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Die Onkologie

Von der Karzinogenese zur personalisierten Therapie: der Einsatz von patientenabgeleiteten Organoiden beim Pankreaskarzinom

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Zusammenfassung

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist eine der aggressivsten Tumorerkrankungen und geht mit einer äußerst ungünstigen Prognose einher. Aufgrund später Diagnosestellung, hoher Tumorheterogenität und ausgeprägter Therapieresistenz sind die Überlebenschancen trotz multimodaler Therapiekonzepte weiterhin limitiert. Personalisierte Therapieansätze sind daher dringend erforderlich. Patientenabgeleitete Organoide („patient-derived organoids“, PDOs) haben sich in den letzten Jahren als vielversprechendes präklinisches Modell etabliert, da sie die morphologischen, genetischen und funktionellen Eigenschaften des Primärtumors abbilden und für Wirkstofftests sowie die Untersuchung von Tumorbiologie, Resistenzmechanismen und Biomarkern genutzt werden können. Observationsstudien belegen das Potenzial von PDOs zur Vorhersage des individuellen Therapieansprechens sowie zur Identifikation neuer Wirkstoffe und therapeutischer Strategien. Methodische Herausforderungen, fehlende Standardisierung und die unzureichende Abbildung der Tumormikroumgebung begrenzen jedoch bislang ihre klinische Anwendung. Die Validierung von PDOs in prospektiven randomisierten klinischen Studien sowie die Weiterentwicklung realitätsnaher, standardisierter Modelle könnten die personalisierte Therapie des Pankreaskarzinoms entscheidend voranbringen.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Herausforderungen in der Therapie des Pankreaskarzinoms

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) zählt zu den aggressivsten Tumorerkrankungen mit einer 5‑Jahres-Überlebensrate von etwa 13 % [1]. Die ungünstige Prognose ist v. a. auf die meist späte Diagnosestellung, aggressive Tumorbiologie, ausgeprägte Tumorheterogenität sowie hohe Therapieresistenz zurückzuführen.
Die besten Überlebenschancen werden durch eine chirurgische Tumorresektion erreicht
Anhand radiologischer Kriterien und der Beziehung zu lokalen Blutgefäßen werden Pankreastumoren als resektabel, grenzwertig resektabel, lokal fortgeschritten oder metastasiert eingestuft. Diese Klassifikation bestimmt zusammen mit biologischen Kriterien (Höhe des Tumormarkers CA 19‑9, Befall regionärer Lymphknoten) und patientenbezogenen Faktoren (Performance Status gemäß Eastern Cooperative Oncology Group, ECOG) die Resektabilität. Die besten Überlebenschancen werden durch eine chirurgische Tumorresektion erreicht, vorzugsweise in Kombination mit einer (neo)adjuvanten (Radio‑)Chemotherapie. Trotz Fortschritten in Operationsverfahren und perioperativen Systemtherapien zur Behandlung okkulter Mikrometastasen sind die Rezidivraten nach einer kurativ intendierten Operation weiterhin hoch und liegen nach 3 Jahren zwischen 60 und 79 % [2]. Die Mehrzahl der Patienten (> 80 %) kommt jedoch für eine chirurgische Resektion nicht in Frage, da sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. In dieser Situation gilt die palliative Kombinationschemotherapie als Therapiestandard und kann das Überleben lediglich moderat verlängern. Zu den etablierten Erstlinientherapien im fortgeschrittenen Stadium gehören Gemcitabin [3], Gemcitabin/Erlotinib [4], Gemcitabin/nab-Paclitaxel [5], (modifiziertes) FOLFIRINOX (5-Fluorouracil, Folinsäure, Irinotecan, Oxaliplatin) [6] und NALIRIFOX (nanoliposomales Irinotecan, 5‑Fluorouracil, Folinsäure, Oxaliplatin) [7]. Die Wahl des Therapieregimes richtet sich v. a. nach Performance Status und Komorbiditäten, da in der klinischen Praxis keine etablierten prädiktiven Biomarker existieren. Seit 2019 ist der Inhibitor der Poly(ADP-Ribose)-Polymerase (PARP) Olaparib als Erhaltungstherapie für Patienten mit Keimbahn BRCA1/2-Mutationen (etwa 4–7 % der PDAC-Patienten) neben Erlotinib als weitere zielgerichtete Therapieoption zugelassen [8]. Jedoch spielen beim Pankreaskarzinom im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen zielgerichtete Therapien nur eine untergeordnete Rolle mit meist nur limitiertem Benefit für die Patienten. Daher bleibt die konventionelle Chemotherapie derzeit weiterhin die zentrale Therapiemodalität. Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist das mediane Überleben mit weniger als 12 Monaten im metastasierten Stadium weiterhin extrem ungünstig [1].
Um die Überlebenschancen zu erhöhen, sind insbesondere bei einem so heterogenen Tumor wie dem Pankreaskarzinom dringend personalisierte Therapiestrategien erforderlich. In diesem Kontext gewinnt die funktionelle Präzisionsonkologie zunehmend an Bedeutung: Durch die In-vitro-Modellierung individueller Tumoren bieten patientenabgeleitete Organoide („patient-derived organoids“, PDOs) eine vielversprechende Grundlage für Wirkstofftests und die Entwicklung personalisierter Therapien.

