowie der LAE erfordern rasches und leitlinienorientiertes [129] Handeln unter Berücksichtigung der Klinik und der sonographischen sowie angiologischen oder radiologischen (CT-)Gefäßdiagnostik, ggf. unter Einbeziehung interventioneller bzw. operativer Therapieverfahren. Erforderlich sind ein adäquates Standardmonitoring sowie die kontinuierliche Überwachung von Patienten mit instabilen Kreislaufverhältnissen (z. B. intermediär hohes Risiko). Zudem müssen seltenere, aber akut lebensbedrohliche Krankheitsbilder, wie die obere Einflussstauung bei Verschluss der V. cava superior oder die Phlegmasia coerulea dolens, erkannt und unmittelbar der Therapie zugeführt werden.
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Akute Extremitätenischämie (ALI) und chronisch-extremitätenbedrohende Ischämie (CLTI): Rasches interdisziplinäres Handeln ist bei der kritischen Extremitätenischämie – insbesondere der akuten Arm- oder Beinischämie – erforderlich, unter Einbeziehung der konservativ-medikamentösen, interventionellen bzw. operativen Therapieverfahren, inkl. der intensivmedizinischen Nachbetreuung. Die Dringlichkeit der Therapie ist anhand klinischer Parameter einzuschätzen und eine akute Ischämie, die eine unmittelbare Therapie erfordert, von einer chronischen extremitätenbedrohenden Ischämie abzugrenzen.
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Akute Mesenterialischämie: Die akute mesenteriale Ischämie ist ein in höherem Alter häufiges Krankheitsbild. Das Überleben der Patienten hängt entscheidend von der raschen Diagnosestellung und Einleitung einer gezielten radiologischen (CT-)Diagnostik ab. Die interdisziplinäre Therapieeinleitung ist zu koordinieren.
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Akut entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden; siehe auch Abschn. 5.2.11. Tab. 20): Differenzialdiagnostisch sind bei schwerkranken Gefäßpatienten auch Vaskulitiden ohne und mit einer lebensbedrohlichen Organbeteiligung in Betracht zu ziehen. Die frühzeitige Diagnostik und adäquate immunsuppressive Therapie, ggf. durch Einbezug von Kollegen mit einer fundierten angiologischen/rheumatologischen Fachexpertise, sind oft ausschlaggebend für die Vermeidung oder Begrenzung schwerwiegender Organschäden.
10. | Angiologische/gefäßmedizinische Aspekte |
WZ 1 | Erwerb der für die Internistische Intensiv- und Notfallmedizin erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten der Angiologie und Gefäßmedizin |
10.1 | Thromboembolische Erkrankungen: tiefe Venenthrombose (TVT) und Lungenarterienembolie (LAE) |
TK 1 | TVT und deren Folgeerkrankungen, insbesondere LAE und paradoxe Embolien |
PF 1 | *Level III: selbstständige Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik sowie zur Durchführung der medikamentösen Akuttherapie bei und nach TVT (einschließlich der primär- und sekundärpräventiven Maßnahmen) |
PF 2 | *Level II: Indikationsstellung zum Einsatz interventioneller bzw. operativer Therapieverfahren bei massiver TVT sowie zentraler LAE und praktische Erfahrung im Einsatz interventioneller Verfahren (lokale Lysetherapie, EKOSTM endovaskuläres System [Boston Scientific, Marlborough, MA, USA], Thrombektomie); Nachbetreuung der so behandelten Patienten [130] |
BV 1 | Enge Zusammenarbeit mit prähospitalem Notfallmediziner, Angiologen, Kardiologen und Radiologen zur Früherkennung von TVT und LAE |
BV 2 | Förderung der Adhärenz bei der Antikoagulanzienbehandlung |
10.2. | Akute Beinischämie und chronisch-extremitätenbedrohende Ischämie („acute limb ischaemia“, ALI/„chronic limb-threatening ischaemia“, CLTI) |
TK 2 | Akute und kritische Extremitätenischämien und deren Folgeerkrankungen, insbesondere der kritischen Beinischämie |
PF 3 | *Level III: Fähigkeit zur selbständigen klinischen Diagnosestellung einer akuten Extremitätenischämie sowie zur Durchführung der medikamentösen Akuttherapie; Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik sowie Durchführung der medikamentösen Akut- und Langzeittherapie bei kritischer Beinischämie einschließlich der Durchführung primär- und sekundärpräventiver Maßnahmen |
PF 4 | *Level II: Indikationsstellung zum Einsatz interventioneller bzw. operativer Therapieverfahren; praktische Erfahrungen im Einsatz interventioneller Verfahren und Nachbetreuung der so behandelten Patienten |
BV 3 | Zusammenarbeit mit prähospitalem Notfallmediziner, Angiologen, Gefäßchirurgen und Radiologen zur unmittelbaren Behandlung einer akuten Beinischämie und Früherkennung einer chronischen extremitätenbedrohenden Ischämie |
10.3. | Akute Mesenterialischämie |
TK 3 | Akute Mesenterialischämie |
PF 5 | *Level III: Selbständige Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik sowie zur Durchführung der medikamentösen Akuttherapie einer akuten mesenterialen Ischämie; Durchführung der medikamentösen Akuttherapie |
PF 6 | *Level III: Indikationsstellung zur weiterführenden sonographischen und radiologischen Diagnostik |
PF 7 | *Level II: Indikationsstellung zum Einsatz interventioneller bzw. operativer Therapieverfahren |
BV 4 | Zusammenarbeit mit prähospitalem Notfallmediziner, Angiologen, Gefäßchirurgen, Gastroenterologen, Viszeralchirurgen und Radiologen zur unmittelbaren Erkennung und Behandlung einer akuten mesenterialen Ischämie |
10.4. | |
TK 4 | Akut entzündliche Gefäßerkrankungen mit und ohne lebensbedrohliche Organbeteiligung und deren Folgeerkrankungen |
PF 8 | *Level III: Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik sowie zur Durchführung der medikamentösen Akuttherapie bei und nach einer akut entzündlichen Gefäßerkrankung |
BV 5 | Zusammenarbeit mit Angiologen, Radiologen, Rheumatologen, Nephrologen, Ophthalmologen zur Früherkennung und Behandlung einer akut entzündlichen Gefäßerkrankung |
10.5 | Aortenaneurysma |
TK 5 | Aneurysma der Aorta abdominalis und Aorta thoracalis |
PF 9 | *Level II: Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik zum Nachweis eines Aortenaneurysma und seinen möglichen Komplikationen (u. a. thromboembolische distale Verschlüsse, Aortendissektion, Ruptur) |
BV 6 | Zusammenarbeit mit Angiologen, Herz- und Gefäßchirurgen, (interventionellen) Radiologen und Kardiologen |
10.6 | Akutes Aortensyndrom |
TK 6 | Wissen über die unterschiedlichen Formen des Aortensyndroms (klassische Aortendissektion, intramurales Hämatom, penetrierendes atheromatöses Ulkus, traumatische (iatrogene) Verletzungen der Aorta) |
PF 10 | *Level II: Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik zum Nachweis eines akuten Aortensyndroms, insbesondere fokussierte TEE-Untersuchung |
BV 7 | Zusammenarbeit mit Angiologen, Herz- und Gefäßchirurgen, (interventionellen) Radiologen und Kardiologen |
5.2.2. Endokrinologische, diabetologische und metabolische Aspekte (Tab. 11)
-
Im Wesentlichen sollen Krankheitsbilder der Diabetologie – wie die hypoglykämie- und hyperglykämieassoziierten Notfälle (ketoazidotisches Koma und hyperosmolares Koma) – und diverse weitere endokrinologische Notfälle – wie z. B. die Addison-Krise und die thyreotoxische sowie die Myxödemkrise – erkannt und akut-/intensivmedizinisch behandelt werden können.
-
Zu erkennen sind Regulationsstörungen integrativer neuroendokriner Signalpfade beim kritisch kranken Patienten, wie Diabetes insipidus, hypophysäres Koma, Insuffizienz der adenohypophysären Achsen, insbesondere der kortikotropen Achse, und das Non-thyroidal-illness-Syndrom; zum anderen Nebennierenerkrankungen wie die Addison-Krise, mineralokortikoide Insuffizienz (auch z. B. bei adrenogenitalem Syndrom) und Phäochromozytom (perioperatives Management). Wichtig ist auch die leitlinienorientierte Hydrokortisonsubstitution bei absoluter oder relativer Nebenniereninsuffizienz, z. B. bei Patienten mit septischem Schock oder bei diagnostischen oder operativen Eingriffen.
-
Weiterhin von Relevanz sind Nebenschilddrüsenerkrankungen sowie die Besonderheiten bei schwerer Adipositas und nach bariatrischen Operationen.
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Differenzialdiagnostisch sollte der Intensiv- und Notfallmediziner auch an seltene, aber gravierende Stoffwechselstörungen denken, wie beispielsweise Gicht, metforminassoziierte Laktatazidose, arzneimittelbedingte Ketoazidose, akute hepatische Porphyrien, Hyperammonämien und das thiaminmangelbedingte Refeeding-Syndrom.
11. | Endokrinologische, diabetologische und metabolische Aspekte |
WZ 1 | Erwerb der für die Internistische Intensiv- und Notfallmedizin erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten der Klinik, Diagnostik und Therapie relevanter endokriner, diabetologischer und metabolischer Störungen |
11.1. | Regulationsstörungen integrativer neuroendokriner Signalpfade, insbesondere primäre Hypophysenerkrankungen und hypophysäre Dysfunktionen beim kritisch kranken Patienten |
TK 1 | Basiskenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie des Energiemetabolismus, zirkadianer Oszillatoren und neuroendokriner Hormonachsen |
TK 2 | Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik und Behandlung: → Hypothalamisch-hypophysäre Störungen inkl. Diabetes insipidus centralis, Abgrenzung zum Diabetes insipidus renalis → (Pan‑)Hypopituitarismus inkl. hypophysäres Koma → Insuffizienz einzelner Hypophysenachsen, insbesondere der kortikotropen Achse → „Non-thyroidal illness-(low‑T3)“-Syndrom |
PF 1 | *Level III: Akutbehandlung des hypophysären Hypokortisolismus |
PF 2 | *Level III: Akutbehandlung des (Pan‑)Hypopituitarismus |
PF 3 | *Level II: Akutbehandlung des Diabetes insipidus |
PF 4 | *Level III: Akutbehandlung des Syndroms der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; siehe auch Tab. 17/Top 17.5.) |
PF 5 | *Level II (zu TK 2): Erkennen typischer klinischer Symptome und Befundkonstellationen, Auswahl geeigneter weiterführender Labordiagnostik, Vermeiden irreführender diagnostischer und therapeutischer Eskalationen |
PF 6 | *Level II: Hormonersatztherapie bei vorbestehendem Hypopituitarimus |
PF 7 | *Level II: Hormonersatztherapie bei irreversiblem Hirnfunktionsausfall (Tab. 6/Top 6.19.) |
BV1 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Endokrinologen, Neurochirurgen, Nephrologen und Anästhesisten |
11.2. | Nebennierenerkrankungen |
TK 3 | Ursachen, Klinik und Diagnostik der primären und sekundären Nebennierenrinden(NNR)-Insuffizienz inkl. der Addison-Krise und des Mineralokortikoidmangels |
TK 4 | Klinische Präsentation, Diagnostik und Initialbehandlung des Hyperkortisolismus |
TK 5 | Leitlinienorientierte Hydrokortisongabe in der adjunktiven Therapie des septischen Schocks; Dosiseskalation bei akuter oder vorbestehender Nebennierenrindeninsuffizienz |
TK 6 | Pharmakologische Interaktionen, z. B. Nebennierenrindenfunktion und Etomidat |
TK 7 | Klinik und Diagnostik des Phäochromozytoms |
TK 8 | Diagnostik und (Initial‑)Behandlung endokriner hypertensiver Notfälle |
PF 8 | *Level III: Initialdiagnostik und -therapie der Addison-Krise und der mineralokortikoiden Insuffizienz |
PF 9 | *Level II: Indikation und Durchführung eines ACTH-Tests und eines Hydrokortisonsubstitutionsschemas bei NNR-Insuffizienz kritisch Kranker |
PF 10 | *Level III: Akutbehandlung endokriner hypertensiver Notfälle |
PF 11 | *Level II: spezifische Akutbehandlung bei Phäochromozytom |
BV 2 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Internisten/Endokrinologen, endokrinen Chirurgen, Anästhesisten und Nephrologen |
11.3. | Schilddrüsenerkrankungen |
TK 9 | Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik und Akutbehandlung [131]: → Hyperthyreose/thyreotoxische Krise → Hypothyreose/Myxödemkrise → Amiodaronassoziierte Schilddrüsenstörungen |
TK 10 | Indikation und Durchführung prophylaktischer Maßnahmen vor Applikation jodhaltiger Röntgenkontrastmittel bei Schilddrüsenstörungen |
PF 12 | *Level III: Anamnese und klinische Untersuchung bei Verdacht auf Schilddrüsenfunktionsstörungen |
PF 13 | *Level III: Erkennen typischer laborchemischer Befundkonstellationen bei Schilddrüsenerkrankungen [131] |
PF 14 | *Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Indikationsstellung einer zielführenden Diagnostik und Durchführung der medikamentösen Akuttherapie |
PF 15 | *Level II: Basiserfahrung mit der Schilddrüsensonographie inkl. Duplex |
PF 16 | *Level II: Kenntnisse von (therapieassoziierten) Komplikationen |
BV 3 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Internisten/Endokrinologen und endokrinen Chirurgen |
11.4. | Diabetes mellitus |
WZ 2 | Erwerb der für die Betreuung von intensiv- und notfallmedizinischen Patienten erforderlichen Kenntnisse der Klinik, Diagnostik und Therapie relevanter Störungen der Glukosehomöostase |
TK 11 | Ursachen, klinische Zeichen und Behandlung einer Hypoglykämie |
TK 12 | Pathophysiologie, Klinik und Behandlung der diabetischen Ketoazidose (DKA) inkl. der euglykämischen KA unter Natrium-Glukose-Kotransporter-2(SGLT-2)-Inhibitoren |
TK 13 | Pathophysiologie, Klinik und Behandlung einer hyperosmolaren hyperglykämischen Entgleisung sowie assoziierter Komplikationen |
TK 14 | Ursachen, klinische und prognostische Bedeutung sowie Behandlung einer sog. Stresshyperglykämie |
PF 17 | *Level III: Erkennen typischer klinischer Symptome und Befundkonstellationen bei Hypo- und Hyperglykämien |
PF 18 | *Level III: Anwendung differenzierter Algorithmen bei Intensiv- und Notfallpatienten |
BV 4 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den weiterbehandelnden Internisten/Diabetologen |
11.5. | Adipositas |
WZ 3 | Erwerb der für die Patientenbetreuung erforderlichen Kenntnisse bei schwerer Adipositas und nach bariatrischen Operationen |
TK 15 | Besonderheiten bei der Betreuung von Intensiv- und Notfallpatienten mit schwerer Adipositas und nach bariatrischen Operationen |
11.6. | Metabolische Störungen |
WZ 4 | Erwerb der für die Betreuung intensiv- und notfallmedizinischer Patienten erforderlichen Kenntnisse der Klinik, Diagnostik und Therapie metabolischer Störungen |
TK 16 | Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik und Akutbehandlung: → Gichtanfall → Metforminassoziierte Laktatazidose → Thiaminmangel und Refeeding-Syndrom → Hyperammonämien |
PF 19 | *Level II: Indikation zur weiterführenden gezielten Diagnostik und Notfalltherapie bei zeitkritischen seltenen Stoffwechselstörungen (s. TK 16) |
BV 5 | Awareness für die rationale Diagnostik seltener Stoffwechselstörungen |
BV 6 | Awareness für patientenindividuelles Vorgehen bei vorbestehenden seltenen Stoffwechselstörungen |
BV 7 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Stoffwechselexperten, Endokrinologen und Nephrologen sowie ggf. Adhärenz zur spezifischen (Online‑)Literaturrecherche |
11.7. | Nebenschilddrüsenerkrankungen |
TK 17 | Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik und Akutbehandlung von Hyper- und Hypokalzämie |
PF 20 | *Level III: Anamnese und klinische Untersuchung bei Verdacht auf Nebenschilddrüsenfunktionsstörungen |
PF 21 | *Level III: Erkennen typischer laborchemischer Befundkonstellationen bei Nebenschilddrüsenfunktionsstörungen |
PF 22 | *Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Indikationsstellung einer zielführenden Diagnostik und Durchführung der medikamentösen Akuttherapie |
5.2.3. Gastroenterologische und hepatologische Aspekte (Tab. 12)
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Gastrointestinale Blutungen: Diagnose und nichtinterventionelle Therapie gastrointestinaler (GI-)Blutungen [45] erfordern die Differenzierung zwischen oberer und unterer GI-Blutung, die Kenntnis der verschiedenen Ursachen gastrointestinaler Blutungen, die Fähigkeit zur Stabilisierung und zur nichtinterventionellen Initialbehandlung unterschiedlicher gastrointestinaler Blutungen sowie zur periinterventionellen Versorgung bei endoskopischen Eingriffen. Die Unterschiede in der Risikobewertung und im Management von akuten varikösen und nichtvarikösen Blutungen [133] sind dem behandelnden Arzt vertraut. Er beherrscht die initiale pharmakologische Behandlung bei akuten GI-Blutungen [134], die Kreislaufstabilisierung und das differenzierte Volumen- sowie das Blutprodukte- und Gerinnungsmanagement ebenso wie die Risikostratifizierung. Das Wissen um die Möglichkeiten der endoskopischen Blutungsstillung sowie der interventionellen Radiologie und der chirurgischen Intervention ist eine wichtige Voraussetzung der Tätigkeit. Der betreuende Arzt kennt die Maßnahmen zur Endoskopievorbereitung und zur periinterventionellen Betreuung bei endoskopischen Eingriffen. Initiale Stabilisierungsmaßnahmen inkl. Gerinnungskontrollen und die differenzierte Gerinnungstherapie sollen – insbesondere bei hämorrhagischem Schock – rasch durchgeführt werden können. Auch die Beherrschung einer pharmakologischen Stressulkusprophylaxe und Rezidivblutungsprophylaxe gehört hierher. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eng und umfasst die Schwerpunkte Gastroenterologie, interventionelle Radiologie und Viszeralchirurgie.
