Das „Minced-cartilage-Verfahren“ zur Therapie lokaler Knorpelschäden am Kniegelenk
- 28.11.2025
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Therapeutische Techniken
- Verfasst von
- Prof. Dr. med. Wolf Petersen
- Julia Ohde
- Maurice Balke
- Lukas Eckhard
- Phillip P. Roessler
- Erschienen in
- Knie Journal | Ausgabe 1/2026
Zusammenfassung
Beim „Minced-cartilage-Verfahren“ handelt es sich um eine Methode zur Therapie fokaler Knorpelschäden, bei der Knorpel aus dem Defektbereich oder von anderen Stellen aus dem Gelenk fragmentiert, orthobiologisch aufbereitet und dann einzeitig zur Defektdeckung appliziert wird. Eine spezielle Anwendung dieser Methode ist das Autocart™-Verfahren (Arthrex, Naples, FL, USA), das im Rahmen dieses Artikels vorgestellt werden soll.
Die Operation erfolgt in Rückenlage in einem standardisierten aseptischen Setting. Zuerst erfolgt eine arthroskopische Kontrolle der Gelenkstrukturen mit der Defektdokumentation und Defektpräparation (Bilder, Messungen). Bei Bestätigung der Indikation (mittelgradiger fokaler Knorpelschaden ICRS III–IV) erfolgen dann die Defektpräparation (Randstabilisierung und Débridement) sowie eine arthroskopische Knorpelbiopsie mit einem motorgetriebenen Shaver. Dabei werden die Knorpelfragmente in einem speziellen Behälter, dem GraftNet™ (Arthrex), aufgefangen. Parallel oder vorher erfolgt die Abnahme von ca. 30–45 ml autologem Patientenblut zur Herstellung von plättchenreichem Plasma (ACP™, Arthrex) in einer speziellen Zentrifuge. Anschließend wird der zerkleinerte Knorpel in einer Schüssel mit 2–3 Tropfen ACP vermischt, bis eine formbare Substanz (Paste aus Knorpelchips) entsteht. Mithilfe des restlichen ACP erfolgt die Aufbereitung von autologem Thrombin in einem speziellen Gerät (ThrombinatorTM, Arthrex). Im nächsten Schritt wird Thrombin, das zuvor dem ThrombinatorTM entnommen wurde, tropfenweise auf die Paste aus Knorpelchips aufgetragen. Die gesamte Masse wird entweder arthroskopisch oder offen mit einem Applikator im Defekt verteilt, sodass eine Defektfüllung von etwa 80 % entsteht. Die Konsistenz der Paste sorgt für anfängliche Stabilität, da das Thrombin in Kombination mit ACP Fibrin aktiviert, das die Paste stabilisiert und am Defekt fixiert. Zusätzliches Fibrin wird durch Mischen des restlichen Thrombins und ACP im Verhältnis 1:1 erzeugt und zur Versiegelung des implantierten Knorpeltransplantates verwendet.
Postoperativ erfolgt eine Teilbelastung für 6 Wochen bei freier passiver Beweglichkeit.
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- Titel
- Das „Minced-cartilage-Verfahren“ zur Therapie lokaler Knorpelschäden am Kniegelenk
- Verfasst von
-
Prof. Dr. med. Wolf Petersen
Julia Ohde
Maurice Balke
Lukas Eckhard
Phillip P. Roessler
- Publikationsdatum
- 28.11.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwort
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Erschienen in
-
Knie Journal / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2662-4028
Elektronische ISSN: 2662-4036 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s43205-025-00357-z
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