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Über dieses Buch

Wie erlange ich diagnostische Gewissheit? Mit einem geübten Blick kann der Kinderarzt einzelne Krankheitsmerkmale rasch erkennen. Schwierig wird die Diagnose, wenn ein Syndrom mehrere charakteristische Symptome aufweist – mit entscheidenden Konsequenzen für die Therapiewahl.

Spüren Sie die klinischen Symptome zielsicher auf und sichern Sie Ihre Diagnose ab: „Pädiatrische Differenzialdiagnostik“ bietet praktische Hilfe zur Abklärung von über 70 häufigen Krankheitssymptomen im Kindes- und Jugendalter.

Nach Funktionssystemen gegliedert, ist jeder Symptomkomplex auf wenigen Seiten übersichtlich und prägnant dargestellt. Das einheitliche Grundgerüst sorgt für eine leichte Orientierung im Buch: Definition, Anamnese, Ätiologie und differenzialdiagnostische Abklärung - Schritt für Schritt und unter Berücksichtigung der Altersstufen. Über 150 Flussdiagramme stellen das Ursachenspektrum übersichtlich dar und bringen das systematische Vorgehen eingängig auf den Punkt. Die Entscheidungsbäume sind auf einen Blick erfassbar und liefern schnell abrufbare Informationen.

Konzentriert auf die typischsten Beschwerdebilder, beginnt das Nachschlagewerk mit unspezifischen Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit. Die weiteren Abschnitte umfassen alle wichtigen Organsysteme und Symptomgruppen einschließlich Genitalien, neurologische Symptome, Bewegungsapparat, Sinnesorgane und psychische Auffälligkeiten.

Keine alternative Diagnose mehr übersehen: die Merkhilfe für An

fänger wie Erfahrene in der Pädiatrie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Unspezifische Symptome

Frontmatter

1. Fieber

Fieber ist gerade im Kindesalter ein häufiges Symptom und bezeichnet eine Erhöhung der Körpertemperatur auf ≥38,5 °C als Folge einer Sollwertverstellung im Hypothalamus.
C. Papan, S. Stojanov

2. Schmerzen

Die folgenden Ausführungen sind ein Versuch, den Prozess der diagnostischen Entschlüsselung kindlicher Schmerzzustände zu analysieren und zum Nutzen der klinischen Arbeit zu organisieren.
J.-U. Walther

3. Abgeschlagenheit und chronisches Müdigkeitssyndrom

Müdigkeit ist ein häufiges Symptom, das mit einer Prävalenz von bis zu 30 % im ambulanten Bereich angegeben wird.
U. Wintergerst

4. Lymphknotenschwellung

Lymphknoten gehören neben dem Knochenmark, dem Thymus, den Peyer-Plaques im Darm sowie dem bronchial assoziierten lymphatischen Gewebe zur immunologischen Abwehr und sind durch Lymphgefäße mit den sie versorgenden Körperregionen verbunden.
U. Wintergerst

Haut und äußeres Erscheinungsbild

Frontmatter

5. Exantheme

Exantheme sind erworbene Erkrankungen der Haut, die einem zeitlich befristeten charakteristischen Ablauf mit Beginn, Höhepunkt und Abheilung folgen.
D. Abeck

6. Hautjucken

Juckreiz ist ein häufiges Symptom, welches multifaktoriell bedingt oder durch eine einzige zugrunde liegende Krankheit hervorgerufen werden kann.
F. Nagel, E. von Mutius

7. Petechien

Petechien sind kleine stecknadelkopfgroße Hauteinblutungen, die nicht mit dem Glasspatel wegdrückbar sind.
M. Olivieri, K. Kurnik

8. Kleinwuchs

Kleinwuchs ist ein klinisches Zeichen und per se keine Diagnose. Befindet sich die Länge bzw. Größe eines Kindes unter der 3.
R. Pfäffle, W. Kiess

