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Analgesie beim verletzten Kind

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Zusammenfassung

Schmerzen verletzter Kinder werden im Rettungsdienst häufig unterschätzt und/oder unzureichend behandelt. Hauptursachen hierfür sind unter anderem Unsicherheiten bei der Schmerzeinschätzung und der Medikamentendosierung sowie die Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen der verwendeten Medikamente. Der vorliegende Beitrag stellt praxistaugliche Ansätze zur sicheren, kindgerechten Schmerzdiagnostik und -therapie in der präklinischen Notfallversorgung dar. Es werden praxisnah Instrumente wie die Kindliche Unbehagens- und Schmerzskala (KUSS) und Gesichtsskalen zur Schmerzerfassung, Methoden zur Gewichtsschätzung sowie medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen dargestellt. Die strukturierte Einbindung der Eltern, die Anwendung standardisierter Beobachtungsinstrumente und visuelle Hilfsmittel verbessern die Schmerzbeurteilung bei Kindern erheblich. Nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie Lagerung, Beruhigung und Körperkontakt, wirken unterstützend. Die intranasale Analgesie erweist sich als schnell, sicher und effektiv. Für eine sichere gewichtsadaptierte Medikamentengabe sind standardisierte Dosierungshilfen essenziell und frei verfügbar. Eine frühzeitige Schmerztherapie reduziert die körperliche und emotionale Belastung und erleichtert die weitere Versorgung. Signifikante Schmerzreduktion ist kein optionales Ziel, sondern integraler Bestandteil der akuten Notfallversorgung von Kindern.
Titel
Analgesie beim verletzten Kind
Verfasst von
Albina Krasniqi
Elisabeth Osendorfer
Dr. Philipp Jung
Dr. Victoria Lieftüchter
Publikationsdatum
29.10.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 8/2025
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-025-01636-y
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