Medizin wird erst dann zur Medizin, wenn in ihr eine Kultur der Sorge manifest wird. Dort, wo die Sorge fehlt, verkommt die Medizin zu einer anonymen Durchschleusungsmaschinerie, zu einem kühlen Reparaturbetrieb. Daher ist es notwendig, vertiefter darüber nachzudenken, was aus einer Verrichtung eine Sorgehandlung macht. Es wird aufgezeigt, dass die Sorge der manifeste Ausdruck von Vernunft ist. Die Sorge ist vernünftiger als die bloße Reparatur, weil in der Sorge sich eine Verschmelzung unterschiedlicher Rationalitätstypen vollzieht, ohne deren Verschmelzung Medizin nicht verwirklicht werden kann.