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Obladens Neugeborenenintensivmedizin

Evidenz und Erfahrung

  • 2023
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Buch zeigt Neonatologen, Pädiatern, Geburtshelfern, Pflegenden und Hebammen wie die intensivmedizinische Versorgung von Früh- und Reifgeborenen adäquat gelingt. Themen sind u.a. Erstversorgung, Beatmung, Blutgasanalyse, Sauerstofftherapie, Ernährung, Diagnostik und Therapie pulmonaler, kardialer, renaler, neurologischer und metabolischer Erkrankungen sowie Pharmakotherapie des Neugeborenen. Viele Tipps und Tricks helfen Fallstricke und Gefahrensituationen zu erkennen und somit zu vermeiden. Ein praxisorientiertes Buch auf hohem wissenschaftlichen Niveau zum schnellen Nachschlagen und kompetenten Handeln bei Früh- und schwerkranken Reifgeborenen. Die 10. Auflage erscheint komplett überarbeitet und aktualisiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Normale und gestörte Adaptation

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Unmittelbar nach Geburt müssen sich alle wichtigen Vitalfunktionen auf das extrauterine Leben umstellen. Das Kapitel beschreibt diese Umstellvorgänge und ihre Störungen, die besonders häufig bei frühgeborenen Kindern auftreten. Weitere Schwerpunkte sind die Technik der Erstversorgung bzw. Reanimation bei Unreife und besonderen Situationen wie weißer Asphyxie, Hydrops fetalis und angeborenen Fehlbildungen. Die Mechanismen der Wärmebildung und die Wege des Wärmeverlustes, ebenso die Prinzipien der Thermoneutralpflege werden dargestellt.
  3. 2. Ernährung

    Michael Zemlin
    Zusammenfassung
    Eine qualitativ und quantitativ adäquate Ernährung in den ersten Lebenswochen hat nicht nur eine kurzfristige Bedeutung, sondern wirkt sich wahrscheinlich auf das gesamte weitere Leben aus. Dieses Kapitel beschreibt den enteralen Nahrungsaufbau bei Frühgeborenen, wobei besonders auf die Bedeutung von Muttermilch eingegangen wird. Außerdem werden die Prinzipien der parenteralen Ernährung bei Neugeborenen dargestellt.
  4. 3. Blutgasanalyse und Sauerstofftherapie

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Obwohl der menschliche Fetus sich bei niedrigem Sauerstoffpartialdruck entwickelt, wurde früher nach der Geburt oft Sauerstoff eingesetzt, um die adulte Oxygenierung schnell herbeizuführen. Dieses Vorgehen wird in den letzten Jahren zunehmend in Frage gestellt. Das Kapitel schildert die Blutgasanalyse als Grundpfeiler von Sauerstoffzufuhr und künstlicher Beatmung. Außerdem stellt es die Nebenwirkungen von Sauerstoff dar, insbesondere die Retinopathie des Frühgeborenen.
  5. 4. Künstliche Beatmung

    Michael Zemlin
    Zusammenfassung
    Die künstliche Beatmung von Neugeborenen setzt eingehende Kenntnisse der Atemphysiologie und der Atemmechanik und ihrer Besonderheiten in der Neonatalperiode voraus. In diesem Kapitel werden verschiedene Formen von künstlicher Atemhilfe mit ihren Indikationen, Möglichkeiten und Risiken dargestellt. Außerdem werden praktische Anleitungen zur Beatmungseinstellung, -anpassung und -überwachung sowie zur Pflege eines beatmeten Neugeborenen gegeben.
  6. 5. Pulmonale Erkrankungen

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Die Lunge wurde als Respirationsorgan während der Fetalzeit nicht gebraucht, und die mit der Geburt einsetzende Atmung ist leicht störbar. Die häufigsten und schwerwiegendsten pulmonalen Erkrankungen des Neugeborenen sind das Atemnotsyndrom des Frühgeborenen durch Surfactantmangel, die Pneumonie, das Mekoniumaspirationssyndrom, die gehäuft nach Schnittentbindung auftretende Flüssigkeitslunge, und der Pneumothorax. Die bronchopulmonale Dysplasie ist eine chronische Lungenerkrankung des Frühgeborenen, bei deren Entstehung Unreife, Barotrauma, Sauerstoff, und Inflammation zusammenwirken.
  7. 6. Kardiale Erkrankungen

    Brigitte Stiller
    Zusammenfassung
    Kritische angeborene strukturelle Herzfehler können duktusabhängig sein und sollten vom Neonatologen frühzeitig erkannt werden. Das Kapitel beschreibt diese Herzfehler in Symptomatik, Diagnostik und Therapie und beinhaltet anschauliche Zeichnungen der für die Neugeborenenperiode relevanten Herzfehler. Ferner werden Hyper- und Hypotonus ebenso wie die klinisch relevanten Herzrhythmusstörungen und die Intensivbehandlung der Herzinsuffizienz dargestellt.
    Zu empfehlen sind die unter https://www.dgpk.org/leitlinien/ befindlichen aktuellen kostenfreien kinderkardiologischen Leitlinien der Fachgesellschaften.
  8. 7. Magen-Darm-Erkrankungen

