Arthroskopisch assistierte Fadenosteosynthese von Frakturen der Eminentia intercondylaris bei Kindern und Jugendlichen
- 21.11.2024
- Osteosynthese
- Operative Techniken
- Verfasst von
- Dr. Vincent Frimberger
- Dr. Nina Berger
- Prof. Dr. Stephan Kellnar
- Erschienen in
- Operative Orthopädie und Traumatologie | Ausgabe 1/2025
Zusammenfassung
Operationsziel
Arthroskopisch assistierte, geschlossene Reposition und Fadenosteosynthese von Frakturen der Eminentia intercondylaris bei Kindern und Jugendlichen.
Indikationen
Frakturen der Eminentia intercondylaris Typ (II–)III nach Meyers & McKeever bzw. Typ IV nach Zaricznyj.
Kontraindikationen
Die Fraktur der Eminentia intercondylaris Typ I, die konservativ therapiebare Fraktur Typ II nach Meyers & McKeever sowie die ligamentäre Ruptur des vorderen Kreuzbands.
Operationstechnik
Rückenlage. Bein an Seitstütze am Oberschenkel sowie einer Rolle am Fuß in 90° Knieflexion. Blutleere am Oberschenkel. Anlage des anterolateralen Portals. Auffüllen des Gelenks mit Ringer-Lösung und ausgiebiges Spülen des Hämarthros. Anlage des antermedialen Portals. Nun diagnostischer Rundgang, um Begleitverletzungen auszuschließen. Débridement des Frakturbetts mit dem Shaver. Probeweise Reposition der Fraktur mithilfe des Kreuzbandzielgerätes. Entfernen des Kreuzbandzielgerätes und Armierung des vorderen Kreuzbands mit einer Faden-Shuttle-Zange mit 2 1er-PolysorbTM-Fäden, die über das anteromediale Portal ausgeleitet werden. Erneutes Einbringen des Kreuzbandzielgerätes über das anteromediale Portal unter Bildwandlerkontrolle. Dieses ist auf einen Winkel von gut 60° eingestellt. Hautschnitt im Bereich der 3‑mm-Bohrhülse. Nun wird medial der Eminentia mit einem 2,4 mm kanülierten und einer Seele bestückten Bohrer ins Gelenk vorgebohrt. Nach Entfernung der Seele des Bohrers wird eine Drahtschlinge ins Gelenk eingeschoben, mit der Zange gegriffen und ebenfalls über das anteromediale Portal ausgeleitet. Nun Entfernen des Bohrers unter Belassen der Drahtschlinge. Die medialen Fadenschenkel werden nun durch die Drahtschlinge gefädelt und über den Bohrkanal nach distal ausgeleitet. Es erfolgt das analoge Vorgehen über das anterolaterale Portal, sodass sich die Schenkel beider Fäden ventral an der Tibiaepi-/metaphyse treffen. Nun vollständige Streckung des Knies, Reposition der Fraktur mit dem Kreuzbandzielgerät, unter Bildwandlerkontrolle handfestes Verknoten und somit feste Reposition der Fraktur. Absaugen des Gelenks. Schichtweiser Wundverschluss. Anlage einer Oberschenkel-Cast-Hülse in voller Streckung.
Weiterbehandlung
Keine Entfernung des Osteosynthesematerials nötig. Ruhigstellung in Oberschenkel-Cast-Hülse für 6 Wochen. Abnahme der Oberschenkel-Cast-Hülse und radiologische Konsolidierungskontrolle 6 Wochen postoperativ. Sodann Beginn mit Krankengymnastik zur Wiederherstellung des anatomischen Bewegungsumfangs und Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur.
Ergebnisse
Im Zeitraum von 2019 bis 2022 haben wir 10 Patienten operiert. Ein Patient musste im Verlauf aufgrund einer Zyklops-Läsion revidiert werden. Ein Patient präsentierte intraoperativ zusätzlich eine VKB-Teilruptur, die aber im postoperativen Verlauf bis dato keine klinische Relevanz zeigt. Im Lysholm-Score erreichten wir einen Mittelwert von 90,4 Punkten und einen Median von 97,5 Punkten. Der IKDC-Score ergab einen Mittelwert von 90,9 % und einen Median von 90,25 %. Zudem wurden der prä- und postoperative Tibiaslope sowie die postoperativen ROM-Werte erhoben.
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- Titel
- Arthroskopisch assistierte Fadenosteosynthese von Frakturen der Eminentia intercondylaris bei Kindern und Jugendlichen
- Verfasst von
-
Dr. Vincent Frimberger
Dr. Nina Berger
Prof. Dr. Stephan Kellnar
- Publikationsdatum
- 21.11.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 1/2025
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00064-024-00876-4
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