Präklinische Modelle für die translationale Forschung

Präklinische Modelle haben in den letzten Jahrzehnten maßgeblich zum besseren Verständnis onkologischer Erkrankungen beigetragen. Zur Modellierung der Tumorbiologie werden traditionell murine und humane zweidimensionale Zellkulturen eingesetzt. Ergänzend kommen In-vivo-Modelle wie genetisch veränderte Mausmodelle („genetically engineered mouse models“, GEMM) und patientenabgeleitete Xenotransplantate (PDX) zum Einsatz. Jedes dieser Modelle bietet bestimmte Vorteile, ist jedoch auch mit grundlegenden Einschränkungen verbunden.

In-vitro-Modelle: zweidimensionale Zellkulturen

Zweidimensionale Monolayer-Zelllinien in Plastikschalen sind einfach kultivierbar, genetisch und phänotypisch stabil, kosteneffizient, genetisch modifizierbar und optimal für Hochdurchsatz-Screenings skalierbar. Wesentliche Nachteile sind der Verlust der intratumoralen Heterogenität infolge von genetischem Drift und adaptiver Selektion in Langzeitkultur sowie das Fehlen von Stroma und gewebespezifischer Architektur [9].

In-vivo-Modelle: GEMM und PDX

Genetisch veränderte Mausmodelle (GEMM) des PDAC können die genetische und biologische Krankheitsentwicklung abbilden und spielen eine wichtige Rolle in der Untersuchung von Karzinogenese, Tumorprogression, Tumorbiologie, Tumormikroumgebung (TME) und Metastasierung. Sie entstehen durch gewebespezifische Einführung onkogener Mutationen oder Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (Knock-in- oder Knock-out-Mäuse). So war das KC-Modell (KrasLSL-G12D; Pdx1-Cre) das erste GEMM, das eine pankreasspezifische onkogene KRAS-Aktivierung induzierte und so die langsame Progression von präinvasiven pankreatisch-intraepithelialen Neoplasien (PanIN) zum invasiven PDAC abbildeten [10]. Das nachfolgende KPC-Modell (KrasLSL-G12D; Trp53LSL-R172H; Pdx1-Cre) mit einer zusätzlichen p53-Mutation zeigte ein aggressiveres Krankheitsbild mit schneller Progression zum PDAC und spiegelte so humane PDAC besser wider [11].
GEMM sind in der Entwicklung langwierig und in der Haltung kosten- und zeitintensiv
Trotz ihres hohen wissenschaftlichen Nutzens sind GEMM in der Entwicklung langwierig, in der Haltung kosten- und zeitintensiv und erfassen nicht die intratumorale Heterogenität von humanen Karzinomen.
Dem gegenüber stehen patientenabgeleitete Xenograft-(PDX)-Modelle, die durch subkutane oder orthotope Implantation humaner Tumorfragmente in immungeschwächte Mäuse etabliert werden. Diese bewahren im Gegensatz zu GEMM die intratumorale Heterogenität sowie patientenspezifische genetische und histologische Differenzierungsmerkmale. PDX-Modelle reproduzieren die komplexen Wechselwirkungen zwischen Tumor und TME und korrelieren mit dem Therapieansprechen sowohl in PDX-abgeleiteten Organoiden [12] als auch bei Patienten [13]. Allerdings ist die Etablierungszeit mit durchschnittlich 14 Wochen von Engraftment bis zur Wirkstoffexposition lang, und nur etwa 65 % der Tiere entwickeln Tumoren [13]. Die Generierung von PDX-Modellen ist somit äußerst zeit-, arbeits- und kostenintensiv und für systematische Hochdurchsatz-Wirkstofftests ebenfalls ungeeignet.

