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Pathogenese Reizdarmsyndrom: Welche Rolle spielt das Mikrobiom?

  • 02.09.2024
  • Online-Artikel
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Die Pathogenese des Reizdarmsyndroms ist noch nicht vollständig geklärt. Sie ist ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Prädisposition und auslösenden Faktoren wie Infektionen, Ernährung und Veränderungen des intestinalen Mikrobioms.

Pathogenese des Reizdarmsyndroms

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Erkrankung des Darms, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. PatientInnen leiden unter wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlveränderungen, ohne dass eine strukturelle oder biochemische Ursache im Darm gefunden werden kann [1].

Die Pathogenese des Reizdarmsyndroms ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht heute jedoch davon aus, dass genetische und epigenetische Faktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen und verschiedene Faktoren wie Infektionen, Ernährung und Veränderungen des Darmmikrobioms als Auslöser eine Rolle spielen. Diese Prozesse können Entzündungen und Permeabilitätsstörungen der Darmbarriere auslösen, Immunreaktionen aktivieren und letztendlich die charakteristischen Symptome des Reizdarmsyndroms verursachen [2].

Zusammenhang zwischen Mikrobiom und Reizdarmsyndrom

Zahlreiche Studien leisten zurzeit Pionierarbeit bei der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Störungen des Mikrobioms und dem Reizdarmsyndrom. Eine Meta-Analyse von 23 Studien mit insgesamt 1340 Teilnehmenden aus Nordamerika, Europa und Asien ergab beispielsweise eine geringere Anzahl von Lactobacillus und Bifidobacterium sowie eine höhere Anzahl von Escherichia coli und Enterobacter bei ReizdarmpatientInnen im Vergleich zu Gesunden. Es wurde dagegen kein Unterschied in der Anzahl von Bacteroides und Enterococcus festgestellt. Subgruppenanalysen bestätigten diese Ergebnisse, obwohl eine beträchtliche Heterogenität zwischen den Studien festgestellt wurde [3].

Weitere Studienergebnisse sollen zukünftig ein spezifischeres und ursachenorientiertes Vorgehen ermöglichen.

Bitte beachten Sie: Medice präsentiert ihr auf Mikrobiom- und Darmgesundheit ausgerichtetes Konzept seit Kurzem unter der Marke MEDIBIOM (statt Theralution).

Weiterführende Informationen

Für weitere Informationen zum Reizdarmsyndrom, u.a. zu Symptomatik und Diagnostik, empfehlen wir Ihnen das doctupus Tutorial „Reizdarmsyndrom“, das von der Plattform für medizinische Online-Fortbildungen STREAMED UP gemeinsam mit Medice entwickelt wurde.

Mehr aktuelle Studienergebnisse zu Dysbiosen des Darmmikrobiom von ReizdarmpatientInnen finden Sie zudem in dem ebenfalls von STREAMED UP erstellten Video-Tutorial „Mikrobiom“.

» Zum Video-Tutorial „Reizdarm“

» Zum Video Tutorial „Mikrobiom“

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[1] Layer, P. et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Zeitschrift für Gastroenterologie 59, 1323–1415 (2021).
[2] Chong, P. P. et al. The microbiome and irritable bowel syndrome – a review on the pathophysiology, current research and future therapy. Front microbiol. 10, (2019).
[3] Wang, L. et al. Gut microbial dysbiosis in the irritable bowel syndrome: a systematic review and meta-analysis of case-control studies. J Acad Nutr Diet. 120, 565–586 (2020).

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Bildnachweise
Reizdarm Frau sitzt auf der Toilette /© Prostock-Studio | iStock