Diagnose und Therapie der chronischen nicht-bakteriellen Osteitis und des SAPHO-Syndroms
Implikationen der aktuellen Konsensempfehlungen einer internationalen Expertenkommission für die deutsche Rheumatologie
- 28.11.2025
- Osteitis
- Leitthema
- Verfasst von
- Univ.-Prof. Dr. med. Gunter Assmann
- Philipp C. M. Klemm, PD Dr. med.
- Christian Hedrich, Prof. Dr. med.
- Hermann Girschick, Prof. Dr. med.
- Elisabeth M. Winter, MD, Dr. med.
- Erschienen in
- Zeitschrift für Rheumatologie
Zusammenfassung
Seit den 1980er-Jahren existieren verschiedene Bezeichnungen für Erkrankungen mit dem führenden Befund einer sterilen Knochenentzündung (Osteitis), die dem rheumatologischen Formenkreis zugeschrieben wird.
Es sind verschiedene Bezeichnungen wie das SAPHO(Synovitis, Akne, Pustulosis, Hyperostose, Osteitis)-Syndrom, die SCCH (sternokostoklavikuläre Hyperostose) oder das ACW („anterior chest wall syndrome“) in Gebrauch, die überlappende klinische Phänomene mit dem Leitbefund der chronischen nicht-bakteriellen Osteitis (CNO) bislang ohne eine einheitliche Entität bezeichnen. Vor diesem Hintergrund hat ein internationales Expertengremium im Rahmen eines Konsensusprozesses nach standardisiertem Verfahren Aussagen und Empfehlungen erarbeitet, welche die adulte CNO als die einheitliche Bezeichnung der Erkrankung festlegen. Zudem sind für Diagnose und Therapie 16 Empfehlungen ausformuliert und diskutiert worden. Auf dieser Grundlage hat die klinisch-praktische Umsetzung der Konsensempfehlungen das Potenzial, die Behandlungsqualität der adulten CNO signifikant zu verbessern. Im Folgenden wird dies detailliert dargestellt. Wichtig dabei ist, die Eigenständigkeit der Entität der adulten CNO zu betonen, die keine Subgruppe der axiale Spondylarthritis (axSpA) oder Psoriasisarthritis (PsA) darstellt, gleichwohl aber in 20–30 % der Fälle als überlappende Erkrankung auftritt.
Ein Schwerpunkt der Diagnostik sind klinische Aktivitätsparameter zur Quantifizierung der Symptomatik sowie die gezielte radiologische Darstellung der Osteitis der betroffenen Region, vorzugsweise mittels Magnetresonanztomographie (MRT).
Die Konsensempfehlungen geben relativ dezidierte Therapieempfehlungen beginnend mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR; je nach Therapieansprechen für 4 bis 12 Wochen), alternativ bzw. nachfolgend Coxibe, dann i.v.-Bisphosphonate (je nach Therapieansprechen für 3 bis 12 Monate), alternativ bzw. nachfolgend hierzu Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNFi; ebenfalls für 3 bis 12 Monate), wohingegen für Langzeittherapien keine festgelegten Empfehlungen formuliert sind. Für diese Therapiemodalitäten gibt es spezifische Besonderheiten für den Einsatz innerhalb Deutschlands, die gerade im Hinblick auf den „off-label use“ berücksichtigt werden müssen. Konventionelle krankheitsverändernde antirheumatische Arzneimittel (DMARDs) kommen für die adulte CNO nicht zum Einsatz, es sei denn bei entsprechender Indikation für eine überlappende PsA oder axSpA.
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- Titel
-
Diagnose und Therapie der chronischen nicht-bakteriellen Osteitis und des SAPHO-Syndroms
Implikationen der aktuellen Konsensempfehlungen einer internationalen Expertenkommission für die deutsche Rheumatologie - Verfasst von
-
Univ.-Prof. Dr. med. Gunter Assmann
Philipp C. M. Klemm, PD Dr. med.
Christian Hedrich, Prof. Dr. med.
Hermann Girschick, Prof. Dr. med.
Elisabeth M. Winter, MD, Dr. med.
- Publikationsdatum
- 28.11.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Osteitis
Psoriasis-Arthritis
Bisphosphonate
Osteomyelitis
Magnetresonanztomografie
Magnetresonanztomografie
Akne
Rheumatologie
Orthopädische Rheumatologie - Erschienen in
-
Zeitschrift für Rheumatologie
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00393-025-01741-w
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