Ex-vivo-Modelle: patientenabgeleitete Organoide

Zur Überwindung der Limitationen von Standard-2-D-Zellkulturen und In-vivo-Modellen haben sich in den letzten Jahren PDOs als vielversprechendes präklinisches Modell etabliert [9, 14]. Organoide sind dreidimensionale Zellkulturen, die Gewebearchitektur und -funktion des Ursprungsgewebes rekapitulieren und sich zunehmend als wichtiges Modell in der Grundlagenwissenschaft und translationalen Forschung erwiesen haben. Seit der Etablierung selbstorganisierender Krypten-Villus-Einheiten und Kolonorganoide durch Sato et al. 2009 [15] hat sich das Forschungsgebiet substanziell weiterentwickelt. Heutzutage existieren zahlreiche Protokolle zur Isolierung und Kultivierung von PDOs für unterschiedliche Tumorentitäten inklusive Pankreaskarzinom [14, 16].
Organoide bilden morphologische, genetische und epigenetische Eigenschaften des Ursprungstumors nach
PDOs sind dreidimensionale Zellkulturen, die aus dem Tumormaterial eines Patienten gewonnen werden. PDOs bilden die morphologischen, genetischen und epigenetischen Eigenschaften des ursprünglichen Tumors nach und spiegeln die intratumorale Heterogenität wider [17, 18]. Beim Pankreaskarzinom können solche Organoidkulturen sowohl aus dem Primärtumor als auch aus Metastasen etabliert werden – etwa durch chirurgische Resektion, endosonographische Feinnadelpunktion oder perkutane Biopsie. Zudem lassen sich PDOs aus Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise zirkulierenden Tumorzellen im Blut [19], Aszites oder Pleuraerguss anzüchten [20]. Zur Isolierung von Organoiden wird das Tumormaterial des Patienten mechanisch und enzymatisch aufgespalten und in eine Matrix eingebettet, die die extrazelluläre Umgebung nachahmt. Ein spezielles Kulturmedium, das verschiedene Wachstumsfaktoren erhält, fördert das dreidimensionale Wachstum. Nach erfolgreicher Etablierung können die Organoidlinien längerfristig expandiert und kryokonserviert werden. Der Erfolg einer solchen Kultur hängt u. a. von der Qualität des Ausgangsmaterials, der Entnahmemethode, dem Tumorzellanteil und dem Behandlungsstatus des Patienten ab und liegt meist zwischen 41 und 78 % [2022]. Die Zeitspanne von der Biopsie bis zum Vorliegen der Ergebnisse von Medikamententests variiert ebenfalls in Abhängigkeit von Ausgangsmaterial, Isolationsmethodik und Substanztestung und beträgt 32–96 Tage [2022].

Einsatzmöglichkeiten von patientenabgeleiteten Organoiden

PDOs ermöglichen die Erforschung von Krankheitsmechanismen, eine individuelle Wirkstofftestung zur Vorhersage des Therapieansprechens, die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, die Identifikation von Biomarkern sowie die Untersuchung von TME und Resistenzmechanismen (Abb. 1).
Abb. 1
Patientenabgeleitete Organoide: Überblick über ihre Einsatzmöglichkeiten. PDAC duktales Adenokarzinom des Pankreas, PDOs patientenabgeleitete Organoide (erstellt mit BioRender)
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PDOs in der Karzinogenese

