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20.09.2019 | Operative Urologie | Originalien | Ausgabe 1/2020

Der Urologe 1/2020

Thromboserate und Blutungen in der universitären operativen Urologie unter standardisierter Antikoagulation

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 1/2020
Autoren:
S. K. Morische, M. W. Kramer, A. S. Merseburger, F. Gieseler, PD Dr. J. Cordes
Wichtige Hinweise
Der Originalbetrag wurde korrigiert. Die Reihenfolge der Abbildungen war falsch und wurde korrigiert.
Zu diesem Beitrag ist ein Erratum online unter https://​doi.​org/​10.​1007/​s00120-019-01081-z zu finden.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die operative Urologie umfasst nach der Definition der aktuellen S3-Leitlinie zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien eine hohe Zahl an Hochrisikopatienten. Es wurden alle Patienten, die zwischen 2012 und 2016 operativ an der urologischen Klinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, behandelt wurden auf vaskulär bedingte Komplikationen (Blutungen und Thrombosen) untersucht.

Methoden

In dieser retrospektiven monozentrischen Kohortenstudie wurden konsekutiv behandelte Patienten von 2012 bis 2016 bezüglich der Art der Antikoagulation, patienten- und eingriffsspezifischen Risikofaktoren sowie Komplikationen ausgewertet.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 3609 Operationen erfasst. Vor der Operation wurde in 77,8 % der Fälle keine antikoagulative Therapie appliziert, in 10,2 % ein Thrombozytenaggregationshemmer und in 8,5 % unfraktionierte, niedermolekulare oder synthetische Heparine oder Heparinoide.
Ab dem ersten Tag postoperativ erhielten 80,4 % Heparin. Bei 93,3 % wurde stationär ab dem ersten postoperativen Tag für die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von ca. 4,5 Tagen keine Änderung der Antikoagulation durchgeführt. Lediglich 0,8 % des Kollektivs erlitten ein klinisch fassbares thromboembolisches Ereignis innerhalb von 28 Tagen nach der Operation, die Zahl der Blutungen lag dagegen bei 20,3 % (leicht: 4,8 %, schwer: 15,5 %).

Schlussfolgerung

Das postoperative Risiko für thromboembolische Ereignisse war unter der oben angegebenen Thromboseprophylaxe gering (0,8 %); das Blutungsrisiko dagegen lag bei 20,3 %, darunter 15,5 % schwere Blutungen. Diese Ergebnisse werden in Bezug auf die aktuellen Leitlinien diskutiert.

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