9. Hochwuchs

Kinder werden deutlich seltener wegen eines Hochwuchses beim Arzt vorgestellt als wegen eines Kleinwuchses. Liegt die Länge bzw. Größe eines Kindes über der 97.
R. Pfäffle, W. Kiess

10. Gewichtszunahme/Adipositas

Adipositas ist als ausgeprägtes Übergewicht definiert, das sich durch einen übermäßigen Anstieg der Körperfettmasse auszeichnet.
R. Ensenauer

Atemwege und Lunge

Frontmatter

11. Husten

Husten ist ein physiologischer Schutzreflex gegen inhalative Noxen und dient der Reinigung der Atemwege. Hustenrezeptoren, die im Epithel der Atemwege lokalisiert sind, werden durch Reizstoffe aktiviert und führen über einen komplexen physiologischen Reflexbogen zu einem kurzzeitigen Verschluss der Glottis und einer schnellen Kontraktion der Atemmuskulatur, wodurch ein Luftstoß erzeugt wird.
J. Rosenecker, M. Kabesch

12. Stridor

Stridor ist ein mit bloßem Ohr hörbares, rauhes, pfeifendes oder hochfrequentes Atemgeräusch, das durch turbulenten Atemluftstrom an einer Stenose der großen Atemwege entsteht.
K. Reiter

13. Dyspnoe

Dyspnoe oder Atemnot ist das subjektive Empfinden pathologisch erhöhter Atemarbeit. Kennzeichnende objektive Untersuchungsbefunde sind deutlich eingeschränkter Allgemeinzustand und Tachypnoe, Tachykardie, Orthopnoe, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur oder Einziehungen.
K. Reiter

14. Zyanose

Die Zyanose beschreibt eine blaue Verfärbung der Haut und der Schleimhäute. Hervorgerufen wird diese durch einen Mangel an Blutsauerstoff im betreffenden Gewebe.
C. Thilmany

15. Störungen der Atemregulation

Das Atemzentrum, welches Ein- und Ausatmung reguliert, befindet sich in der Medulla oblongata (Hirnstamm). Die Neurone des Atemzentrums gehören zum autonomen Nervensystem (ANS); sie verfügen über zentrale Chemorezeptoren, welche über die H+-Ionenkonzentration auf Änderungen des CO2-Partialdrucks reagieren.
J.G. Schöber

Herz und Kreislauf

Frontmatter

16. Thoraxschmerzen

Thoraxschmerzen sind ein weit verbreitetes Symptom im Kindes- und Jugendalter, dessen Häufigkeit in der pädiatrischen Praxis mit knapp 1 % angegeben wird. Ein Altersgipfel besteht hierbei in der Adoleszenz (12–14 Jahre).
A. Kleinmann

17. Hypertonie

Unter Hypertonie versteht man:
R. Dalla Pozza

18. Palpitationen

Bei Palpitationen handelt es sich um von den Patienten als unangenehm empfundene, verstärkt wahrgenommene oder arrhythmische Herzschläge.
R. Dalla Pozza

19. Synkope

Synkope ist definiert als plötzlicher und kurzdauernder Bewusstseinsverlust, der ohne therapeutische Maßnahmen reversibel ist. Die Dauer der Bewusstlosigkeit umfasst ca. 30–60 s bis maximal 5 min.
R. Dalla Pozza

20. Hypotonie – Fehlender Puls – Schock

Hypotonie und daraus resultierender Schock beschreibt Blutdruckwerte unterhalb der altersentsprechenden Normwerte in Verbindung mit Kreislaufsymptomatik.
R. Dalla Pozza

21. Arrhythmien

Bei Tachykardien handelt es sich um Herzrhythmusstörungen mit regelmäßiger Herzaktion, aber Herzfrequenzen über den altersentsprechenden Normwerten (Tab. 21.1).
R. Dalla Pozza

Verdauung, Leber

Frontmatter

22. Ikterus

Ikterus, vom Griechischen ɩκτεροσ = Gelbsucht, ist ein Symptom, dem verschiedenste Ursachen zugrunde liegen können. Zur besseren Klassifizierung werden prähepatischer, intrahepatischer und posthepatischer Ikterus unterschieden.
T. Lang

23. Bauchschmerzen

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen im Kindesalter. Es sind akute von chronischen Bauchschmerzen zu unterscheiden, da bei akuten Bauchschmerzen häufiger organische Ursachen im Vordergrund stehen, bei chronischen hingegen die sog. funktionellen Bauchschmerzen eine gewichtige Rolle spielen.
T. Lang

24. Durchfall

Durchfall ist charakterisiert durch einen akut auftretenden Flüssigkeitsverlust über das Intestinum mit gesteigerter Stuhlfrequenz, geringerer Stuhlkonsistenz und erhöhter Stuhlmenge.
T. Lang

Zur Zeit gratis

25. Obstipation im Kindesalter

Von Obstipation spricht man, wenn harter oder großlumiger Stuhl Beschwerden hervorruft, Defäkationsschmerz vorliegt oder eine Überlaufenkopresis auftritt bei einem vormals kontinenten Kind.
T. Lang

26. Fettstühle

Als Fettstuhl oder Steatorrhö wird eine pathologische Ausscheidung von Fetten mit dem Stuhl bezeichnet. Der Stuhl ist häufig glänzend, lehmartig und penetrant riechend.
T. Lang

27. Gedeihstörung

Die Gedeihstörung ist definiert als eine Verzögerung der Gewichtsentwicklung eines Kindes unter die 3. Perzentile oder eine Abweichung des Gewichts um mehr als 2 Hauptperzentilen vom zu erwartenden Gewichtsverlauf (Durchwandern von Perzentilen).
T. Lang

28. Erbrechen

Erbrechen ist das propulsive Ausstoßen von Mageninhalt. Davon abzugrenzen ist das Regurgitieren, das einen nichtaktiven Rückfluss von Mageninhalt nach draußen bezeichnet.
T. Lang

29. Blutauflagerungen

Blutauflagerungen auf dem Stuhl werden als Hämatochezie bezeichnet. Sie rühren in den meisten Fällen von einer Blutungsquelle im unteren Gastrointestinaltrakt her.
T. Lang

30. Bluterbrechen

Blutiges Erbrechen weist auf eine Blutung proximal des Treitz-Bandes hin. Die Ursache kann beginnend im Mund-Rachen-Raum, der Nase, im Ösophagus, im Magen und im oberen Duodenum liegen.
T. Lang

31. Meteorismus

Als Meteorismus wird die pathologische Ansammlung von Luft im Gastrointestinaltrakt, im speziellen in Dünn- und Dickdarm bezeichnet. Häufig ist Meteorismus mit Durchfällen vergesellschaftet.
T. Lang

32. Aszites

Aszites bezeichnet jegliche Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle. Aszites stellt immer ein ernst zu nehmendes Symptom dar, die Diagnostik sollte rasch und gezielt erfolgen.
T. Lang

Niere, harnableitendes System (und Elektrolytverschiebungen)

Frontmatter

33. Nächtliches Einnässen

Wichtig für Diagnostik und Therapie ist die Unterteilung des Symptoms Einnässen in die Termini Enuresis und funktionelle Harninkontinenz:
L. T. Weber

34. Hämaturie

Bei einer Hämaturie kann man zwischen einer Makro- und einer Mikrohämaturie unterscheiden:
L. T. Weber

35. Dysurie

Dysurie bezeichnet eine erschwerte, gewollte Blasenentleerung, die zusätzlich schmerzhaft sein kann. Sie ist ein Leitsymptom der Harnblasenentleerungsstörungen und gehört zu den akuten Symptomen einer Erkrankung der Nieren und ableitenden Harnwege (neben Fieber, Bauch-/Rückenschmerzen, Ödemen, Oligo-/Polyurie, Hämaturie, Proteinurie, Einnässen).
L. T. Weber

