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Die Radiologie

Knocheninfarkte – von der Pathophysiologie zur Bildgebung

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Literatur finden Knocheninfarkte als spezielle Form der Osteonekrosen bislang nur geringe Beachtung. Als häufig zufällig entdeckte radiologische Befunde müssen sie im Kontext prädisponierter Patientengruppen, relevanter Risikofaktoren, Differenzialdiagnosen und potenzieller Komplikationen richtig eingeordnet werden.

Ziel der Arbeit

Darstellung der Verknüpfung von Pathophysiologie und Bildgebung, der klinischen Verlaufsformen, histopathologischen Korrelate und diagnostischen Herausforderungen.

Material und Methoden

Literaturrecherche der letzten drei Jahrzehnte zu Epidemiologie, Pathophysiologie, Risikofaktoren und klinischem Spektrum sowie Ableitung konsekutiver Implikationen für die Bildgebung (Projektionsradiographie, Computertomographie [CT], Magnetresonanztomographie [MRT]).

Ergebnisse

Knocheninfarkte manifestieren sich in den Meta‑/Diaphysen langer Röhrenknochen und treten häufig multifokal auf. Belastbare epidemiologische Daten fehlen. Klinisch zeigen sie akute, schmerzhafte Verläufe bei systemischen Erkrankungen oder sind oligosymptomatische radiologische Zufallsbefunde. Die Bildgebung spiegelt die Pathophysiologie wider. Eine Röntgenaufnahme ist im Spätstadium für die Diagnose meist ausreichend, während die MRT die höchste diagnostische Genauigkeit bietet.

Diskussion

Obgleich radiologisch oft eine Blickdiagnose, sind Knocheninfarkte als systemische Erkrankung zu verstehen. Die Differenzierung zur Osteomyelitis im Akutstadium und das seltene Risiko der malignen Transformation stellen wesentliche klinische und diagnostische Herausforderungen dar.
Titel
Knocheninfarkte – von der Pathophysiologie zur Bildgebung
Verfasst von
Sardi Hyska
Paul Reidler
Nina Hesse
Publikationsdatum
05.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Radiologie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2731-7048
Elektronische ISSN: 2731-7056
DOI
https://doi.org/10.1007/s00117-025-01539-6
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Bildnachweise
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