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13.06.2016 | Operative Urologie | Leitthema | Ausgabe 6/2016

Der Urologe 6/2016

Retroperitoneale Endometriose

Wenn eine seltene Form der Endometriose zur urologischen Erkrankung wird

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 6/2016
Autoren:
Dr. R. H. Waegner, Dr. med. M. Schmid, Prof. Dr. med. L. Trojan, PD Dr. med. S. A. Ahyai

Zusammenfassung

Hintergrund

Die retroperitoneale Endometriose ist eine häufige benigne Erkrankung, welche eines interdisziplinären Vorgehens bedarf. Die Diagnose wird oft erst Jahre nach Beginn der Symptomatik gestellt, sodass eine Sensibilisierung für das Vorliegen dieser Erkrankung erforderlich ist.

Fragestellung

Erläuterung der Erkrankung inklusive ihrer Symptome und Pathogenese, Einführung in die Diagnostik und die aktuellen Therapieempfehlungen.

Material und Methoden

Vergleich aktueller Therapieempfehlungen entsprechend der Leitlinien unter Berücksichtigung einzelner Studien und Grundlagenarbeiten; Auswertung von Arbeiten und deren Interpretation mit dem Hintergrund, eine Hinführung zu dem Thema mit einer Therapieempfehlung zu erstellen.

Ergebnisse

Die retroperitoneale Endometriose als benigne Erkrankung betrifft aus urologischer Perspektive einen Befall der Harnleiter und der Harnblase. Führt ein Befall der Harnleiter zu einer Hydronephrose, besteht eine absolute Therapieindikation. Auch eine rezidivierende Makrohämaturie bei Befall der Harnblase kann eine Behandlung erforderlich machen. Dieses beinhaltet ist in erster Linie eine operative Entfernung der Endometrioseherde. Verschiedene operative Verfahren und Zugangswege stehen hierfür zur Verfügung, wenn möglich minimal-invasiv. Eine medikamentöse Therapie ist sekundär ebenfalls möglich.

Schlussfolgerung

Die operative Entfernung eines klinisch relevanten Endometrioseherds ist der Goldstandard in der Therapie. Die Behandlung sollte an spezialisierten Zentren im interdisziplinären Konsens erfolgen. Da es sich um eine primär benigne Erkrankung handelt, ist eine Aufklärung der Patientin über Nutzen und Risiken der Therapie streng erforderlich. Ein individuelles Therapiekonzept unter Berücksichtigung von Faktoren wie dem Leidensdruck und der spezifischen klinischen Relevanz ist in enger Rücksprache mit der Betroffenen zu entwickeln.

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