36. Polyurie/Oligurie/Anurie

Von einer Anurie spricht man bei einem Urinvolumen (Diurese) von <0,2 ml/kg Körpergewicht(KG)/h bzw. <100 ml/m2 Körperoberfläche (KOF)/24 h. Eine Oligurie liegt vor bei einer Diurese von <0,5 ml/kg KG/h oder <240 ml/m2KOF/24 h.
L. T. Weber

37. Polydipsie

Als Polydipsie bezeichnet man ein gesteigertes Durstempfinden und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme.
L. T. Weber

38. Elektrolytverschiebungen

Veränderungen der Elektrolytkonzentrationen im Serum oder Plasma kommen im Kindes- und Jugendalter recht häufig vor, z. B. bei Diarrhö und Erbrechen, und können zu Krampfanfällen oder Herzrhythmusstörungen führen.
L. T. Weber

39. Proteinurie

Normal: Eiweiß im Urin <100 mg/m2 Körperoberfläche/Tag
L. T. Weber

40. Ödeme

Unter Ödemen versteht man eine pathologische Ansammlung von Flüssigkeit im interstitiellen Raum.
L. T. Weber

Weibliches und männliches Genitale

Frontmatter

41. Blutungen, Rötungen und Infektionen des weiblichen Genitales

Eine genitale Blutung ist eine Blutung am äußeren oder aus dem inneren Genitale eines Mädchens. Beim Neugeborenen kann dies als uterine Hormonentzugsblutung physiologisch sein.
S. Anthuber, M. Heinrigs

42. Fehlbildungen des äußeren weiblichen Genitales

Unter einer Fehlbildung versteht man eine vor der Geburt entstandene Fehlgestaltung eines Organs. Fehlbildungen mit geringen klinischen Auswirkungen werden auch als Anomalien bezeichnet.
S. Anthuber

43. Störungen der Pubertätsentwicklung bei Jungen und Mädchen

Der Beginn der Pubertätsentwicklung bei Jungen wie bei Mädchen hat sich in den letzten 100 Jahren zunehmend nach vorne verschoben.
U. Kuhnle-Krahl

Neurologische Symptome

Frontmatter

44. Kopfschmerz

Kopfschmerzen sind charakterisiert durch eine (leichte bis unerträglich schwere) Schmerzempfindung im Bereich des Kopfes. Der Schmerz wird durch eine Reizung schmerzsensibler gehirnnaher Strukturen verursacht.
M. Bonfert, F. Heinen

45. Ataxie

Ataxie ist eine Bewegungsstörung, bei der die Koordination im Sinne der »Zielführung« betroffen ist. Sie kann sich in Dyssynergien, Dysmetrie und Dysdiadochokinese sowie Gangunsicherheit und Fallneigung äußern.
M. Bonfert, F. Heinen

46. Erster zerebraler Anfall

Ein zerebraler Anfall entspricht einer exzessiven und abnorm synchronen Entladung zentraler Neurone. Er ist ein paroxymales Ereignis mit Veränderung von Bewusstsein, Psyche, Motorik, autonomer und sensorischer Funktionen.
M. Bonfert, F. Heinen

47. Myoklonus

Das motorische Symptom Myoklonus gehört zur Gruppe der hyperkinetischen Bewegungsstörungen. Myoklonien sind gekennzeichnet durch eine plötzliche, unwillkürliche Kontraktion eines oder mehrerer Muskeln oder Muskelgruppen der Extremitäten oder des Stammes.
M. Bonfert, F. Heinen

48. Tremor

Das Symptom Tremor gehört zur Gruppe der hyperkinetischen Bewegungsstörungen (hier: ein rhythmisches »Zuviel« an Bewegung).
M. Bonfert, F. Heinen

49. Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit

In der frühen Kindheit wird der Begriff Entwicklungsstörungen oder Entwicklungsverzögerung vielfältig verwendet, um verschiedenste Auffälligkeiten bzw. Abweichungen in bestimmten Funktionsbereichen wie z. B. Sprache, Motorik, soziale Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder Kognition zu beschreiben.
M. Noterdaeme

50. Schlafstörungen

In der kinderärztliche Praxis berichten zwischen 10 und 20 % der Eltern über Schlafproblemen bei ihren Kindern bzw. bei Jugendlichen. Im Vordergrund stehen dabei häufig Ein- und Durchschlafstörungen, aber auch schlafbezogene Atmungsstörungen wie z. B. die obstruktive schlafbezogene Apnoe.
B. Hoch

Bewegungsapparat

Frontmatter

51. Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen können im Rahmen einer Gelenkentzündung auftreten, nach einem Trauma oder als Ausdruck einer akuten oder chronischen Überlastung des Muskel-Band-Apparates.
A. Jansson

52. Muskelschwäche

in diesem Zusammenhang sollen ausschließlich Störungen mit einer schlaffen Lähmung der Muskulatur besprochen werden.
W. Müller-Felber

53. Muskelkrämpfe

Es handelt sich um eine unwillkürliche Kontraktion der Muskulatur, welche in der Regel mit Schmerzen verbunden ist. In der Regel lässt sich eine Verhärtung der Muskulatur tasten.
W. Müller-Felber

54. Lähmung (Parese)

Als Parese wird die vollständige oder teilweise Einschränkung der Willkürmotorik verstanden. Eine vollständige Parese wird auch als Plegie bezeichnet.
W. Müller-Felber

55. Gangstörung

Der Begriff Gangstörung ist eine extrem unscharfe Bezeichnung, welche für alle sichtbaren Auffälligkeiten des Gangbilds verwendet wird.
W. Müller-Felber

56. Meningismus

Beim Vorliegen einer Nackensteifigkeit muss der Meningismus vom Pseudomeningismus unterschieden werden.
W. Müller-Felber

57. Rückenschmerzen

Rückenschmerzen im Kindesalter können im Rahmen von entzündlichen, infektiösen, muskuloskelettalen oder auch malignen Erkrankungen auftreten.
A. Jansson

Blut und Immunsystem

Frontmatter

58. Anämie

Blässe und Müdigkeit sind Symptome einer Anämie, definiert als Hämoglobinkonzentration unterhalb des altersentsprechenden Normbereiches. Hämoglobinwerte (Hb) von <5 g/dl sind auch für daran adaptierte Kinder nicht ungefährlich, da es bei plötzlicher Kreislaufbelastung rasch zu einer Dekompensation mit Herzversagen kommen kann. Man unterscheidet mikrozytäre, normozytäre oder makrozytäre Anämien von hämolytischen Anämien.
I. Schmid

59. Blutungsneigung

Die Blutstillung wird durch ein System aus verschiedenen Komponenten gewährleistet. Neben der Gefäßwand an sich spielen zelluläre Bestandteile (Thrombozyten) und plasmatische Gerinnungsfaktoren eine Rolle. Je nachdem, welches System betroffen ist, kommt es zu kleinen Blutungen (Petechien) oder auch zu größeren Blutungen (Hämatomen, Schleimhautblutungen, Gelenkblutungen…). Gelegentliche Hämatome oder kurzfristiges Nasenbluten stellen im Kindesalter häufige und in der Regel harmlose Symptome dar. Meist sind diese Blutungen traumatisch bedingt, auch wenn nicht immer ein Auslöser eruiert werden kann.
C. Bidlingmaier, K. Kurnik