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    In den ersten Lebenstagen sind abdominale Symptome häufig durch angeborene Fehlbildungen des Magen-Darm-Traktes verursacht. Die häufigsten und schwerwiegendsten sind Zwerchfelldefekt, Ösophagusatresie, Bauchwanddefekte und Darmatresien. Eine schwerwiegende erworbene Darmkrankheit des Frühgeborenen ist die nekrotisierende Enterokolitis, zu deren Entstehung enterale Ernährung, gestörte Mikroflora und Hypoperfusion beitragen. Die Grundzüge von intraoperativer Überwachung, postoperativer Schmerztherapie sowie Pflege und Hygiene werden dargestellt.
  9. 8. Erkrankungen von Nieren und Urogenitalsystem

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Die unreife Nierenfunktion des Neugeborenen muss bei der Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, insbesondere aber bei der Pharmakotherapie berücksichtigt werden. Das differenzialdiagnostische Vorgehen beim Nierenversagen des Früh- und Reifgeborenen wird ebenso dargestellt wie die Diagnostik und Therapie von angeborenen Funktionsstörungen und Fehlbildungen der Nieren und der ableitenden Harnwege. Ein akutes Nierenversagen wird bei Früh- und Reifgeborenen zunehmend häufiger diagnostiziert, die Indikation zur extrakorporalen Therapie verschiebt sich hin zu leichteren und unreiferen Kindern.
  10. 9. Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Eine adäquate Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz stellt bei sehr unreifen Frühgeborenen eine besondere Herausforderung dar. Überwässerung wie auch Dehydratation sollten möglichst vermieden werden. Dabei sind Maßnahmen zur Verhinderung des insensiblen Wasserverlustes von großer Bedeutung. Elektrolytentgleisungen sind nicht selten und können durch ihre unmittelbare Wirkung auf das Reizleitungssystem des Herzens rasch lebensbedrohlich werden. Sie müssen deshalb rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
  11. 10. Erkrankungen des Nervensystems

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Schädigungen des unreifen Gehirns werden zunehmend besser verstanden, wodurch sich auch Möglichkeiten zu ihrer Verhinderung eröffnen. Die therapeutische Hypothermie hat sich als wirksame Methode zur Neuroprotektion bei hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie erwiesen. In diesem Kapitel werden diagnostische Möglichkeiten zur Beurteilung der neurologischen Funktion im Neugeborenenalter dargestellt. Klinische Erscheinungsformen und therapeutisches Vorgehen bei Fehlbildungen des zentralen Nervensystems, bei zerebralen Krampfanfällen, bei neonatalem Drogenentzug sowie bei intrakraniellen Blutungen werden beschrieben.
  12. 11. Metabolische und endokrine Entgleisungen

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Hypoglykämien zählen zu den häufigsten Stoffwechselentgleisungen in der Neonatalperiode. Frühzeitiges Erkennen, angemessene Überwachung von Risikokindern und adäquate Behandlung tragen dazu bei, spätere Behinderungen zu vermeiden. Angeborene Stoffwechselstörungen sind selten, stellen aber häufig Notfallsituationen dar, die schnelles Handeln erfordern. Typische Leitsymptome und typische Laborkonstellationen helfen differenzialdiagnostisch weiter und erlauben eine adäquate Notfalltherapie.
  13. 12. Hämatologische Probleme

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Um Störungen des hämatopoetischen Systems bewerten zu können, müssen die alters- und reifespezifischen Referenzwerte bekannt sein. In diesem Kapitel werden Maßnahmen zur Verhinderung und Behandlung der bei Frühgeborenen regelhaft auftretenden Anämie beschrieben. Auf die Schwierigkeiten bei der Indikationsstellung und die Besonderheiten bei der Durchführung von Transfusionen in der Neonatalperiode wird eingegangen. Zu den durch konsequente Vitamin-K-Substitution leicht zu verhindernden Gerinnungsstörungen zählt der Morbus haemorrhagicus neonatorum. Thrombozytopenien sind in der Neonatalperiode häufig und müssen differenzialdiagnostisch abgeklärt werden.
  14. 13. Hyperbilirubinämie und Morbus haemolyticus neonatorum

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Die Hyperbilirubinämie des Neugeborenen ist nach wie vor aktuell, zumal in den letzten Jahren auch in Ländern mit entwickeltem Gesundheitswesen der Kernikterus erneut aufgetreten ist. Kritische Grenzen der Bilirubinkonzentration bei Früh- und Reifgeborenen werden ebenso dargestellt wie das differenzialdiagnostische Vorgehen bei Hyperbilirubinämie. Besonderes Augenmerk wird auf den Morbus haemolyticus neonatorum gelegt. Die praktische Durchführung von Fototherapie und Blutaustauschtransfusion wird detailliert beschrieben.
  15. 14. Infektionen