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Akute und chronische Lebererkrankungen: Erforderlich ist die Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnose und Therapie von akuten und chronischen Lebererkrankungen, des akuten und akut-auf-chronischen Leberversagens inkl. der hepatischen Enzephalopathie, der Folgen einer portalen Hypertension und einer akuten Cholangitis [135]. Ebenso ist das Wissen um die Voraussetzungen (insbesondere Gerinnungsstatus) und die Durchführung der diagnostischen und therapeutischen Parazentese ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit.Von besonderer Bedeutung sind die korrekte klinische Einordnung erhöhter Leberwerte sowie Kenntnisse über Definition, Diagnostik, Ursachen, spezifische Therapieoptionen und Risikostratifizierung des akuten und akut-auf-chronischen Leberversagens. Weitere wichtige Bestandteile der Tätigkeit sind die Diagnostik und Therapie der Komplikationen der dekompensierten Leberzirrhose, insbesondere von Aszites, spontan-bakterieller Peritonitis, hepatorenalem Syndrom, hepatischer Enzephalopathie und das nichtinterventionelle Management der varikösen Blutung [136, 137]. Fundierte Kenntnisse der Schockbehandlung und des differenzierten Blutprodukte- und Blutgerinnungsmanagements sind notwendig. Die Abdomensonographie mit den Schwerpunkten „Leber“ und „Lebergefäße“ soll beherrscht werden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgt insbesondere mit der Gastroenterologie.
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Erkrankungen der Gallenwege: Beherrscht werden soll die Differenzialdiagnostik des rechtsseitigen Oberbauchschmerzes und des prä-/intra-/posthepatischen Ikterus. Die Behandlung der akuten Cholezystitis und der Cholangitis als Erkrankungen der Gallenwege stehen in der Notaufnahme im Vordergrund, wohingegen auf der Intensivstation die akalkulöse Cholezystitis und die sog. Intensivgallenblase zu beachten sind, aber auch ischämische Cholangiopathien und die sekundär sklerosierende Cholangitis. Das Wissen um die Indikationsstellung und das richtige Timing von Cholezystektomie und notfallmäßiger endoskopischer retrograder Cholangiographie (ERC) ist notwendig. Die Abdomensonographie mit den Schwerpunkten „Gallenblase“ und „Gallenwege“ soll beherrscht werden. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie und der Viszeralchirurgie im Sinne einer „gelebten“ Viszeralmedizin ist unabdingbar.
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Pankreatitis [138, 139]: Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner kennt die Prinzipien der Diagnostik und Therapie der akuten Pankreatitis und des akuten Schubs einer chronischen Pankreatitis. Er ist vertraut mit den Diagnosekriterien und Ursachen der akuten Pankreatitis und kennt deren Verlaufsformen und Komplikationen. Er beherrscht die differenzierte Volumentherapie bei akuter Pankreatitis und kennt Maßnahmen zur Beurteilung des intravasalen Volumens. Er weiß um die Prinzipien der Schmerztherapie bei akuter Pankreatitis. Wichtig ist das Wissen um die Indikationen zur CT-Diagnostik bei akuter Pankreatitis im Hinblick auf diagnostische bzw. prognostische Fragestellungen. Er hat Kenntnisse der Pankreasabdomensonographie, und er beherrscht die Messung und Interpretation des intraabdominellen Drucks. Er ist vertraut mit dem intensivmedizinischen Management infizierter Nekrosen und anderer Komplikationen der schweren akuten Pankreatitis (Blutungen, Pseudozysten). Die interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgt schwerpunktmäßig mit der Gastroenterologie.
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Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner soll die Fähigkeit zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts besitzen. Im Vordergrund steht die differenzialdiagnostische klinische Beurteilung abdomineller Schmerzen sowie von Erbrechen und Diarrhö. Er hat Kenntnisse von Diagnostik und Therapie des mechanischen und paralytischen Ileus, der gastrointestinalen Ischämie, der nichtokklusiven mesenterialen Ischämie (NOMI), der Divertikulitis, des akuten Schubs chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sowie von Hohlorganperforationen und konsekutiver Peritonitis. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Radiologie ist notwendig. Er ist mit den Indikationen und Verfahren der radiologischen Abdominaldiagnostik vertraut und beherrscht die Abdomensonographie. Er kennt die Indikationen zur endoskopischen Bolus- bzw. Fremdkörperextraktion und ist mit der periinterventionellen Betreuung bei endoskopischen Eingriffen vertraut.
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Extrakorporale Organersatzverfahren: Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner soll die Indikationsstellung und die Durchführung extrakorporaler Organersatzverfahren kennen wie Leberunterstützungsverfahren bei akutem und akut-auf-chronischem Leberversagen, konventionelle Nierenersatzverfahren und Plasmapherese.
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Perioperative Intensivmedizin bei abdominalchirurgischen Operationen: Basiskenntnisse der intensivmedizinischen perioperativen Besonderheiten bei abdominalchirurgischen Operationen gehören ebenfalls zum erforderlichen Erfahrungsspektrum auf der internistischen Intensivstation. Dazu zählen die wichtigsten Operationsverfahren, die Anastomosenlehre, die Drainagenbeurteilung sowie das Erkennen und das Management von Komplikationen inkl. Blutungen, Anastomoseninsuffizienzen/Peritonitis und Ischämien.
12. | Gastroenterlogische und hepatologische Aspekte |
WZ 1 | |
12.1. | Gastrointestinale Motilitätsstörungen |
TK 1 | Obere gastrointestinale Motilitätsstörungen inkl. gastrale Nahrungsintoleranz/Erbrechen, Reflux; nasogastrale Sondentechniken am oberen Gastrointestinal(GI)-Trakt und pharmakologische prokinetische Maßnahmen bei Intensiv- und Notfallpatienten |
TK 2 | Beschleunigte (Diarrhö) und verzögerte (Paralyse) Dünn- und Dickdarmpassage |
TK 3 | Prophylaktische und therapeutische stuhlregulierende Maßnahmen |
PF 1 | *Level III: Fokussierte Anamnese und klinische Untersuchung bei Verdacht auf Motilitätsstörungen |
PF 2 | |
PF 3 | *Level III: Anlage nasogastraler Sonden |
PF 4 | *Level III: selbständige Indikationsstellung differenzierter stuhlregulierender Maßnahmen in enger Kooperation mit dem Pflegeteam |
BV 1 | Interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam |
12.2. | Obere und untere Gastrointestinal(GI)-Blutung und Stressulkusprophylaxe |
WZ 2 | Fähigkeit zur Diagnose, Stabilisierung und nichtinterventionellen Therapie von gastrointestinalen(GI-)Blutungen sowie zur periinterventionellen Versorgung bei endoskopischen Eingriffen [117] |
TK 4 | Differenzierung von oberer vs. unterer GI-Blutung: Hämatemesis, Teerstuhl, Hämatochezie |
TK 5 | Ursachen der oberen GI-Blutung: Ulkusleiden, erosive Gastritis/Stressläsionen, Refluxösophagitis, Mallory-Weiss-Läsion, Tumoren |
TK 6 | Differenzierung akuter variköser und nichtvariköser oberer GI-Blutungen |
TK 7 | Ursachen der unteren GI-Blutung: Divertikelblutungen, Ulkus, Tumor, Angiodysplasien, ischämische Kolitis |
TK 8 | Optionen der endoskopischen Blutungsstillung |
TK 9 | Initiale Risikostratifizierung endoskopischer Optionen zur Blutungsstillung sowie sekundäre bzw. alternative Optionen (Angiographie, Operation) und des Rezidivblutungsrisikos |
TK 10 | Initiale pharmakologische Maßnahmen [134]: Protonenpumpeninhibitoren (PPI), selektive Vasopressoren |
TK 11 | Kreislaufstabilisierung, Volumenmanagement |
TK 12 | Blutprodukte- und Gerinnungsmanagement |
TK 13 | Optionen der endoskopischen Blutungsstillung |
TK 14 | Risikofaktoren, gesicherte und optionale Indikationen sowie Durchführung einer pharmakologischen Stressulkusprophylaxe und Rezidivblutungsprophylaxe |
TK 15 | Vorbereitung zur Endoskopie: PPI, Prokinetika (z. B. Erythromycin), Darmreinigung |
TK 16 | Periinterventionelle Versorgung bei endoskopischen Eingriffen |
TK 17 | Klinische Abschätzung des Rezidivblutungsrisikos |
PF 5 | *Level III: Initiale Stabilisierungsmaßnahmen inkl. Kreislauftherapie, differenziertes Gerinnungsmanagement und Risikostratifizierung; ggf. Vorbereitung zur Endoskopie |
BV 2 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie, Radiologie und Viszeralchirurgie |
12.3. | Akute und chronische Lebererkrankungen inkl. Leberdysfunktion und Leberversagen/Aszites |
WZ 3 | |
TK 18 | Klinische Einordnung erhöhter Leberwerte (Hepatitis, Cholestase, Synthesestörungen) |
TK 19 | Primäres und sekundäres akutes Leberversagen (Definition, Diagnostik, Ursachen, spezifische Therapieoptionen, Risikostratifizierung, Indikationen und Kontraindikationen der Lebertransplantation; [142]) |
TK 20 | Paracetamolintoxikation, N‑Acetylcystein-Behandlung; primäre und sekundäre Giftelimination |
TK 21 | Akut-auf-chronisches Leberversagen (Definition, Diagnostik und Therapie der auslösenden Faktoren: Infektion, Blutung, Medikamente, Alkohol) |
TK 22 | |
TK 23 | Nierenversagen beim Patienten mit Leberzirrhose |
TK 24 | Indikation zur Lebertransplantation zur Verlegung eines Patienten mit Leberversagen in ein Transplantationszentrum [144] |
PF 6 | *Level III: Planung (insbesondere Gerinnungsstatus) und Durchführung der diagnostischen und therapeutischen Parazentese |
PF 7 | *Level III: Diagnostik und Behandlung der spontan-bakteriellen Peritonitis (SBP) |
PF 8 | *Level III: Management des hepatorenalen Syndroms |
PF 9 | *Level III: Management der hepatischen Enzephalopathie |
PF 10 | *Level III: nichtinterventionelles Management der varikösen Blutung: selektive Vasopressoren, Prophylaxe der SBP, Atemwegsmanagement, Volumentherapie *Level I: interventionelles Management der varikösen Blutung: Indikationsstellung Notfallendoskopie, Indikation Notfall-TIPS |
PF 11 | *Level III: differenziertes Blutprodukte- und Blutgerinnungsmanagement |
PF 12 | |
PF 13 | *Level II: Management des Nierenversagens inklusive extrakorporaler Therapien bei akutem und akut-auf-chronischem Leberversagen (konventionelle Nierenersatzverfahren, Leberunterstützungsverfahren, Plasmapherese) |
BV 3 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere mit der Gastroenterologie und Nephrologie |
12.4. | Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege |
WZ 4 | Fähigkeit zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Gallenwege |
TK 25 | Differenzialdiagnostik des rechtseitigen Oberbauchschmerzes |
TK 26 | Differenzialdiagnostik des prä-/intra-/posthepatischen Ikterus |
TK 27 | Ischämische Cholangiopathie sowie sekundär sklerosierende Cholangitis |
TK 28 | Funktionelle und entzündliche Veränderungen der Gallenblase bei Intensivpatienten (akalkulöse Cholezystitis und sog. Intensivgallenblase) |
TK 29 | Indikation und Timing der Cholezystektomie bei akuter Cholezystitis |
TK 30 | Indikation und Timing der Notfall-ERC(P) |
PF 14 | *Level III: (infektiologisches) Management der (akuten) Cholezystitis, Cholangitis |
PF 15 | |
BV 4 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Schwerpunkt Gastroenterologie und Viszeralchirurgie |
12.5. | Pankreatitis |
WZ 5 | |
TK 31 | Diagnosekriterien und Ursachen der akuten Pankreatitis |
TK 32 | Verlaufsformen der akuten Pankreatitis, Risikostratifizierung, Komplikationen |
TK 33 | Differenzierte Volumentherapie, Schmerztherapie |
TK 34 | Indikationen zur CT-Diagnostik (diagnostisch vs. prognostisch) |
TK 35 | Diagnostik und Therapie der biliären Pankreatitis (Labor, Bildgebung, ERC[P]) |
PF 16 | *Level III: Therapieeinleitung inkl. differenziertes Management (inkl. Volumentherapie und Monitoring sowie Schmerztherapie) der akuten Pankreatitis; intensivmedizinisches (infektiologisches) Management von (infizierten) Pankreasnekrosen |
PF 17 | *Level III: Monitoring, Diagnostik sowie differenzierte Intensivtherapie des MODS als Pankreatitisfolge; rationelle sequenzielle Diagnostik und antiinfektive Therapie bei V. a. Superinfektion von Nekrosen |
PF 18 | *Level III: Pleura‑/Aszitespunktion |
PF 19 | *Level III: laborchemische und radiologische Diagnostik |
PF 20 | |
BV 5 | Sorgfältige klinische Observation; enge Abstimmung mit Gastroenterologie |
12.6. | Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts |
WZ 6 | Fähigkeit zur Diagnose und Akuttherapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts |
TK 36 | Differenzialdiagnostik Oberbauchschmerz |
TK 37 | Differenzialdiagnostik des Erbrechens |
TK 38 | Indikationen zur endoskopischen Bolus‑/Fremdkörperextraktion |
TK 39 | Mechanischer und paralytischer Ileus |
TK 40 | Gastrointestinale Ischämie |
TK 41 | Divertikulitis |
TK 42 | Akuter Schub chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen |
TK 43 | Hohlorganperforation, Peritonitis |
TK 44 | Indikationen zur computertomographischen Bildgebung |
PF 21 | *Level II: Darmsonographie |
PF 22 | *Level III: Notfallsonographie des Abdomens |
PF 23 | *Level II: Anwendung differenzierter Diagnose- und Therapiealgorithmen bei infektiösen Durchfallerkrankungen |
PF 24 | *Level II: Anwendung differenzierter Diagnose- und Therapiealgorithmen bei gastrointestinaler Ischämie |
PF 25 | *Level II: Anwendung differenzierter Diagnose- und Therapiealgorithmen bei Divertikulitis |
PF 26 | *Level II: Anwendung von Diagnose- und Therapiealgorithmen bei einem akuten Schub chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen |
BV 6 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Schwerpunkt Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Radiologie |
12.7. | Ileus, Diarrhö, Perforation |
WZ 7 | Fähigkeit zur Diagnose und Therapie von Diarrhöen, Ileussymptomatik und Perforation |
TK 45 | Infektiologische und nichtinfektiologische Diarrhöursachen beim kritisch Kranken |
TK 46 | Ileus (mechanisch, paralytisch) beim kritisch Kranken |
TK 47 | Hohlorganperforation beim kritisch Kranken |
TK 48 | Gastrointestinale Ischämie/nichtobstruktive mesenteriale Ischämie (NOMI) |
PF 27 | |
PF 28 | *Level III: Anwendung differenzierter Diagnose- und Therapiealgorithmen bei Enterokolitiden inklusive Clostridioides-difficile-Infektion |
PF 29 | *Level III: Anwendung differenzierter Diagnose- und Therapiealgorithmen bei Ileussymptomatik |
PF 30 | *Level III: Erhebung und Interpretation des intraabdominellen Drucks |
BV 7 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie, Radiologie und Viszeralchirurgie |
12.8. | Abdominelles Kompartmentsyndrom |
TK 49 | Abdominelles Kompartmentsyndrom |
TK 50 | Stadien und drohende Komplikationen des abdominellen Kompartmentsyndroms |
PF 31 | *Level III: klinische Beurteilung und valide Messung des intraabdominellen Drucks sowie Durchführung konservativer entlastender Maßnahmen |
BV 8 | Klinische Observation des Patienten, enge Abstimmung mit Gastroenterologen |
12.9. | Abdominalchirurgische perioperative Intensivmedizin |
TK 51 | Basiskenntnisse der intensivmedizinischen perioperativen Besonderheiten bei abdominalchirurgischen Operationen (wichtigste Verfahren, Anastomosenlehre, Drainagenbeurteilung, Erkennen von Komplikationen inkl. Blutungen, Anastomoseninsuffizienzen/Peritonitis, Ischämien) |
PF 32 | |
PF 33 | *Level II: Beurteilung von Wund- und Zieldrainagesekreten |
BV 9 | Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Viszeralchirurgie |
12.10. | Endoskopie, Ernährungssonden und interdisziplinäre/seltene Indikationen |
TK 52 | Indikation, Anlage und Umgang mit PEG-Sonden sowie nasoduodenalen Sonden |
TK 53 | Indikation zur gastroskopischen primären Giftelimination (Tabletten-Bezoar) |
TK 54 | Indikation und Risiken einer koloskopischen Dickdarmdekompression |
BV 10 | Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Endoskopieabteilung |
5.2.4. Geriatrische Aspekte (Tab. 13)
-
Der geriatrische Patient: Bei geriatrischen Patienten ist der enge Zusammenhang von Internistischer Intensiv- und Notfallmedizin besonders evident [5]: Im Vergleich zu jüngeren (< 65 Jahre) nimmt bei älteren (≥ 65 Jahre) Notfallpatienten die Therapiedringlichkeit zu (47,1 % vs. 66,1 %) und deutlich häufiger sind bei ihnen internistische Erkrankungen (22,5 % vs. 38,8 %), stationäre Aufnahmen (27,5 vs. 60,3 %) sowie direkte Verlegungen auf die Intensivstation (4,5 % vs. 11.9 %).Der Anteil der über 70-jährigen Notfallpatienten liegt in der Notaufnahme über 30 % [145] und der Anteil der über 80-Jährigen auf der Intensivstation bei 15–30 % [30]. Insofern ist es für den klinischen Notfall- und Intensivmediziner wichtig, Spezifika dieses Patienten zu kennen [30, 146, 147]. Dazu zählt unter anderem das Verständnis von Grundbegriffen der Geriatrie und Gerontologie, wie Sarkopenie, Frailty [148, 149], altersspezifische Einschränkungen der Organfunktionen, geriatrische Syndrome, kognitive Dysfunktion, Multimorbidität, Polypharmazie und Polypragmasie sowie Arzneimittelinteraktionen und die häufigsten Verordnungskaskaden [150, 151].
