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10.10.2017 | Nachwuchsakademie | Sonderheft 2/2017

Der Pathologe 2/2017

Nukleäre HER2/neu-Expression in Hepatozyten bei Lebererkrankungen

Zeitschrift:
Der Pathologe > Sonderheft 2/2017
Autoren:
Dr. P. Döring, G. M. Pilo, D. F. Calvisi, F. Dombrowski

Zusammenfassung

Hintergrund

HER2/neu ist ein bekannter Vertreter der epidermalen Wachstumsfaktorrezeptoren (EGFR), einer Gruppe von membranständigen Rezeptoren, die Wachstums- und Überlebenssignale vermitteln und daher auch eine wichtige Rolle in der Tumorentstehung spielen. EGFR können auch in den Zellkern wandern und hier z. B. DNA-Reparatur und Zellzyklusarrest vermitteln.

Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit war die Charakterisierung der hepatozellulären HER2/neu-Expression bei Lebererkrankungen.

Material und Methoden

Die HER2/neu-Expression wurde mittels Immunhistochemie in 674 Leberstanzbiopsien untersucht.

Ergebnisse

Hepatozyten zeigten im Rahmen verschiedener Lebererkrankungen eine nukleäre und zytoplasmatische HER2/neu-Expression, dabei zeigte sich in der alkoholischen Fettleberhepatitis die stärkste Assoziation mit einer HER2/neu-Positivität. Die histologischen Merkmale Ballonierung der Hepatozyten und das Vorkommen von Mallory-Denk-Körperchen korrelierten dabei besonders stark mit einer HER2/neu-Expression im Lebergewebe. Auch in hepatozellulären Karzinomen (HCC) konnte häufig eine HER2/neu-Expression im Zellkern beobachtet werden.
Die HER2/neu-positiven Hepatozyten zeigten einen Verlust der Östrogenrezeptorexpression, außerdem fiel eine gesteigerte Expression von p21, einem Zellzyklusfaktor, und pSTAT3, einem Effektor von nukleärem HER2/neu, auf.

Diskussion

Die HER2/neu-Expression im Zellkern mit weiteren metabolischen Veränderungen und Zellzyklusalterationen in Hepatozyten stellt möglicherweise einen bisher unklaren Mechanismus der Stressantwort dar. Die Effekte für den Krankheitsverlauf und eine mögliche Rolle in der Progression zum HCC sind noch unklar und Gegenstand künftiger Untersuchungen.

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