Der häufigste histologische Subtyp des exokrinen Pankreaskarzinoms ist das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC). Die Entwicklung von Vorläuferläsionen zum invasiven Adenokarzinom folgt einem sequenziellen Progressionsmodell, das durch die schrittweise Akkumulation genetischer Aberrationen und zytologischer Atypien geprägt ist, vergleichbar mit der Adenom-Karzinom-Sequenz im Kolon. Ein invasives Karzinom entsteht überwiegend (85–90 %) aus mikroskopischen Vorläuferläsionen, den PanIN, seltener (10–15 %) aus makroskopisch zystischen Läsionen wie den intraduktalen papillär-muzinösen Neoplasien (IPMN) oder muzinös-zystischen Neoplasien (MCN). Sowohl azinäre als auch duktale Zellen können als Ursprungszellen für das PDAC dienen. Bei der azinär-zu-duktalen Metaplasie (ADM) kommt es zu einer Dedifferenzierung pankreatischer Azinuszellen und ihrer Transdifferenzierung in progenitorähnliche Zellen mit duktalen Eigenschaften, meist als Reaktion auf eine Verletzung oder Entzündung, die zur PanIN führen kann. Duktale Zellen gelten als typische Vorläuferzellen von IPMN.
Die Progression zum Karzinom erfolgt durch Erwerb onkogener Mutationen und Verlust von Tumorsuppressorgenen
Die Progression zum Karzinom erfolgt schrittweise durch den Erwerb onkogener Mutationen und den Verlust von Tumorsuppressorgenen. KRAS-Mutationen stellen dabei das initiierende Ereignis dar, bei IPMN können zusätzlich GNAS-Mutationen und der Verlust des Tumorsuppressors RNF43 auftreten. Der Verlust von CDKN2A und später TP53 und SMAD4 fördern die schrittweise Transformation zum invasiven Karzinom [23].
Um die Progression von IPMN in invasive Karzinome zu untersuchen und mögliche Präventionsstrategien zu entwickeln, etablierten Beato et al. eine Biobank von PDOs aus IPMN und angrenzendem normalem Pankreasgewebe. Die IPMN-PDOs konnten dabei die morphologischen und genetischen Profile der ursprünglichen IPMN-Tumoren nachbilden [24]. In einem ähnlichen Ansatz identifizierte eine weitere Studie mittels Transkriptomsequenzierung 28 Gene, die zwischen normalen Pankreasgang-PDOs und IPMN-PDOs unterschiedlich exprimiert wurden. Der Verlust der FOXA1-Expression in niedriggradigen IPMN, MCN und PDAC im Vergleich zu normalen Pankreasgängen deutete darauf hin, dass FOXA1 bereits früh in der pankreatischen Tumorentstehung verloren geht und unterstreicht damit den Nutzen von Organoidkulturen, um Genetik und Biologie von IPMN zu untersuchen [25]. Schneider et al. untersuchen anhand muriner und humaner Organoidkulturen die Rolle des programmierten Zelltods während der KRAS-getriebenen ADM in der Entwicklung zum PDAC [26]. Sie konnten zeigen, dass die pharmakologische Hemmung von „transforming growth factor (TGF)-β-activated kinase 1“ (TAK1) in den Organoiden einen programmierten Zelltod induzierte und somit ein potenzielles Target für die Prävention und Therapie von PDAC darstellt.
Solche Organoidmodelle bieten die Möglichkeit, die Progression von Vorläuferläsionen zum invasiven Karzinom zu erforschen und darauf basierende Präventionsstrategien abzuleiten.

Pharmakotypisierung von PDOs zur Therapieprädiktion

Die Substanztestung von Organoiden hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Ziel einer solchen Pharmakotypisierung ist es, die effektivste Therapie für den individuellen Patienten vorherzusagen und gleichzeitig Toxizität von nicht wirksamen Substanzen einzusparen.
In einer wegweisenden Arbeit von Tiriac et al. aus dem Jahr 2018 wurde erstmals gezeigt, dass Organoide das Therapieansprechen beim Patienten vorhersagen können [18]. 40 PDOs von PDAC-Patienten, die das Mutationsspektrum und den transkriptomischen Subtyp der Primärtumoren widerspiegelten, wurden mit 5 Standardchemotherapeutika (Gemcitabin, Paclitaxel, Irinotecan/SN-38, 5‑Fluorouracil und Oxaliplatin) behandelt. Anhand der Fläche unter der Kurve (AUC) wurden die PDOs in Terzile eingeteilt und als sensibel (niedrigste 33 % AUC), intermediär resistent (mittlere 33 % AUC) oder resistent (höchste 33 % AUC) klassifiziert.
Organoide können das Therapieansprechen beim Patienten vorhersagen
Retrospektive Analysen von 9 PDAC-Patienten zeigten, dass die in vitro ermittelten Sensitivitätsprofile das klinische Ansprechen der Patienten zuverlässig widerspiegelten. In den nachfolgenden Jahren demonstrierten weitere Arbeiten den Nutzen von PDOs in der Therapieprädiktion. In einer prospektiven Machbarkeitsstudie an unserem Zentrum in Ulm wurden 28 PDOs von PDAC-Patienten pharmakotypisiert und anhand von AUC-Werten nach der Jenks-Natural-Breaks-Klassifikationsmethode in hohe, mittlere oder niedrige Ansprechraten eingeteilt [27]. Dieses Vorhersagemodell prognostizierte korrekt das Therapieansprechen bei 91 % der chemotherapienaiven Patienten für die Erstlinie und bei 80 % der vorbehandelten Patienten für die Zweitlinie. Die prospektive HOPE-Studie schloss 76 PDAC-Patienten ein und zeigte bei allen 12 Patienten, für die klinische Ansprechdaten vorlagen, eine positive Korrelation zwischen den PDO-Sensitivitätsprofilen und dem radiologischen Ansprechen [28]. In einer Studie von Deyman et al. wurden PDOs von 117 Patienten mit resektablem PDAC generiert, um das Ansprechen auf eine neoadjuvante Therapie vorherzusagen. Es zeigte sich eine hohe Übereinstimmung zwischen der organoidbasierten Chemosensitivität sowie dem pathologischen und klinischen Therapieansprechen. Interessanterweise spiegelte ein longitudinaler Patient mit PDOs vor und nach neoadjuvanter Therapie den Erwerb einer Resistenz gegenüber Gemcitabin/nab-paclitaxel wider, was unter fortgesetzter adjuvanter Therapie mit diesem Schema zu einem frühen Rezidiv beim Patienten führte [29]. Ähnliche Beobachtungen machten Farshi et al., die 5 prä- und 5 post-neoadjuvant behandelte PDAC-PDOs untersuchten. Nach neoadjuvanter Therapie mit FOLFIRINOX zeigten die post-neoadjuvant behandelten PDOs den Erwerb einer Resistenz gegenüber diesem Regime. Diese Daten deutet darauf hin, dass PDOs die Entwicklung von Resistenzen abbilden können und dass möglicherweise nicht alle Patienten von einer adjuvanten Fortführung derselben neoadjuvanten Therapie profitieren [30]. In ein noch nicht peer-reviewtes Preprint wurden 169 Patienten einbezogen und 83 PDAC-Organoidlinien pharmakotypisiert. Bei 73,4 % (46 Patienten) der PDAC-Patienten gelang eine korrekte Therapievorhersage. Insbesondere führte die Anwendung einer als wirksam prognostizierten Therapie im palliativen Setting zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben (Median: 79 vs. 56 Tage) [22].
Zur Validierung dieser überwiegend aus Beobachtungsstudien stammenden positiven Signale laufen derzeit zahlreiche prospektive randomisierte klinische Studien beim Pankreaskarzinom. Diese untersuchen u. a. die Durchführung von Wirkstofftests, die Korrelation des in vitro Therapieansprechens mit dem Therapieansprechen beim Patienten, den Zusammenhang mit genomischen Mutationen sowie den Nutzen einer pharmakotypisierungsbasierten Therapieentscheidung. Beispielsweise werden derzeit in der UNITEPANC-Studie der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) sowie in randomisierten Phase 3 Studien der potenzielle Nutzen einer organoidbasierten adjuvanten Therapie beim resektablen PDAC (NCT04931394) sowie einer organoidbasierten palliativen Therapie beim fortgeschrittenen PDAC (NCT04931381, NCT05842187) untersucht.

PDOs in der Biomarker- und Wirkstoffentdeckung

Die Differenzierung zwischen pankreatikobiliären Karzinomen sowie benignen Erkrankungen stellt in der klinischen Praxis häufig eine diagnostische Herausforderung dar. PDOs spielen nicht nur in der Karzinogenese und Therapieprädiktion eine wichtige Rolle, sondern können auch als komplementäres diagnostisches Werkzeug Anwendung finden. So konnten beispielsweise Multi-Omics-Analysen von PDOs aus pankreatikobiliären Tumoren zeigen, dass das Expressionsmuster auf Einzelzell-Ebene eine Unterscheidung von Pankreas- und Gallenblasenkarzinomen ermöglicht [31]. In einer weiteren Studie wurden aus dem Überstand von Organoidkulturen Vesikel-Proteinmarker identifiziert, die als Biomarker im Serum eine Abgrenzung von PDAC-Patienten gegenüber Patienten mit benignen gastrointestinalen Erkrankungen erlauben [32].
Organoide sind ein wertvolles präklinisches Modell für die Entdeckung neuer Wirkstoffe
Auch für die Entdeckung neuer Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen und für „drug repurposing“ bereits zugelassener Substanzen stellen PDOs ein nützliches präklinisches Modell dar. So wurden in einer Studie von Boileve et al. PDOs von Patienten mit therapierefraktärem, fortgeschrittenem PDAC isoliert und 25 zugelassene Antitumortherapien getestet [20]. In 91 % der Fälle konnte mindestens ein wirksames Medikament identifiziert werden, was potenzielle neue therapeutische Optionen für diese therapierefraktäre Kohorte eröffnete. Patienten, die eine als wirksam vorhergesagte Therapie erhielten, zeigten ein verlängertes progressionsfreies Überleben im Vergleich zu jenen, die ein nicht wirksames Regime erhielten. Darüber hinaus konnten Synergien zwischen Kombinationstherapien, wie etwa Anti-EGFR- und KRASG12D-Inhibitoren, identifiziert werden [20].

Limitationen und zukünftige Perspektiven

Wie jedes präklinische Modell haben auch PDOs ihre Limitationen.

Methodische Herausforderungen

Eine zentrale Herausforderung ist die unzureichende Standardisierung innerhalb und zwischen Forschungslaboren. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die Zusammensetzung des Kulturmediums die Ergebnisse der Pharmakotypisierung beeinflusst [33]. Ebenso kann der Einsatz gentechnisch veränderter Zellen zur Herstellung konditionierter Medien mit biologisch aktiven Wachstumsfaktoren (z. B. L‑WNT3A oder RSPO1) zu Chargenschwankungen in der Organoidkultur führen. Ein weiteres Problem stellen Basalmembranextrakt-Matrizes aus Mausgewebe dar, deren Proteinkonzentration und Zusammensetzung ebenfalls zwischen Chargen und Herstellern variieren kann. Darüber hinaus erschweren Unterschiede in Überlebensassays (z. B. Zellviabilitäts- oder Zytotoxizitätsassays, Live-Cell-Imaging-basierte Methoden), Datenanalyse (AUC, IC50, GI50) sowie Interpretation von Substanztestungen (Grenzwerte auf Basis von AUC-Terzilen, Clusterverfahren wie Jenks-Natural-Breaks oder definierte Schwellenwerte) die Vergleichbarkeit zwischen Studien erheblich. Standardisierte kommerzielle Medien und synthetische Hydrogele sowie einheitliche Assay- und Analyseverfahren sind hier dringend notwendig, um die Vergleichbarkeit zwischen Studien zu verbessern.

Entwicklung realitätsnäherer Modelle

Eine weitere wichtige Limitation rein neoplastischer Organoidkulturen besteht darin, dass sie zwar zell-intrinsische Resistenzmechanismen widerspiegeln, jedoch das TME fehlt und dadurch vermittelte nicht-zell-autonome Resistenzmechanismen nicht abgebildet werden. Das TME macht beim PDAC etwa 90 % der Tumormasse aus. Es besteht aus einer dichten extrazellulären Matrix, nicht malignen Zellen (u. a. Fibroblasten, Adipozyten, Endothelzellen, Immunzellen) sowie Wachstumsfaktoren und Zytokinen. Interstitieller Druck, Gefäßkollaps und Hypoperfusion vermindern die Diffusion von Chemotherapeutika, während Zell-Zell-Interaktionen Chemoresistenz fördern. Diese Effekte wurden beispielsweise in einer Kokultur mit tumorassoziierten Fibroblasten (CAF) demonstriert. Hier wurde eine erhöhte Expression von epithelial-mesenchymale Transition-(EMT)-Genen sowie eine damit einhergehende verminderte chemotherapieinduzierte Zellsterblichkeit von PDAC-Organoiden beobachtet [34]. Lai et al. entwickelten ein noch realitätsnäheres Modell: ein perfundierbares Gefäßsystem, in dem PDOs, Endothelzellen und Fibroblasten gemeinsam kultiviert wurden. Die Perfusion von Gemcitabin durch das Gefäßnetz war weniger wirksam als die direkte Behandlung der Tumororganoiden, was die verminderte Diffusion von Gemcitabin durch das Stroma illustriert [35]. Zunehmend werden in Studien neben Fibroblasten und Endothelzellen weitere Zelltypen wie beispielsweise Immunzellen und Nervenzellen integriert, um noch komplexere zelluläre Interaktionen nachzubilden. Der Einsatz mikrofluidischer Zellkultursysteme mit Integration biophysikalischer Faktoren erlaubt zudem eine realitätsnähere Nachbildung physiologischer Bedingungen.