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Realistische Therapieoptionen, Patientenwünsche und Vorsorgeplanung: Wesentlich ist es, in Kooperation mit dem Patienten die machbaren Therapieoptionen mit den Patientenwünschen abzugleichen, ggf. auch mit Angehörigen, betreuenden Ärzten und Pflegeeinrichtungen und auch in Absprache mit Geriatern und Palliativmedizinern. Die vorausschauende Vorsorgeplanung („advance care planing“) stellt einen wichtigen Pfeiler der adäquaten Behandlung dar.
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Bei geriatrischen Patienten zeigen sich akute Erkrankungen meist durch unspezifische Symptome wie funktionelle oder kognitive Veränderungen, Stürze oder Delir. Bis zu 20 % der älteren Patienten geben im Notfall unspezifische Beschwerden an und 51–59 % dieser Älteren mit unspezifischen Beschwerden haben ein akut behandlungsbedürftiges Problem [152].
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Auch in der Diagnostik sind die Besonderheiten beim geriatrischen Patienten zu beachten. Durch die meist vorbestehende Multimorbidität können Akutsymptome überlagert und Befunde fehlinterpretiert werden. Dies kann auch Auswirkungen auf die Beurteilung der Behandlungsdringlichkeit haben [153].
13. | Geriatrische Aspekte |
WZ 1 | |
TK 1 | |
TK 2 | Intensiv- und notfallmedizinisch relevante altersspezifische Einschränkungen einzelner Organfunktionen [163] |
TK 3 | Geriatrische Syndrome [154] |
TK 4 | |
TK 5 | |
PF 1 | *Level I: Assessment in der Geriatrie (klinische Frailty-Skala, Mini-Cog, 4‑AT-Delirscreening; [165]) |
PF 2 | *Level II: praktische Umsetzung der Erkenntnisse zu altersspezifischen Aspekten beim geriatrischen Intensiv- und Notfallpatienten im Hinblick auf Diagnostik und Therapiemaßnahmen |
PF 3 | *LeveI II: Berücksichtigung altersspezifischer Besonderheiten – wie Sarkopenie und Gebrechlichkeit (Frailty) – und Begleiterkrankungen – wie Multimorbidität – sowie deren Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie |
PF 4 | *Level II: Anpassung intensiv- und notfallmedizinischer Therapiemaßnahmen an Outcomeabschätzung sowie Therapieerwartung ( Schmerzlinderung, Aktivitätsradius, Selbsthilfefähigkeit) und Therapiewünsche (Autonomie, Beschwerdefreiheit mehr als Prognoseverbesserung) des geriatrischen Patienten; Bewertung von Funktionalität und Einschätzung der Prognose [149, 166, 167] |
BV 1 | Berücksichtigung der möglicherweise vorhandenen Multimorbidität und Frailty bei alten und geriatrischen Patienten |
BV 2 | Berücksichtigung möglicher vorhandener kognitiver Störungen bei alten und geriatrischen Patienten |
BV 3 | Berücksichtigung der möglicherweise vorhandenen sensorischen und funktionellen Einschränkungen bei alten und geriatrischen Patienten |
BV 4 | Einbeziehung geriatrischer und palliativmedizinischer Expertise zur Symptomkontrolle beim geriatrischen Akut- bzw. Intensivpatienten |
BV 5 | Einbeziehung des sozialen Umfelds und Kommunikation mit Angehörigen, betreuenden Ärzten und Pflegeeinrichtungen hinsichtlich der vorgeschlagenen intensiv- und akutmedizinischen Behandlung |
BV 6 | Berücksichtigung der besonderen Situation geriatrischer Patienten am Lebensende |
BV 7 | Kooperationsbereitschaft mit der Geriatrie bei geriatrischen Patienten mit geriatrischen Syndromen |
BV 8 | Zusammenarbeit mit der Geriatrie in der Feststellung des geriatrischen Behandlungsbedarfs, der innerklinischen Disposition und den Weiterbehandlungsmöglichkeiten nach dem Intensivaufenthalt |
5.2.5. Hämatologische und medizinisch-onkologische Aspekte (Tab. 14)
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Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner soll nicht nur die typischen Komplikationen von Krebserkrankungen und deren Therapie, sondern auch Krebsneuerkrankungen erkennen und entsprechende diagnostische und therapeutische Schritte in Kooperation mit einem Hämatologen und Onkologen bzw. anderen Fachdisziplinen einleiten können [169].
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Psychoonkologie: Patienten stellen sich entweder mit Komplikationen der Krebserkrankung, deren Therapie oder mit ersten Symptomen einer Krebserkrankung vor. Die Versorgung dieser Patienten stellt häufig eine besondere psychische Belastung für alle Beteiligten dar. Eine entsprechende empathische Kommunikation sollte sowohl im Team als auch mit dem Patienten und den Angehörigen durchgeführt werden. Auch palliativmedizinische Aspekte (siehe Abschn. 5.2.9. Tab. 18) sollten bekannt sein und umgesetzt werden.
14. | Hämatologische und medizinisch-onkologische Aspekte |
14.1. | Intensiv- und Notfallpatienten mit Krebs(neu)erkrankungen |
WZ 1 | Fähigkeit zur Identifikation, Diagnostik und Behandlungseinleitung von Krebs(neu)erkrankungen |
TK1 | Grundlegende Kenntnisse hämatologischer und onkologischer Erkrankungen und Notfallsituationen |
TK2 | Einleitung entsprechender diagnostischer Schritte bei hämatologischen und onkologischen Notfällen |
TK3 | Interpretation pathologischer Veränderungen im Rahmen von Notfällen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen |
TK4 | Therapieeinleitung bei hämatologischen und onkologischen Notfallsituationen |
PF1 | *Level III: Erkennen eines Zusammenhangs von klinischem Befund und Notfallsituationen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen *Level II: praktische Erfahrungen in der Behandlung von Notfallsituationen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen *Level I: pathophysiologische Kenntnisse über spezifische Veränderungen im Rahmen einer Notfallsituation bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen |
PF2 | *Level III: Einleitung einer Basisdiagnostik *Level II: Einleitung einer spezifischen Diagnostik nach Rücksprache mit einem Hämatologen und Onkologen bei der Erstdiagnose von hämatologischen und onkologischen Erkrankungen und Notfallsituationen *Level I: Durchführung von spezifischen diagnostischen Schritten bei Notfallsituationen im Rahmen hämatologischer und onkologischer Erkrankungen |
PF3 | *Level I: Erkennen eines Zusammenhanges von klinischen Symptomen, Befunden und Ergebnissen der eingeleiteten Basisdiagnostik mit einer Notfallsituation im Rahmen einer hämatologischen und onkologischen Erkrankung *Level II: Einleitung einer konsiliarischen (hämatologischen) Expertise *Level I: differenzialdiagnostische Überlegungen |
PF4 | *Level III: Einleitung therapeutischer Basismaßnahmen in Notfallsituationen auf der Intensivstation und in der Notaufnahme *Level II: Einleitung spezifischer therapeutischer Maßnahmen in einer Notfallsituation (Tumorlysesyndrom, Kompressionssyndrome, Elektrolytstörungen, Blutungs- bzw. Gerinnungskomplikationen, neurologische Symptome, neutropenisches Fieber, Sichelzellkrise, Transfusionsreaktionen, obere Einflussstauung, Spinalkompression, Mikroangiopathien wie thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)/hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), Meningiosis) *Level I: Organisation und Management einer entsprechenden hämatologischen und onkologischen Versorgung nach der initialen Notfallversorgung nach Absprache mit Hämatologen und Onkologen |
BV 1 | Ergebnisorientiertes Handeln bei Patienten mit einer Krebserkrankung |
BV 2 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam [170] sowie prähospitalem Notfallmediziner, Hämatologen und Onkologen, Chirurgen, Neurologen/Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen und weiteren Fachärzten, die in die Behandlung von Krebspatienten in der Notaufnahme und auf der Intensivstation involviert sind |
14.2. | Therapieassoziierte akute Notfälle bei Krebspatienten auf der Intensivstation und in der Notaufnahme |
WZ 2 | Fähigkeit zur Identifikation, Diagnostik und Behandlungseinleitung von therapieassoziierten akuten Notfällen bei Krebspatienten |
TK 5 | Grundlegende Kenntnisse hämatologischer und onkologischer therapieassoziierter Notfallsituationen |
TK 6 | Einleitung entsprechender diagnostischer Schritte bei therapieassoziierten hämatologischen und onkologischen Notfällen |
TK 7 | Interpretation pathologischer Veränderungen im Rahmen therapieassoziierter hämatologischer und onkologischer Notfälle |
TK 8 | Therapieeinleitung bei therapieassoziierten hämatologischen und onkologischen Notfallsituationen |
PF 5 | *Level III: Einleitung einer Basisdiagnostik *Level II: Einleitung einer spezifischen Diagnostik nach Rücksprache mit einem Hämatologen und Onkologen bei therapieassoziierten Notfallsituationen |
PF 6 | *Level III: Erkennen eines Zusammenhangs von klinischen Symptomen, Befunden und Ergebnissen der eingeleiteten Basisdiagnostik mit einer therapieassoziierten hämatologischen und onkologischen Notfallsituation *Level II: Einleitung einer konsiliarischen (hämatologischen) Expertise *Level I: differenzialdiagnostische Überlegungen |
PF 7 | *Level III: Einleitung therapeutischer Basismaßnahmen in Notfallsituationen *Level II: Einleitung spezifischer therapeutischer Maßnahmen in einer therapieassoziierten Notfallsituation (CAR-T-Zell-Therapie, Tumorlysesyndrom, Elektrolytstörungen, Blutungs- bzw. Gerinnungskomplikationen, immuntherapieassoziierte Nebenwirkungen, stammzelltransplantierte Patienten) *Level I: Nach Absprache mit Hämatologen und Onkologen Einleitung einer spezifischen Therapie |
5.2.6. Infektiologische Aspekte (Tab. 15)
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Notaufnahme: Infektionserkrankungen gehören nach wie vor zu den häufigsten Ursachen, aufgrund derer sich Patienten in der Notaufnahme vorstellen. Das Spektrum reicht von Bagatellinfektionen bis hin zu schweren, akut lebensbedrohlichen Infektionen. Gerade bei schweren Infektionen, wie z. B. der Sepsis, sind die zeitnahe Diagnose und der Beginn einer adäquaten Therapie essenziell. Die Komplexität der Erkrankungen steigt dabei nicht zuletzt aufgrund des Alters und zunehmender Komorbiditäten der versorgten Patienten weiter an. Zusätzlich ist die Notaufnahme für viele Patienten mit der Frage einer Prophylaxe nach möglicher Exposition gegenüber eines infektiösen Erregers die erste Anlaufstelle.
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Intensivstation: Viele Patienten auf der Intensivstation haben oder bekommen im Verlauf ihres Aufenthalts eine Infektion und werden mit einer entsprechenden antiinfektiven Therapie versorgt. Aufgrund der zunehmenden Invasivität von Diagnostik und Therapie sowie eines zunehmend älteren immunkompromittierten Patientenkollektivs ist das Risiko für die Entwicklung ambulant erworbener und nosokomialer Infektionen auf Intensivstationen besonders hoch. Eine Sepsis bzw. ein septischer Schock als Maximalausprägung einer Infektion ist mittlerweile einer der häufigsten Todesursachen auf der Intensivstation.
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Der Internistische Intensiv- und Notfallmediziner soll Kenntnisse der wichtigsten antiinfektiven Therapien haben. Er soll in der Lage sein, letztere an lokale Gegebenheiten sowie im Rahmen von Antibiotic Stewardship [116, 126, 127] in Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachrichtungen (Mikrobiologen, Infektiologen, Virologen) anzupassen.
