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Präklinischer Patiententransport am Lebensende

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Zusammenfassung

Hintergrund

Obgleich die meisten Menschen gern zu Hause sterben möchten, sterben viele in Krankenhäusern. Die Studie zeigt die Erfahrungen von Ärzten und Rettungsdiensten mit der präklinischen Versorgung von Patienten an deren Lebensende.

Methode

Hausärztlich tätige Ärzte und Rettungsdienstpersonal im Ballungsraum Frankfurt am Main wurden mit einem anonymen Onlinefragebogen nach ihren Erfahrungen mit der Versorgung von Patienten an deren Lebensende befragt.

Ergebnisse

Den Fragebogen beantworteten 63 Hausärzte (HÄ) und 62 Rettungsdienstmitarbeiter (RDM) (w 31,2 %, m 68,8 %). 65,8 % der Befragten gaben an, dass Patienten an deren Lebensende oft noch ins Krankenhaus transportiert werden. 17,9 % der Teilnehmer fühlten sich bei der Einschätzung eines Patienten an seinem Lebensende sicher. 33,3 % der HÄ und 8,5 % der RDM fühlten sich bei der anschließenden Therapie sicher. 91,9 % der HÄ und 96,2 % der RDM gaben an, selbst immer/oft nach einer Patientenverfügung zu fragen. 98,3 % der Teilnehmer sind der Ansicht, dass RDM selten/nie nach Advance Care Planning fragen. Selbst würden 78,7 % aller Teilnehmer selten/nie danach fragen. 90,4 % der RDM wünschen sich ein rechtssicheres Notfalldokument als Handlungsanweisung.

Schlussfolgerung

Transporte von Patienten an ihrem Lebensende gehören zum präklinischen Alltag. Es bestehen Unsicherheiten in der Beurteilung und Versorgung dieser Patienten. Die rettungsdienstliche und ärztliche Ausbildung sollte zukünftig konkrete palliativmedizinische Versorgungsstrategien beinhalten. Patientenverfügungen und Advance Care Planning müssen stärker in das Bewusstsein der medizinischen Akteure treten, damit in Notfallsituationen rasch gewünschte Handlungskorridore im Sinne des Patienten bekannt werden.
Titel
Präklinischer Patiententransport am Lebensende
Verfasst von
Dr. med. Matthias Zimmer
Senol Özkaya
Stephan Sahm
Publikationsdatum
27.06.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 9/2023
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866
DOI
https://doi.org/10.1007/s00101-023-01308-x
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