    Michael Zemlin
    Zusammenfassung
    Infektionen sind beim Neugeborenen – und noch mehr beim Frühgeborenen – häufig, da die mukosalen Barrieren und das Immunsystem nicht ausgereift sind. Infektionen tragen nach wie vor erheblich zur Mortalität und Langzeitmorbidität bei. Aufgrund des unterschiedlichen Erregerspektrums und zur Steuerung der kalkulierten antimikrobiellen Therapie werden in eine frühe Sepsis ("early onset sepsis", Symptombeginn <72 Lebensstunden) und eine späte Sepsis ("late onset sepsis", >72 h) unterschieden. Allerdings sind Infektionsweg und -zeitpunkt meist unbekannt, sodass diese Abgrenzung aus pathophysiologischer Sicht unscharf ist. Die häufigsten und schwerwiegendsten vertikal übertragenen Infektionen werden knapp geschildert. Die Entstehung nosokomialer Infektionen und das zu ihrer Verringerung entwickelte Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System werden dargestellt.
  16. 15. Qualitätssicherung, Regionalisierung, Ergebnisse

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    In diesem Kapitel werden nationale und internationale Daten zur Mortalität, Morbidität und Langzeitentwicklung von Frühgeborenen zusammengefasst. Die Überlebensrate ist in den vergangenen Dekaden kontinuierlich gestiegen, ohne dass die Rate an schwerer Morbidität zugenommen hat. Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verbesserung der Prognose ist die Regionalisierung von Risikogeburten, d. h. der präpartale Transport von Schwangeren mit Risiken in ein personell und technisch entsprechend dafür ausgestattetes großes Zentrum. Zur Qualitätssicherung gehören die konsequente und komplette Erfassung und Dokumentation aller sehr unreifen Frühgeborenen und ihre kontinuierliche Nachuntersuchung bis ins Erwachsenenalter.
  17. 16. Grenzen der Neugeborenenintensivmedizin

    Michael Obladen
    Zusammenfassung
    Häufiger als in vielen anderen medizinischen Fachgebieten werden in der Neonatologie ärztliches und pflegerisches Personal, vor allem aber die Eltern mit ethischen Grenzfragen konfrontiert, etwa bei der Versorgung extrem unreifer, schwer fehlgebildeter, stark hirngeschädigter oder unvermeidlich sterbender Neugeborener. In diesem Kapitel wird versucht, philosophisch-ethische, religiös-christliche, und juristisch-historische Orientierungshilfen zu formulieren, welche die in jedem Einzelfall individuell und mit den Eltern zu erarbeitenden Möglichkeiten einer Behandlungsbegrenzung erleichtern sollen.
  18. 17. Elternbegleitung

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Neugeborenenintensivmedizin kann nur erfolgreich sein, wenn es gelingt, die stets mitleidenden, oft schockierten und manchmal verzweifelten Eltern konstruktiv in die Behandlung einzubeziehen. „The family is the patient.“ Aufgezeigt werden die Grundlagen ehrlicher, verständlicher und konstanter Kommunikation mit den Eltern, Strategien zur Vermeidung und Lösung von Konflikten mit den Eltern sowie Hinweise zu den Gesprächen beim Tod eines Kindes.
  19. 18. Pharmakotherapie des Neugeborenen

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Spezielle Pharmakokinetik und Pharmakodynamik aufgrund der Unreife machen die medikamentöse Behandlung von Neugeborenen, insbesondere von Frühgeborenen, enorm schwierig. Dies gilt umso mehr, als es für diese Patientengruppe kaum zugelassene und konfektionierte Medikamente gibt. In diesem Kapitel wird auf die Besonderheiten der Verordnung, der Applikation und der Überwachung von medikamentöser Behandlung in der Neonatalperiode eingegangen. Eine tabellarische Übersicht zeigt Dosierungen von häufig in der Neugeborenenintensivmedizin eingesetzten Medikamenten.
  20. 19. Invasive Prozeduren

    Rolf F. Maier
    Zusammenfassung
    Auch wenn Neugeborenenintensivmedizin möglichst schonend und wenig invasiv ist, gibt es doch einige invasive Prozeduren, die in vital bedrohlichen Situationen lebensrettend sein können und die deshalb beherrscht werden müssen. Dazu zählen die endotracheale Intubation, die Anlage von Nabelgefäßkathetern und die Entlastungspunktion bei Pneumothorax und Pneumoperikard. In diesem Kapitel werden die Vorbereitung und die technische Durchführung wie auch Maßnahmen zur Vermeidung von Komplikationen beschrieben.
  21. Backmatter

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Titel
Obladens Neugeborenenintensivmedizin
Verfasst von
Rolf F. Maier
Michael Obladen
Brigitte Stiller
Michael Zemlin
Copyright-Jahr
2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-66572-5
Print ISBN
978-3-662-66571-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-66572-5

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