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Auf der Intensivstation sind ausreichende Erfahrung in den Bereichen Hygiene und Hygienevorschriften, Infektionsmanagement, Antibiotic Stewardship (ABS) und Kompetenz für die Einleitung einer adäquaten Diagnostik und antiinfektiven Therapie erforderlich. Hier gilt es, nicht nur akute Infektionen zu behandeln, sondern auch nosokomiale Infektionen durch einen entsprechenden Infektionsschutz zu verhindern.
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In der Notaufnahme ist Erfahrung in der klinischen Präsentation und der raschen, aber dennoch rationalen Diagnostik sowie adäquaten Therapie der häufigsten Infektionserkrankungen erforderlich. Ebenfalls notwendig sind Kenntnisse in der Indikationsstellung und Durchführung der wichtigsten Postexpositionsprophylaxen. Neben dem Erkennen des klinischen Bilds spielt nicht nur das Behandeln einer akuten Infektion eine wichtige Rolle, sondern auch das Bahnen eines anschließenden stationären Aufenthalts durch die initiale Diagnostik und Therapie.
15. | Infektiologische Aspekte |
WZ 1 | |
TK 1 | Algorithmen zur symptomorientierten Diagnostik sowie risikoadaptierten, rationalen mikrobiologischen Diagnostik bei Patienten mit Verdacht auf eine Infektionserkrankung |
TK 2 | Relevante infektiologische Krankheitsbilder und deren Therapie |
TK 3 | Infektionsprophylaxe relevanter infektiologischer Krankheitsbilder |
TK 4 | |
PF 1 | *Level II: Kenntnis und auf lokale Gegebenheiten angepasste Anwendung der Empfehlungen zur Antibiotikatherapie relevanter infektiologischer Erkrankungen |
PF 2 | *Level II: Kenntnis, Diagnostik und initiale Therapie der wichtigsten Erkrankungen bei Reiserückkehrern |
PF 3 | *Level III: Indikationsstellung und Umsetzung von Postexpositionsprophylaxen (PEP) nach akutmedizinisch relevantem möglichem Kontakt mit Infektionserregern (inklusive Tetanus, Bisswunden, Meningitis, Hepatitis, HIV) |
PF 4 | *Level III: Diagnostik und Therapie (siehe auch PF 6) von: → Atemwegsinfektionen → Harnwegsinfektionen → Haut- und Weichteilinfektionen |
PF 5 | Diagnostik und Therapie der Sepsis (siehe auch PF 6): → *Level III: Kenntnis und Implementation von Maßnahmen zur frühen Identifikation von Patienten mit Sepsisverdacht → *Level III: Anwendung von Sepsisalgorithmen inklusive spezifischer Diagnostik, patientenangepasster Therapie und Fokussuche/-sanierung |
PF 6 | Infektiologische Erstversorgung des Patienten mit (V. a.) Infektion: *Level III: Einleitung einer infektiologischen Basisdiagnostik (Mikrobiologie und Virologie), einer entsprechenden Fokussuche und einer angemessenen empirischen Antibiotikatherapie; falls möglich: Fokussanierung Definitive infektiologische Versorgung des Intensivpatienten mit Infektion: *Level III: Einleitung einer spezifischen Infektionsdiagnostik, ggf. weiterführende Fokussuche und Festlegung einer – möglichst testgerechten – antiinfektiven Therapie |
PF 7 | *Level III: Kenntnis der vorgeschriebenen Infektionsprophylaxen und deren Umsetzung und Kontrolle |
PF 8 | *Level III: Kenntnis der vorgeschriebenen Hygienerichtlinien für die Arbeit auf der Intensivstation und deren Umsetzung und Kontrolle |
PF 9 | *Level II: ggf. Kontaktaufnahme mit Infektiologen, Hygienikern oder ABS-Beauftragten im Fall von infektiologischen, infektionsprophylaktischen oder Hygieneproblemen |
BV 1 | Kooperation mit Infektiologen, Chirurgen, Onkologen, Mikrobiologen und Klinikapothekern/Pharmakologen beim Management komplexer infektiologischer Probleme und der Erstellung diagnostischer und therapeutischer Algorithmen |
5.2.7. Kardiologische Aspekte (Tab. 16)
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In der Internistischen Intensiv- und Notfallmedizin spielen Herzerkrankungen quantitativ eine wichtige Rolle [26], nicht nur als primäre Erkrankung, sondern auch als hochprävalente Komorbiditäten. Bei einem relevanten Anteil der Patienten ist eine kompetente Versorgung zeitkritisch, um die bestmögliche Diagnostik und Therapie zu gewährleisten.
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Erforderlich sind grundlegende Kenntnisse der kardiovaskulären Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie, Kenntnisse der für die Internistische Intensiv- und Notfallmedizin relevanten akuten und chronischen kardialen Erkrankungen als eigenständige Krankheitsbilder und auch deren Relevanz als Komorbiditäten, der Verfahren zur Diagnosestellung (inkl. bildgebender Verfahren) und Kenntnisse der Therapie akuter Funktionsstörungen. Das Erkennen eines kardialen Problems (myokardial, strukturell, rhythmologisch) muss gewährleistet sein mit dem Ziel, häufige zeitkritische Therapiemaßnahmen und nachgeschaltete kardiologische Spezialdiagnostik und/oder -therapie einzuleiten. Insbesondere sollen notwendige medikamentöse Therapiestrategien selbstständig angewendet und Sofortmaßnamen, wie kardiopulmonale Reanimation, Kardioversion und Defibrillation, eigenständig durchgeführt werden können. Kenntnisse der (Notfall‑/Basis‑)Echokardiographie sollen vorhanden sein, ebenso wie grundlegende Kenntnisse der Sonographie und der Befundung konventioneller Röntgenaufnahmen des Thorax sowie der thorakalen Computertomographie und kardialen Magnetresonanztomographie.
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Hypertensive Dringlichkeit und hypertensiver Notfall [173, 174]: Bei einer Prävalenz der arteriellen Hypertonie von 30–50 % in Deutschland ist es nicht verwunderlich, dass jeder 10. Hochdruckpatient im Lauf seines Lebens eine hypertensive Notfallsituation erleidet. Bei etwa 5 von 1000 Fällen ist eine hypertensive Notfallsituation der Aufnahmegrund in der Notaufnahme. Blutdruckwerte > 180/110 mm Hg mit Organschädigung (akutes Lungenödem: 30 %; Schlaganfall: 20 %; Myokardinfarkt: 20 %; akute Nierenschädigung: 5 %) werden als „hypertensiver Notfall“ klassifiziert und bedürfen einer sofortigen Behandlung in der Notaufnahme. Die Letalität eines nicht adäquat behandelten hypertensiven Notfalls wird auf ca. 10 % innerhalb der nächsten 5 Jahre geschätzt. Blutdruckwerte > 180/110 mm Hg ohne Endorganschädigung werden als „hypertensive Dringlichkeit“ bezeichnet; hierbei wird eine zeitnahe ambulante Abklärung empfohlen.
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Kardiologische Akutdiagnostik und -behandlung sowie kardiologisches Monitoring auf der Intensivstation und in der Notaufnahme: Für die zeitgerechte Diagnostik, Überwachung und Therapie von Notfallpatienten sind eine Reihe von Fähigkeiten von besonderer Relevanz. Dazu gehören die Notfallechokardiographie/-sonographie, das hämodynamische (Basis‑)Monitoring [38, 56, 61] und das Management der akuten Herzinsuffizienz (inklusive des akuten Rechtsherzversagens und infolge eines dekompensierten Vitiums), das Erkennen und Versorgen des akuten Koronarsyndroms (ACS) inkl. des Patienten mit Myokardinfarkt (NSTEMI und STEMI), das Management des (infarktbedingten) kardiogenen Schocks [112], das Erkennen und die Behandlungsinitiierung eines Perikardergusses bzw. einer Perikardtamponade, Kenntnisse zu mechanischen Kreislaufunterstützungsverfahren sowie Notfallrhythmusdiagnostik und akutes Arrhythmiemanagement. Darüber hinaus sind die Fähigkeiten zu Reanimation/„advanced life support“ (ALS) essenziell, ebenso wie diejenigen zur Betreuung von Patienten mit den Leitsymptomen der Themenkomplexe „Dyspnoe und Brustschmerz“, „hypertensive Notfälle“, „Hypotonie und Synkope“ und „Herzerkrankung bei speziellen Patientengruppen“ (HIV-Patienten, Schwangere, Tumorpatienten, Patienten mit akutem Rechtsherzversagen sowie mit pulmonalarteriellem Hochdruck, Transplantationspatienten). Die Pharmakotherapie in der kardiovaskulären Intensiv- und Notfallmedizin muss beherrscht werden, ebenso wie das Basismanagement bei notfälligen Devicepatienten mit Herzschrittmacher, Defibrillator und permanenten Herzunterstützungssystemen [175].
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Kardiologische Kompetenz auf der Internistischen Intensivstation: Patienten mit potenziell lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen einen hohen Anteil der internistisch-intensivpflichtigen Patienten aus.
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STEMI: Der zahlenmäßig im Vordergrund stehende Patient mit unkompliziertem ST-Strecken-Hebungs-Infarkt (STEMI) ist in der Regel auf einer Coronary Care Unit oder einer Intensivstation unkompliziert zu führen. Entscheidend ist hier, die Behandlungskette Notarzt – Chest Pain Unit/Notaufnahme – Herzkatheterabteilung – Coronary Care Unit/Intensivstation zeitlich optimal zu gestalten, um den STEMI-Patienten schnellstmöglich einer Herzkatheteruntersuchung und ggf. einer primären perkutanen Koronarintervention (pPCI) zuzuführen.
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Bei Vorliegen eines infarktbedingten kardiogenen Schocks (bei 5 % aller STEMI) steigt die Sterblichkeit von etwa 3 % bei unkompliziertem Infarkt auf etwa 40 % an, trotz erfolgreicher Wiedereröffnung des verschlossenen Koronargefäßes in über 90 % der Fälle. Prognosebestimmend bei diesen Patienten ist deshalb nicht nur die hochgradig eingeschränkte Herzfunktion mit Minderperfusion vitaler Organe, sondern vor allem auch das sich entwickelnde MODS. Hier ist die bestmögliche und leitlinienorientierte Versorgung [63, 111‐113] prognosebestimmend, mit invasivem hämodynamischen Monitoring, Pharmakotherapie und organunterstützenden Maßnahmen. Zu letzteren zählen im Fall eines Organversagens die lungenprotektive Beatmung, die Nierenersatztherapie und bei Herzversagen in ausgewählten Fällen unter strengen Leitlinienkautelen auch ein p(L)VAD wie eine Mikroaxialpumpe oder eine venoarterielle ECMO/ECLS.
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Bei Patienten mit intensivpflichtiger dekompensierter Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie oder Herzklappenerkrankung muss der Arzt auf der Intensivstation und in der Notaufnahme in der Lage sein, die der Grunderkrankung angepassten Rekompensationsmaßnahmen leitlinienorientiert in Kooperation mit dem Kardiologen umzusetzen. Bei einem intensivpflichtigen Patienten mit Endokarditis, Myokarditis oder einer Perikarderkrankung ist die Zusammenarbeit mit dem Kardiologen und weiteren Spezialisten besonders wichtig, um spezifische Diagnostik- und Therapiemaßnahmen zeitgerecht und leitlinienorientiert umsetzen zu können, wie z. B. die transösophageale Echokardiographie und Kriterien zur herzchirurgischen Sanierung bei Endokarditis, die Indikation zur Myokardbiospie und den Einsatz eines Bridging-Verfahrens im Sinne einer temporären maschinellen Unterstützung bei Myokarditis, die Diagnosestellung einer Pericarditis constrictiva mit resultierender Notwendigkeit einer Herzoperation sowie die Indikation zur Perikardpunktion bei tamponierendem Perikarderguss.
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Weiterhin muss der Arzt auf der Intensivstation und in der Notaufnahme in der Lage sein, lebensbedrohliche bradykarde und tachykarde Herzrhythmusstörungen akut zu beseitigen und sie dann anschließend gemeinsam mit dem Kardiologen einer nachhaltigen Behandlung zuzuführen.
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Systematik erforderlicher diagnostischer und therapeutischer Fähigkeiten: Der internistische Intensiv- und Notfallmediziner soll über Kenntnisse verfügen, die es ihm ermöglichen, eigenständig oder in Kooperation folgende diagnostische und therapeutische Maßnahmen in Bezug auf oben genannte Krankheitsbilder anzuwenden.
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Die diagnostischen Fähigkeiten beinhalten:
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EKG-Beurteilung [72];
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fokussierter Gefäßultraschall [59];
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Indikation zur Linksherzkatheteruntersuchung;
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Indikation zur Rechtsherzkatheteruntersuchung;
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Basiskenntnisse in der Herzschrittmacher- und Deviceabfrage;
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Indikation zur Perikardpunktion und Myokardbiopsie;
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kardiale Biomarker;
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Basiskenntnisse in der Indikationsstellung und Diagnostik mittels Kardio-CT und Kardio-MRT.
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Die therapeutischen Fähigkeiten beinhalten:
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Absprache mit einem Kardiologen: Indikationsstellung zur akuten perkutanen Koronarintervention (PCI);
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leitliniengerechte Initiierung einer Inotropika‑/Vasopressorentherapie;
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passagere perkutane Schrittmachertherapie, Kardioversion, Defibrillation und Überstimulation;
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Postreanimationsphase einschließlich des zielgerichteten Temperaturmanagements;
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Indikationsstellung mechanischer Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme nach Anlegen in einem Herzkatheterlabor oder im Schockraum;
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systemische Thrombolyse sowie Grundprinzipien der Thrombektomie und Thrombusfragmentierung inklusive der Indikationsstellung in Absprache mit dem jeweiligen Fachkollegen;
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adäquates medikamentöses Therapiemanagement des hypertensiven Notfalls;
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adäquates medikamentöses Therapiemanagement der schweren pulmonalen Hypertonie und des Rechtsherzversagens;
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adäquates medikamentöses und interventionelles Therapiemanagement bei dekompensierten Herzvitia, insbesondere Mitral- und Aortenvitia;
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adäquates medikamentöses und interventionelles Therapiemanagement bei „cardiac electrical storm“.
