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01.03.2012 | CME Weiterbildung · Zertifizierte Fortbildung | Ausgabe 3/2012

Der Unfallchirurg 3/2012

Notfallnarkose, Atemwegsmanagement und Beatmung beim Polytrauma

Hintergrund und Kernaussagen der interdisziplinären S3-Leitlinie Polytrauma

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 3/2012
Autoren:
G. Matthes, M. Bernhard, K.G. Kanz, C. Waydhas, M. Fischbacher, M. Fischer, D.E.A.A., F.E.S.C., F.E.R.C. Prof. Dr. B.W. Böttiger
Wichtige Hinweise
Gerrit Matthes und Michael Bernhard waren zu gleichen Teilen als Erstautoren an der Erstellung des Manuskripts beteiligt. Die Publikation erfolgt parallel in Der Anaesthesist 11/2011 und Der Unfallchirurg.

Zusammenfassung

Beim polytraumatisierten Patienten besteht bei Apnoe oder Schnappatmung (Atemfrequenz  < 6) prähospital die Indikation zur Einleitung einer Notfallnarkose, endotrachealen Intubation (ETI) und Beatmung. Weitere Indikationen sind eine Hypoxie [pulsoxymetrisch gemessene Sauerstoffsättigung (SpO2)  < 90% trotz Sauerstoffgabe und nach Ausschluss eines Spannungspneumothorax], ein schweres Schädel-Hirn-Trauma [Glasgow Coma Scale (GCS)  < 9], eine traumaassoziierte hämodynamische Instabilität (systolischer Blutdruck < 90 mmHg) und ein schweres Thoraxtrauma mit respiratorischer Insuffizienz (Atemfrequenz  > 29). Die Narkoseeinleitung wird nach Präoxygenierung als „rapid sequence induction“ (Analgetikum, Hypnotikum, Muskelrelaxans) durchgeführt. Auf Etomidat sollte aufgrund der assoziierten Nebenwirkungen auf die Nebennierenfunktion verzichtet werden; dabei stellt Ketamin eine gute Alternative dar. Die Überwachung der Notfallnarkose und der Atemwegssicherung erfolgt mittels EKG, Blutdruckmessung und Pulsoxymetrie. Eine Kapnographie ist prähospital bzw. innerklinisch zu Tubuslage-, Tubusdislokation- und Beatmungskontrolle zwingend anzuwenden. Vor dem Hintergrund, dass beim Traumapatienten regelhaft mit einem schwierigen Atemweg zu rechnen ist, müssen alternative Methoden und innerklinisch eine Fiberoptik zur Atemwegssicherung vorgehalten werden. Spätestens nach mehr als drei erfolglosen Intubationsversuchen sollten diese alternativen Methoden zur Beatmung bzw. Atemwegssicherung in Betracht gezogen werden. Notärztliches Personal muss regelmäßig in der Durchführung einer Notfallnarkose, der ETI und der alternativen Methoden zur Atemwegssicherung trainiert werden. Innerklinisch werden ETI, Notfallnarkose und Beatmung durch trainiertes und erfahrenes anästhesiologisches Personal durchgeführt. Bei erwartet schwieriger Narkoseeinleitung und/oder ETI supervidiert und/oder führt innerklinisch ein anästhesiologischer Facharzt diese Verfahren durch. Als Beatmungsziel wird eine Normoventilation angestrebt. Ab der Schockraumphase wird die Beatmung durch engmaschige arterielle Blutgasanalysen kontrolliert und gesteuert. Zur Atemwegssicherung wird die Halswirbelsäule mittels manueller „In-line“-Stabilisation unter temporärer Aufhebung der Immobilisation mittels Halswirbelsäulen(HWS)-Immobilisationsschiene stabilisiert.

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