Personalisierte Systemtherapie beim Peniskarzinom: Molekulare Zielstrukturen und neue therapeutische Horizonte
- 12.11.2025
- Peniskarzinom
- Leitthema
- Verfasst von
- Prof. Dr. Gunhild von Amsberg
- Erschienen in
- Die Urologie | Ausgabe 12/2025
Zusammenfassung
Hintergrund
Das Peniskarzinom zählt zu den seltenen urologischen Tumoren mit jährlich ca. 36.000 Neuerkrankungen weltweit. In der Erstlinie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadiums wird eine Platin-basierte Chemotherapie empfohlen, die jedoch nur moderate Ansprechraten, kurze Remissionsdauern und relevante Toxizität aufweist. Effektive Zweitlinienoptionen fehlen weitgehend. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf für innovative Therapiekonzepte.
Ziel der Arbeit
Ziel der Arbeit ist die Darstellung der aktuellen Evidenz zu immuntherapeutischen und zielgerichteten Behandlungsstrategien beim fortgeschrittenen Peniskarzinom.
Material und Methoden
Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche in PubMed, ergänzt durch aktuelle Abstracts und Präsentationen führender Kongresse (American Society of Clinical Oncology [ASCO], American Society of Clinical Oncology-Genitourinary [ASCO GU], Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie [ESMO]) sowie Studienregister (clinicaltrials.gov).
Ergebnisse
Immun-Checkpoint-Inhibitormonotherapien zeigen in unselektionierten Kohorten Ansprechraten zwischen 13 und 17 %, mit besseren Ergebnissen bei hoher Tumormutationslast oder ausschließlich nodaler Metastasierung. In Kombination mit einer Kombinationschemotherapie konnte das Ansprechen auf 40 % gesteigert werden. EGFR-gerichtete („epidermal growth factor rezeptors“) Antikörper führten bei rund einem Drittel der Patienten zu Remissionen, jedoch meist nur von kurzer Dauer. Basierend auf Expressionsmustern verschiedener Oberflächenproteine (EGFR, HER2 [„human epidermal growth factor receptor“], Nectin‑4, TROP‑2 [Trophoblast-Oberflächen-Antigen]) werden derzeit verschiedene Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in Phase-II-Studien geprüft. Zudem könnte bei nachgewiesenen Alterationen in Genen der homologen Rekombinationsreparatur eine PARP-Inhibitortherapie (Polyadenylribosepolymerase) eine sinnvolle Option darstellen.
Schlussfolgerung
Immun- und zielgerichtete Therapien eröffnen neue Perspektiven beim fortgeschrittenen Peniskarzinom. Angesichts der Seltenheit der Erkrankung sind internationale Kooperationen essenziell, um Studien erfolgreich zu rekrutieren. Nur so können künftig innovative Ansätze einer größeren Patientenzahl zugänglich gemacht und die Evidenzbasis verbessert werden.
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- Titel
- Personalisierte Systemtherapie beim Peniskarzinom: Molekulare Zielstrukturen und neue therapeutische Horizonte
- Verfasst von
-
Prof. Dr. Gunhild von Amsberg
- Publikationsdatum
- 12.11.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Peniskarzinom
Peniskarzinom
Checkpoint-Inhibitoren
Checkpoint-Inhibitoren
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Zytostatische Therapie
Urologie - Erschienen in
-
Die Urologie / Ausgabe 12/2025
Print ISSN: 2731-7064
Elektronische ISSN: 2731-7072 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00120-025-02717-z
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