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16. | Kardiologische Aspekte |
WZ 1 | Betreuung intensiv- und notfallmedizinischer Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen/-Komplikationen inkl. des hypertensiven Notfalls unter Berücksichtigung der erforderlichen Diagnostik und Behandlung der jeweiligen kardiovaskulären Grunderkrankung; Beachtung der Besonderheiten alter und geriatrischer intensiv- und notfallmedizinischer Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen/-Komplikationen [154] |
16.1 | Generelle Aspekte |
TK 1 | Grundkenntnisse derjenigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen im Fall der Progression/Dekompensation die Gefahr besteht, dass die betroffenen Patienten notfall- bzw. intensivpflichtig werden |
TK 2 | Kenntnisse der eingesetzten Pharmaka (siehe auch Tab. 6/Top 6.3.) |
TK 3 | Fundierte Kenntnisse der kardialen Bildgebung zur Erkennung gravierender kardiovaskulärer Krankheitsbefunde (siehe auch Tab. 5/Top 5.8.–5.10.) |
TK 4 | Grundkenntnisse der temporären mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützung (siehe auch Tab. 6/Top 6.12. und 6.13.) |
PF 1 | *Level III: leitlinienorientierte Pharmakotherapie |
PF 2 | |
PF 3 | *Level III: Beherrschung vital bedrohlicher bradykarder und tachykarder Rhythmusstörungen mittels medikamentöser Therapie, Schrittmacherstimulation und Kardioversion/Defibrillation (siehe auch Tab. 6/Top 6.4.) |
PF 4 | *Level III: Indikationsstellung und Durchführung der (echokardiographisch gesteuerten) Perikardpunktion bei Perikardergüssen und Perikardtamponaden |
PF 5 | *Level II: Indikationsstellung zur kardialen Differenzialbildgebung (transthorakale und transösophageale Echokardiographie, Thorax-CT, Koronar-CT, kardiale MRT) zur Abklärung vital bedrohlicher kardiovaskulärer Krankheitsbefunde (siehe auch Tab. 5/Top 5.8.–5.10) |
PF 6 | *Level II: bei Entwicklung eines kardiorenalen Syndroms mit akuter Niereninsuffizienz: ggf. Nierenersatztherapie in Absprache mit dem Nephrologen |
PF 7 | *Level I: Prüfung der Indikation zur Implantation eines temporären mechanischen Unterstützungssystems bei entsprechender Konstellation (siehe auch Tab. 6/Top 6.12. & 6.13.) |
BV 1 | Intensive Kommunikation mit Patienten und Familienangehörigen der Patienten hinsichtlich der therapeutischen Vorgehensweise |
BV 2 | Enge Kooperation mit Kardiologen/Herzchirurgen |
BV 3 | Enge Kooperation mit dem Kardiologen hinsichtlich der Intensivpflichtigkeit eines kardiovaskulären Notfallpatienten sowie des richtigen Zeitpunkts der Verlegung des Patienten mit ausreichender Sicherheit auf die Intensivstation bzw. von der Intensivstation auf die Allgemeinstation |
16.2. | Der Patient mit akutem Herzinfarkt (STEMI/NSTEMI; spezifische Aspekte) |
TK 5 | Erforderliches Leitlinienwissen zu Diagnose, Monitoring und Therapie |
PF 8 | *Level III: Sicherstellung der Logistikkette bei STEMI-Patienten (Prähospitalphase, ggf. Notaufnahme/Chest Pain Unit, ggf. Intensivstation) zur frühestmöglichen Herzkatheteruntersuchung (HKU) und ggf. perkutanen Koronarintervention (PCI) |
PF 9 | *Level II: Monitoring der Herzfunktion mittels Echokardiographie einschließlich der Erkennung mechanischer Infarktkomplikationen (Ventrikelseptumdefekt, Ventrikelruptur, akute Mitralinsuffizienz; siehe auch Top 16.3.) |
16.3. | Der Patient mit (infarktbedingtem) kardiogenem Schock (spezifische Aspekte) |
TK 6 | |
PF 10 | *Level III: speziell bei Patienten mit infarktbedingtem kardiogenem Schock: Sicherstellung der Logistikkette: möglichst Notarzt → Herzkatheterlabor (HKL) zur frühestmöglichen Herzkatheteruntersuchung (HKU) und ggf. PCI; andernfalls Notarzt → Notaufnahme/Chest Pain Unit/kardiologisch-internistischer Schockraum → Intensivstation oder HKL zur frühestmöglichen HKU und ggf. PCI |
PF 11 | *Level II: Abklärung – gemeinsam mit Kardiologen – der dem kardiogenen Schock zugrunde liegenden Herzerkrankung mittels Anamnese, EKG, HKU und kardialer Bildgebung (insbesondere Echokardiographie, ggf. auch Kardio-CT/„Triple-rule-out“-CT [176]): akutes Koronarsyndrom bzw. Aortendissektion bzw. Lungenembolie; Pumpfunktionseinschränkung von linkem und/oder rechtem Ventrikel infolge eines Herzinfarkts, einer Kardiomyopathie, Myokarditis oder Perikardtamponade, eines hochgradigen Vitiums oder einer mechanischen Infarktkomplikation? |
PF 12 | *Level III: bei respiratorischer Insuffizienz: adäquate O2-Unterstützung; → speziell beim beatmungspflichtigen Patienten mit infarktbedingtem kardiogenem Schock nach Leitlinienempfehlung [63]: 1) invasive Beatmung der nichtinvasiven vorziehen; 2) lungenprotektive Beatmung anstreben; 3) Zielkorridor: SpO2 94–98 % |
PF 13 | |
16.4. | Der Patient mit dekompensierter Linksherzinsuffizienz/kardialem Lungenödem (spezifische Aspekte) |
PF 14 | *Level II: Abklärung und möglichst Beseitigung der Ursachen der Dekompensation |
PF 15 | *Level II: Rekompensationstherapie und Beginn/Fortsetzung einer leitlinienorientierten Herzinsuffizienztherapie |
PF 16 | *Level III: bei Beatmungspflichtigkeit: leitlinienorientierte nichtinvasive bzw. invasive Beatmung |
PF 17 | *Level II: bei terminaler Herzinsuffizienz: Möglichkeit der Implantation eines permanenten Herzunterstützungssystems bzw. einer Herztransplantation gemeinsam mit Kardiologen und Herzchirurgen in Erwägung ziehen |
16.5. | Der Patient mit dekompensierter Rechtsherzinsuffizienz |
PF 18 | *Level II: Abklärung und möglichst Beseitigung der Ursachen der Dekompensation |
PF 19 | *Level II: Rekompensationstherapie und Beginn/Fortsetzung einer leitlinienorientierten Herzinsuffizienztherapie |
PF 20 | *Level III: bei pulmonaler Hypertonie: leitlinienorientierte inhalative und medikamentöse Therapie |
PF 21 | *Level II: bei terminaler Rechtsherzinsuffizienz: Möglichkeit der Implantation eines permanenten Herzunterstützungssystems mit Kardiologen und Herzchirurgen in Erwägung ziehen |
16.6. | Der Patient mit a) dekompensiertem angeborenem oder erworbenem Vitium, b) Kardiomyopathie, c) Herzbeteiligung bei systemischer Erkrankung einschließlich kardialer Auswirkungen einer Tumorerkrankung oder einer Tumortherapie sowie d) mit thorakaler Aortendissektion (spezifische Aspekte) |
TK 7 | Steuerung der kardialen Vor- und Nachlast sowie der Herzfrequenz (Tachykardisierung/Bradykardisierung) bei dekompensierten Herzvitia |
PF 22 | *Level II bzw. *Level I je nach anzuwendender Methode: Erfahrungen in der nichtinvasiven und invasiven bildgebenden Diagnostik sowie einer ggf. notwendigen rhythmologischen Diagnostik |
PF 23 | In Absprache mit einem Kardiologen, ggf. Herzchirurgen: *Level II: Indikationsstellung und Durchführung konservativ-medikamentöser Therapiemaßnahmen *Level I: Indikationsstellung zur primär- oder sekundärprophylaktischen Implantation aktiver Herzrhythmusimplantate *Level I: interventionelle Therapie (einschließlich eines TMU) *Level I: operative Therapie (einschließlich der Herztransplantation) |
PF 24 | *Level I: Abklärung der Indikationsstellung zur Myokardbiopsie sowie Vermittlung einer genetischen Beratung |
PF 25 | *Level II: Einbeziehung infiltrativer Kardiomyopathien (z. B. Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose, M. Fabry) bei der Differenzialdiagnose einer unklaren Hypertrophie oder Herzinsuffizienz |
BV 4 | Fallbezogen enge Zusammenarbeit mit jeweils beteiligten Fachgebieten (Kardiologie, Herzchirurgie, Rheumatologie, Pneumologie, Hämatologie/Onkologie, Humangenetik) zur zeitnahen Diagnosestellung und Behandlung |
BV 5 | Patientenadaptierte Vorgehensweise der Kollegen aller beteiligten Fachgebiete bei der Information von Patienten und deren Angehörigen im Fall einer angeborenen Kardiomyopathie bezüglich der weiteren Vorgehensweise |
16.7. | Der kritisch kranke Patient mit infektiöser Endokarditis (spezifische Aspekte) |
TK 8 | Leitlinienorientiertes [177] rasches Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln des infektiösen Endokarditisfokus (Nativklappe, prothetische Klappe inkl. interventionell implantierte Klappe und herz- und gefäßbezogenes prothetisches Material) bzw. des infizierten Schrittmachers, Defibrillators, herznahen Katheters oder eines TMU („Device“) |
PF 26 | *Level III: leitlinienorientierte Probengewinnung zur mikrobiologischen Diagnostik |
PF 27 | *Level II: Durchführung der leitlinienorientierten antiinfektiven Therapie nach eindeutiger Endokarditisdiagnose in möglicher Absprache mit Infektiologen/Mikrobiologen und insbesondere Kardiologen (wünschenswert: „Endokarditisboard“) |
PF 28 | *Level I: leitlinienorientierte Durchführung der bildgebenden Diagnostik mittels transthorakaler und transösophagealer Echokardiographie (siehe auch Tab. 5/Top 5.8.) |
BV 6 | Indikationsstellung zur operativen Behandlung gemeinsam mit Kardiologen und Herzchirurgen |
BV 7 | Kooperation bei der antimikrobiellen Diagnose und Therapie mit Mikrobiologen/Infektiologen und Kardiologen (wünschenswert: „Endokarditisboard“) |
16.8. | Der kritisch kranke Patient mit Myokarditis (spezifische Aspekte) |
PF 29 | *Level II: Indikationsstellung und Durchführung konservativ-medikamentöser Therapiemaßnahmen |
PF 30 | Jeweils in Absprache mit einem Kardiologen/ggf. Herzchirurgen: → *Level I: Indikationsstellung zur primär- oder sekundärprophylaktischen Implantation aktiver Herzrhythmusimplantate → *Level I: Indikationsstellung zur interventionellen Therapie (einschließlich eines TMU) → *Level I: Indikationsstellung zur operativen Therapie (einschließlich der Herztransplantation) |
PF 31 | *Level I: Falls die Krankheitsakuität die Entscheidungen noch in der Notaufnahme erforderlich macht: Indikationsstellung zur Myokardbiopsie |
BV 8 | Enge Zusammenarbeit mit Kardiologen, Pathologen und Herzchirurgen |
16.9. | Der kritisch kranke Patient mit Perikarderkrankung (spezifische Aspekte) |
TK 9 | Für die Patientenbetreuung relevante Aspekte von Perikarderkrankungen, insbesondere bezüglich großer bzw. tamponierender Perikardergüsse unterschiedlicher Ätiologie (Perikarditis, tumorassoziiert) und Pericarditis constrictiva |
PF 32 | *Level III: Indikationsstellung und Durchführung einer (echokardiographisch gesteuerten) Perikardpunktion bei Perikardtamponade |
PF 33 | *Level I: Interpretation der Ergebnisse der nichtinvasiven bildgebenden und ggf. notwendigen invasiven Diagnostik |
PF 34 | *Level II: konservative Therapie der jeweiligen Perikarderkrankung |
BV 9 | Bei Vorliegen rezidivierender Perikardergüsse oder einer konstriktiven Perikarditis: gemeinsame Beratung mit Kardiologen und Herzchirurgen bezüglich einer Therapieoption |
16.10. | Der Herzpatient mit vital bedrohlichen bradykarden oder tachykarden Rhythmusstörungen (spezifische Aspekte) |
TK 10 | Kenntnisse über die bei der jeweils spezifischen Herz-Kreislauf-Erkrankung erwartbaren vital bedrohlichen bradykarden und tachykarden Herzrhythmusstörungen bis hin zum „electric storm“ |
PF 35 | *Level III: kontinuierliches EKG-Monitoring inkl. verlässlicher Dokumentation auftretender Herzrhythmusstörungen |
PF 36 | *Level III: medikamentöse antiarrhythmische Therapie zur Unterdrückung der jeweiligen vital bedrohlichen brady- oder tachykarden Rhythmusstörung |
PF 37 | *Level III: kardiale Elektrotherapie (siehe PF 3 und Tab. 6/Top 6.4.) |
PF 38 | *Level I: selten erforderliche spezifische antiarrhythmische medikamentöse oder interventionelle Therapieoptionen bis hin zur Therapie des „electronic storm“ |
16.11. | Hypertensiver Notfall/hypertensive Dringlichkeit |
PF 39 | *Level III: Abschätzung des Gefährdungsgrads des hypertensiven Patienten durch Klassifizierung des Bluthochdrucks entweder als hypertensiver Notfall oder als hypertensive Dringlichkeit ([174]; siehe auch Begleittext) |
PF 40 | *Level III: bei hypertensivem Notfall: Einleitung der antihypertensiven Therapie und Behandlung der Endorganschädigung [174] |
16.12. | Der kritisch kranke Patient mit Herzschrittmacher/Defibrillator (spezifische Aspekte) |
TK 11 | Rasches Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln einer Herzschrittmacher‑/Defibrillator(ICD)-Fehlfunktion („oversensing“/„undersensing“) |
PF 41 | *Level III: kontinuierliches EKG-Monitoring inkl. der Dokumentation der Herzschrittmacher‑/Defibrillator(ICD)-Fehlfunktion |
PF 42 | *Level I: Grundzüge des Erkennens und des Abstellens von Herzschrittmacher‑/Defibrillator(ICD)-(Fehl‑)Funktionen |
16.13. | Der kritisch kranke Patient nach Herztransplantation (spezifische Aspekte) |
TK 12 | Rasches Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln einer akuten Abstoßungsreaktion |
PF 43 | *Level I: Grundzüge der Diagnostik und Behandlung einer akuten Abstoßungsreaktion inkl. Indikationsstellung zur Myokardbiopsie |
PF 44 | *Level I: Durchführung einer leitlinienorientierten Abstoßungsbehandlung in Absprache mit dem Kardiologen/Herzchirurgen und Pathologen |
5.2.8. Nephrologische Aspekte (Tab. 17)
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Die akute Nierenfunktionseinschränkung („acute kidney injury“, AKI; [178]) ist das häufigste sepsisassoziierte Organversagen und das zentrale nephrologische Syndrom auf der Intensivstation. Dafür werden Kenntnisse und Handlungskompetenz benötigt für:
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Spezifische Pathophysiologie des AKI sowie des Organ-Crosstalk;
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Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie kardiorenaler, hepatorenaler sowie pulmorenaler Syndrome und von Systemerkrankungen mit AKI, wie Vaskulitiden oder anderen autoimmunologischen Erkrankungen, spezifischen renalen Erkrankungen (z. B. rapid progressive Glomerulonephritis [RPGN]) und als Folge toxischer Einwirkungen;
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Prävention, Anamnese und Diagnose des AKI; Bedeutung eines AKI in der Akut- und Langzeitprognose;
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vertiefte Kenntnisse zur Indikation und Durchführung einer medikamentösen Akuttherapie des AKI (Volumen, Diuretika) sowie zu den Indikationen zur Einleitung einer Nierenersatztherapie (Zeitpunkt, Verfahrenswahl, Dosis);
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Beherrschung der standardisierten Nierensonographie, unter anderem zum Ausschluss prä- und postrenaler Ursachen des AKI;
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Verständnis für Langzeitfolgen eines AKI einschließlich der Notwendigkeit einer nephrologischen Nachsorge.
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Chronische Nierenerkrankung: Einteilung der chronischen Nierenerkrankung („chronic kidney disease“, CKD) in Schweregrade und der sich daraus ergebenden medizinischen Konsequenzen;
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Kenntnisse der sich daraus ergebenden Labor- sowie Urindiagnostik;
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Kenntnis der Zeichen einer vorbestehenden CKD als Risikofaktor eines AKI;
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Verständnis, dass Patienten mit chronischer Dialysetherapie und nach Nierentransplantation zeitnah an Zentren mit Dialysemöglichkeit und Nephrologie weiter zu vermitteln sind.
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Thrombotische Mikroangiopathie (TMA):
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Diagnostik und Therapie der verschiedenen Formen einer mit einem AKI einhergehenden TMA, insbesondere einer thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (TTP) und eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) anhand der klinischen Trias „Thrombopenie, Hämolyse und Fragmentozyten“;
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Indikationsstellung und Durchführung einer evtl. notwendigen medikamentösen Akuttherapie bzw. Einleitung einer Plasmapherese in Zusammenarbeit mit Nephrologen;
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Verständnis, dass Patienten mit einem TMA-Verdacht sofort in eine nephrologische oder hämatologische Behandlung weiterverwiesen werden müssen.
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Formen des pulmorenalen Syndroms (insbesondere mit antineutrophilen zytoplasmatischen Antikörpern (ANCA) assoziierte Vaskulitiden; siehe auch Tab. 20/Top 20.6.), Goodpasture-Syndrom, systemischer Lupus erythematodes (SLE; siehe auch Tab. 20/Top 20.2.):
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Indikationsstellung und Durchführung einer evtl. notwendigen medikamentösen Akuttherapie bzw. Einleitung einer Plasmapherese in Zusammenarbeit mit Nephrologen.
