Zum Inhalt

Rekonstruktion der Patellarsehne mit autologem oder allogenem Semitendinosussehnentransplantat bei chronischer Ruptur

Erschienen in:

Zusammenfassung

Operationsziel

Rekonstruktion eines Patellarsehnendefektes bei chronischer Ruptur.

Indikationen

Chronische Ruptur der Patellarsehne bei verzögerter Diagnose oder Versagen einer primären Refixation mit einer Dehiszenz, die eine Refixation ohne Patellarsehnenverkürzung unmöglich macht.

Kontraindikationen

Infektion.

Operationstechnik

Etwa 15 cm lange Inzision von der Tuberositas tibiae bis über die Patella reichend. Darstellen der Ruptur. Débridement der Sehne und der Insertion. Haltenaht in der Quadrizepssehne und Distalisierung der Patella. Sollte keine ausreichende Distalisierung der Patella möglich sein, optional Durchführung einer VY-Plastik der Quadrizepssehne zur Verlängerung des Streckapparates. Ausmessen der Dehiszenz. Sicherung der Patellahöhe durch Anlage einer patellotibialen Cerclage (kräftige Fadenkordel). Verlängerung eines noch vorhandenen Sehnenstumpfes durch eine Z‑Plastik. Anlage von 2 Knochentunneln (Durchmesser ca. 5 mm) in der Patella und der Tuberositas tibiae. Einzug eines autologen oder allogenen Semitendinosussehnentransplantat und Sicherung durch Verknoten der Haltefäden vor der Tuberositas tibiae.

Weiterbehandlung

Sechs Wochen Teilbelastung mit 10 kg Körpergewicht in einer geraden abnehmbaren Schiene. Beweglichkeit: Erste bis 4. Woche 0‑0-60°, 5. bis 6. Woche 0‑0-90°, danach frei.

Ergebnisse

Wir konnten 7 Patienten, bei denen diese Operation in der beschriebenen Weise durchgeführt wurde, nach einem Minimum von 2 Jahren nachverfolgen. Zweimal musste eine Verlängerung der Quadrizepssehne aufgrund einer zu starken Retraktion durchgeführt werden. Alle Patienten konnten postoperativ eine aktive Streckhebung durchführen. Der Lysholm-Score stieg von 49,3 auf 83,2 Punkte. In der abschließenden Ultraschalluntersuchung war keine erneute Ruptur nachweisbar.
Titel
Rekonstruktion der Patellarsehne mit autologem oder allogenem Semitendinosussehnentransplantat bei chronischer Ruptur
Verfasst von
Prof. Dr. Wolf Petersen
Hasan Al Mustafa
Martin Häner
Karl Braun
Publikationsdatum
22.08.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 2/2025
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981
DOI
https://doi.org/10.1007/s00064-024-00859-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie

Studie bestätigt lange Haltbarkeit moderner Hüft-TEP

Umfangreiche Studien zur Lebensdauer moderner totaler Endoprothesen des Hüftgelenks haben bis dato gefehlt. Ein internationales Studienteam hat nun Daten geliefert, die ein günstiges Bild zeichnen.

Hallux valgus: Vor OP aufklären und Befunde dokumentieren!

Zum Hallux valgus liegen neue Leitlinienempfehlungen vor. Dr. Jörn Dohle, Wuppertal, gab beim Ortho Trauma Update praktische Tipps zum Umgang mit dem therapeutischen Algorithmus und stellte eine neue minimalinvasive Technik vor.  

Ergonomie im OP eklatant vernachlässigt!

Das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz wird in chirurgischen Abteilungen viel zu oft stiefmütterlich behandelt. Die Konsequenzen macht die ERGO-Studie deutlich: Fehlhaltungen und Schmerzen hängen demnach eng zusammen.

So gut hilft Botox gegen Nacken- und Gelenkschmerzen

Botulinumtoxin hat einen festen Stellenwert in der Schmerztherapie. Im Fachbereich Orthopädie wird das Nervengift unter anderem zur Schmerzlinderung bei Myogelosen und zunehmend bei Arthrosen eingesetzt. Die empirische Beweislage für diese Off-Label-Anwendungen ordnete die Schmerztherapeutin Julia Wölfle-Roos beim Ortho Trauma Update ein.

Update Orthopädie und Unfallchirurgie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Gelenkersatz an der Hüfte/© vzmaze/Getty Images/iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Hallux valgus/© masanyanka / stock.adobe.com, Abdominelle laparoskopische Operation/© Игорь Гончаров / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Aufziehen einer Spritze/© Eisenhans / Fotolia