Skip to main content
main-content

21.06.2017 | review | Ausgabe 1/2018 Open Access

neuropsychiatrie 1/2018

Oxytocin und die suchterhaltenden Mechanismen der Alkoholabhängigkeit

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 1/2018
Autoren:
Till Faehrmann, Gerald Zernig, Sergei Mechtcheriakov

Zusammenfassung

Eine der größten Herausforderungen in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit ist die Aufrechterhaltung der Abstinenzfähigkeit der Patienten nach dem Abschluss der Entzugsbehandlung. Die erhöhte Stressempfindlichkeit und vielfältige Angstsymptome gelten als Hauptfaktoren, die das Alkoholverlangen triggern und Alkoholrückfälle begünstigen können. In den ersten Monaten der Alkoholabstinenz sind bei alkoholabhängigen Patienten häufig Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit und depressive Verstimmungen als Indikatoren für die Aktivierung von Stressmechanismen zu beobachten. Hinzu kommt die Unsicherheit in den sozialen Interaktionen, die bei Abstinenzversuchen auftritt und oft zu stressassoziierten Erlebnissen führt. Dies resultiert häufig in der Vernachlässigung von sozialen Kontakten und stattdessen zunehmender Bevorzugung des Substanzkonsums sowie in der verminderten Fähigkeit, die für den Therapieerfolg notwendige soziale Interaktion mit dem therapeutischen Umfeld aufrechtzuerhalten.
Rezente Studien zeigen, dass das Peptidhormon Oxytocin sich durch eine anxiolytische Wirkung und die Fähigkeit, Stresssymptome abzumildern, auszeichnet. Darüber hinaus entfaltet Oxytocin sog. prosoziale Effekte, welche zu einer verstärkten Hinwendung zu sozialer Interaktion führen. Intranasal lässt es sich zudem leicht und sicher verabreichen.
Aus neurobiologischer Sicht entfaltet Oxytocin seine anxiolytische Wirkung durch die Hemmung der Effekte des Corticotropin-releasing Factor (CRF) an GABAergen Interneuronen in Amygdala und Nucleus paraventricularis im Hypothalamus.
Somit kann die anxiolytische, stresshemmende und prosoziale Wirkung von Oxytocin für die Vorbeugung der durch Angstsymptomatik, Stressempfindlichkeit und sozialen Rückzug ausgelösten Rückfälle genutzt werden. Die neurobiologischen Grundlagen der Wirkungen von Oxytocin auf Mechanismen der Suchterhaltung bei Alkoholabhängigkeit werden in dieser Übersichtsarbeit im Detail vorgestellt und diskutiert.

Unsere Produktempfehlungen

e.Med Interdisziplinär

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Interdisziplinär erhalten Sie Zugang zu allen CME-Fortbildungen und Fachzeitschriften auf SpringerMedizin.de. Zusätzlich können Sie eine Zeitschrift Ihrer Wahl in gedruckter Form beziehen – ohne Aufpreis.

neuropsychiatrie

Print-Titel

• Übersichten zu relevanten Themen des Fachs

• Für alle Berufsgruppen, die sich mit Ursachen, Erscheinungsformen
und Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Störungen beschäftigen

• Fach -und Fortbildungszeitschrift der ÖGPP und ÖGKJP

e.Med Neurologie & Psychiatrie

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Neurologie & Psychiatrie erhalten Sie Zugang zu CME-Fortbildungen der Fachgebiete, den Premium-Inhalten der dazugehörigen Fachzeitschriften, inklusive einer gedruckten Zeitschrift Ihrer Wahl.

Weitere Produktempfehlungen anzeigen
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 1/2018

neuropsychiatrie 1/2018 Zur Ausgabe

bericht aus dem ögpp-vorstand

Bericht aus dem Vorstand

bericht aus dem ögkjp-vorstand

Bericht aus dem Präsidium der ÖGKJP

Neu im Fachgebiet Psychiatrie

Meistgelesene Bücher aus dem Fachgebiet

2017 | Buch

Pocket Guide Psychopharmaka von A bis Z

Im Pocket Guide finden Sie von A bis Z schnell und übersichtlich die "Erste-Hilfe"-Information rund um alle Psychopharmaka, die Sie auf Station und im Praxisalltag brauchen. Das Pocket-Buch passt bestens in die Kitteltasche. Auf eine ausführliche Darstellung der Störungen wurde bewusst verzichtet.

Autoren:
Prof. Dr. med. Otto Benkert, Prof. Dr. med. I.-G. Anghelescu, Prof. Dr. med. G. Gründer, Prof. Dr. med. P. Heiser, Prof. Dr. rer. Nat. C. Hiemke, Prof. Dr. med. H. Himmerich, Prof. Dr. med. F. Kiefer, Prof. Dr. med. C. Lange-Asschenfeldt, Prof. Dr. med., Dr. rer. nat., Dipl.-Psych. M.J. Müller, Dr. med., Dipl.-Kfm. M. Paulzen, Dr. med. F. Regen, Prof. Dr. med. A. Steiger, Prof. Dr. med. F. Weber

2016 | Buch

Klinikmanual Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Dieses Kitteltaschenbuch enthält übersichtlich und systematisch alle notwendigen Informationen zum schnellen Nachschlagen auf Station, in der Ambulanz oder im Konsildienst: Klare Handlungsanweisungen, Therapieempfehlungen und die notwendigen rechtlichen Hintergründe.

Herausgeber:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider