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Auszüge aus der 6. Mundgesundheitsstudie (DMS VI) Das implantologische Patientenkollektiv im Wandel

Erschienen in:
Seit der ersten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS I, 1989) ist eine konsequente und signifikante Verbesserung der Mundgesundheit in Deutschland zu beobachten. Durch präventionsorientierte Zahnmedizin und den Fokus auf Zahnerhalt gingen Karies und Zahnverluste in allen Altersgruppen deutlich zurück. In der Konsequenz treten bis ins mittlere Erwachsenenalter praktisch keine Zahnverluste mehr auf. Die Versorgungsrelevante Zielgruppe wird dadurch zunehmend älter. Gleichzeitig sind Parodontalerkrankungen weiterhin stark verbreitet und im höheren Lebensalter kommen zusätzliche Erkrankungen hinzu. Die Anzahl der implantologischen RisikopatientInnen steigt.
Entwicklung der Karieserfahrung bei jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige)
 
1989
2023
Anzahl Zähne mit Karieserfahrung
Bild vergrößern
17
8,3
Anzahl fehlender Zähne
Bild vergrößern
5,6
1
→ Weniger zu ersetzende Zähne:
DMS VI: Bei 35–44-Jährigen
  • durchschnittlich 0,1 implantatgetragene Zähne, 0,2 Brückenglieder, 0,9 Zähne unversorgt
  • Vollbezahnung bis ins Alter.

Mehr RisikopatientInnen unter den ImplantatkandidatInnen

Parodontitis: Parodontalerkrankungen sind nach wie vor stark verbreitet

DMS VI: 14 Mio. Deutsche haben eine schwere Parodontitis.
In der Altersgruppe 35–44-Jährigen:
  • nur ~4 % vollständig parodontal gesund
In der Altersgruppe 65–74 Jahre:
  • 85 % mit einer Form von Parodontitis,
  • 50 % Stadium III/IV (schwere Parodontitis)
Merke: Implantatbedarf künftig v. a. bei PatientInnen mit behandelter oder unbehandelter Parodontitis.

Multimorbide PatientInnen

  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben durchschnittlich zwei Zähne weniger.
  • Der Anteil der PatientInnen, die zwar einen Zahnersatz/Implantate benötigen, aber aufgrund von Multimorbidität oder Risikofaktoren (z.B. Diabetes, Herz-Kreislauf, Immunsuppression) als kompromittiert gelten, steigt.
Fazit: RisikopatientInnen werden von der Ausnahme zur Regel.

Mundgesundheit bei kardiovaskulären Erkrankungen

Bei jüngeren SeniorInnen (65- bis 74-Jährige)

 
Mit kardiovaskulärer Erkrankung*
Ohne kardiovaskulärer Erkrankung*te
Stadium-IV-Parodontitis
29,0%
25,5%
Zahnlos
7,4%
4,2%
Fehlende Zähne
10,1
8,0
Funktionstüchtige Zähne
17,3
19,4
*Kardiovaskuläre Erkrankungen (Prävalenz 27,6%): Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Claudicatio intermittens, Periphäre arterielle Verschlusskrankheit, Schlaganfall
Schaut man sich die Altersgruppe der SeniorInnen von 65- bis 74-jährigen genauer an, zeigt sich zudem eine Korrelation von kardiovaskulären Erkrankungen mit einer durchschnittlich schlechteren Mundgesundheit.
Bei der implantologischen Behandlung dieser Patienten ist daher zu beachten, dass blutgerinnungshemmende Medikamente einen relevanten Einflussfaktor darstellen.

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Titel
Auszüge aus der 6. Mundgesundheitsstudie (DMS VI)
Das implantologische Patientenkollektiv im Wandel
Publikationsdatum
01.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
ZI Zahnärztliche Implantologie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 3004-8699
Elektronische ISSN: 3004-8702
DOI
https://doi.org/10.1007/s44293-026-0163-9

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