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22.06.2017 | Pädiatrische Diagnostik | Leitthema | Ausgabe 7/2017

Monatsschrift Kinderheilkunde 7/2017

C-reaktives Protein und andere immunologische Biomarker

Sinn und Unsinn in der Infektionsdiagnostik

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 7/2017
Autor:
Prof. Dr. T. Niehues
Wichtige Hinweise

Redaktion

L. Weber, Köln
F. Zepp, Mainz

Zusammenfassung

Die Untersuchung von Laborbiomarkern wird im klinischen Alltag des Kinderarztes extrem häufig eingesetzt. Auf Basis einer breiten Literatursuche wird die Evidenz zum Einsatz von Biomarkern für das Management von Infektionen, insbesondere von schweren bakteriellen Infektionen (SBI), analysiert. Vor dem Hintergrund der physiologischen Entzündungsreaktion wird die Rolle klassischer Entzündungsmarker wie C‑reaktives Protein (CRP) und Prokalzitonin (PCT), von Zytokinen und hämatologischen Markern (z. B. Blutbild) sowie neuer Laborverfahren (z. B. Transkriptom- und Proteomanalysen) bei der Infektionsdiagnostik in übersichtlicher Form dargestellt. Es wird diskutiert, ob ein generelles Screening mit Labormarkern in der Notfallsituation sinnvoll ist, ob Laborbiomarker zwischen bakteriellen und nichtbakteriellen Infektionen unterscheiden können und wie gut sie sich für die Früherkennung und die Verlaufsbeurteilung von SBI eignen. Statistisch gesehen sind die Konzentrationen klassischer Biomarker wie CRP und PCT bei bakteriellen Infektionen zwar höher als bei viralen Infektionen, im Einzelfall hilft der einzelne CRP- oder PCT-Wert aber nicht bei der Unterscheidung. Die Kombination der Befunde aus Anamnese/körperlicher Untersuchung (klinisch-biometrische Biomarker) und Laborbiomarkern stellt den erfolgreichsten Ansatz zur Früherkennung von SBI dar. Mit Ausnahme der Neonatologie fehlen Daten aus gut durchgeführten klinischen Studien, um den Nutzen der Laborbiomarker für die Verlaufsbeurteilung und die Steuerung der Therapie zu belegen. Ein kritischerer Einsatz von Laborbiomarkern in Praxis und Klinik als bisher ist angezeigt, um unnötige Eingriffe und Therapien bei Kindern zu vermeiden.

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