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Spezielle ethische Aspekte beim alten Intensivpatienten

Zusammenfassung

Mit dem demografischen Wandel steigt der Anteil alter und hochaltriger Menschen auf Intensivstationen kontinuierlich an. Diese Patienten unterscheiden sich stark in ihren funktionellen Ressourcen und Behandlungsperspektiven; häufig liegen Multimorbidität, Frailty und eine eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit vor. Vorsorgedokumente sind mitunter unklar oder veraltet. Entsprechend anspruchsvoll sind Indikationsstellung, Ermittlung des Patientenwillens und die Festlegung realistischer Therapieziele. Alter allein ist dabei ein schwacher Prädiktor für Mortalität und funktionelles Outcome. Maßgeblich sind Frailty, funktionelle Reserve und die Dynamik der Akuterkrankung. Gleichzeitig besteht eine erhebliche prognostische Unsicherheit. Notwendige politische wie klinische Ressourcenentscheidungen angesichts einer hochpreisigen und zunehmend leistungsfähigeren Intensivmedizin dürfen nicht nur deswegen niemals allein auf dem kalendarischen Alter beruhen.
Titel
Spezielle ethische Aspekte beim alten Intensivpatienten
Verfasst von
PD Dr. med. habil. Jochen Dutzmann
Publikationsdatum
25.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin
Print ISSN: 2193-6218
Elektronische ISSN: 2193-6226
DOI
https://doi.org/10.1007/s00063-026-01435-4
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Bildnachweise
Vater recherchiert am Smartphone/© Elnur / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Intensivstation/© Tyler Olson / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Lumbalpunktion/© Felipe Caparrós / stock.adobe.com, e.Med Anästhesiologie