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01.12.2010 | Leitthema | Ausgabe 12/2010

Monatsschrift Kinderheilkunde 12/2010

Oligohydramnion

Immer eine infauste Prognose?

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 12/2010
Autoren:
Dr. I. Klaassen, M.J. Kemper

Zusammenfassung

Eine angeborene Niereninsuffizienz ist selten. Häufigste Ursachen sind Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege sowie autosomal-rezessive Zystennieren. Die Nierenfunktionseinschränkung kann sich bereits intrauterin mit verminderter/fehlender Diurese manifestieren und zu einem renal bedingten Oligohydramnion führen, welches oft eine Lungenhypoplasie verursacht. Während ältere Serien die Prognose der Feten mit renalem Oligohydramnion als schlecht bis infaust einschätzten, überlebt neueren Daten nach die Mehrzahl der Betroffenen. Die pränatale Beratung sollte deshalb interdisziplinär und in einem spezialisierten Zentrum unter Beteiligung von Kindernephrologen erfolgen; die Indikation zur Interruptio ist u. E. derzeit nicht mehr grundsätzlich gegeben. Da die Mortalität und Morbidität in der Neonatalphase am höchsten sind, sollte die Entbindung in einem Zentrum erfolgen, in dem sowohl eine Intensivtherapie auf neuestem Stand als auch eine Nierenersatztherapie vorgehalten werden können. Im späteren Verlauf kommt aufgrund der chronischen Nierenbeteiligung der Kindernephrologie die entscheidende Bedeutung zu. Viele intrauterin mit Oligohydramnion aufgefallene Kinder benötigen keine Nierenersatztherapie bei überwiegend guter Lebensqualität.

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