Operative Therapie bei chronischer Ruptur der Quadrizepssehne
- 09.04.2026
- Patella baja
- CME-Kurs
- CME-Punkte
- 3
- Für
- Ärzte
- Zertifizierende Institution
- Ärztekammer Nordrhein
- Zertifiziert bis
- 09.04.2027
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Operationsziel: Rekonstruktion der Quadrizepssehne zur Wiederherstellung der Funktion des Streckapparates bei chronischer Ruptur.
Indikationen: Ruptur der Quadrizepssehne bei verspäteter Diagnose, Versagen einer primären Refixation oder nach Implantation einer Knieendoprothese.
Kontraindikationen: Infektion.
Operationstechnik: Wiedereröffnen der alten Inzision und Überprüfung, ob sich die Quadrizepssehne an die Patella heranziehen lässt. Bei Fehlen einer Dehiszenz erneute Refixation mit Knochenankern (keine knöchernen Defekte) oder transossär (knöcherne Defekte). Bei schlechter Gewebsqualität (z. B. Voroperation, Knieprothese) Augmentation mit lokaler VY-Umkipp-Plastik, tubulärem autologen oder allogenen Sehnentransplantat oder künstlichem Netz. Bei Dehiszenz < 5 cm VY-Verlängerungsplastik. Bei Defekten > 5 cm allogenes Achillessehnentransplantat, bei Fehlen der Patella allogenes Streckapparat Transplantat. Bei deutlicher Patella infera (Caton Index < 0,5) zusätzlich entweder „Needling“, Z‑Plastik zur Verlängerung der Patellarsehne (2–3 cm Länge) oder Proximalisierung der Tuberositas tibia.
Weiterbehandlung: Bei Refixation ohne Augmentation: 6 Wochen Teilbelastung in einer geraden abnehmbaren Schiene. Beweglichkeit: 4 Wochen 0‑0-60, 5.–6. Woche 0-0-90, danach frei.
Bei Refixation mit Augmentation (z. B. bei Knieprothese):6 Wochen Teilbelastung in einer geraden abnehmbaren Schiene, dann Wechsel auf eine bewegliche Orthese für 6 Wochen mit Bewegungslimitierung: 7.–8. Woche 0‑0-30, 9.–10. Woche 0‑0-60, 11.–12. Woche 0‑0-90.
Ergebnisse: Bisher sind zu allen Techniken zum Management chronischer Verletzungen der Quadrizepssehne nur kleine Fallserien publiziert worden, die in 3 systematischen Reviews zusammengefasst wurden. Dabei lassen sich im nativen Knie durch Refixationen mit oder ohne Augmentation gute klinische Ergebnisse mit geringen Rerupturraten erzielen. Nach der Verwendung größerer allogener Transplantate (Achillessehne oder Streckapparat) wurden hohe Versagensraten (> 50 %) und unbefriedigende funktionelle Ergebnisse beschrieben, sodass diese Verfahren nur zum Einsatz kommen sollten, wenn sich große Defekte mit anderen Verfahren nicht rekonstruieren lassen.
- Präoperative Diagnostik zur Planung einer Revisionsoperation bei chronischer Quadrizepssehnenläsion,
- Indikationen und Kontraindikationen der verschiedenen Verfahren zur Rekonstruktion eines Quadrizepssehnendefektes,
- Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren zur Rekonstruktion der eines Quadrizepssehnendefektes,
- Postoperative Rehabilitation nach Quadrizepssehnenrekonstruktion
Diese Fortbildungseinheit mit 3 Punkten (Kategorie D) wurde von der Ärztekammer Nordrhein für das „Fortbildungszertifikat der Ärztekammer“ anerkannt und ist damit auch für andere Ärztekammern anerkennungsfähig. Anerkennung in Österreich: Für das Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP) werden die von deutschen Landesärztekammern anerkannten Fortbildungspunkte aufgrund der Gleichwertigkeit im gleichen Umfang als DFP-Punkte anerkannt.