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20.10.2016 | Pädiatrische Diagnostik | Übersichten | Ausgabe 9/2017

Monatsschrift Kinderheilkunde 9/2017

Diagnostik Fetaler Alkoholspektrumstörungen in der Kinder- und Jugendmedizin

Empfehlungen für die Praxis gemäß der S3-Leitlinie

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 9/2017
Autoren:
Dipl.-Psych. Dr. med. M. N. Landgraf, Prof. Dr. med. F. Heinen
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Koletzko, München
T. Lücke, Bochum
E. Mayatepek, Düsseldorf
N. Wagner, Aachen
S. Wirth, Wuppertal
F. Zepp, Mainz

Zusammenfassung

Hintergrund

Intrauterine Alkoholexposition kann zu einer toxischen Schädigung des kindlichen Gehirns und damit zur Fetalen Alkoholspektrumstörung („fetal alcohol spectrum disorder“, FASD) führen. Deren geschätzte Prävalenz beträgt in Deutschland ca. 1 %. Die FASD persistiert lebenslang. Mit dem Krankheitsbild FASD werden neben Kinder-/Jugendärzten und Kinder-/Jugendpsychiatern auch Allgemeinärzte, Neurologen, Psychiater und Psychotherapeuten sowie Gynäkologen (und weite Bereiche der Pädagogik und Sozialarbeit) konfrontiert.

Material und Methoden

Ausgehend von der systematisch recherchierten, methodisch bewerteten Literatur (2001–2015) konsentierte die multidisziplinäre Leitliniengruppe Empfehlungen für die Diagnose der FASD. In dieser Publikation werden die differenzierenden diagnostischen Kriterien für das partielle Fetale Alkoholsyndrom (pFAS), die alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störung („alcohol-related neurodevelopmental disorder“, ARND) und die alkoholbedingten angeborenen Malformationen („alcohol-related birth defects“, ARBD) dargelegt.

Ergebnisse

Die Literaturrecherche zu pFAS, ARND und ARBD ergab 365 Treffer. Es wurden 58 Publikationen in die methodische Bewertung aufgenommen. Um das pFAS zu diagnostizieren, müssen 2 von 3 fazialen Auffälligkeiten (kurze Lidspalten, schmale Oberlippe und verstrichenes Philtrum), mindestens 3 Auffälligkeiten des Zentralnervensystems (ZNS) und ein wahrscheinlicher mütterlicher Alkoholkonsum vorhanden sein. Zur Diagnose der ARND werden mindestens 3 ZNS-Auffälligkeiten und eine gesicherte intrauterine Alkoholexposition gefordert. Alkoholbedingte angeborene Malformation wird als separate Diagnose verworfen.

Schlussfolgerung

Evidenzbasierte und praktisch anwendbare Empfehlungen für die Diagnose der FASD wurden bestimmt. Hinsichtlich der Versorgung und Sekundärprävention von Folgeerkrankungen besteht Forschungsbedarf.

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