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Elektrolytstörungen sind bei Intensiv- und Notfallpatienten häufig und können zu akut bedrohlichen Krankheitsbildern führen. Störungen des Natriumhaushalts sind in Wirklichkeit häufig Störungen des Wasserhaushalts. Bei Störungen des Kaliumhaushalts kommt aufgrund der oft vital bedrohlichen Folgen dieser Elektrolytstörung der Durchführung einer Akuttherapie zur Normalisierung des Kaliumspiegels selbst unter Reanimationsbedingungen eine besondere Bedeutung zu. Ähnliches gilt für Störungen des Kalzium‑, Phosphat- und Magnesiumhaushalts.
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Physiologie und Pathophysiologie der Volumen- und Osmoregulation sowie der Homöostase des Kalium‑, Kalzium‑, Phosphat‑, Magnesium- und Wasserhaushalts
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Verständnis von Osmolaritätsschwankungen und der Gefahr einer Hirnödembildung
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Elektrolytstörungen und die damit verbundenen akut bedrohlichen Krankheitsbilder
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Störungen des Säure-Basen-Haushalts:
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Bedeutung der Aufrechterhaltung eines konstanten pH-Werts für Zellphysiologie und Elektrolythaushalt, Puffersysteme, Atemphysiologie sowie der Kompensationsmechanismen zur Konstanthaltung des pH-Werts;
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zielführende Diagnostik einer Störung des Säure-Basen-Haushalts inkl. der Durchführung einer arteriellen oder venösen Blutgasanalyse und deren Interpretation, auch mit Bestimmung der Anionenlücke, der osmotischen Lücke und der Erkennung von Kompensationsmechanismen;
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Akuttherapie bestehender Säure-Basen-Haushalt-Störungen sowohl im metabolischen als auch im respiratorischen Bereich
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17. | Nephrologische Aspekte |
WZ 1 | |
TK 1 | Nierenphysiologie und Nierenfunktion |
17.1. | Akute Nierenfunktionseinschränkung (AKI) |
WZ 2 | Fähigkeit zur Diagnose, Behandlung und Prävention einer AKI; korrekte klinische Allokation eines Patienten mit AKI |
TK 2 | Diagnose und Differenzialdiagnose der AKI, insbesondere in der Situation des Schocks (Leitlinien der Kidney Disease: Improving Global Outcomes [KDIGO]); korrekte Einschätzung des vorliegenden Flüssigkeitsstatus |
TK 3 | Anamnese unter besonderer Berücksichtigung der die Nieren involvierenden Erkrankungen inkl. Systemerkrankungen (Sepsis, Vaskulitiden, pulmorenale Syndrome) |
TK 4 | Differenzialdiagnose der AKI einschließlich kardiorenaler, pulmorenaler und hepatorenaler Syndrome, der rapid-progressiven Glomerulonephritis (RPGN) und von Nephrotoxizitäten |
PF 1 | *Level II: Diagnostik einer AKI; Säure‑/Basenanalytik; Urämiesymptome erfassen; Hyperkaliämie im EKG erfassen; Sonographie der Nieren |
PF 2 | *Level III: Festlegung einer medikamentösen Akuttherapie (Volumen, Diuretika, Flüssigkeit, Beseitigung einer Volumenüberladung) |
PF 3 | *Level III: Indikationsstellung und Initiierung einer Nierenersatztherapie (ausgenommen Peritonealdialyse) auf der Intensivstation (Zeitpunkt, Verfahrenswahl, Konvektion und Diffusion, intermittierend und kontinuierlich, Dialysekatheter, Antikoagulation einschließlich Zitrat) |
PF 4 | *Level III: Durchführung und Überwachung einer Nierenersatztherapie (ausgenommen Peritonealdialyse) auf der Intensivstation (Nierenersatztherapiedosis, Komplikationen, Dysäquilibriumsyndrom) |
BV 1 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit dem Nephrologen in der Diagnostik und Therapie akuter Nierenerkrankungen |
BV 2 | Förderung der Adhärenz einer Langzeitnachsorge nach AKI durch Nephrologen |
17.2. | Chronische Nierenerkrankung („chronic kidney disease“, CKD) |
WZ 3 | Fähigkeit zur Diagnose einer CKD; Kenntnisse der akuten Komplikationen eines CKD-Patienten; korrekte klinische Allokation eines Patienten mit CKD je nach Schweregrad und Komplikationslevel |
TK 5 | Diagnose und Einteilung einer CKD |
TK 6 | Anamnese unter besonderer Berücksichtigung der mit einer CKD assoziierten kardiovaskulären und metabolischen Begleiterkrankungen |
TK 7 | Kenntnisse der chronischen Nierenersatzverfahren und deren für die Notfallmedizin relevanten Besonderheiten (insbesondere: Peritonealdialyse: Peritonitis; Hämodialyse: Shuntverschluss, Unterdialyse und Überwässerung; Nierentransplantation: Abstoßung, postrenale Abflussprobleme, Infektionen bei Immunsuppression) |
PF 5 | *Level III: Diagnostik einer CKD (Säure‑/Basenanalytik; Hyperkaliämie: EKG; Überwässerung; Anämie; kardiovaskuläre Akutkomplikationen) |
PF 6 | *Level II: Festlegung einer medikamentösen Akuttherapie (Volumen, Diuretika, Flüssigkeit, Beseitigung einer Volumenüberladung) oder Weiterleitung an Dialyseabteilung |
PF 7 | *Level II: Shuntmanagement (akute Blutung, Shuntverschluss) |
BV 3 | Fähigkeit zur engen umfassenden Koordination mit dem Nephrologen, Radiologen und Gefäßchirurgen in der adäquaten Weiterbehandlung von Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen |
17.3. | Thrombotische Mikroangiopathie (TMA) |
WZ 4 | Fähigkeit zur Diagnose und Behandlung einer thrombotischen Mikroangiopathie (TMA), insbesondere einer thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (TTP) und eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS; [182]) |
TK 8 | Kenntnisse der TMA und deren wichtige Formen, der TTP und des HUS |
PF 8 | *Level II: Fähigkeit zur selbständigen zielführenden Diagnostik einer TMA sowie der Indikation und Durchführung einer evtl. notwendigen medikamentösen Akuttherapie bzw. zur Plasmapherese |
BV 4 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Nephrologen/Hämatologen in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer TMA |
17.4. | Pulmorenale Syndrome |
WZ 5 | Fähigkeit zur Diagnose und Behandlung verschiedener Formen eines pulmorenalen Syndroms, insbesondere der mit antineutrophilen zytoplasmatischen Antikörpern (ANCA) assoziierten Vaskulitiden (siehe auch Tab. 20/Top 20.6.), des Goodpasture-Syndroms, eines systemischen Lupus erythematodes (SLE; siehe auch Tab. 20/Top 20.2.) oder im Rahmen anderer immunologischer Erkrankungen |
TK 9 | |
PF 9 | *Level II: Fähigkeit zur zielführenden Diagnostik von Systemerkrankungen sowie zur Indikation und Durchführung einer evtl. notwendigen medikamentösen Akuttherapie bzw. zur Plasmapherese |
BV 5 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Nephrologen/Pulmologen in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer systemischen Vaskulitis bzw. eines pulmorenalen Syndroms |
17.5. | Elektrolytstörungen (Natrium) |
WZ 6 | Grundlagen der Volumen- und Osmoregulation |
TK 10 | Hypo- und Hypernatriämie; Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) |
PF 10 | a) *Level III: Notfalltherapie von Hypo- und Hypernatriämie b) *Level III: Fähigkeit zur zielführenden Diagnostik einer Hypo- bzw. Hypernatriämie inkl. Serumosmolarität, Urinnatrium, Urinosmolarität sowie der Indikation und Durchführung einer medikamentösen Akuttherapie |
BV 6 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Nephrologen |
17.6. | Elektrolytstörungen (Kalium) |
TK 11 | Hypo- und Hyperkaliämie |
PF 11 | *Level III: Fähigkeit zur zielführenden Diagnostik einer Hypo- bzw. Hyperkaliämie und zur Durchführung einer medikamentösen bzw. extrakorporalen Akuttherapie, auch unter Reanimationsbedingungen *Level III: Notfalltherapie von Hypo- und Hyperkaliämie |
PF 12 | *Level III: Fähigkeit zur raschen Indikationsstellung und Initiierung einer Nierenersatztherapie (ausgenommen Peritonealdialyse) auf der Intensivstation bei therapierefraktärer Hyperkaliämie und notfallmäßige Anlage eines passageren Doppellumenkatheters |
BV 7 | Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit mit Nephrologen |
17.7. | Elektrolytstörungen (Kalzium, Phosphat, Magnesium) |
TK 12 | Störungen des Kalzium‑, Phosphat- und Magnesiumhaushalts |
PF 13 | *Level II: Fähigkeit zur zielführenden Diagnostik einer Hypo- bzw. Hyperkalzämie sowie zur Durchführung einer medikamentösen Akuttherapie; adäquates Management der Störungen des Phosphat- und Magnesiumhaushalts *Level II: Indikationsstellung einer extrakorporalen Akuttherapie |
BV 8 | Fähigkeit zur Koordination und Zusammenarbeit mit Nephrologen und/oder Onkologen |
17.8. | Störungen des Säure-Basen-Haushalts |
WZ 7 | Bedeutung der Aufrechterhaltung eines konstanten pH-Werts für Zellphysiologie und den Elektrolythaushalt; Puffersysteme, Atemphysiologie und Kompensationsmechanismen zur pH-Kontrolle |
TK 13 | Metabolische Azidose/Alkalose und respiratorische Azidose/Alkalose |
TK 14 | Bestimmung und Bedeutung der Anionenlücke |
PF 14 | *Level III: Selbständige Indikationsstellung zur zielführenden Diagnostik einer Störung des Säure-Basen-Haushalts inkl. der Durchführung einer arteriellen Blutgasanalyse und deren Interpretation mit Bestimmung der Anionenlücke |
PF 15 | *Level III: Fähigkeit zur Durchführung der Akuttherapie bestehender Säure-Basen-Haushalt-Störungen sowohl im metabolischen als auch im respiratorischen Bereich |
5.2.9. Palliativmedizinische Aspekte (Tab. 18)
-
Probleme ohne Zusammenhang zur Grunderkrankung;
-
neu aufgetretene Probleme im Zusammenhang mit der Grunderkrankung;
-
therapieassoziierte Probleme;
-
Exazerbation bekannter Symptome;
-
„total pain“;
-
Überforderung des sozialen Umfelds.
18. | Palliativmedizinische Aspekte |
WZ 1 | |
PF 1 | *Level III: Erkennen von palliativmedizinischem Behandlungsbedarf im Setting der Notfall- und Intensivmedizin mithilfe geeigneter Instrumente (z.B. P-CaRES [192], PC-ICU [193]) *Level II: „Total-pain“-Konzept anwenden können (Berücksichtigung einer physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension von Leid [194]. |
WZ 2 | Einbeziehung und Unterstützung der An- und Zugehörigen |
PF 2 | *Level III: Gesprächskompetenz |
WZ 3 | Strukturen der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung |
TK 1 | Palliativstation, Palliativdienst, allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV), spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), mögliche Erreichbarkeit/Kontakte in Notfallsituationen und auf der Intensivstation benennen |
WZ 4 | Krankheit, Sterben, Tod und Trauer in verschiedenen Kulturen und Religionen |
BV 1 | Kultursensibler Umgang mit Schwerkranken und ihnen Nahestehenden |
WZ 5 | Ethische und rechtliche Grundprinzipien der Patientenversorgung |
TK 2 | Rechtliche Rahmenbedingungen zu Indikationsstellung, Stellenwert des Patientenwillens und Therapiezielfindung erläutern können |
PF 3 | *Level III: ethische Grundprinzipien auf Notfallsituationen sicher anwenden können, um zu einer ethischen Entscheidungsfindung zu gelangen |
WZ 6 | Umgang mit existenzieller Angst |
BV 2 | Auseinandersetzung mit der praktischen Relevanz existenzieller Angst und Diversität am Lebensende in Notfallsituationen |
WZ 7 | Interprofessionelle und interdisziplinäre Teamarbeit |
TK 3 | Die Handlungsfelder der einzelnen Berufsgruppen/Disziplinen benennen können |
PF 4 | *Level III: im interprofessionellen und interdisziplinären Team auf Augenhöhe zusammenarbeiten |
BV 3 | Die eigenen Grenzen und die der anderen Teammitglieder wahrnehmen und respektieren [35] |
WZ 8 | Management körperlicher und psychischer Krisen |
PF 5 | *Level II: Symptomlinderung unter Berücksichtigung des „Total-pain“-Konzepts (Berücksichtigung einer physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension von Leid) |
WZ 9 | Behandlung von Symptomen, Schmerzen und Komplikationen bei fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen und in der letzten Lebensphase |
PF 6 | *Level III: Behandlung gastrointestinaler Symptome bei fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen und in der letzten Lebensphase |
PF 7 | *Level III: Behandlung pulmonaler Symptome bei fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen und in der letzten Lebensphase |
PF 8 | *Level II: Behandlung neurologischer Symptome bei fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen und in der letzten Lebensphase |
PF 9 | Schmerzbehandlung: *Level III; bei komplexer Natur: *Level II |
WZ 10 | Therapierefraktäre Symptomkrise |
PF 10 | *Level I: Betreuung des Patienten mit therapierefraktärer Symptomkrise |
WZ 11 | Sterbephase |
PF 11 | *Level II: Betreuung des Patienten in der Sterbephase |
WZ 12 | Beurteilung der Angemessenheit von Therapiemaßnahmen unter Berücksichtigung des Therapieziels |
TK 4 | Grundsätze der Therapiezielfindung erläutern können |
PF 12 | *Level III: ein ethisches Team-„Time-out“ in der Notfallversorgung Schwerkranker sicher anwenden (analog „10 for 10“: Welches realistische Therapieziel gibt es? Was wissen wir über den Patientenwunsch? Mit welchen nächsten Schritten können wir das Therapieziel erreichen?) |
BV 4 | Reflexion von Notfallsituationen mit gelungener und misslungener Therapiezielfindung im Team |
WZ 13 | Individuelles Symptomempfinden und Leiderfahrung der Patienten |
BV 5 | Die Subjektivität von Leid in der Notfallsituation angemessen berücksichtigen |
5.2.10. Pneumologische Aspekte (Tab. 19)
-
Die selbstständige Diagnose eines Pneumothorax/Hämatothorax, Kenntnisse der klinischen und radiologischen Zeichen einer Spannungskomponente bei Pneumothorax und dessen stadienadaptierte Therapie (inkl. Anlage einer Thoraxdrainage) sollen durchgeführt werden können.
-
Die Indikationsstellung für diagnostische und therapeutische Bronchoskopien (z. B. bei der Aspiration von Fremdkörpern, aber auch z. B. bei Polytrauma; siehe Tab. 5/Top 5.11.) soll beherrscht werden; ggf. kann die Durchführung in Kooperation mit einem Pneumologen erfolgen.
-
Bei respiratorischem Versagen jedweder Art und Genese sind grundlegende Kenntnisse der Pathophysiologie und der Behandlung zur Sicherstellung der Oxygenierung und Decarboxylierung erforderlich. Auf der Intensivstation stellt insbesondere das akute Lungenversagen („acute respiratory distress syndrome“, ARDS) ein gravierendes Krankheitsbild dar. Notwendig sind hier spezielle Kenntnisse der Ursachen eines ARDS mit den jeweiligen Therapieindikationen, insbesondere Kenntnisse zur stadiengerechten und leitlinienorientierten Behandlung des ARDS mit Sauerstofftherapie- und Beatmungsverfahren, aber auch bis hin zur Durchführung einer venovenösen ECMO. Gekannt und gekonnt werden soll die Bedeutung einer lungenprotektiven Beatmung sowie deren Durchführung entsprechend differenzierter Beatmungseinstellungen und auch die Implementierung einer durchgehenden Anwendung im klinischen Alltag soll unterstützt werden.