Fazit für die Praxis

  • Organoide haben sich als vielseitiges präklinisches Modell in der translationalen Krebsforschung etabliert und ersetzen zunehmend herkömmliche Zell- und Tiermodelle.
  • Patientenabgeleitete Organoide (PDOs) spiegeln die morphologischen, genetischen und epigenetischen Eigenschaften des ursprünglichen Tumors wider und finden daher vielseitige Anwendungen.
  • PDO ermöglichen die Modellierung von Tumorbiologie, individualisierte Wirkstofftestung und die Entwicklung neuer Therapien.
  • Die organoidbasierte Wirkstoffprädiktion kann dazu beitragen, wirksame Therapeutika individuell auszuwählen, Toxizität ineffektiver Substanzen zu vermeiden und im Falle von Resistenzen alternative Wirkstoffe zu identifizieren.
  • Trotz vielversprechender Ergebnisse von Observationsstudien ist für eine routinemäßige Implementierung in der klinischen Praxis eine prospektive Validierung in randomisierten klinischen Studien sowie die Sicherstellung von Standardisierung und Reproduzierbarkeit zwingend erforderlich.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt sollten organoidbasierte Therapieentscheidungen daher nur im Rahmen klinischer Studien getroffen werden.
  • Der Einsatz realitätsnaher Modelle sowie Automatisierung und Miniaturisierung könnten die Erfolgsrate der PDO-Kultivierung weiter erhöhen und die Zeit bis zur Verfügbarkeit der Testergebnisse verkürzen, was schnellere Therapieentscheidungen ermöglichen würde.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A.K. Beutel und A. Kleger geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Von der Karzinogenese zur personalisierten Therapie: der Einsatz von patientenabgeleiteten Organoiden beim Pankreaskarzinom
Verfasst von
Dr. Alica K. Beutel
Prof. Dr. Alexander Kleger
Publikationsdatum
21.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01844-8
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HRT nach Oophorektomie auch bei BRCA-Varianten sicher?

Eine Hormonersatztherapie (HRT) nach einer risikoreduzierenden bilateralen Salpingo-Oophorektomie geht bei pathogenen BRCA-Varianten nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einher. Allerdings sind die statistischen Unsicherheiten der Studie sehr groß.

Künstliche intelligente Melanomdiagnostik – „Niveau von Dermatologen erreicht“

Verfahren der artifiziellen Intelligenz für die Mustererkennung wecken auch in der Dermatologie hohe Erwartungen. Dass sich die künstlichen im Vergleich zu menschlichen Dermatologen in der Melanomdiagnostik achtbar schlagen, hat eine Metaanalyse gezeigt.

Typ 2 Diabetes verschlechtert Prognose von Männern mit frühem Melanom

Bei Patientinnen und Patienten mit Melanom und gleichzeitigem Typ-2-Diabetes zeigen sich deutliche Unterschiede im Krankheitsverlauf zwischen den Geschlechtern. Eine dänische Registeranalyse untersuchte erstmals geschlechts- und stadiumsspezifische Risiken für Rezidiv und Mortalität.

NMIBC: Wie häufig sind Rückfälle nach fünfjähriger Rezidivfreiheit?

Eine dänische Registerstudie analysierte über einen Zeitraum von 14 Jahren das Risiko für Rezidive und Progressionen bei nicht muskelinvasiven Harnblasenkarzinomen (NMIBC) sowie das Langzeitrisiko nach einer fünfjährigen rezidivfreien Phase. Die Ergebnisse liefern wichtige Anhaltspunkte für die Optimierung von Nachsorgestrategien.

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Ältere Dame hält Tabletten und Packungsbeilage in den Händen/© Vladimir Vladimirov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)