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09.12.2015 | Pädiatrische HNO | Medizin aktuell | Ausgabe 6/2015

HNO Nachrichten 6/2015

Tonsillopharyngitis: strenge Indikationsstellung für Antibiotika

Zeitschrift:
HNO Nachrichten > Ausgabe 6/2015
Autor:
Springer Medizin
Ungerechtfertigte Antibiotikaverordnungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Resistenzen. Um die noch günstige Resistenzsituation in der HNO-Heilkunde zu erhalten, sei eine strenge Indikationsstellung zur antibiotischen Therapie unerlässlich, sagte Dr. Horst Luckhaupt, Leiter der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am St.-Johannes-Hospital Dortmund. Bei unkomplizierten viralen Atemwegsinfektionen sind Antibiotika nicht indiziert. Das gilt auch bei der akuten Tonsillopharyngitis. Neueren Erkenntnissen zufolge sind akute Mandelentzündungen in bis zu 90 % der Fälle viral bedingt. Weißlichgelbliche Beläge allein sind kein ausreichender Hinweis auf eine bakterielle Infektion, erklärte Luckhaupt. Denn dabei handle es sich nicht immer um Eiter, auch Viren können zu Fibrinablagerungen führen. Zur klinischen Differenzialdiagnose zwischen Streptokokken-Tonsillopharyngitis und viraler Erkrankung sollten verschiedene weitere Krankheitszeichen herangezogen werden: So sprechen druckdolente Halslymphknotenschwellungen, hochrote, geschwollene Tonsillen und hohes Fieber für eine bakterielle Infektion, zusätzlicher Husten und Schnupfen dagegen eher für eine virale Genese. Auch das Alter des Patienten sollte berücksichtigt werden: Bei Kindern unter drei Jahren kommt es fast nie zu einer Streptokokken-Tonsillopharyngitis und auch bei Erwachsenen über 45 Jahren nimmt die Häufigkeit wieder ab. Nach solchen Kriterien errechnet sich auch der McIsaac-Score, mit dem die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Tonsillopharyngitis abgeschätzt werden kann [Leitlinie „Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln — Tonsillitis“; AWMF-Register Nr. 017/024, Stand: August 2015]. ...

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