-
Bei obstruktiven Ventilationsstörungen sind Kenntnisse zu Indikationen und Kontraindikationen einer antiobstruktiven Therapie erforderlich, ebenso neben Kenntnissen auch praktische Erfahrungen mit verschiedenen Möglichkeiten der Beatmung (nichtinvasiv, invasiv). Die Fähigkeit zur Einleitung einer nichtinvasiven Beatmung und Kenntnisse grundsätzlicher Beatmungseinstellungen zur Oxygenierung und Decarboxylierung, insbesondere zur Therapie der Hyperkapnie, sollen vorhanden sein. Bei obstruktiven Ventilationsstörungen sind Kenntnisse des typischen Verlaufs, der Akut- und Langzeitprognose und der akuten und mittel-/langfristigen therapeutischen Optionen erforderlich. Die Folgen der invasiven Beatmung sollen gekannt und die Möglichkeiten der Reduktion einer erforderlich werdenden außerklinischen invasiven Beatmung genutzt werden.
-
Bei restriktiven Ventilationsstörungen sind Kenntnisse erforderlich zu Indikationen und Kontraindikationen einer Beatmungstherapie, bezüglich des typischen Verlaufs, der Akut- und Langzeitprognose und akuter und mittel-/langfristiger therapeutischer Optionen.
-
Bei Lungenblutungen sollen im Kontext der Grunddiagnose gekannt und beherrscht werden: Ätiologie und Pathogenese, Ersteinschätzung, therapeutische Optionen (in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit interventionellen Radiologen und Thoraxchirurgen) sowie deren stadienadaptierte Therapie zur akuten Sicherung des Atemwegs und des Gasaustauschs.
-
Interstitielle Lungenerkrankungen, die pulmonal-arterielle Hypertonie sowie Vaskulitiden sollen in enger Zusammenarbeit mit dem Pneumologen und/oder Rheumatologen behandelt werden können.
-
Lungenarterienembolien sollen erkannt und behandelt werden und Kenntnisse der Pathophysiologie und der Risikostratifizierung vorhanden sein. Ebenso sind eingehende Kenntnisse der Therapieoptionen bis hin zu interventionellen Therapieverfahren und der Indikation zur venoarteriellen ECMO erforderlich.
-
Entzündliche und infektiöse Lungenerkrankungen (Bronchitis, Bronchiolitis, Pneumonien mit und ohne Erguss/Empyem und schwere Pneumonien mit septischem Verlauf) sind häufige akutmedizinische Krankheitsbilder. Hier soll die Fähigkeit zur risikoadaptierten (Differenzial)-Diagnosestellung und oft rasch notwendigen Therapieeinleitung und -durchführung, v. a. mit einer effektiven kalkulierten antiinfektiven Therapie, vorhanden sein.
-
Wichtig sind auch Kenntnisse häufiger und akuter Komplikationen von malignen Erkrankungen der Lunge und des Thorax sowie von Lungenmetastasen und deren Prognose.
19. | Pneumologische Aspekte |
WZ 1 | Grundlagen der Lungenanatomie, -physiologie und -pathophysiologie sowie der relevanten akuten und chronischen Lungenerkrankungen; Verfahren zur Diagnosestellung und Materialgewinnung sowie zur Therapie pneumologischer Notfälle und intensivpflichtiger Stadien von Lungenerkrankungen |
19.1. | Erforderliche Fähigkeiten bei der Betreuung von Intensiv- und Notfallpatienten mit pneumologischen Erkrankungen |
WZ 2 | Erkennen, Ersteinschätzung und Behandlung von A(Atemwegs)- und/oder B(Beatmungs)-Problemen |
TK 1 | Physiologie und Pathophysiologie der Atmung und der Atemmechanik |
TK 2 | Therapieoptionen bei A‑ und/oder B‑Problemen in Abhängigkeit von der Genese |
TK 3 | Unterscheidung verschiedener Formen des Pneumothorax |
PF 1 | *Level III: Erkennen und Ersteinschätzung akuter pneumologischer Erkrankungen (A- und B‑Probleme); selbstständige Diagnosestellung inklusive der Interpretation von Befunden und der Therapieeinleitung |
PF 2 | *Level III: selbstständige Einleitung einer nichtinvasiven Beatmung mit Indikationsstellung/Kontraindikationen; Beatmungseinstellungen und Begrenzung der Therapiemöglichkeiten |
PF 3 | *Level III: selbstständige Atemwegssicherung inkl. Notfallintubation und (wach)fiberoptischer Intubation zur Behebung eines A‑ und/oder B‑Problems [103]; Beherrschen der Hämodynamik nach Narkoseeinleitung bei kritisch kranken Patienten |
PF 4 | *Level III: selbstständige Beatmungseinstellung |
PF 5 | *Level III: Durchführung des einfachen Weanings von der Beatmung |
PF 6 | Durchführung einer Bronchoskopie/BAL zur Diagnostik und Therapie bei A‑ und/oder B‑Problemen mit Kenntnis der Indikationsstellung und der Kontraindikationen [195]: → *Level III: bei stabilen beatmeten Patienten → *Level II: bei stabilen nichtbeatmeten Patienten („Wachbronchoskopie“) und bei instabilen Patienten |
PF 7 | *Level III: Anlage einer Thoraxdrainage in Seldinger-Technik oder mittels Minithorakotomie zur Behebung eines Pneumothorax/Pleuraergusses jedweder Genese |
BV 1 | Erkennen der Indikation zur Verlegung in eine angemessene höhere Versorgungsstufe nach initialer Versorgung und Behebung des akuten Problems |
BV 2 | Sinnvolle Zusammenfassung relevanter Krankheitsfakten zu einer Übergabe an (pneumologische) Kollegen/enge Zusammenarbeit mit (pneumologischen) ärztlichen und atmungstherapeutischen Kollegen |
BV 3 | „End-of-life“-Gespräche mit Angehörigen bei Vorliegen lebenslimitierender pneumologischer Erkrankungen (siehe Tab. 7/Top 7.2.) |
BV 4 | Enge Zusammenarbeit mit Radiologen, Thoraxchirurgen, Anästhesisten und anderen Ärzten von Fachabteilungen (einschließlich, aber nicht limitiert auf Nephrologie, Rheumatologie, Kardiologie), die in die Versorgung akuter pneumologischer Erkrankungen involviert sind |
BV 5 | Kenntnisse juristischer Grundlagen im Zusammenhang mit Patientenverfügung, „advance care planning“ und Palliativversorgung |
19.2. | Respiratorisches Versagen – akutes Lungenversagen (hypoxisch/hyperkapnisch) – allgemeine Aspekte |
WZ 3 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung des respiratorischen Versagens jedweder Genese |
TK 4 | Anamnese (Eigen‑/Fremdanamnese) inkl. Berufs- und Reiseanamnese; Basiskenntnisse der Allergologie |
TK 5 | Ventilatorisches Versagen |
TK 6 | Oxygenierungsversagen |
TK 7 | Obstruktive und restriktive Lungenerkrankungen |
TK 8 | Grundkenntnisse der Bedeutung der fortgeschrittenen COPD in der Akut- und Langzeitprognose |
TK 9 | Indikationen, Kontraindikationen und Limitationen einer antiobstruktiven Therapie |
TK 10 | Grundkenntnisse der Bedeutung häufiger interstitieller Lungenerkrankungen in der Akut- und Langzeitprognose |
PF 8 | *Level III: Einstellung der Beatmung (nichtinvasiv, invasiv) bei obstruktiven und restriktiven Ventilationsstörungen |
19.3. | Respiratorisches Versagen – akutes Lungenversagen (ARDS „acute respiratory distress syndrome“) – spezielle Aspekte |
WZ 4 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung eines ARDS; Bedeutung eines ARDS in der Akut- und Langzeitprognose |
TK 11 | Krankheitsbild des ARDS |
TK 12 | Ursachen eines ARDS mit Therapieindikationen, insbesondere stadiengerechte Behandlung des ARDS mit Sauerstofftherapieverfahren und Beatmungsindikation |
TK 13 | Grundlagen einer lungenprotektiven Beatmung |
PF 9 | *Level III: Kenntnis spezieller Beatmungseinstellungen zur Sicherung der Oxygenierung und Decarboxylierung |
PF 10 | *Level III: Durchführung von bzw. Anleitung zu Lagerungsmaßnahmen (siehe auch Tab. 6/Top 6.18.) |
PF 11 | *Level III: Indikationsstellung/Anlegen einer vv-ECMO und Therapiesteuerung der ECMO bei ARDS |
19.4. | Respiratorisches Versagen (Typ II) – chronisch-obstruktive Bronchopneumopathie (COPD/Asthma) – spezielle Aspekte |
TK 14 | Obstruktive Lungenerkrankungen |
TK 15 | Invasive und nichtinvasive Beatmungstechniken – einschließlich deren Limitationen – bei obstruktiven Ventilationsstörungen |
TK 16 | Indikationen und Kontraindikationen einer antiobstruktiven Therapie; obstruktionsauslösende Faktoren; Komplikationsmanagement |
TK 17 | Anamnese – insbesondere allergologische Ursachen – sowie Diagnosemöglichkeiten |
PF 12 | *Level III: Einstellung der Beatmung bei obstruktiven Ventilationsstörungen |
BV 6 | Abschätzung invasiver Beatmungsfolgen und möglichst Vermeidung einer invasiven außerklinischen Beatmung |
19.5. | Respiratorisches Versagen – interstitielle und restriktive Lungenerkrankungen, pulmonale Beteiligung bei Vaskulitis und rheumatischen Erkrankungen (spezielle Aspekte) |
WZ 5 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung dieser Patientengruppen |
TK 18 | Grundkenntnisse der Bedeutung der genannten Erkrankungen in der Akut- und Langzeitproblematik |
PF 13 | *Level III: Einstellung der Beatmung bei restriktiven Ventilationsstörungen |
19.6. | Pulmonale, bronchiale und Tumorblutungen, Atemwegsverlegung |
WZ 6 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung einer Lungenparenchym-, endobronchialen und Tumorblutung; Grundkenntnisse der Bedeutung häufiger rheumatischer Lungenerkrankungen in der Akut- und Langzeitprognose (siehe auch Tab. 20) |
TK 19 | Ätiologie und Pathogenese von Hämoptysen und Hämoptoe |
TK 20 | Kenntnis der speziellen Diagnostik zur Darstellung einer Blutungsquelle; Interpretation von Bildgebung und BAL |
TK 21 | Behandlungsoptionen (in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit interventionellen Radiologen und Thoraxchirurgen) |
TK 22 | Unterscheidung einer pulmonalen von einer bronchialen Blutung inkl. Kenntnis der Diagnostik und Therapiemöglichkeiten |
TK 23 | Akute Tumorblutung inkl. Palliation |
PF 14 | *Level III: einseitige Intubation und Lagerungsmaßnahmen zur Sicherung der Ventilation |
PF 15 | *Level I: Anwenden eines Bronchusblockers – gemeinsam mit einem Pneumologen – zur akuten Blutstillung |
PF 16 | *Level I: Anwendung einer Kryosonde zur Bergung von Blutkoageln/anderen Boli aus dem Respirationstrakt; bronchoskopische Koagelbergung |
PF 17 | *Level I: Endoskopie bei Lungenblutung |
PF 18 | *Level II: Einleitung einer spezifischen Therapie (z. B. Plasmapherese) bei rheumatischen Lungenerkrankungen mit oder ohne akute Blutung |
19.7. | Pulmonalarterielle Hypertonie (PAH) und Lungenarterienembolie (LAE) |
WZ 7 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung einer akuten und chronischen pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH) sowie des obstruktiven Schocks; Kenntnisse der Bedeutung einer Lungenarterienembolie (LAE)/einer chronischen thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) für die Akut- und Langzeitprognose |
TK 24 | Akute und chronische PAH |
TK 25 | LAE: Diagnostik; Befundung einer geeigneten Bildgebung |
TK 26 | LAE: Indikationsstellung der stadienadaptierten Therapie |
TK 27 | LAE: Indikationsstellung für interventionelle Verfahren inkl. va-ECMO |
TK 28 | Pulmonalarterienkathetermonitoring |
PF 19 | Lungenarterienembolie: → *Level III: Durchführung einer systemischen Lysetherapie → *Level I: Indikationsstellung und Anlegen einer va-ECMO |
19.8. | Infektiöse Lungenerkrankungen |
WZ 8 | Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung von infektiösen Lungenerkrankungen |
TK 29 | Bronchitis, Bronchiolitis, Pneumonie [196], Empyem, Lungenabszess, Pleuritis und Pleuraerguss, Tuberkulose, Influenza, SARS-CoV‑2 |
TK 30 | Kenntnisse der antiinfektiven Therapie bei Infektionserkrankungen mit pulmonalem Fokus |
TK 31 | Befundung der Bildgebung |
TK 32 | Hygienemaßnahmen und Isolationsvorschriften |
PF 20 | *Level II: Abnahme von potenziell erregerhaltigem Material aus den zentralen Atemwegen |
PF 21 | *Level I: Abnahme von potenziell erregerhaltigem Material aus den tiefen Atemwegen inkl. BAL, mithilfe eines Pneumologen |
19.9. | Angeborene Lungenerkrankungen/sonstige Erkrankungen mit potenziellen A(Atemwegs)- und B(Beatmungs)-Problemen |
WZ 9 | Grundkenntnisse der Bedeutung angeborener Lungenerkrankungen sowie neuromuskulärer Erkrankungen in der Akut- und Langzeitprognose |
TK 33 | Mukoviszidose |
TK 34 | Neuromuskuläre Erkrankungen |
19.10. | |
WZ 10 | Kenntnisse der wesentlichen thorakalen Neoplasien und deren Prognose in Abhängigkeit des Stadiums und Behandlungsfortschritts; Fähigkeit zur (Differenzial‑)Diagnosestellung und Behandlung von Komplikationen infolge einer Neoplasie der Lunge |
TK 35 | Grundlegende Kenntnisse der Bedeutung gezielt therapierbarer Mutationen für die Prognose |
PF 22 | *Level I: interventionelle Endoskopie bei Tumorverlegung und/oder Blutung der Atemwege |
19.11. | Atelektasen |
TK 36 | Atelektasen |
PF 23 | *Level I: Therapie von Atelektasen durch Endoskopie bei respiratorisch instabilen Patienten |
19.12. | Verletzungen des Thorax und damit verbundene Probleme |
WZ 11 | Kenntnisse über thorakale Verletzungen und damit verbundene Probleme (einschließlich, aber nicht limitiert: stumpfes und penetrierendes Thoraxtrauma, iatrogene und traumatische Verletzungen der Atemwege etc.) |
TK 37 | Pneumothorax/Spannungspneumothorax |
TK 38 | Rippenserienfraktur („flail chest“) |
TK 39 | Lungenkontusion |
TK 40 | Hämatothorax |
PF 24 | *Level II: Anlage einer Thoraxdrainage in Minithorakotomietechnik |
PF 25 | *Level I: endoskopische Fremdkörperentfernung – in absoluten Notfallsituationen auch bei Säuglingen und Kleinkindern – gemeinsam mit Kinderpneumologen |
5.2.11. Rheumatologische Aspekte (Tab. 20)
-
Erforderlich auf der Intensivstation ist – in Zusammenarbeit mit dem Kardiologen/Nephrologen/Pneumologen – die Fähigkeit zur selbstständigen zielführenden Diagnostik von akuten Präsentationen oder Komplikationen rheumatischer Erkrankungen und zur Indikationsstellung und Durchführung einer evtl. notwendigen medikamentösen Akuttherapie bzw. zur Einleitung einer Plasmapherese. Weiterführend sind Komorbiditäten einer entzündlich rheumatischen Erkrankung (z. B. pulmonale Hypertonie) diagnostisch und therapeutisch zu adressieren.
-
Entscheidend für die bestmögliche Betreuung von Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen in der Notaufnahme ist eine fundierte Diagnostik, auch im Hinblick auf eine lebensbedrohliche Organbeteiligung. Zu den relevanten rheumatologischen Erkrankungen zählen entzündliche Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, das Antiphospholipidantikörpersyndrom (APS), die Polymyalgia rheumatica, die Riesenzellarteriitis (inkl. Arteriitis temporalis), die Kleingefäßvaskulitiden (ANCA-assoziierte Vaskulitiden), Kollagenosen und autoinflammatorische Syndrome inkl. kristallinduzierter Arthritiden.
