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03.09.2019 | Ovarialkarzinom | Leitthema | Ausgabe 1/2020

Der Gynäkologe 1/2020

S3-Leitlinie: Hormonersatztherapie und Krebsrisiko

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 1/2020
Autoren:
Prof. Dr. Olaf Ortmann, Günter Emons, Clemens Tempfer
Wichtige Hinweise

Redaktion

O. Ortmann, Regensburg

Zusammenfassung

Die Hormonersatztherapie (HRT) bei peri- und postmenopausalen Frauen ist die effektivste Behandlung klimakterischer Beschwerden und gehört zu den am häufigsten eingesetzten endokrinen Therapien. Bei der Verordnung sind Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Zu den potenziellen Risiken gehört das erhöhte Krebsrisiko. Risikomodifikationen betreffen überwiegend das Mamma-, das Endometrium- und das Ovarialkarzinom. Eine HRT kann das Brustkrebsrisiko erhöhen, abhängig von der Zusammensetzung der eingesetzten Präparate und der Anwendungsdauer. Eine HRT mit Östrogenen und Gestagenen (EPT) erhöht das Risiko stärker als eine Östrogenmonotherapie (ET). Bei einer EPT sind Anwendungszeiten von ca. 5 Jahren erforderlich, um eine geringe Risikosteigerung nachzuweisen. Bei der ET ist die Risikosteigerung erst nach längeren Anwendungszeiten nachweisbar. Eine ET kann bei postmenopausalen Frauen zu einem erhöhten Endometriumkarzinomrisiko führen. Daher soll bei nichthysterektomierten Frauen grundsätzlich nur eine EPT mit ausreichend langer Gestagenanwendung erfolgen. Eine Anwendungszeit einer EPT bis zu 5 Jahren erhöht das Endometriumkarzinomrisiko nicht. Längerfristige sequenzielle Therapien können zu einer Erhöhung des Endometriumkarzinomrisikos führen. Für die mehr als fünfjährige kontinuierlich kombinierte EPT sind die Studienergebnisse diesbezüglich kontrovers. Der Zusammenhang zwischen einer HRT und dem Ovarialkarzinomrisiko wurde in der Vergangenheit kontrovers beurteilt. Eine jüngere Metaanalyse zeigt, dass eine HRT (ET bzw. EPT) das Risiko erhöhen kann. Aufgrund der geringen Inzidenz des Ovarialkarzinoms ist das absolute Risiko relativ gering. Die differenzierte Aufklärung der Patientin über o. a. Risiken ist vor Anwendung einer HRT zur Behandlung klimakterischer Beschwerden zu beachten. Sie ist in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen und bei der Durchführung einer HRT zu berücksichtigen.

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