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28.04.2016 | Pädophilie | Übersicht | Ausgabe 2/2016 Open Access

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 2/2016

Kinderpornografie

Übersicht und aktuelle Entwicklungen

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Ausgabe 2/2016
Autoren:
Dr. med. Irina Franke, Prof. Dr. med. Marc Graf
Wichtige Hinweise
Ein Erratum zu diesem Beitrag ist unter http://​dx.​doi.​org/​10.​1007/​s11757-016-0382-3 zu finden.

Zusammenfassung

Die Menge und die Verbreitung von sexuellen Missbrauchsabbildungen („Kinderpornografie“) haben mit den Zugangsmöglichkeiten über das Internet stark zugenommen. Die Strafverfolgung sieht sich aufgrund der Internationalität der damit verbundenen Kriminalität mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert. In der Europäischen Union besteht seit 2003 eine strafrechtliche Rahmenvereinbarung zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Der Absatzmarkt für sexuelle Missbrauchsabbildungen ist profitträchtig, da die Herstellung vergleichsweise günstig ist. Die Verurteilungen wegen einschlägiger Straftaten bewegen sich mit Schwankungen auf einem weiterhin hohen Niveau, wobei die Zahl der Meldungen über einschlägige Inhalte rückläufig ist. Anbieter und Konsumenten weichen möglicherweise auf weniger gut kontrollierbare Plattformen aus. Die körperlichen und/oder psychischen Auswirkungen auf die Opfer von Kinderpornografie sind schwer und überdauernd. Studien zeigen, dass Konsumenten illegalen pornografischen Materials in der Regel jünger, besser ausgebildet und weniger oft vorbestraft sind als Hands-on-Täter. Ein Teil der Personen (10–25 %) erfüllt die diagnostischen Kriterien einer Pädophilie. Das Risiko für ein Missbrauchsdelikt außerhalb des Internets scheint sich bei Vorliegen einer Pädophilie und mit zunehmenden dissozialen Persönlichkeitsmerkmalen zu erhöhen. Personen, die ausschließlich wegen illegaler Internetpornografie vorbestraft sind, haben gemäß Datenlage mit 0,2–6,6 % ein geringes Risiko, im Verlauf einen sexuellen Übergriff auf ein Kind zu begehen. Bei Personen, die bereits einen Kindesmissbrauch verübt haben, kann der Konsum von (devianter) Pornografie das Risiko für einen Rückfall erhöhen. Es gibt verschiedene verhaltenstherapeutische Therapiemanuale zur Behandlung von Personen, die illegale Internetpornogafie konsumiert haben, wobei eine genaue diagnostische Abklärung und differenzierte Indikationsstellung erforderlich ist.

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