60. Infektanfälligkeit

Es muss die physiologische Infektanfälligkeit, die in der Regel keine Spezialdiagnostik und Therapie erfordert, von einer pathologischen Infektanfälligkeit basierend auf einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt oder auf einem lokalen Abwehrdefekt unterschieden werden. Die Abgrenzung ist schwierig, da keine verlässlichen Daten vorliegen. Es kann z. B. trotz fehlender Infektanfälligkeit ein primärer Immundefekt vorliegen. Ein primärer Immundefekt kann sich aber auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter manifestieren.
I. Schmid

61. Blutbildveränderungen

Veränderung der Blutwerte außerhalb der Normbereiche mit Neutrophilie, Lymphozytose, Neutropenie, Lymphopenie, Eosinophilie, Basophilie, Monozytose, Thrombozytose, Thrombopenie, Polyglobulie, Anämie oder Panzytopenie können charakteristisch für bestimmte Krankheitsbilder sein.
I. Schmid

Sinnesorgane (Auge, Ohr, Geruchs- und Geschmackssinn)

Frontmatter

62. Exophthalmus

Das Auge liegt geschützt in der knöchernen Orbita. Der Begriff des Exophthalmus bezeichnet das Hervortreten des Bulbus aus der Orbita nach anterior. Es kommt in der Folge dessen zu einer Erweiterung der Lidspalte ggf. bis hin zu einem Lidschlussdefekt.
A. Bickmann

63. Nystagmus

Nystagmus ist eine wichtige Augenbewegungsstörung, die bei Kindern in sehr verschiedenen Formen auftreten kann als:
O. Ehrt

64. Miosis

Die Pupille kann in der Größe von 1,5–8 mm variieren, was bezogen auf die Fläche und damit die hindurchtretende Lichtmenge einen Faktor von 25 bedeutet.
A. Bickmann

65. Mydriasis

Mydriasis bezeichnet eine Erweiterung der Pupille mehrheitlich durch Erschlaffung des M. sphincter pupillae bzw. Funktionsdefizit des M. dilatator pupillae (Botenstoff Acetylcholin) und/oder zu einem kleineren Teil aktive Kontraktion des M. dilatator pupillae, sympathikusaktiviert (Botenstoff Noradrenalin).
A. Bickmann

66. Ptosis

Eine Ptosis bezeichnet einen Tieferstand des Oberlides. Bei Kindern handelt es sich meistens um eine angeborene Erkrankung, seltener kann sie erworben sein.
O. Ehrt

67. Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen kommen als Symptom bei Erkrankungen des äußeren Gehörgangs, des Mittelohres, ausstrahlend aus Regionen des Naso- oder Mesopharynx und des Kiefergelenkes oder durch eine Reizung sensibler Nerven vor.
B. Arnold

68. Hörstörungen

Die Prävalenz der angeborenen kindlichen Schwerhörigkeit (>35 dB) liegt bei 2,1 beidseitig und bei 0,6 einseitig schwerhörigen Kindern auf 1000 Neugeborene, somit bei 3 ‰.
B. Arnold

Psychische Auffälligkeiten

Frontmatter

69. Fütter- und Essstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter

Der Begriff Fütter- und Essstörung soll zum Ausdruck bringen, dass zumindest in der frühen Kindheit der interaktionelle Kontext eine herausragende Rolle spielt. Aus diesem Grund wird für die ersten 3 Lebensjahre der Begriff Fütterstörung bevorzugt.
N. v. Hofacker

70. Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen

Eine Definition ist ausgesprochen schwierig, da es keine objektiv messbaren Maßstäbe oder Kennziffern gibt, ab welchem Ausmaß die Freude an der Motorik und die quirlige Lebendigkeit eines Kindes als »unnormal« bzw. über der Norm angesehen werden kann.
K. H. Brisch

71. Ängste

Im Laufe der kindlichen Entwicklung müssen Kinder viele Ängste bewältigen. Ängste treten hierbei in allen Entwicklungsphasen auf, so im Säuglingsalter, im Kleinkindalter sowie im Schulalter und der Pubertät.
K.-H. Brisch

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