-
Die antiinflammatorische, immunsuppressive und immunmodulatorische Therapie rheumatologischer Erkrankungen birgt für die Patienten die Gefahr infektiöser Komplikationen. Dies erfordert Kenntnisse über die Besonderheiten der Diagnostik und Therapie bei Infektionen unter immunsuppressiver Therapie.
20. | Rheumatologische Aspekte |
WZ 1 | Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie rheumatischer Erkrankungen sowie deren relevante akute und chronische Erscheinungsformen; Verfahren zur Diagnosestellung sowie zur Therapie rheumatologischer Notfälle und intensivpflichtiger Stadien rheumatologischer Erkrankungen |
20.1. | Entzündliche Gelenkerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis und Spondyloarthritis) |
WZ 2 | Erwerb der Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten in der Diagnostik und Therapie entzündlicher Gelenkerkrankungen |
TK 1 | Grundkenntnisse der immunologisch vermittelten Gelenkentzündung |
TK 2 | Klinische Symptomatik immunologisch bedingter, infektiologischer und kristallinduzierter Arthritiden |
TK 3 | Grundzüge der laborchemischen und immunologischen Diagnostik |
TK 4 | Grundzüge der bildgebenden Diagnostik |
TK 5 | Grundzüge der immunsuppressiven/antiinflammatorischen/immunmodulatorischen Therapie, deren möglichen – v. a. infektiologischen – Komplikationen sowie deren Maskierung durch ebendiese Immunsuppression |
PF 1 | *Level III: Fähigkeit zur selbständigen klinischen Untersuchung und Diagnostik zum Erkennen einer entzündlichen Gelenkerkrankung |
PF 2 | *Level III: Suche nach und Erkennen von Gichttophi |
PF 3 | *Level II: Einordnung der bildgebenden, laborchemischen und immunologischen Befunde und Ultraschalldiagnostik einer Arthritis |
PF 4 | *Level III: Erkennen von Warnhinweisen (Red Flags) für komplikative Verläufe: septische Arthritis, Nervenkompressionssyndrome, schwere extraartikuläre Manifestationen entzündlicher Gelenkerkrankungen, spinale Komplikationen von rheumatoider Arthritis (RA) und Spondyloarthritis (SpA) |
BV 1 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik |
20.2. | Kollagenosen (z. B. systemischer Lupus erythematodes, Myositis, Mischkollagenose, Sjögren-Syndrom, systemische Sklerose) |
WZ 3 | Erwerb der Grundkenntnisse und der praktischen Fähigkeiten in der Diagnostik und Therapie von Kollagenosen |
TK 6 | Grundkenntnisse der immunologisch vermittelten Entzündung bei Kollagenosen |
TK 7 | Kenntnisse typischer klinischer Befunde von Kollagenosen |
TK 8 | Grundzüge der laborchemischen und immunologischen Diagnostik |
TK 9 | Grundzüge der bildgebenden Diagnostik |
PF 5 | *Level III: Erkennen der klinischen Symptome/Befunde und deren Bedeutung im Kontext von Kollagenosen (z. B. Raynaud-Phänomen, Sklerodaktylie, Tabaksbeutelmund, Schmetterlingserythem, vaskulitische Hautveränderungen, Schluckstörung, Dyspnoe, Nekrosen, Polyserositis, Thrombosen/Embolien, Fieber, Nierenversagen, Endokarditis, HyperCKämie, Hämatemesis, Hämoptysen, Hämatochezie, Pankreatitis, Rechtsherzinsuffizienz) |
PF 6 | *Level III: richtiges Einordnen von Red Flags (z. B. Fieber, Dyspnoe, Bewusstseinstrübung) in die Differenzialdiagnose möglicher Therapiekomplikationen oder spezifischer Organmanifestationen wie Nieren‑, Herz‑, Lungen- oder ZNS-Beteiligung |
BV 2 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik, ggf. mit den Fachgebieten Kardiologie, Pneumologie und Nephrologie |
20.3. | Antiphospholipidantikörpersyndrom (APS) |
WZ 4 | Erwerb der Grundkenntnisse und praktischen Fähigkeiten in der Diagnostik und Akuttherapie des APS |
TK 10 | Grundkenntnisse der Labordiagnostik des APS |
TK 11 | Kenntnis möglicher klinischer Symptome (Lungenarterienembolie, Apoplex, Extremitätennekrosen, Schwangerschaftskomplikationen [z. B. rezidivierende Aborte]) |
TK 12 | Kenntnis der Maximalvariante des APS („catastrophic APS“, CAPS) |
PF 7 | *Level II: Erkennen klinischer Präsentationen des APS; Akutdiagnostik und deren Interpretation (Lupus-Antikoagulans, Autoantikörper) |
PF 8 | *Level I: Indikationsstellung für immunologische/extrakorporale Verfahren bei CAPS |
BV 3 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen und Hämostaseologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik |
20.4. | Polymyalgia rheumatica (PMR) |
WZ 5 | Erwerb der Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten von Klinik, Diagnostik und Akuttherapie einer PMR |
TK 13 | Sichere Diagnostik einer PMR |
TK 14 | Erkennen der Komorbidität „Riesenzellarteriitis“ (inklusive Arteriitis temporalis, hier v. a. deren Warnsignale wie Angina masseterica, Amaurosis fugax) |
TK 15 | Therapie der PMR |
PF 9 | *Level II: Interpretation des Labors |
PF 10 | *Level I: Sonographie der Bizepssehne und Bursen des Schultergelenks |
PF 11 | *Level II: Therapie |
BV 4 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung, Diagnostik und Therapie |
20.5. | Riesenzellarteriitis (inkl. Arteriitis temporalis) |
WZ 6 | Erwerb der Grundkenntnisse und praktischen Fähigkeiten in der klinischen Symptomatik, Diagnostik und Therapie einer Riesenzellarteriitis (inklusive Arteriitis temporalis, hier v. a. deren Warnsignale wie Angina masseterica, Amaurosis fugax) |
TK 16 | Grundkenntnisse der immunologisch vermittelten Gefäßentzündung |
TK 17 | Grundzüge der laborchemischen und bildgebenden Diagnostik (Gefäßsonographie) |
TK 18 | Grundkenntnisse der Therapie |
TK 19 | Erkennen möglicher organbedrohender Situationen (z. B. Erblindung und Gefäßdissektion und deren Warnsignale wie Angina masseterica, Amaurosis fugax) |
PF 12 | *Level I: Grundzüge in der Einordnung der laborchemischen und duplexsonographischen Befunde (Erkennen eines „halo“) |
PF 13 | *Level III: Klinisches Erkennen einer klassischen Riesenzellarteriitis und Einleiten einer Steroidtherapie |
BV 5 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik, ggf. mit den Fachgebieten Augenheilkunde und Neurologie |
20.6. | Kleingefäßvaskulitiden (ANCA-assoziierte Vaskulitiden) |
WZ 7 | Erwerb der Grundkenntnisse und praktischen Fähigkeiten in der klinischen Symptomatik, Diagnostik und Therapie einer Kleingefäßvaskulitis (ANCA-assoziierte Vaskulitis) |
TK 20 | Grundkenntnisse der immunologisch vermittelten Gefäßentzündung. |
TK 21 | Erkennen möglicher organbedrohender Situationen, v. a. Hämoptysen, Nierenversagen |
TK 22 | Grundzüge der laborchemischen und bildgebenden Diagnostik, Interpretation eines Urinsediments |
PF 14 | *Level I: Grundzüge in der Einordnung der laborchemischen Befunde |
PF 15 | *Level I: Grundzüge der Organdiagnostik |
PF 16 | *Level I: Indikationsstellung zur immunsuppressiven Therapie |
PF 17 | *Level I: Indikationsstellung für extrakorporale Verfahren (z. B. Plasmapherese) |
BV 6 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik, ggf. mit den Fachgebieten Kardiologie, Pneumologie und Nephrologie |
20.7. | Autoinflammatorische Syndrome (z. B. adultes Still-Syndrom, Makrophagenaktivierungssyndrom [Synonym: hämophagozytische Lymphohistiozytose], familiäres Mittelmeerfieber, „drug-reaction with eosinophilia and systemic symptoms“ [DRESS]) |
WZ 8 | Erwerb der Grundkenntnisse und praktischen Fähigkeiten in der Diagnostik und Therapie unklarer Fiebersyndrome |
TK 23 | Grundkenntnisse der autoinflammatorischen Syndrome als Ursachen eines unklaren Fiebers |
TK 24 | Grundkenntnisse der Labordiagnostik (insbesondere Ferritin). |
TK 25 | Grundkenntnisse etablierter Scoring-Systeme bei Makrophagenaktivierungssyndrom (z. B. HScore) |
PF 18 | *Level II: Grundzüge in der Einordnung der laborchemischen Befunde |
PF 19 | *Level I: Indikationsstellung zur immunsuppressiven Therapie |
BV 7 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Patientenbetreuung und Diagnostik, ggf. mit dem Fachgebiet Hämatologie |
20.8. | Infektionen unter immunsuppressiver Therapie |
WZ 9 | Erkennen von Infektionen unter einer antiinflammatorischen/immunsuppressiven/immunmodulatorischen Therapie; Therapie der Infektionserkrankung und Handhabung der immunsuppressiven Therapie; Kenntnisse über die Besonderheiten der Diagnostik und Therapie bei Infektionen unter immunsuppressiver Therapie |
TK 26 | Diagnostik der Infektion |
TK 27 | Einleitung einer antiinfektiven Therapie |
TK 28 | Handhabung der immunsuppressiven Therapie |
TK 29 | Kenntnisse der Möglichkeiten der Chemoprophylaxe unter Immunsuppression (z. B. Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie [PjP]) |
PF 20 | *Level III: Management der Infektion, auch opportunistischer Infektionen |
PF 21 | *Level I: Indikationsstellung zur Chemoprophylaxe bei Immunsuppression |
BV 8 | Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Rheumatologen in der Diagnostik und Therapieplanung, ggf. mit dem Fachgebiet Infektiologie |
5.2.12. Toxikologische Aspekte (Tab. 21)
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Erforderlich ist insbesondere das Wissen um Toxidrome (sympathomimetisch, anticholinerg, opioid, serotoninerg, cholinerg) und der toxidromspezifischen Therapie.
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Ebenso ist ein Überblick über die wichtigsten Antidote und deren Dosierung sowie über die primäre und sekundäre Giftelimination notwendig.
21. | Toxikologische Aspekte |
WZ 1 | Erwerb der Kenntnisse in klinischer Toxikologie, die für eine selbständige Diagnostik und (An‑)Behandlung der häufigsten und gefährlichsten Intoxikationen nötig sind |
TK 1 | Kenntnis der unter Top 21.8.–Top 21.13. genannten Intoxikationen |
TK 2 | Verstehen des zeitlichen Verlaufs von Intoxikationen |
TK 3 | Rolle der Giftnotrufzentralen |
TK 4 | Logistische Herausforderungen bei intoxikierten Patienten |
21.1. | Aufnahme des intoxikierten Patienten |
TK 5 | Kenntnis der Besonderheiten bei Intoxikierten |
TK 6 | Risikoabschätzung für Patient und Personal |
TK 7 | Verletzungen bei Intoxikierten |
TK 8 | EKG-Beurteilung |
TK 9 | Pupillenbefund bei verschiedenen Intoxikationen |
TK 10 | Eigenschutz/Dekontamination |
TK 11 | Grundkenntnisse im Umgang mit aggressiven und gewalttätigen Patienten/Deeskalation |
PF 1 | *Level III: fokussierte körperliche Untersuchung |
PF 2 | *Level III: Umgang mit aggressiven und gewalttätigen Patienten |
PF 3 | *Level III: fokussierte Anamnese |
PF 4 | *Level II: EKG-Beurteilung |
BV 1 | Fähigkeit zur Deeskalation |
BV 2 | Fähigkeit zum einfühlsamen Umgang mit Patienten nach Suizidversuch |
21.2. | Laboruntersuchungen bei intoxikierten Patienten |
TK 12 | Basislabor |
TK 13 | Kenntnisse von Laborveränderungen bei bestimmten Intoxikationen |
TK 14 | Möglichkeiten des Substanznachweises (Urin, Blut), insbesondere Urinuntersuchung mittels Gaschromatographie mit Massenspektrometriekopplung (U-GCMS) |
21.3. | Toxidrome |
TK 15 | Sympathomimetisches Syndrom |
TK 16 | Anticholinerges Syndrom |
TK 17 | Opioidsyndrom |
TK 18 | Serotoninsyndrom |
TK 19 | Cholinerges Syndrom |
PF 5 | *Level III: Erkennen von o. g. Syndromen |
PF 6 | *Level II: toxidromspezifische Therapie |
21.4. | Antidote |
TK 20 | Überblick über die wichtigsten Antidote und ihrer Dosierung |
TK 21 | Nebenwirkungen der Antidote |
21.5. | Giftelimination |
TK 22 | Primäre Giftelimination, insbesondere Einsatz von Aktivkohle |
TK 23 | Sekundäre Giftelimination, Mehrfachdosis Aktivkohle (MDAC) |
TK 24 | Weitere Möglichkeiten zur Giftelimination und deren Indikation: Gastroskopie, antegrade Darmspülung („whole bowel irrigation“, WBI); grundlegendes Verständnis der Giftelimination durch Dialyseverfahren; Kenntnis der „Extracorporeal-treatment-in-poisoning“(EXTRIP)-Empfehlungen [197] |
TK 25 | Kenntnis von Pharmakobezoarbildnern |
PF 7 | *Level III: Erkennen der Kontraindikationen für eine Gabe von Aktivkohle |
21.6. | Verlegung/Entlassung des intoxikierten Patienten |
TK 26 | Voraussetzungen für eine sichere Entlassung |
TK 27 | Indikationen für eine Verlegung auf die IMC/ITS |
PF 8 | *Level III: Erstellen strukturierter Verlegungs‑/Entlassbriefe |
21.7. | Spezielle Toxikologie |
WZ 2 | Kenntnisse über die selbständige Versorgung von Patienten mit u. g. Intoxikationen (Top 21.8.–Top 21.13.) |
TK 28 | Kenntnis über u. g. Intoxikationen |
TK 29 | Kenntnisse der Risiken bei u. g. Intoxikationen |
PF 9 | *Level III: Fähigkeit zur selbstständigen Indikationsstellung einer zielführenden Diagnostik sowie zur selbstständigen Therapiedurchführung bei Intoxikationen |
21.8. | Medikamentenintoxikationen – häufige Vergiftungen |
TK 30 | Psychopharmaka, insbesondere Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) |
TK 31 | Paracetamol, inkl. Umgang mit dem Rumack-Matthew-Nomogramm |
TK 32 | Trizyklische Antidepressiva (TZA), Lithium |
21.9. | Seltenere, aber gefährliche Vergiftungen |
TK 33 | β‑Blocker |
TK 34 | Kalziumantagonisten |
TK 35 | Salizylate |
TK 36 | Zyanid (auch inhalativ) |
TK 37 | Spezielle Therapiekonzepte (wie „high dose insulin euglycemic therapy“ [HIET], va-ECMO) |
21.10. | Inhalative Intoxikationen (außer Drogen) |
TK 38 | Kohlenmonoxid (CO; [198]) |
21.11. | Toxische Alkohole |
TK 39 | Methanol |
TK 40 | Ethylenglykol |
TK 41 | Isopropanol und Azeton |
21.12. | Intoxikationen mit Drogen |
TK 42 | Alkohol (Ethylalkohol) |
TK 43 | Opiate |
TK 44 | Synthetische Cannabinoide |
TK 45 | Kokain |
TK 46 | Halluzinogene |
TK 47 | γ‑Hydroxybuttersäure (GHB) |
TK 48 | Amphetamin |
TK 49 | Methamphetamin |
TK 50 | 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA, Ecstacy) |
21.13. | Intoxikation mit Säuren, Laugen und pflanzlichen Giften |
TK 51 | Verständnis des Unterschiedes bei Ingestionen von Säuren oder Laugen |
TK 52 | Rationales Vorgehen bei diesen Intoxikationen mit Säuren oder Laugen |
TK 53 | Intoxikationen mit pflanzlichen Giften |